Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- 213 (30.10.1959)
- Date
- 1959-10-30
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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z ‘‘DAS ECHO’’ 30. Oktober 1959. VON GIPFEL — (■¿ressiert, Be'riin in Schach zu halten *.esf Gebiet .als strategische' und taktische Basis im FaLte eines Krieges braucht. Aloskau ist aber TmPPtn weitgehendst aus Deutsch.and zurueckzuziehen, wenn dies auch die Truppen des Westens * urden- E,ne Vereinigung von West, und Ost-Berlin passt dem Kreml!? sein P°dtisches Konzept, besonders deshalb, weil es die Regierung Adenauer bisher nicht verstanden hat, mit der russischen Regierung zu 'einem harmonischen, oder auch nur korrekten Verhältnis zu kommen. Wenn man die vielen, vielen, unübersehbar j vjjen Propagandaschriften liest, die aus 1 Bonn gehen, das westdeutsche Volk beeinflussen und die Welt tendsnzoes informieren, so kann cs nicht andere sein, dass Aloskau der Regierung von Bonn mit dem denkbar groessten Misstrauen begegnet. Ln allerletzter Zeit wurde die westdeutsche Propagandaweite gegen die “Sowjets” ein wenig gehemmt, wahrscheinlich auf einen Wink von Washington her — aber was noch übrig bleibt, genuegt, um die Spaltung Bonn — Aloskau unüberbruckbar zu machen. Das Prob’em Berlin durfte sich von allein erledigen, wenn die kommenden- Konferenzen positiv ausfallen. Moskau wünscht Garantien gegen Westdeutschland, da es dem teutonischen Nationalismus nicht traut. Wird auf den im Anmarsch stehenden Konferenzen, eine klare Formel gefunden werden, die den allgemeinen Frieden sichert, dann wird die Berlin-Frage nur noch ein kleines I Randzeichen im Buche der Weltpol tik sein. Die POLITIK IM NAHEN OSTEN ist eine weitere Frage von immienser * Wichtigkeit. Die andauernden Provokationen von Kairo gegen Jerusalem, die unhaltbare Situation im Suez, die chaotische Lage in vielen arabischen Staaten, zwingt die UNO zu einem harten Durchgreifen, zur Schaffung , einer Ordnung, die d'13 permanenten Gefahren einer Explosion, die zu einem ausgedehnten Kriege führen kann, bannt. Es gibt in Nahast in Wirkjchk'rit keine echten Motive für Unruhe oder; gar Krieg; die Unruhe, der Hass werden gesaet von dem Diktator Nasser, der diese Unruhe braucht, um seine i persoenliche Position zu verbessern und zu sta'erken. Nach dem Regiement der “Vereinten Nationen” haben diese Recht und Pflicht, Kairo zur Ordnung zu rufen und gefaehrliche Pro- 1 vokationen zu verhindern. Leider hat in dieser Hinsicht die UNO so ziem- : Feh voellig versagt und die Reisen j ihres Generalsekretaers blieben in diesem Raum peinlich erfolglos. Das wichtigste Problem in unsern Tagen aber dürfte das der ABRUESTUNG sein. Hier alkin iKegt der Schlüssel zum Frieden und damit zum Glück für die Menschheit. Die Vorschlaege, die im Camp David gemacht und, die z.T. von den Aüierten der USA mit kühler Reserve aufgenommen wurden, | ist die Kardinalfrage, um die sich in 1 den kommenden Grosskcnferenzen alles drehen wird. Eine energisch kontrollierte Abrüstung aller atomaren j Waffen, sei es nach sowjetischen, britischen oder sonst einem Plan, ist das Grundprob’em für alle politischen Fragen in unserer Ziert. Millionen Men- | sehen müssen jetzt in alten Teilen der I Welt gegen den Atomtod, für eine totalii, wirksame atomare Abrüstung demonstrieren. Aus den Erfolgen zu dieser wettwichtigen Frage io den bevorstehenden Konferenzen, wird man erkennen, wieweit die Reife unserer Weltführer gediehen ist, was Wahrheit und was Phrase ist Die Gipfelkonferenz wird das entscheidende Glied in der Kette aller Beschlüsse über das Weltschicksal sein. Auf Gipfelhoehe fühlt sich gefwd