Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- 208 (15.8.1959)
- Date
- 1959-08-15
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4. “DAS ECHO“ das kleine echo - magazin O, EHEMANN.. •■’Tüchtiger Gehilfe, im Haushalt erfahren, stundenweise als Stütz« des Hausherrn für Haushaltungsarbeiten gesucht, Ehemaenner bevorzugt.— So stand es in einer Anzeige im “Detroit Star” zu lesen. IRRWEGE DER KOSMETIK Zuschnitt der airl^ik. Zeitschrift “Hygiene’’: “Besten Dank für Ihre vorzüglichen Ratsetraege zur Etrtferrnaig der Querfalten auf meiner Stirne. S3z sind durch die von Ihnen empfohlene Spezialmassage vol’staendig verschwunden. A Herdings habe ich jetzt dafür reichlich Laengsfaften. Was soffl ich tun?..” SEGEN DER PSYCHOANALYSE Bei einer psychoanalytischen Tagung in Baltimore machte man folgende Feststellungen: 20 % seelischer Stoerungen bei Frauen sind auf Unstimmigkeiten im Eheleben zurückzuführen, 35 % der getesteten Frauen aber leiden unter unter psychischen Stoerungen, weil sie sich von ihrem Lieblingstier (Katze, Hund, Papagai) nicht richtig verstanden glaubten. MILLIONAERSHEIM Das Freedmarts-Hetm in New York nimmt nur verarmte Miffiortaere auf. Die augenbickfich im Heim lebenden Exf-Miflkmaere besassen zusamen einst mehr als 10 MMtortan Dollar. Die Lebensformen der Insassen entsprecttan ihrem frueheren Reichtum. Finanziert wird Haus und Anstafts&ben von dem viel fachen Miffianaer Andrew Freedmai. PLAEDOYER^. In Turin verteidigte ein Anwalt seinen Klienten: "Wenn je ein Fall vorgekommen ist, welcher mehr als jeder andere Fall die sorgfaeltigste Vergleichung mit andern Faellen erfordert, so ist die in unserem Falle ddr Fall!” FREUNDLICHE WARNUNG An verschiedenen wichtige« Strassenkreuzungen von New York warnen Lautsprecher die eilenden Autofahrer: “Wenn Sie in (fiesem Augenblick 30 Jahre aft sind, haben Sie noch 20 Millionen Minuten zu leben. Setzen Sie nicht um feiner einzigen Minute wegen <&e anderen 19 990 999 aufs Spiel!!”. DIE KONSEQUENZ Ein amerikanischer Senator erhielt folgendes Schreiben: “Ich bin gegen die atnerikanischeFormosa-Politik, ich bin gegen die amerik. Atom- und Wasserstoffbomben-Versuche! Aus diesem Grunde bin ich fest entschlossen, keine Hundesteuer mehr zu zahlen!!” WEGE ZUR KRAFT... Ministerpraesklent David Ben Gurion hat mitgeteHt, dass er von jetzt ab tae glich früh und abends acht und nicht wie bisher nur sechs Kilomete marschieren wird. Der Alte Herr wird also taeglich die imposante Strecke von 16 Kilometer zurücklegen. TAUSCHGESCHAEFT In einer franzoesischen Zeitung stand kürzlich folgende Anzeige: “Tausche Motorradreifen, neu, gegen Grabstein aus rosa Marmor, ohne Inschrift.” MONTGOMERY MEINT... Der britische Feldmarschall Montgomery gibt folgenden Rat an Diplomaten: “Man kann mit den Russen nicht Verhandeln, wenn man den Kopf in dem Sand, die Füsse in den Wolken und das Herz in der Hose hat’ VIELSEITIGE SEDER-SCHÜSSEL In Israel wurde eine Sederschüssel aus Metall hergestellt, die gleichzeitig als Schallplatte zu benutzen ist, die die “Hatikwah” spielt. KONTROLLSCHLÜSSEL Auf der Ion den er Erfindermesse war ein Hausschlüssel mit ejektr. Uhrwerk zu sehen; dieses Uhrwerk re- <Ti''triert genau, um welche Zeit der Hausschlüssel zuletzt benutzt wurde, Prof. Emst Simon hielt kürzlich in Tel Aviv einen Vortrag, über ein Thema von essentieller Bedeutung. Wir entnahmen dem “Metteüungsblatt" (Tel Aviv) darüber eine Besprechung, die wir im Auszug folgen lassen. JUEDISCHE “Drei Probleme stehen zur Diskussion: Wer sind die Menschen und welches ist ihr Charakter, die zu den beiden Kulturen Stellung zu nehmen haben? _ Fallen die Begriffe der deutschen und der juedischen Kultur unter die gleichen Kategorien — Und was hat der entsprechend der ersten Fragestellung charakterisierte Kreis mit den beiden Kulturen zu tun?”