Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- 209 (30.8.1959)
- Date
- 1959-08-30
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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30. August 1959 DAS ECHO EUTA Wir w*i nicht von den vielen Schwierigkeiten sprechen, die unsere Schice in diesen zwanzig Jahren durchgemacht und mit denen unsere Schule noch heute zu kaempfen hat; dafuer ist in diesem Artikel kein Raum. Aber es dar! wohl gesagt werden, dass es auch feer den in den letzten Jahren ziemlich “zusammengeschmolzenen" Yishuw von La Paz keine so schwere Aufgabe ist, dieses Sorgenkind unserer Gemeinschaft und diese Gruendung der “Comunidad Israelita”, zu einem fruetaaiideii Erziehungsinstitutnicht nur innerlich, wie es diese Schule heute ist, sondern auch aeusserlich, dass heisst, in Bezug auf schoene Raeume, auf einen modernen Schulbau-, zu machen, wenn wirklich das noetige Verstaendnis und das “Herz" in allen juedischen Kreisen unserer Stadt da ist! — Wenn dieses “Herd” hier unsere Schule wirklich schlaegt, wird kein wirtschaftliches Problem zur Errichtung eines schoenen Schulbaues existieren!— UnsereGruendungsakte sagt: “Vereinigung aler israelitischen Elemente, ohne Unterschied des Herkunftslandes und ohne Unterschied der Sprache’’. verdanken wir aber auch diesen begruessenswerten Zusammenschluss den Auswirkungen der Gruendung unseres Staates Israel. Moege daher auch in unserer Stadt diese Zusammenarbeit, die sich in den letzten Jahren als fruchtbringend erwiesen hat, sich stets mehr und mehr festigen und eine gegenseitige Staerkung der beiden Organisationen — Circulo Israelita und Comunidad Israelita mit sich bringen! — Man sollte einsehen, dass es nicht ausschliesen kann,! Mitglied im Girculo Israelita und gleichzeitig Mitglied in der Comunidad Israelita zu sein und umgekehrt, sondern dass es heute mehr denn je notwendig ist, beide Organisationen in ihrer Bedeutung zu schaetzen und beiden Organisationen anzugehoeren. Jede juedische Gemeinde hat die Pflicht, einen Friedhof zu unterhalten. Die Gruendung unseres Friedhofes ist zwar der Verdienst des Circulo Israelita, jedoch ist durch die ehrenvolle Organisation der “Chawra Kadisha“, in der Mitglieder unserer Comunidad und des Circulo Israelita bruederflich Zusammenwirken, dieser heilige Ort ein Allgemeingut des gesamten Yishuw geworden. EIFWEIHUNG DER SYNAGOGE (CALLE STRONGEST) If'* 1*1 li i\ ' * 1 1 1 ***¥ & Wmm Auf de® ft*0 folgende Herben des damaligen Vorstandes: Manfred CeK» Jochsberger, Dr. Kunz, Weil, Klopstock, Abraham, [¡stein und Kantor Kraemer. (Foto Hirschberg). 7* glaube ich, sind wir D'esenl jn (ja letzten Jahren mit besonders naehergekommen. groessef™^ (¡¡jutuung testgestellt. Dies, se! .¡jjiieGemeinde muss alle Elemente umfassen; „ktiven .kracht, in der heuties n-j ¿ass *ir eine solche Gegen Zeih ^'deutschsprechende ’ meinde a|s bezeichnen- , jähen in unserer Stadt GetflSSk»nde Organisation, den eine ^¡^ELITA” dessen Auf- “ClRCUr tfej) auch urspruenglich gjbeflkr®! (¡i sozialer, doch im ¡n erstenL aehrtlicher gewor- Laufe der. jjf-jisere in der “Comuden ¡stöj'. Aber auch hier hat jiidad israe,eSttiJahren die Erkenntsich in del!