Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 10 (1959-1960)
- Issue
- 208 (15.8.1959)
- Date
- 1959-08-15
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Echo - Korrespondent M. Kilai: :n die Bei die Spranden. Von ' schilderte i Erscheinebraeischen ichen Ent- »tigen Funif aestheti- >d, sondern ier. ln die- Vortragener Darsteteroerterte e, ob wir er verweltd, von wo fuer den ing zu den ireszeieil der eint ht, als za remweit so rsiker Herbert "Die Masse i deutet auf men koennfe; reise auf den wird jedoch; Moeglichkeit, heit existiert, Unbeschadet m ihren theoestaetigen alle — jeder auf teflungen Einspruch einmal legenen Vertidflichen Weh' Ultra - Orthodoxe beherrschen Israel Wer sich dessen nicht 100 % sicher war, dass die Wahlen zur Knesseth tatsaechlich vor der Tuere steht, ist mit der Ankunft des Satmarer Rebbe der letzte Zweifel genommen worden. Der Satmarer Rebbe ist zwar dank zionistischer Rettungstaetigkeit durch den ermordeten Zionisten Dr. RudoOf Kästner mit dem berühmten Transport aus Transylvanien aus den Nazisldauen gerettet worden, aber er ist beileibe dadurch weder Zionist noch Israeli geworden. Er ist zwar der hoechste . Wuerdentraeger der Extremfanatischen Orthodoxen in Israel und somit der Nachfolger von seinen beruehmten Vorgaengern Sonnenfeld und Duschinsky. Formell ist er also der Oberrabiner der Jerusalemer Austritts- Gemeinde, der Naturei Karta. Aber -wohnen tut er in New York, wo er -von einigen Tausend seinesgleichen umgeben ist, Jetzt will er mit seiner Gemeinde New York verlassen, aber nicht um nach Israel zu kommen, sondern um m Franklin, dass zwei Stunden von New York liegt, eine neue chassidische Stadt aufzubauen ohne Gojim und ohne Zionisten, die es ueberal! gibt. Nach Israel kommt immer Reb ioiüsch Teilteibaum, der Satmarer!ebbe, kurz vor den Wahlen und dies nicht darum, well er hier waehlen will -oder sich am Wahlkampf beteiligen . moechte - das ist nach seinen Talmudauslegungen streng verboten. Er ist davon ueberzeugt, dass die Medinath Israel eine Strafe Gottes ist, und dass kein frommer Jude sich mit dem Staat Israel identifizieren darf. Daher verhieltet er seinen Anhaengern, sich weder passiv noch aktiv an den israelischen Parlamentswahlen zu beteiligen. Er redet seinen Chassidim nicht dieses nur ein, sondern er verbietet es ihnen und zwar durch die Drohungen eines Cherem. Das geht ganz dramatisch zu. Vor den Wahlen wird an einem bestimmten Tag in des Rebben’s Synagoge eine Massenversammlung abgehalten, der Rebbe haelt seine Predigt, es wird Schofar gebflasen, die Bundeslade wird geöffnet und bei •offener ßundesja|de werden die ab- -truennigen und die Gottlosen verflucht, •die sich an der Wahl beteiligen. Und .«diese Clique so klein sie auch an Zahl ist, so gross ist ihr Glaube an der Kraft des Rebben und des Cherem. "Vor einem Jahr wurde unter dem Wutgeheul dieser Clique ein Schwimmbasin in Jerusalem eroeffnet. Daraufhin ist ein solch aehnlicher Cherem gegen alle Badenden dieses Schwimmbassins ausgesprochen worden. Nun passierte, dass ein Junge aus diesem frommen Wohnviertel im Schwimmbassin baden ging und sich beim Hineinspringen eine Hand verstauchte. Bchon sahen alle Frommen darin die Strafe Gottes, die zwar nicht auf dem Buss sondern auf die Hand folgte, dafuer, dass der Junge trotz des Cherem das Schwimmbassin besuchte. Und nun begann die Busse und Reueprozedur dieses Jungen und zwar nicht nur fuer den Jungen selbst, sondern natuerlich auch fuer seine ganze Familie, und der Junge und die Familie schwuren, nie wieder das Schwimmbassin zu betreten. Der Satmarer Rebbe kam nicht mit einem