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Das Echo · 1959-10-30 · 213 (30.10.1959) · p. [Seite 3]

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Journal
Das Echo
Volume
10 (1959-1960)
Issue
213 (30.10.1959)
Date
1959-10-30
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
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30. Oktober 1359. “DAS ECHO” 3. t ‘ / CJcliO mol (Id — Eine Folge der durch den Stahlarbeiterstreik bedingte Stahlknappheit, ist die Entlassung von fast «wo Arbeiter nordamerikanische Automobil-Fabriken. Die Linksparteien in Frankreich haben sich gegen die V. Republik neu organisiert. ln der neuen sozialistischen Front nimmt Menoes-France iiinp führende Stellt l'li i »i rt n Nach einer Meldung der in New York erscheinenden jiddischen Zeitung “Vorwaerts” geht hervor, dass Eisenhower sich mit Chruschtschow auch über die Situation der Juden in der Sowjtet-Union unterhalten habe. Nach den Berichten dieser Zeitung, habe Chruschtschow versichert, dass die Juden in Russland die gleichen Rechte haben, wie alle andern Nationalitaeten. Chruschtschow habe betont, dass er sich über diese Frage laufend unterrichten lasse. Der britische Aussenhandel schloss im‘ September mit einem Passivsaldo von 72.3 Millioenn Pfund Sterling ab. Die Importe beliefen sich auf 330,2 Mili, und die Exporte erreichten 246.7 Mili. Pfd. Sterling. Versicherungsgesellschaften tagten in London über “Atomrisiko-Versicherung”. ln dieser Konferenz hat es sich jedoch gezeigt, dass die Risiken groesser als das Leistungsvermoegen sein würden. Deutschland exportiert seit laengerer Zeit monatlich 3000 T. Kupfer im Werte von ca. 7.5. Millionen DM nach Rot-China. Auch sonst hat sich das deutsche Geschaeft mit der Volksrepublik China bedeutend gesteigert. Ln den ersten acht Monaten diestes Jahres wurde Paris von 1.122 Millionen Turisten besucht. (Steigerung gegenüber Vorjahr um 28 %). Der Vorsitzende der amerik. Atomenergie-Kommission erklaerte in Moskau in einer Presse-Konferenz: “Eine engere amerikanischsowjetische Zusammenarbeit auf dem Gebiete der Atomforschung für friedliche Zwecke, sei in Sicht”. Fast 1.3 Millionen Personen haben im Jietzten Jahre den Atlantik mit dem Flugzeug überquert. Der Luftverkehr wurde im Jahre 1958 um fast 15 % gesteigert. Bis Ende 1959 werden 300 Düsenflugzeuge verkehren. Praesident Eisenhower appelierte an alle freien Nationen, durch ein gemeinsames, langfristiges Programm den Lebensstandard der Bevoelkerung der Entwicklungstaender zu verbessern. Für diq Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts wird Westdeutschland insgesamt etwa 17.2 Milliarden DM zahlen. Bis zum 30. Juni 1959 wurden 5.6 Milliarden DM an Geschaedigte ausgezahlt. Der Leiter der Forschungsstelle der US-Armee, General Trudeau, sagte in San Franzisko: “Mange) an Geld hindert die amerikanischen Raketenforscher daran, die Sowjets im Wettrennen zum Mond einzuholen”. Das südlichste Observatorium der Welt wird in der südpatogonischen Provinz Santa Cruz in Argentinien errichtet. Bei einem Abschiedsempfang im Kreml für den oesterreichischen Bundespraesidenten Schaerf sagte dieser zu Chrutschew: Mein Besuch hat alle meine Erwartungen weit übertroffen. Ich hatte das Gefühl, mich stets unter Freunden zu befinden”. IiMirGk Das Judentum von i Grosse Reiche mit grossen geistigen Inhalten, die seiner Zeit neben dem Judenvolk entstanden oder bereits existierten, sind verfallen; nur Follianten berichten vom Leben und Wirken dieser Gemeinschaften und Staaten. Das Judentum aber blieb strahlende