|iliei»'iise' durchgerungen, nisglellCk jitt w'e in den meisten dass, Laender. der siiedameriK.. juedischen Gemein- *OmndstoC,s jümenten Osteuropas <schaften sich mit der Zeit nervorgef flitzte, die “oestlichen” niese h? ..«■eichen , diese und OeW die zu einer cordialer Zusamme- ,einsclli!V, lassen, die vielmehr in der Welt leisten jff: fuer das J- ^er. koennen, Nicht zuletzt Hinsichtlich der sozialen Hilfe, die ebenfalls ein Aufgabenkreis unserer Gemeinde ist, muss gesagt werden, dass in dieser Hinsicht vielleicht haette mehr erreicht werden koennen. Gewiss, auch hier ist durch die Gruendung von separaten Organisationen, wie z. B. der Sopro, des “Bikur Chaulim”, die sich bestens um die Krankenfuersorge bemuehen, eine starke Entlastung in diesem Aufgabenkreis fuer unsere Gemeinde entstanden. Diese Organisationen erfuellen ihre Aufgaben getreulich und ausrechend und man kann sie nur mit Dankbarkeit und mit aller Anerkennuhg hier erwaehnen. Dies gilt aber auch insbesondere der segensreichen Taetigkeit der “LIGA DE DA- MAS”, die ja eigentlich hinsichtlich sozialer Fuersorge eine Zweigorganisation unserer Comunidad ist und vornehmlich sich aus Damen unseres Mitgliederkreises zusammensetzt. Es ist vielen Menschen in stiller, aufopfernder Arbeit durch diese Organisation geholfen worden und so dem Vorstande der Comunidad Israelita eine starke Entlastung in diesem Aufgabenkreis durch sie zuteil geworden. Dankbar gedenken wir an dieser Stelle der Taetigkeit der “Liga de Damas” und ihrer Komponenten. Jedoch gibt es in Hinblick auf die sozialen Einrichtungen unserer Gemeinde noch manches zu tun. Man denke an eine Hilfs- und Darlehnskasse, an die Einrichtung eines juediisch|e®i Krankenheims, oder doch wenigstens an die Einrichtung eines Dienstes einer sogenannten “Gemeindekrankenschwester”, wie es in den europaeischen Gemeinden immer ueblich war. Es ist ein grosses Glueck, dass durch einen hochherzigen (Stifter in unserer Gemeinde ein Altersheim geschaffen werden konnte, Wir wollen ehrlich genug sein, zu sagen, dass dieses Altersheim vielleicht nicht existieren wuerde, wenn nicht dieses Testament des verstorbenen Grunsfeld vorhanden waere. Aber ist dieses Altersheim wirklich ein “Heim” fuer alte Leute im wahr sten Sinne des Wortes? — Dies sollte man sich auch einmal uebertegen. Hier kann man noch manches bessern. Aber auch hier wird wohl mit der Zeit noch die bestehenden Maengel beseitigt {werden koennen, nachdem gluecklicherweise jetzt diese Einrichtung kein finanzielles Problem fuer unsere Gemeinde bedeutet. - Kulturarbeit ist von unserer Gemeinde in allen den Jahren ihres Bestehens auch nicht ausser Acht gelassen worden: sie hat sich bemueht, mit den wenigen zur Verfuegung stehende Kraeften innerhalb unseres Yishuw Kultur-und Vortragsabende zu veranstalten. Sie hat auch gerade anlaesslich dieses Jubilaeums unserer Gemein schaff durch das mit grossen Kosten verbundene Engagement des “SAN¬ TIAGO-QUARTETTS” gezeigt, dass sie Stets bereit ist, auch allgemein kulturell ihren Beitrag zu leisten. Leider sind diese Bemuehungen nicht immer auf fruchtbaren Boden gefallen. Es war stets eine selbstverstaendliche Pfliehf unserer Gemeinde und ihrer Vorstaende, in jeder Beziehung jede unangenehme und schaedliche Beruehrung mit der “Umwelt” zu