israelischen Schiff an, sondern mit einem tuerkischen Schiff, da •er nicht mit einem Schiff fahren wollte wo die Juden am Sch.abbafh die Schiffsmaschinen bedienen, dabei hat der Wunderrabbi das grosse Wunder nicht ■vorausgesehen, dass er auf diesem Schiff mit einem Meschumed fahren musste. Dieser Meschumed, der in •der vorigen Woche mit demselben tuerkischen Schiff ankam, kam nach Israel um als Moench in einem Haifaer K'oster sein Leben zii verbringen.: Er hiess frueher Rufeisen und War' ■einer der bekannten zionistischen Jugendlieben . aus der chahfzischen lii'- •g^ndbev/egung Galiziens. Unter der Nazibesetzung war er in der Untergrund taetig, und da er die deutsche Sprache sehr gut beherrschte und ein arisches Aussehen hatte, meldete er sich in dem russisch-besetzten Teil als Volksdeutscher, wobei er zur Gendarmerie eingezogen wurde. Es gelang ihm, der Guenstling des Kommandanten zu werden. Er nutzte die Stellung aus, um die juedische Untergrund kaempfer zu bewaffnen. Als in dieser Stadt die Aussiedlung und Vernichtung der Juden vorgenommen werden sollte .organisierte er die Flucht der Juden in den benachbarten Wald, wo die russischen Partisanen regierten. Ein Jude, der von den Deutschen gefangen wurde, verriet dem deutschen Kommandanten das Rufeisen sie die ganze Zeit mit Waffen beliefert hat und dass er auch den Termin der Aussiedlung und Vernichtung verraten hat. Der Kommandant, der den jungen Rufeisen sehr liebte, war empoert und erschuettert, konnte trotzdem Rufeisen die letzte Bitte nicht ablehnen, als er um die Bewilligung bat, mit einem Revolver Selbstmord zu verueben Mit dem Revolver in der Hand hielt er dann den Kommandanten in Schach, sprang aus dem Fenster und wie es' sich rausstellte, versteckte er sich in einem benachbarten Kloster in der Stadt, wo er den katholischen Glauben annahm. Jetzt ist er nach Israel gekommen, wo er ganz unumwunden erklaert, dass er auch heute noch der ueberzeugte Zionist sei und sich mit Israel verbunden fuehle; er habe dafuer gekaempft, um die Erlaubnis der Katholischen Kirche zu bekommen in Israel leben zu duerfen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der rartisannenfuehrer aus dem Warschauer Ghetto, Antek Zuckermann der m Israel in einem Kibbuz lebt’ sich als Freund von Rufeisen bezeichnet und in seinen Aufzeichnungen sehr irUHberndie Tätigkeit Rufeisens unter den Deutschen zu lesen ist RphhfgrS?'r\.dasSJfuer den Satmarer 3Uftue Und N«*tjuden wuerdigere Menschen sind als Zionisten un i Israelis Seine Ankunft in Israel war schon Gegenstand einer Anfrage im israelischen Parlament. Es wurde zu weit fuehren den turbulenten Empfang, den die tausende Chassidim dem Rebben bereiteten wieder zu geben. Viele Hunderte seinei Anhaenger mieteten Motorschiffe im Haifaer Hafen und fuhren dem Rebben entgegen. Tausende waren es die in Jerusalem und auch in Haifa ihn erwartete^ und die Geschreie "lechi Harebbe “Jechi Hazadek” “unser W,V HpeMUetIte die *anze Umgebung Wie die Maenner rund um den Rebben kreisten die hunderte Frauen mit ganz verklaerter goettlicher Verzueckung um die heuige Rebbeziu Schearim Imm"' Jerusa!