Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 204 (30.5.1959)
- Date
- 1959-05-30
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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à 1959, 30, Mai 1959. C 6 DAS ECHO » j S ploetziedes amba Ableben bamba durch •staend- Ltda. imba ¿fono 2379 epûertW lERO ælstube :hecks iNDs " Die Gemeinschaft A und die Gemeinde Trotzpem: Zusammenschluss! ... . . < 1. m._.1 ((A f << Q «< 1I1Û. i i*ût1 Das Licht der “Asociación Israelita de Cochabamha” ist durch ein Kurzschluss erloschen. Kurzschluss entsteht u.a. durch Beschaedigung der Isolationsschicht; der neue Asociacion- Vorstand wurde isoliert, die Isolation wurde angegriffen - das Lebenslicht •der jungen Institution erlosch. Wir bedauern es, dass es so gekommen ist, obwohl dieses radikale Ende vorauszusehen war. Denn in unserer Ausgabe vom 15. Maerz schrieben wir hierüber u.a.: “Es dürfte ein kaum hailtbarer Zustand .sein, dass der Zentral-Praesident eine Persoenlichkeit ist, die nur arabisch und spanisch, aber nicht deutsch oder jiddisch sprechen kann”. In der Personenwahl des Praesidenten lag die Todesursache der “Asociación”; waere eine geschicktere Wahl getroffen worden, haette sich die neue Organisation als lebensfaehig erwiesen. Die deutschsprachige “Comunidad” von Cochabamba besteht aus einem Mitgliederkreis der zum grossen Teil überaltert ist und der konsequent an die Muttersprache haengt. Der Comunidad-Praesident einer kleingemeinde ist der Vertrauensmann, dem gegenüber man sich aussprechen moechte, von dem man in vielen Faellen seinen Rat erwartet. Dieser Kontakt konnte aus Gruenden der Sprachschwierigkeiten nicht oder nur schwer zustande kommen, was der Opposition sehr von Vorteil war und die es verstand ihre Chance zu nützen. Es brauchte dennoch nicht dazu zu kommen, wenn der deutschsprechende Vice-Praesident als Comunidad- Leiter die Liebe und das Vertrauen •der Comunidad-Mitglieder gehabt haiette. Aber das Asociacion-Pferd war von Anfang an falsch auf- .gezaeumt, sodass es bei der ersten ^Gelegenheit aus dem gemeinschaftlichen Stall brach. Der Vorstand der “Asociación” verlangte in einer kürzlich eingerufenen Mitgliederversammlung ein klares Vertrauensvotum oder auch ein ‘“Nein”, damit die Fronten endgültig geklaert sind und aus dieser Abstimmung die Konsequenzen gezogen werden koennen. Das “Plebiszit” ergab bei 224 Teilnehmern 131 Nein-Stimmen. Wenn die Wahlbeteiligung auch schwach war, so genügte dieses Resultat nach demokratischem Recht und auch statutengemaes, den Vorstand zum Ruecktritt zu zwingen und zu Neuwahlen aufzurufen. Cochabamba war ein Experiment, welches fehl schlug. Dennoch ist die Zeit für einen Zusammenschluss von ■“Comunidad” und “Circulo” reif. Unsere Kritik ueber die letzte 'Generalversammlung der paceñer “Comunidad Israelita” und unser Artikel “Zum cochabambiner Einheits-Experiment” (“Echo” Nr. 199) brachten uns ■eine ungewoehnllich grosse Anzahl von zustimmenden Briefen aus der Mitgtiederschaft; in diesen Schreiben wurde -des oefteren betont, dass unsere femeindepolitische Arbeit im besten inne konstruktiv sei, da “Das Echo” sich bemuehe, das Positive zu seinem Erfolge zu verhelfen. Aber neben diesen Briefen die unsere Forderung nach Zentralisation "bejahten, g.ab es auch einige, die einen •solchen Zusammenschluss fuer unmoeglich hielten und den gegenwaertigen Zustand fuer gut befanden. In diesen wenig fortschnittlichen und zeitgemaessen Briefen wurde auch versichert, dass eine Vereinigung von -Ost— und West-juechschen Interessen z.zt. nicht zur Diskussion stehen koenne. Wir haben uns mit einigen dieser Briefschreiber ausgesprochen und dabei das erfahren, was wir befuerchteten: dass dieser nicht mit jenem und jener nicht mit diesem zusammen zu arbeiten wuensche. Diese Argumente wurden gebracht und als “unueberwindlich” bezeichnet. Hier wurde die Katze aus dem Sack gelassen, und es bleibt uns nur mit tiefstem Bedauern die Feststellung zu treffen, dass manch« unserer “Aktivisten” nicht das Geringste an moralischer Konsequenz aus der Zeitforderung ziehen. Dieses “Personelle”, die “Abneigung auf Grund persoenlicher Differenzen”, sollte ganz sicher kein Motiv sein, wertvolle und notwendige Gemeinschaftsarbeit, zu verneinen. Wer von unseren Maennern, die der juedisctien Sache