vermeiden. Dafuer hat die Einrichtung eines juedischen SCHIEDSGERICHTS, das ja auch unseren religioesen Vorschriften entspricht, gesorgt. Die strikte Enthaltung jeder politischen Betaetigung ist jedoch immer die erste und selbstverstaendtiche Pflicht der Comunidad Israelita gewesen. Dies sind in grossen Unrissen die Aufgaben, die unsere Gemeinde in zaeher Vorstandsarbeit und dank der mehr oder weniger tatkraeftigen Mithilfe ihrer Mitglieder bis jetzt vollbracht hat. Es ist nicht ueberwaeltigend, aber es koennte viell mehr geschaffen werden, wenn in allen Kreisen unseres Yishuw der feste Wille zur Mitarbeit und die “offene Hand” und das “offene Herz”, das heisst, wirkliche finanzielle und moralische Unterstuetzung seitens aller unserer Kreise da waere! Noch ein Wort ueber den Vorstand und seine Zusammensetzung. Es ist von aussen her unseren Vorstaenden in all den Jahren oft der Vorwurf gemacht worden, dass man nicht zugelassen haette, den Vorstand zu erweitern oder dass man doch nur immer dieselben Maenner zur Vorstandsarbeit herangezogen habe. Dieser Vorwurf ist nicht berechtigt. Wir muessen bedenken, dass der Kreis von Menschen, die wirklich gewillt sind gesellschaftlich und zum Wohle unserer Gemeinde (wie auch in anderen Organisationen) an fuehrender Stelle zu arbeiten, sehr klein ist! Es ist vor allem aber in den letzten zwei lahren das starke Bestreben innerhalb des Vorstandes zu einer be- | gruessenswerten Tatsache geworden, juengere Kraefte hierzu zu gewinnen; , denn schliesslich haengt das Fortbe- | stehen unserer Gemeinde davon ab, dass wir juengere Kraefte zur Durchfuehrung ihrer Aufgaben heranziehen und heran “erziehen”. Hoffen wir, das sich die juengeren Elemente unserer Mitglieder bereit finden ,an fuehrender Stelle auch ' in unserer Gemeinde mitzuarbeiten und j dadurch den Fortbestand unserer Comunidad Israelita zu sichern! Wir wollen auch an dieser Stelle I dankbar — ohne Namen zu nennen— j alter der Maenner gedenken, die es ermoegüicht haben, dass unsere Gemeinde heute —• innerlich und aeus-! serlich gefestigtdas dritte Jahrzehnt ihres Bestehens m. G.H. beginnen kann .¡nd wir wiollen hoffen, dass es, solange es Juden in unserem Lande geben wird, auch die COMUNIDAD ISRAE¬ LITA einen ersten Platz unter allen juedischen Organisationen einnehmen wird. Es soll der schoenste Wunsch anlaesslich des Jubilaeums unserer Conidad Israelita sein, dass sich immer in unserer Gemeinde Maenner finden moegen, die bereit sind, zur Durcbiuehrung ihrer hohen Ziele mitzuarbeiten und getreulich zu wirken» so wie es bisher der Falt war. — Dann koennen wir getrost in die Zukunft blicken! NON OMNIA POSSUMUS OMNES.. Verehrte Herren vom Comunidad- Vorstand; Dieses Titelwort stammt von dem grossen Satiriker Lucilius und heisst auf gut deutsch: "Wir koennen nicht alle cilles.." Dieses klassische Wort moechte die Redaktion des "Echo" Ihnen gegenüber aussprechen, verbunden mit einem aufrichtigen und herzlichen Glükwunsch zum 20-jaehrigen Jubilcreum. Es ist natürlich und menschlich, dass der Comunidad-Vorstalnd nicht alles kann, nicht alles weiss, Irrtümem .und Maengelrc unterworfen ist — daher kann eine konstruktive Kritik von aussenher, die weitere Comunidad-Entwicklung beleben und bereichern. Nur