. Entsprechend diesen Fragestellungen gab Prof. Simon im ersten Teil seines ebenso klar und durchsichtig auf gebauten wie nach vielen Seiten hin ein Licht auf di« Zusammenhaenge werfenden Referates eine Uebersicht ueber die Struktur des deutschen Judentums in seiner letzten Generation, die auf dem Hoehepunkt ihres Lebens den Zusammenbruch der eigenen Gemeinschaft erlebt hat. Er charakterisierte sie als die Generation der fast beendeten Eingliederung in die deutsche Kultur und eroertete sowohl das Ausmass ihrer Eingliederung wie ihr Manko auf einer Reihe von Gebieten des geistigen und gesellschaftlichen Lebens So entstand ein Bild des Glanzes, im materiellen wie im geistigen Sinne, war es doch eine Generation des Ueberschusses menschlicher Leistungen ueber das zum Leben Notwendige hinaus, eines Ueberschusses an materiellen Mitteln wie an Zeit; gleichzeitig aber ein Bild der Insulariiaet, in der dieses Judentum lebte und die sich sowohl in seiner sozialen Struktur wie etwa in seiner Stellung zur deutschen Literatur ausdrueckte, in des es eine eigentuemliche, auf bestimmte Erscheinungen ausgerichtete ¡Position einnahm. Prof Simon schilderte den Einbruch der doppelten Krise in das Leben dieser juedischen Generation, der allgemeinen Weltkrise mit ihrem Unbehagen, mit den Wirkungen des ersten Weltkrieges, und daneben die spezielle juedische Kultur-Krise, welche diese Gruppierung traf. Sie wurde schliesslich kuenstlich zu einer Art von Kindern gemacht, musste in dem Bewusstein der Erwachsenheit eine Umerziehung beginnen, und es stellte sich ihr in Deutschland und ausserhalb seiner Grenzen die Frage, ob sie — "Spaetling der Verjudung” werden koenne. Das zweite Problem, das Prof. Simon untersuchte, war die Frage, unter weiche Kategorien die Begriffe von deutscher bzw. juedischer Kultur einzuordnen sind. Waehrend im Deutschen, im Gegensatz zu den westlichen Sprachen, die Begriffe der Kultur” und der “Zivilisation” nebeneinander stehen, hat die hebraeische Sprache aus, welches im letzten ursprtienglich anderer Bedeutung, Tarbut fuer den Kulturbegriff adaptiert. In Wirklichkeit ist der zentrale Begriff des juedischen Denkens auf diesem Gebiete “Thora”. Waehrend im Zentrum des deutschen bzw. des europäischen Kulturbegriffes der Mensch steht ist es im Begriff der Thora der offenbarende Gott. Hieraus ergibt sich die Differenz zwischen dem deutschen und dem juedischen Kulturbegriff, die auf verschiedenen Ebenen liefen. Die deutschen luden auf ihrem Wege hin zur juedischen Kultur treten in diese nun in einem Augenblick ein, in dem sie in weitem Mssse die europaeische Form der Kultur anzunehmen begonnen hat. , ,, Angesichts dieser begrifflichen Voraussetzung stellt sich die Frage nach der Beziehung dieser deutsch-juedischen Generation in unserem Lande zu den beiden Kultur-Kreisen, mit denen sie verknuepft ist. Ernst Simon ging in Bezug auf die deutsche Kultur von seiner Haltung des Vertrauens zur Grunde religioes begründet ist und sich auf alle Sprachen der