hnlich der Mensch stark und gut, Gmfelhoehe aber kann auch ein Schwindelgefühl erzeugen, welches in den Abgrund reisst. Unser heisser Wunsch ist, dass di'ese Gipfelkonferenz in einer Hoehe geführt werden rnoege, die die Weitführer reif zum guten Werk machen. Das jüdische — vi Anderseits jedoch will dem Betrachter das auf dem Boden Deutschlands festzustellende jüdische Fortdauern nicht nur unrühmlich scheinen. Unser altes und durchaus unzerstoerbares Vertrauen z u m Menschen bricht hier durch, allem, was der Verstand weiss und warnt zum Trotz. Wir haben noch niemals davon ablassen koennen, auf die Zukunft zu bauen. VII Nun zu den heutigen Deutschen, und hier vor allem anderen die Feststellung einer einschneidenden Veraenderung, waere es auch nur im Sinn furchtbarer Zerstoerung! Ueber diese Menschen, dieses Land ist das. Gericht wirklich hereingebrochen. Doch so steht nun auch der Ausgangspunkt der heute ausnahmslos allen Menschen gebotenen Umbesinnung sichtbarer vor Augen als irgendwo .anders, und das heisst. gerade in Deutschland ist dieser Umbesinnung eine besondere Moeglichkeit geboten. Weshalb begegnet man aber dann wieder hier so wenig tatsaechlicher Erneuerung? In vier Menschengruppen liegt die Antwort, bei den Wachen, den Toten, den Jungen, den Alten. Es gibt wache Deutsche: durch die Geschehnisse aufgewühlte Menschen, unermüdliche Streiter für das Recht, nicht zuletzt auch für das Recht der Juden, beispielhafte Vorkaempfer der Umkehr und Reue. Allerdings, dieser Tapferen sind bitter wenige, aber in ihrer geringen Anzahl drückt sich kein neues Boeses, sondern das gestrige Boose nur noch einmal aus. Die Toten fehlen. Sie fehlen auf unserer jüdischen Seite, aber sie fehlen in grossem und hoechst folgenreichem Ausmass auch unter den Deutschen. Mord, Krieg, Nachkr:eg^ haben entsetzlich gehaust So fehleir die^- Toten nicht zuletzt" den Jungen, einer zu allem Guten durchaus entschlossenen, aufgeweckten, frischen Jugend, fehlen als Berater, Lehrer und lebendiges Vorbild, w.aehrend eine vierte Gruppe nicht fehlt: die Vertreter des alten Beesen. Ihre Zahl ist nicht unbetraechtlich, und sie fael-lt durch den Tod so vieler guter Kraefte noch staerker ins Gewicht. Lassen wir uns aber von ihnen nicht den Blick auf die Wachen und die Jungen verstellen! Und wir sollten uns noch in einer weiteren Hinsicht nicht irreführen lassen! Immer wieder werden nach einem Krieg diejenigen Rüstungen vorangetrieben, deren Waffen zwar den vergangenen Krieg haetten gewinnen koennen, aber sich in der naechsten Bewaehrungsprobe — die ihre Vorgaengerin memals nur wiederholt — rasch als bloss gestrig erweisen. So wappnen wir uns heute gegen eine moegliche Wiederkehr der deutschen Ereignisse von 1933, aber wenn auch noch heute oder heute wieder Gefahr droht, dann nicht in erster Linie von den einmal mehr an die Oberflaeche geschwemmten Gegnern von einst, trotz ihrer durchaus ernst zu nehmenden Gefaehr'ichkeit; gewiss nicht aus diesem unbeschreiblich zerstoerten, politisch weitgehend entmachteten Deutschland von heute! VIII Dreierlei sei abschliessend festgehalten. Juden leben wieder in Deutschland; wir haben diese Tatsache gelten zu lassen, .mehr noch: bejahend anzuerkennen. Klaerung liegt dabei schon darin, dass sich diese Juden nicht laenger “deutsche Juden” nennen, sondern “Juden in Deutschland”; als diese brauchen sie hinter keiner der anderen jüdischen Gruppen unserer heutigen Weltstunde zurückzustehen, und in einer Hinsicht kommt oder kaente ihnen sogar eine besondere Wichtigkeit zu. Sie haben oder sie haetten jedenfalls die Moeglichkeit, auf dem Schauplatz, der waehrend der letzten zweihundert Jahre der entscheidende