«” Ins ocnearim kam, war sein erster r» such zum Satmarer Beth Hamidrasch wo er das Dach bestieg mit dem Gesicht zum Beht Mamikdasch, dem Ort von den Arabern besetzten Altstadt wo der heilige Tempel stand Er befahl umeidleATotenger Wie bei der Trauer um die Toten, seinen Oberrock einzureissen, wie das Gesetz es befiehlt wenn man Jerusalem in seiner Zerstoerung erlebt..Aber dieses war nicht das Thema der Anfrage in dem israelischen Parlament, sondern die selbst gedruckten Fahrkarten fuer den «5»? marer Rebben und seine Begleiter. ««sä mit der israelisdren Eiseifbahn Jerusalem ankommen wird aber nicht mit einer Fahrkarte, die das FmhLn des Israel-Staates hat. Er teilte mit dass sie Sonderfahrkarten gednmt ' weVV° 5tatt des Staatsemblem der Spyuefu gedruckt war: Or sarw, Ti Zadik_ Ein Mapei-Abgeordneter .fragte den- Transportminister wie das moe! ghch sei, wobei er darauf hinweis, d^s dies gleich einer Veraechtlichmachung des Staatsemblems sei. Und das kann man wieder als Zeichen der Demokratie und Toleranz des Israeli-Staates sehen, dass der verantwortliche Eisenhahnminister Carmel, ein Achdut Awoda Mann, der sicherlich nie eine Synagoge besucht, das Vorgehen der Satmarer Clique und der besonderen Eisenbahnfahrkarte rechtfertigte mit der Begruendung, dass die Satmarer Chassidim einen kompletten Sonderzug bei der Eisenbahnverwaltung mieteten und dass bei solchen Sonderzuegen, die Eisenbahnverwaltung die Fahrkarten weder ausgibt noch kontrolliert, und dass daher die Satmarer berechtigt waren fuer ihre Reiseteilnehmer eigene Karten zu drucken. Ohne Mithilfe der Israel-Institutionen geht es doch nicht und der Satmarer Rebbe waere schon in Haifa ¡von ^seinen; Chassidim zerquetscht worden, wenn es nicht der Polizei gelungen waere, durch einen Geheimausgang dem Rebben zu entfuehren. Auch in Jerusalem haben hunderte Polizisten einen Kordon gebildet, um den Rebben vor dem Andrang seiner Chassidim zu schuetzen. Wie der Satmarer Rebbe mit seinem anti-israefischen Gewissen diesen israelischen Polizeischutz gemessen konnte, muss seinem Gewissen ueberlassen werden. 152 JAHRE ERFAHRUNG! $ & INSURAJ I. THREAI 1807 Die IY LTD JE ET. LONDON. E.C 2 NO StOi 1 van Wehrul SORGLOS IM HE3M UND HAUS: Kombinierte Voreacbwungen von Haue und Moebeln gegen Feuer. Einbruch und politisch© Unruhen SORGLOS IM GESCHAEFT: Kombinierte Versicherungen von Laeden, Warenlager, Autos und Woaentransporte ■Offerte cwf Tefedonanrui! Direktion: La Paz, CaUe Rotosi 1230, CratiUa 1724, Telefon 5712 - 5623. 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Sagt ja mit Recht Hermann Cohen (Religion der Vernunft), dass im Judentum “... dats Leiden nur ein Glied in der Kette der Erloesumg ist ... Es ^ist nur eine Vorstufe zur Erloesung, zur VoRendung des Menschentums geniaess dem sich vol'endenden Begriffe des einzigen Gottes”. Es ist durchaus bezeichnend für die Stimmung der Zeit, dass man in Israel dazu übergegangen ist, Judentumslehre in den Schulen zu unterrichten. Man will die Schuljugend ihres Jui dentums bewusst werden lassen und ihr durch ein vom Bildungsministerium ergaenztes Schulprogramm ein vertieftes Wissen vom Sinn und Wesen des Judentums, seiner Tradition und Geschichte vermitteln. Neben dem Unterricht der Tefilah sowie der religioesen Dichtung soll auch auf die Erklaerung praktischen Gebote und Verbote der jüdischen Religion besonderes Gewicht gelegt werden. Auf diese Weise will man der um sich greifenden Entfremdung Einhalt gebieten und die Heranwachsende Jugend im Staate mit den lebendigen Teilen des jüdischen Volkes der Diaspora von neuem verbinden. Es soll zugleich eine Brücke zwischen den aufbauenden Kraeften der Gegenwart und denen der ruhmreichen Vergangenheit geschlagen werden. Die Katastrophenjahre in Europa, die tragischen Enttaeuschungen und die Not der Gegenwart zwingen uns zur Einsicht und Umkehr. Vielleicht kommt es auf dem fruchtbaren Boden Israel zu einer vertieften Erneuerung der besten Traditionen und einer wahren und echten jüdischen Religioesitaet, die nicht nur die Herzen bindet, sondern die Menschen auch innerlich befreit. Dr.J. Maitlis.