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Das Echo · 1959-10-30 · 213 (30.10.1959) · p. [Seite 5]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Echo
Volume
10 (1959-1960)
Issue
213 (30.10.1959)
Date
1959-10-30
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German
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3D. Oktober 1959. “DAS ECHO’’ 5 FILMBESPRECHUNG: DIE ZEHN GEBOTE Mit einem enormen Propagandaaufwand laeuft “Die groesste Schau der Welt“, der Film “Die 10 Gebote“ .(Originaltitel: “The Ten Commandments”) und führt gewaltige Besuchermassen in die Lichtspieltheater in allen Teilen der Welt. Dieser Film, die .letzte Produktion des Regisseurs für Monumentalfilme, Cecil B. de Mille, wurde unter ungeheuerem Kostenaufwand (15 Millionen Dollar!) gedreht, es wurden die besten und teuersten Darsteller für die tragenden Rollen engagiert, es wurden namhafte Aegyptologen verpflichtet, um das historische Milieu getreulich zu sichern. Wurde dieser grosse Aufwand an Oeld, Geist und Arbeitsleistung erfolgreich investiert? Dieser Film ist eine grandiose “Schau”, ein farbenfroher historischer Bilderbogen, eindruckvoll fotografiert und gekonnt insceniert; dieser Film ist sicher dass, was Hollywood einen “PuhHkumsfilm", einen “Kassenschlager” nennt. Die bisherigen Besucherzahlen und Kassenrapporte haben bewiesen, dass diese Produktion sich glaenzend gelohnt hat; es bleibt nur zu bedauern, dass der tatkraeftige Regisseur de Mille kurz vor Fertigstellung dieses Streifens starb, sodass er nicht mehr die Freude an dem monumentalen Erfolg seines Monumentalfilms haben konnte. Hier sei in Parenthesis eingeschaltet, dass der grosse jüdische Regisseur Cecil B. de Mille mit wirklichem Idealismus den Bibelstoff anpackte-, der Beweis hierfür war seine oeffenttiche Erklaerung, dass er alle auf seinen Teil eingehenden Einkünfte aus diesem Film, charitativen und religioesen Organisationen zur Verfügung stellen werde. Die Tragik von de Mille ist die aller grossen, künstlerisch ehrgeizigen Regisseure von Hollywood: der hollywooder Betrieb verlangt von seinen Regisseuren besonders gesicherte Erfcllgsgarantien für die investierten Kapitalien, die nur gegeben werden koennen, indem man die künstlerische Planung in der Ausführung umwertet, was bedeutet, dass man der Masse der Kinobesucher weitgehendst Konzessionen macht. Film- und geschichts-kritisch betrachtet, besitzt daher dieser Filmriese erhebliche Maengel. Es wurde bei dem Drehbuch und bei den Aufnahmen allzu sehr auf “Effekte” geachtet, die in einer derartigen Unzahl geboten wurden, dass dabei die künstlerische Linie litt und der Geist des Bibelstoffes zu kurz kam. Die Moral und die Ethik des Gotteswortes vom Sinai, wirken zu sehr am Rande, sie rütteln nicht auf, sie wirken nicht gedankenerneuernd; es wird Optik aber keine Lehre geboten. De Milles “Zehn Gebote” sind ein farbenpraechtiger Riesenzirkus, eine pompoese Historienmalerei, ein Triumpf der hollywooder Filmtechnik — aber es ist leider kein erzieherisches Werk, welches den Massen die Bibel, das Buch der Bücher ,naeher bringt. Die gigantische kalifornische Filmtechnik toetet die intime Filmkunst. Dieses Thema haette eine sensiblere Gestaltung verdient, die auch durchaus publikumswirksam haette sein koennen, aber dem Besucher anstatt nur Unterhaltung auch bereichernden Inhalt geboten haette. Technik, grossartige Technik: Die Spaltung des Roten Meeres (wirkend wie eine gewaltige Batterie von Leuchtfontainen und kolorierten Springbrunnen), kitschig-wundervoll der pyrotechnisch beleuchtete Berg Sinai und die Verkündung der Gebote, dramatisiert durch zischende und droehende Raketeneinschlaege (Gottes Stimme?. .). Die wirklich erhabene Figur des Mose, diese alles überragende Figur aus dem Stamme Levi, der grosse, sittenstrenge und asketische Führer des Gottesvolkes, wurde als ein sehr schoener und gepflegter Mann dem Kinopublikum praesentiert, dem man wohl Magie und Gaukelei glaubt, aber weniger die geistige und seelische Groesse, die die Figur des Mosche ausmacht. Charlton Heston spielte den Mose interessant und oft mitreissend, aber leider nicht