Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- 213 (30.10.1959)
- Date
- 1959-10-30
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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30. Oktober 1959. 4. “DAS ECHO“ Vergangenen Sommer erlebten 23 Pfadfinder, zwei Führer und ich selbst ein unvergessliches Abenteuer. Wir verbrachten sieben Wochen in einer Wanderung durch Israel — das Land der Bibel — und nahmen am 10. National Jamboree der Federation der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Israels teil, welches auf dem historischen Berge Karmel stattfand, welcher auf die blauen Wasser des Mittelmeeres schaut. Unsere kleine Gruppe war ein Sortiment der Boy Scouts of América in welchem Vertreter von 16 Staaten zu finden waren. Diese gehoerten den folgenden Konfessionen an: Juden, Protestanten, Katholiken und “Mormonen”. Ein Pastor der Baptisten, Reverend J. William Bonner, aus Fairmont, West Virginia war der Leiter der Jamboree Truppe. George M. Goldman, aus Aflanta, Georgia war der Assistent. Ich, ein Rabbiner, war Direktsr des Kontingents. Vor unserer Abreise verbrachten wir drei Tage in Schiff Scout Reservation um unsere Kenntnisse und Technik in der Pfadfinderei etwas aufzufrischen und die Grundregeln für Gesundheit und Sicherheit zu wiederholen. Wir bildeten 3 Patruilien. Jamboree im Von Harry Director Jewish Service, Boy Als wir auf dem Flughafen von Lydda in Israel landeten war es ein Uhr morgens. Aber das bedeutet nichts für die Pfadfinder Israels. Sie waren da! Eine Pfadfindertruppe aus Tel Aviv — mit Klampfen, Gesang und Sprechchoeren — gab uns den Willkommensgruss. (Spaeter erfuhren wir, dass die Pfadfinder Israels über eine magische Kraft verfügen ohne Schlaf auszukommen. Jede Nacht im Jamboree sangen und tanzten sie bis zum Morgengrauen). Reise durch das Heilige Land. Vor und nach dem Jamboree reisten wir durch das Heilige Land und bewunderten die Reste der alten Kulturen, wie der Hebraeischen, Byzanthinischen, Griechischen und Roemischen. Wir sahen Askalon und die Wüste Negev und besuchten Sodom, Beersheha, Elath und die Minen Koenig Salomons. Ich stand am Grabe Koenig Davids auf dem Zionsberge, besuchte den Ort des Letzten Abendmahles, kletterte auf den Berg, auf dem die Bergpredigt stattgefunden hatte. Heiligen Land Lasker, icouts Oí América. Wir schwammen im Roten Meer, dem See von Galilea und dem Mittelmeer, aber es war ein besonderer Reiz im Toten Meer zu schwimmen, dem tiefsten Punkt der Erde. Das Wasser ist mit Salz und Chemikalien derart gesaettigt, dass man sagt, eine Person koennte auf dem Wasser sitzen und die Zeitung lesen. (Wir hatten keine Zeitung um uns davon zu überzeugen) An den Wochenenden waren wir Gaeste in den Haeusern der Ptadfinderbrüder und genossen ihre Freundschaft und Gastfreundlichkeit. Wir besuchten Gottesdienste sowohl am Sonnabend wie am Sonntag in Synagogen und Kirchen des Heiligen Landes. Ich hielt einen jüdischen Gottesdiest in den Ruinen der (Synagoge von von Kfar Nahum oder Kapernaum, welche in das dritte Jahrhundert zurückreicht. Mr. Bonner hielt einen Gottesdienst in des Baptisten-Kirche in Nazareth. Ein Jamboree auf andere Art. De LA PAZ a LIMA V ' Y CONEXION CON EL NUEVO VUELO LIMA PARIS por la RUTA MAS DIRECTA A EUROPA En un solo avión, con un solo asiento, un solo boleto, una sola noche a bordo.y sin necesidad de visas de tránsito. De París conexiones