jüdische Geschichtsboden war, das Vermaechtnis des deutschen Judentums aufzugreifen, zu sammeln, zu vertiefen: zur Weitergabe r@n unsere ihm vorlaeufig erst teilweise gewachsenen übrigen Siedlungen auf der ganzen Erde und an alle künftigen Geschlechter des Judentums. IX Unsere Erde, das darf ebenfalls nicht vergessen werden, ist eine sehr viel groessere Welt, ,als dem Blick auf unser Verhältnis zu Deutschland vor Augen steht. Die grossen Entscheidungen fallen nunmehr auf dem Geschichtsboden aller Voelker und Laender insgesamt. Das Ja, mit dem wir den Deutschen wieder begegnen, hat an dieser Begegnung nur eine seiner vielen Bewaehrungsproben, die teilweise bereits wichtiger sind, als gerade diese eine Begegnung. Schon deshalb ist das Nein so besonders verkehrt, weil es naemlich an das verneinte Gegenteil staerker bindet, als das Ja :es hier tut. 'Der Neinsager kommt von dem Verneinten am wenigsten los. Unser ja aber gewaehrt beides: Offenheit und Liebe den Deutschen gegenüber, so wie unsere tiefste Lehre und Heilsgewissheit sie von uns fordern, und hierdurch und hierbei nigsten los. Unser ja aber gewaehrt heute geforderten Tat X * Aber haben wir, das über viertausend Jahre alte jüdische Volk, noch immer Taten zu tun? Nicht zuletzt die Besinnung auf unser Verhaeltnis zu Deutschland un die Vergegenwaertigung des in Deutschland uns Widerfahrenen macht uns dessen gewiss. Noch immer halten wir mitten in daq entscheidenden Bewegungen und Umwälzungen der Geschichte und vor unserer besonderen Aufgabe: als die ersten Zeugen der Botschaft vom Reich Gottes so lange zu dauern, bis dieses Reich sich wirklich und wahrhaftig vollendet. Unsere Wunden bringen einmal mehr heute zum Ausdruck, dass dieses Reich noch nicht vollendet ist, aber gerade unter diesen Wunden wollen wir und koennen wir und nur wir, durch unsere Treue, die andere und groessere Wahrheit ebenfalls zum Ausdruck bringen, dass es dennoch voLlendet werden wird. Die von uns auch dem deutschen Volk gegenüber wieder und weiter zu bewaehrende Bejahung legt in der Enge dieses Verhaeltnisses von der weltweiten Wahrheit Zeugnis ab, dass nicht das Boese, sondern die Liehe das letzte Wort behaelt, und dass dieses lezte Wort Friede heisst, im Sinn unserer allen Wesen und dem ganzen All zugesprochenen biblischen Botschaft. m BEKANNTMACHUNG Die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland weist darauf hin, dass das Gesetz zur Wiedergutmachung nationalsozialistischem Unrechts für Angehoerige des oeffentlichen Dienstes nach den Einführungsgesetzen Nr. 659 und 660 vom 6.2.59 auch im Saarland durchgeführt wird. Die gesetzlichen Äusschlussfristen laufen für das Saarland am 31. Dezember 1959 ab. Desgleichen ist auch das BEG dfurch das saarlaendische Einführungsgesetz vom 6.2.59 im Saarland eingeführt worden. Interessenten wollen sich bitte zwecks naeherer Informationen an die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, aL Paz. wenden. S Alivio Rápido de ¡¡ üníores y Sensibilidad ■ en la Planta del Pie H Al aplicar un parche g tuper-suave Zino-pad g¡ Dr. Scholl, se acaban la m oresión y el dolor. Los m Discos Medicados incluí- ¿os en cada cajita extirm pan la callosidad con ■2 rapidez. Pídalos en farm maclas y droguerías« % ir 4 tt p ü ‘“Briefmarken” in jeder Menge zu hoechsten Preisen! S. C A H N Cochabamba Casilla 384 Zino-päds D-Scholl “INC AT URI in La Paz, im Oktober 1959- IIHHUIIIinilllllHIII ECHO - ANZEIGEN- I ERFOLGS-ANZEIGEN! RADIO TELEFUNKEN - eine Hoechstleistung deutscher Radio - Technik! Bevor Sie ein Radio kaufen — überzeugen Sie sich von der Qualitaet der TELEFUNKEN - Geraete! 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