immer überlieferungsgetreu. Yul Brynner erweist sich auch in diesem Streifen als excellenter Darsteller, er gibt einen Pharao, der im Gedaechtnis bleibt. Weniger eindrucksvoll und artistisch bedeutsam, waren die übrigen Darsteller. Der Zehn Gebote-Film ist ein grosser Rummel um die Bibel. Dieser Paramount-Film ist Ausdruck filmischer Perfektion. Dieser Film ist ein erstrangiger Kassenschlager. Und darauf kommt es ja schliesslich im Filmgeschaeft an. Am Rande WO IST DER HIMMEL? Die Menschen haben sich den Himmel immer vorgestellt als die Wohnstaette geistiger Wesen und als die letzte Heimat der Glaeubigen. Seine Lage wurde stets mit “da oben” angegeben. Die Frommen blicken entweder himmelwaerts, wenn sie beten, oder sie beugen den Kopf in Ehrerbietung vor einer hoeheren Macht. Die Haende werden mit den Flaechen aneinander gelegt, und die Finger deuten hinauf zum Zenith. Die grossen Kathedralen sind alle vertikal ausgerichtet, und alle Türme weisen in den Weltenraum. Dieses Hinaufreichen nach Führung, das sich durch tausende von Jahren in Dutzenden von Religionen und Sprachen fortpfianzt, hat die unendliche Hoehe zu einem Synonym von Goettlichkeit, und daher auch für Tugend und Gutsein gemacht. Wenn ein Mann ein guter Mensch ist, der von seiner Gemeinde respektiert wird, so bezeichnet man ihn als eine erhabene Seele hät. Und nun ist der Mensch im Begriff, koerperlich in diesen Himmel, den er mit dem Wunderbaren, Schoenen un Wünschenswerten identifiziert hat, aufzusteigen. Er wird koerperlich im leeren Raum über uns herumfahren. Wird sein geistiger Ausblick durch den Schock der Desillusion sich veraendern? Um ihn herum wird Schwaerze sein. Die Sonne wird glühen, aber sie wird nicht imstande sein, einen tiefdunklen Himmel zu erhellen. Keine Voegel werden ihn morgens aufwecken, kein Tau wird auf Graesein liegen — denn es gibt keinen Morgen und kein Gras. Die Pracht ziehender Wolken gibt es nicht für ihn, und ebensowenig existiert das troestliche Plaetschern des Regens. Keine Heimchen zirpen, und keine Baeche murmeln. Er wird weder Laute hören, noch einen Luftzug fühlen. Seine Welt wird unpoetisch, traurig, farblos sein. Er weiss nicht mehr, was Bewegung ist. Er befindet sich einfach im Weltenraum, und kann oben und unten nicht mehr unterscheiden. Wegen der toedlichen Ausstrahlungen wird er noch nicht einmal durch eine Luke auf die Schwaerze hinausblicken koennen. Sein Gesichtssinn kann ihn nur in übertragener Weise orientieren: durch die Fernsehscheibe. Auf dieser Scheibe wird die Erde nur ein blaeulich leuchtender Punkt sein — einer unter Millionen, vielleicht Milliarden von Punkten. Wie viele dieser Punkte sind die Heimat anderer Wesen, die leben und traeumen und staunen? Er wird es nie erfahren. Wird er in dieser schrecklichen Umwelt imstande sein, das prachtvolle Rotieren des Sonnensystems in sich aufzunehmen, oder die majestaetische Prozession des strahlend punktierten Schweigens des Weltalls? Oder wird er statt dessen in ein tiefes Heiriiweh versinken nach der Schoenheit und Behaglichkeit, die er verlassen hat? Und wird er danach immer noch an die perlenbesetzten Tore und das blendende Licht des biblischen Him- ,me!ts glauben, an die 'Harfenmusik, die Engel und die anderen Wesen der erhabenen Regionen? Oder wird er einen neuen Glauben finden an die tieferen Wunder, die sich in der Natur der Dinge offenbaren? Wo wird von nun an der Himmel sein. Oben? Unten? Mittendrin? Oder tief innen? David Greenfield (im “Aufbau"). Luis Lagro. ORIGINAL “Eau de Cologne” von der aeltesten bestellenden Eau de Cologne - Fabrik! Alleinvertrieb Bolivien: fuer HANSA LTDA. DURCH A A A WENN REISEN - DANN IHRE '~W' W VT W V V V W ' EXPRINTER PASSAGEN fuer Flugzeug, Schiff oder Eisenbahn IHRE HOTEL - RESERVIERUNGEN besorgt Ihnen schenellstens, zuverlaessig und preisguenstig »(VICIO MUNDIAL Ol VIAIIS <" EXPRINTER LA PAZ Av. Camacho (Edif. Yugoeslavo) Telef. 2560 u. 9265 * *. Ú *- ► *► + ► L * * *► * * V V * ► *► IHRE Buchhandlungen: UNIVERSAL BOOKSTORE Ltda. LA PAZ: Mercado N' 1857 LOS AMIGOS DEL LIBRO COCHABAMBA: Perú esq. 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