Kraft, .anziehend, kulturwirkend und erneuernd. Das grosse Geheimnis des Ewigen Judentums ist dfe Glaubensfessel, die jeden Israeliten bindet, die Eigenart der Riten und das frohe Bekenntnis zur jüdischen Lebensform. Aber nicht nur diese Fakten haben Juden einig gemacht und ihrer re'igioesen Auffassung unerschütterliches Fundament gegeben. Die Verfolgungen, der christliche Hass gegen das Volk des Buches, der immer wieder kehrende Anti-Semitismus in aller Welt, haben die Juden zu bewussten Juden gemacht, zu Streitern fuhr ihre Sache, zu Missionaren fuer das ewig gültige Gotteswort, welches Miose am Sinai gegeben wurde. II Die jüdische Religion zaehlt weit weniger Abtrünnige als andere Glaubensgemeinschaften, obwohl “es nicht leicht ist, Jud’ zu sein”. Wir haben es immer wieder erlebt, in vergangenen Zeittraeumen bis in unsere Tage: Renegaten wurden einsame und verlorene Menschen. Es gibt keine vcellige Assimilation jüdischer Menschen, denn Judentum ist einte Blutbindung die sich niemals verleugnen laesst. Juden die glauben, sie waeiten vom Judentum losgteloest, die in einer christ’ichen Welt leben, beduerfen nur eines kleinem Anstosses,, um wieder Interesse am Leben und Schicksal von Juden zu gewinnen. Denn Jude-Sein ist etwas anderes als Katholik oder Protestant zu sein: es ist nicht nur Religion, die man vielteicht (doch nur scheinbar) abstossen kann, die Juden- Art ist das, was der Mensch, der als Jude geboren wurde, nie aufgeben, nie verlieren kann. Jude-Sein ist Giotiteszelchung, einte Gravur die unverloeschbar ist. III Judentum ist titef im Innern versenkt. Trotzdem ist auch jüdisches Leben dem Wandel der Zeit unterworfen. Das Judentum macht zur Zeit einen Proztess der Erneuerung durch. Die Reformation, die Erneuerung seines Gedankengutes, ist auf dem Weg. Der jüdische Wesenskern bleibt davon unberührt, die retormatonischen Erscheinungen rühren nicht an den Lehrinhalt, sondern nur an die konkreten Formen jüdischen Lebens. Waelzen wir die Werke alter jüdischer Re’igionsphilosophen, so werden wir diese Blatetter mit ziemlich fremden Gefühlen betrachten, da geistige Stroeme irgendwie stets zteitgebunden sind. Andere Zeiten, andere Formen und Ideen. Die Frau hat heute im realen Leben eine andere Rollte als zur Zeit des Jerusalemer Tempels, sje erhebt soziale und geistige Ansprüche. Das Patriarch-System wirkt heute antik, voellig dem Rahmen der Zeit entglitten. Die Leichenbestattung primitiv und wenig aesttethisch, verlangt nach einer Form, die dem Heut entspricht. Die Zermonie hat manches verschüttet, was die Religion, die lebensbejahend und progressiv ist, beglückend macht. IV Das jüdische Schrifttum, die mosaische Theologie ist nicht eng begrenzt und dogmatisch. Der Talmud, der Schulchan-Aruch laesst Denken und Defination des Lesers zu; diese Gedankenfreiheit im Auslegen heiliger Schriften und Ritem zeugt von der besonderen moralischen Kraft hebraeischen Geistesgutes. Im Gegensatz zur christlichen Kirche, kennt das Judentum keine Heiligen, die jüdische Religion ist vermenschlicht, sie erzieht zum Verantwortungsbewusstsein c'te:3 Individiuum, sie kennt die Weite, aber auch die Grenzen jüdischen Brauchtums. Die mosaische Religion fusst auf dtem Wissen. Dieses Wissen macht frei und freiheitlich, es führt ueber dogmatische Engen und Klüfte an das frische Tageslicht. Die jüdische Religion die ur-alt ist, ist jung, blühend und krateftig. Aber sie ist dennoch in Formen überholt, in Formen, die zum Erstarren führen koennen. Miodemitaet in Grenzen jüdischer Tradition ist der Zug der