Menschheit erstreckt. Er wertete den Ausgleich des aesthetischen Defizits der iuedischen Kultur durch ein positives Verhältnis zu Musik und bildender Kunst und unterstrich die Bedeutung der Veredelung des Geschmacks in unserem Lande. In Bezug auf die deutsche Literatur vertrat er die These, UND DEUTSCHE KULTUR dass diese fuer uns nicht mehr als nationale Literatur zu gelten habe, sondern als ein Teil der Welt-Literatur, und dass wir daher unsere Beziehung zu ihren Gipfel - Leistungen aufrecht erhalten u. pflegen sollten. — Auf dem Gebiete der juedischen Kultur steht im Vordergrund die Beziehung zur Sprache, zum Hebraeischen. So sehr wir uns um sie zu muehen haben, unsere Generation wird die “Narbe des Ueberganges” tragen, selbst wenn die hebraeische Sprache in ihrer lebendigen Anwendung nicht mehr als ein “fremdes Kleid” empfunden wird, aber dennoch eine “fremde Haut” bleibt. Wir sollten aber wenigstens das Hebraeisch unserer Kinder auf deren eigener Ebene verstehen und beantworten koernen. Die Kinder suchen die Begegnung mit uns, aber ohne die Sprache kann sie nicht staatfinden. Von diesem Ausgangspunkt her schilderte Prof. Simon ein« Reihe von Erscheinungen der modernen hebraeische« Literatur in ihrer sprachlichen Entwicklung wie in ihrer geistigen Fundierung, die nicht nur auf aesthetischer Ebene zu werten sind, sondern vor allem auch auf sittlicher. In diesem Punkte gelangte der Vortragende an ein Grenzgebiet seiner Darstellung, indem er die Frage eroerterte und beispielhaft illustrierte, ob wir vielleicht an die Grenz« der verweltlichten Bildung gelangt sind, von wo aus sich neue Ausblicke fuer den Menschen in seiner Beziehung zu den Kulturen ergeben. Schöpfungstheorie “Es ist nicht zu leugnen, dass es einen wirklich wissenchaftflichen Beweis weder für die Existenz noch für die Nichtexistenz Gottes gibt. Es ist auch durchaus moeglich, dass ein streng wissenschaftlicher Beweis niemals geführt werden kann... Da wir die Existenz oder Nichttexistenz eines Gottes (wissenschaftlich) nicht zu beweisen vermoegen, koennen wir nicht mehr tun, als aus unserem Wissen verstaendliche Folgerungen zu ziehen”. Dies schreibt der bekannte Physiker George Davis in einem kürzlich in den USA erschienenen Sammelwerk, das Beitraege von 40 amerikanischen Mathematikern, Physikern, Chemikern, Astronomen, Technikern, Biologen und Physiologen umfasst. Es wurde von John Clover Monsma im Zusammenhang mit dem Internationalen Geophysikalischen Jahr herausgegeben und soll den weitverbreiteten Irrtum entkraeften, dass die moderne Wissenschaft den Glauben unterminiere. Das lesenswerte, überaus anregende Buch “The Evidence of God in an Expanding Universe” (Gotteszeugnisse im expandierenden Universum) ist alles andere als eine theologische Erbauungsschrift. Vielmehr handeflt es sich um eine Kollektion wissenschaftlicher Analyse von Gelehrten mit unterschiedlichen religioesen Ueberzeugungen, die die Mechanik und das materielle Gefüge unseres Weltalls aus Zeugnisse für die Existenz Gottes sondieren. Der Astronom und Astrophysiker Peter Stoner sagt über die “Erste Ursache” bzw, die Annahme eines Schoepfungsakts: “Die Wissenschaft ist mittlerweile zu schatzungsweisen Altersangaben für viele Dinge gelangt — für die Erde, das Erd-Mond-System, die Meteoriten, die Sonne, die Milchstrassen, den Kosmos — sowie zu einer Bestimmung der für die Entsthehung der verschiedenen Element, ihren