das will "Das Echo” — aber man glaubt nicht immer unsere gute Absicht! "Dcjs Echo" ist voellig unabhaengig, ‘es dient keiner Gruppe und keiner Person, es dient einzig und allein den Interessen unserer Gemeinschaft. Diese "eigenwillige" Echo- Haltung hat gerade Ihr Vorstand uns des Oeiteren zum Vorwurf gemacht und unsere Kritiken einigemale als "gemeindeschaedigend" bezeichnet. Diese harten Vorwürfe waren voellig unberechtigt, sie kamen von Ihrer Seite wohl aus einem verletzten Gefühl heraus, sicher aber nicht aus einem objetiven Rechts-Sinn. "Das Echo" war niemals ein Blatt, welches crus kritischer Lust "meckerte", oder aus Liebe zur Sensation opponierte — seine Kritiken waren stets fundiert, sie galten stets der Sache, niemals Personen. Heute, am 20. Geburtstage Ihrer Institution bedauern wir, dass es bisher zu keinem wirklich aktiv-positiven Verhaeltniss zwischen "Comunidad" und "Echo" kam. Dies ist sicher nicht unsere Schuld, denn wir haben in Unterhaltungen und Briefen die Spalten des "Echo", der jüdischen Landeszeitung von Bolivien, dem ComunidcU-Vorstand zur Verfügung gestellt, es wurden uns in dieser Beziehung auch einige Zusagen gemacht -- doch es blieb praktisch alles beim Alten, es wurde nichts von Ihrer Seite getan, um das weitverbreitete ’"Echo" als moralischen Faktor und Werbetraeger für die "Comunidad" nutzbar zu machen. So war es bisher — wir sind Optimisten und hotten auf einen erfreulichen Wandel in unseren Beziehungen! Wir sehen bei einem guten Willen auch keinerlei Schwierigkeiten denn die Interessenlagerung ist hier wie dort die gleiche: Dienst am Yischuv Liebe Vorstaende: Nochmals unseren wohlgemeinten Glückwunsch und alles Gute für die kommende Comunidad-Arbeit an In diesem sinne Ech0" mit ‘einbezoPen zu werden wünscht. - - Ihr "Echo" Gedanken eines alten Gemeindemitgliedes Das 20-jaehrige Bestehen unserer I Innl r\_. .. Das 20-jaehrige Bestehen unserer ‘^Comunidad Israelita” ruft bei mir manche Erinnerung an frühere Zeiten hervor. Ich habe die ganzen 20 Jahre hindurch lebhaftes Interesse fuer die Gemeinde gehabt, ganz abgesehen davon, dass ich fast alle Kassenberichte revidiert habe und auch eine Zeitlang den Kowaud hatte, dem Vorstand anzugehoeren. Es ist daher in meinen Akten manches Interessante aufbewahrt worden. Wenn ich an fruehere Generalversammlungen und Gemeindewahlen denke, so muss ich die traurige Feststellung machen, in welchem Masse das Interesse der Mitglieder an dem Gedeih unserer Gemeinde geschwunden ist. Ich habe vor mir 'liegen einen Wahlaufruf fuer die Wahl vom 28. iönL1.9t2 , DaTals hatten mindestens 43 Mitglieder den dringendsten Wunsch, dem Vorstand anzugehoeren Im Jahre 1946 waren es bestimmt noch ünd -,ahre 1944 gaben 242 Mitglieder ihre Stimme ab Heutzutage waren in den letzten Generalversammlungen, soweit ich feststellen konnte, kaum 20 Mitglierwfsi a CS kaiT1 sogar vor> dass die Generalversammlung vertagt werden musste, mangels Beteiligung ist aber nicht mir aut die Abwanderung zurueckzufuehren, sonuern darauf, dass das Interesse geschwunden ist. Vielleicht £t ff, gennge Beteiligung an den Arbeiten der Gemeinde auch daraiff zurueckzufuehren. dass die Mitglieder so volles Vertuen in die Fuehrimg (Fortsetzung Seite 6)