Zeit. Synagogenbesuch soll schoen sein und berrcichernd wirken, nicht die alten Gebetbücher koennen die modteme Aussage machen, sondern das Herz und die Seele des Synagogenb'esuchers Liebe, neue Kraft, neuen Einsatz jüdischer Menschen zu entfachen! Es gibt so viele biblischte Gebote, die heute nicht mehr beachtet werden, eben weil sie nicht aktuell sind. Der j üdis c h - reli gioese Gedanke ist aber dadurch nicht ins Hintertreffen gekommen. Es bedeutet rationales Denken in unserer nüchternen Zeit, wenn man die Formen jüdischer Tradition modernisiert. Der grosse Leo B.aeck schrieb bereits im Jahre 1896 in 'einem Aufsatz u.a.: “Jede Epoche soll sich über das, was sie glaubt und hofft, klar zu werden suchen; aber die Form, in welche sie dies k'teidet, für allgemein und ewig verbindlich erklaeren, das heisst den Nachkommen die eigene Auffassungs weise aufdralengen”. . elidía clScl c=dtta¿aÁ a Hemos recibido el 17 de octubre de 1959 la siguiente Carta del Excmo. Ministro de Gobierno, actual Candidato a la Presidencia de la República, señor Doctor Don Walter Guevara Arze: Señor Director: La falta de Oficial Mayor de este Ministerio me impidió conocer oportunamen'e el texto de su estimable nota de 24 de agosto, mediante la cual me pedía Ud. un mensaje de felicitación a los ciudadanos de fé judía, para publicarlo en el periódico de su digna dirección. Lamentando que esta circunstancia me haya privado de la oportunidad de hacer llegar mi saludo a la. colectividad israelita de Bolivia, me es grato expresarle los sentimientos de mi mayor consideración. (gez.:) WALTER GUEVARA ARZE Ministro de Gobierno, Justicia é Inmigración. sind Schoepfer des Gebetes. Gemeindegesang, Orgtel und Chor, Einbesieliung der Frau in re'igioese Funktionen, grosszügiger Liberalismus im modernen, architektonisch lebend)- froh gegliederten Gotteshaus, kann sehr viele zu Staetten der Andacht zurueckl'ühren, die heute diese nicht aufsuchen, da sie ihnten nichts geben. V Die jüdische Reformbewegung hat dieste grosse Zukunft im juedischen religjoesen und gesellschaftlichem Leben. Diese Bewegung verhindert das Versteinern von Traditionen, sie lockert auf, gibt uralte Werte in neuer, allgemeinverstaendlicher Form, sie bewahrt das Altte, popularisiert es durch zeitgemaesses Anpassen an die Gegenwart. Unsere Menschen haben Ehrfurcht vor dem Alten, abter lieben koennen sie nur das, was sie als moderne Menschen begreifen, was ihnen lebens- und existenz-nah ist. Darum geht tes: neue VI Judentum darf in seinem Ausdruck nicht erstarren; religioese Erosion führt in Wirrnis und Aufloesung. Froemmigkeit demonstriert sich nicht, durch gewisse Formen, sondern durrti Güte im Lebenswandel. Wir Menschen im XX. Jahrundert haben unsere eigenen Auffassungen von Gut und Schacht, keine antike Schrift kann uns darüber hinweghelfen. Modernisierung des Judentums bedeutet soviel wie eine jüdische Renaissance. Von Israel muss das Licht ausgehen, zu einer neuen Wertung und Münzung jüdischer Existenz. Die Diaspora braucht die Renovation jüdischen Gottesdienstes und Brauchtums als zusamtr.enfübrendc ■ Element, um Kraft zu sammeln und auszustrahlen. “Schicket euch in die Zeit!” (Roemerbritef, 12,11). Ludwig K. Stargardt. Î lJ\ l cl d ll Ä i* /? I für den Freitag-Abend nur mit echten SRAEL- Die Qualitaetsweine für alle familiaeren Festlichkeiten: MALAGA / TOKAY / ALICANTE GLOBUS Lt da. MERCADO 1326 — LA PAZ Im Interior: Alfredo Aschner, Cochabamba Telefon 2096. Y. & H. Blum, Santa Cruz, Casilla 719.

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