Zerfall und ihre Haeufigkeitsverteilung benoetigten Zeit. Alle diese Angaben kommen auf ungefaehr denselben Wert: auf ein Alter von etwa 6 Milliarden Jahren. Diese Situation ist so verblüffend, dass viele Astronomen heutzutage geradezu vom ‘Schoepfungstage” sprechen”. Frank Allen, ein kanadischer Biophysiker, eroertert andere Erkenntnisse über das Weltall unter dem Aspekt, dass die Erhaltung des Lebens auf der Erde von zu vielen Bedingungen abhaengig ist, um allein mit dem Zufall erklaert zu werden. “Durch den Bewegungsablauf der Erde und die Neigung ihrer Polarächse zur Revolutionsebene (23 Grad) wird der t. WW WVTV y«n DER GARANT fuer gute Augenglaeser: OPTTCA "OPTÄLVIS” La Pazi Comercio 308 regelmaessige Wechsel der Jahreszeiten bewirkt, der bewohnbare Teil dar Erdoberflaeche verdoppelt und eine mannigfaltigere Flora ermoeglicht, alB sie ein stationaerer Globus hervorbringen koennte. Die Atmosphaere der lebenerhaltenden Gase ist (mit rund 800 km.) hoch und dicht genug, um die Erde vor dem toedlichen Bombardement der 20 Millionen Meteore zu schützen, die taeglich in die Lufthülle eintreten. Diese haelt auch die Temperatur in lebensichernden Grenzen und tragt die lebenswichtigen Frischwasserdaempfe von den Ozeanen weit ins Binnenland hinein, wo sie die Erde bewässern, die sonst zur unbelebten Wüste würde. Waere die Erde so klein wie der Mond, dann reichte ihre Anziehungskraft nicht aus, um Atmosphaere und Wasserdecke zu harten, und die extremen Temperaturen würden kein Leben zullassen. Haette die Erde dagegen den doppelten Durchmesser, so waere die Ausdehnung der Atmosphaere in gefaehrlicher Weise reduziert, und der verstaerkte Druck würde das Leben ernstlich beeintraechtigen.. Waere die Erde doppelt so weit von der Sonne entfernt, so würde sie von dieser nur ein viertel der gegenwaertigen Strahlungswaerme erhalten, und alles Leben müsste erfrieren. Waere der Abstand zur Sonne nur halb so gross, so bekaeme unser Planet die vierfache Waermemenge, und alles Leben würde verdorren”. Der amerikanische Chemiker Eimer Maurer geht bei seinen Ueberlegungen vom Periodischen System der bisher bekannten 102 Elemente aus: “Sie bilden ein schon gefügtes Gesetz- und Ordnungsschema, das sie nach ihren Atomgewichten gruppiert. Dieses Arrangement ist schwerlich durch Zufall zustande gekommen. Angenommen, ich braechte es fertig, in einem riesigen Ofen unzaehlige Protonen, Neutronen und Elektronen zu erhitzen nebst dem “Atomkleister”, der die Atome Zusammenhalten soll. Wie gross waere dann wohl die Wahrscheinlichkeit, dass ich an die hundert verschiedene Elemente zusammenbekaeme, von denen jedes seine ganz bestimmten, charakteristischen Eigenschaften besaesse und sich dazu noch in ein Ordnungssystem einfügte, wie wir es in Gestalt des Periodischen Systems besitzen?” Der amerikanische Physiker Herbert Blount zieht das Fazit: “Die Masse der universalen Indizien deutet auf etwas, das man Gott nennen koennte, doch nicht notwendigerweise auf den Gott der Bibel”. Damit wird jedoch, wie er hinzufugt, “die Moeglichkeit, dass die biblische Gottheit existiert, nicht ausgeschlossen”. Unbeschadet gradueller Unterschiede in ihren theologischen Folgerungen bestaetigen alle 40 Naturwissenschaftler — jeder auf seine Weise die Vorstellungen Einsteins. Albert Einstein sprach einmal von “der grenzenlos überlegenen Vernunft, die sich im. unbegreiflichen Wertall offenbart”.