a toda Europa/ Africa, Medio y Lejano Oriente. AIR FRÁNCE LA RED AEREA MAS EXTENSA DEL MUNDO / / i I Edificio Krsul - 5o piso Avenida Camacho Tel. 11744 LA PAZ ±L Das Jamboree selbst war sehr verschieden von den unseren. Zunaechst hatten sie auch Pfadfinderinnen im selben Lager. In Israel ist die Pfadfinderei koedukational. Jungens und Maedels gehoeren der selben Truppe an. Die Pfadfinderinnen nahmen an der Küche wie an allen Aktivitaeten in gleicher Weise wie die Jungens teil. Innerhalb einer Stunde nach der Ankunft auf dem Lagerplatz waren wir bereit, an der Eroeffnungszeremonie teilzunehmen. Eine der farbreichen Truppen des Jamborees war die der Pfadfinder aus Natanayah, Israel. Sie waren sehr interessiert an den Volksbraeuchen der Indianer und dem Leben der afrikanischen Eingeborenen. Ein Teil dieses Kontingentes errichtete das Lager als ein Replika des Indianer-Lagers mit teepees, wigwams etc. Die Pfadfinder w'aren in Indianerkostümen und ihre Koerper mit einer roetlichen Farbe bemalt. Waehrend eines Besuches ihres Lagers sangen sie Indianerlieder und vollführten eine schoene Begrüssungszeremonie. Eine andere Gruppe dieser Pfadfinder stellte das Lager als eine Nachahmung der Pfadfinder Ethio>- piens oder Kushim wie man sie auf hebraeisch nennt, auf. Das war in Bezug auf das Buch Arnos 9:7 “Seid ihr nicht wie die Kinder Ethiopiens zu mir, o Kinder Israels?” sagt der Herr. Die Pfadfinder malten ihre Koerper schwarz und bekleideten sich mit Grasschützen. Viele ihrer Gebraeuche waren denen der Eingeborenen Afrikas aehnlich. An einem der Arenadarbeitungen zeigten unsere amerikanischen Pfadfinder einen Indianertanz der immer auf Jamborees Anklang findet. Er wurde von den Jungen und den Gaesten begeistert applaudiert. Da war ein grosser Andrang nach der Postdienststelle als die ersten Nummern des Programms erledigt waren. Die Federation der Pfadfinder Israels hat auch eine besondere Postkarte aus Anlass dieses Jamborees herausgegeben. An letzten Abend des Jambores fand ein besonders schoenes Programm statt. Da die Federation der Pfadfinder Israels sowohl Araber, Christen, Mohamedaner und Drusen erfasst, brachte jede dieser Gruppen ihre Gesaenge und Taenze in farbreichen Kostümen dar. An dieser Schlussnacht wurde eine Grussbotschaft unseres Aktiven Pfadfinderleiters Dr. A. Schuck, in hebraeisch vor einer Menge von zehntausend Pfadfindern und Gaesten verlesen. Der Brief Dr. Schucks drückte aus, dass das gesamte Material unseres Lagers in Israel als Geschenk verbleiben sollte. In der Weltfreundschaftszeremonie, schlangen Pfadfinder ihre Arme um die Schultern ihrer Nachbarn und sangen die unsterblichen Worte des Buches der Psalmen: “Oh, wie schoen und angenehm ist es, für Brüder in Einheit zusammen zu leben”. Es war dies ein sehr ergreifender Abend und wir gingen erst spaet nach Mitternacht auseinander. Wir gingen nach unserem Lager zurück und wunderten uns, von wo die Pfadfinder Israels die Kraefte schoepfen so lange wach bleiben zu koennen. Die wunderbare Organisation des Jamborees war ein Erfolg des Chefs der Pfadfinder Israels, Aryeh Kroch, und seines Stabes. Reisen durch das Heilge Land war für uns ein grosses Erlebnis und wir kehrten nach Amerika voll schoener Erinnerungen und Andenken zurück. (Uebersetzung von Hans Philippsberg, Korrespondent-Agent der “RE- V1STA SCOUT DE LAS AMERICAS und WORLD SCOUTING für Bolivien). 973403