zu dienen wuenschen, diese vernachlaessigen, weil ihnen eine Zusammenarbeit mit einigen andern, aus rein persoenlichen Gruenden nicht passt, der treibt Sabotage gegen Gemeinschaftsarbeit, der hat weder die Faehigkeit noch die Reife, den Ehrentitel “Arbeiter f u e r die juedische Sache” fuer sich zu beanspruchen. Es muss endlich gelingen, dass die SACHE ueber die PERSON gestellt wird. Nur die Sache ist wichtig, die Person darf nur demokratischer Diener der Sache sein. Waere diese Einstellung einmal vorhanden, koennte viel Zeit gespart werden, die jetzt oft mit Nichtigkeiten verschwendet wird. Das JUDENTUM ist die SACHE; wer in diesem Dienst nur sich meint, Personenkult treibt, Wertunterschiede zwischen ehrlich der Sache dienenden Mitarbeitern macht, der ist fehl am Platze und sollte ausscheiden. Die Reaktion, die unsere Kritiken ausgeloest hat und den Widerhall, den unsere Werbung fuer eine endliche Zentralisation juedischer Organisationen in La Paz hatte, darf man ohne Ueberheblichkeit als Ausdruck der Oeffentlichen Meinung interpretieren. Es gilt jetzt die Lehren aus dem fehlgeschlagenen Experiment Cochabamba zu ziehen; die Fehler die dort begangen wurden, müssen in La Paz vermieden werden. Es muss ein Zentral-Praesident gefunden werden der die allgemeine Achtung des Jischuv geniesst und es müssen zwei faehige Vice-Praesidenten a'ls Arbeiter und Repraesentanten für den “Circulo” und der “Comunidad” gefunden werden, die sich besonderer Wertschaetzung innerhalb ihres Arbeitskreises erfreuen. Eine gut durchgeführte Zentralisation würde nicht nur eine die Gemeinschaft wirtschaftlich entlastende Rationalisierung bringen, sondern neue geistige und moralische Werte entwickeln, die wir brauchen, um uns einen aktionsfaehigen Nachwuchs zu sichern, und um jüdische Menschen zu einer echten, wirklichen Kultur- ■Fortsetzung Seite 8) LA PAZ ISRAEL - FEIERN Wir kennen sehr wohl die Noete, die unsere Vorstaende betrüben: viel Arbeit, wenig Geld und obendrein unfreundliche Kritik. Es gehoert in der Tat viel Idealismus dazu, unter diesen Umstaenden Vorstandsarbeit zu leisten und es waere unfair, die unter diesen Umstaenden geführte Arbeit nicht anzuerkennen. Besonders erschwerend und unerfreulich ist bei uns die Vorstandsarbeit, da vom ganzen Gremium es stets nur sehr Einzelne sind, die wirklich arbeiten und den Versuch unternehmen, ihre Organisation würdig zu vertreten. Auch bei der “Federación Sionista’ (FSUB) haeuft sich die Arbeit lediglich auf die Schultern ihres Praesidenten und General-Sekretaers; beide Maenner sind wirkliche Aktivisten, die Zeit, Geld, sogar Gesundheit opfern, um ihre Pflichten zu erfüllen. Dieser Mangel an ausführenden und arbeitsfreudigen Personen bedingt leider, dass Gross - Veranstaltungen mehr routinemaessig als originell durchgeführt werden, dass es an neuen Ideen fehlt, an espritvölller Organisation und publikumswirksamer Regie bedauerlicher Mangel herrscht, sodass es zu keiner Zündkraft kommt, die ein breites Publikum fasciniert und zufrieden stellt. Diese gekennzeichneten Maengel sind die Ursachen von Interesselosigkeit beim Publikum, bei der Mlitgjiedsschaft, cfie sich nicht subjektiv angesprochen fühlen. “Das Echo”, als kritischer Sprecher unseres Jischuv, bedauert es sehr, auch die letzte Feier aus Anllass des 11. Unabhaengigkeitstages des Staates Israel, nicht als positive Leistung werten zu koennen. Bei AnUej^ing aller wohlwollenden Masstaebe, wissend um alle technischen Schwierigkeiten, die den Veranstaltern gegenüberstehen, muss dennoch ausgesprochen werden, dass die letzte IsraePFeier weder dem Anlass würdig, noch eine repraesentative Werbung für den Staat Israel war. Der Akt begann mit dem traditionellen Fahnenaufmarsch und der Flaggenhissung, eine Angelegenheit, die sich alljaehrlich stereotyp wiederholt und daher in ihrem Effekt stark verblasst ist. Dennoch wollen wir diesen Akt gelten lassen, da er immerhin ein brauchbares stimulierendes Praeludium darstellt. Aber was dann folgte war “leer und wüst”. Der Abend bot kein irgendwie attraktives Programm, es gab kaum etwas zu hoeren und zu sehen, was man bei dem beglückenden Ereignis, welches eine israelische Unabhaengigkeitsfeier darstellt, erwarten duerfte. Wir stellen vor einem breiten Forum folgende kritische Fragen: WARUM gibt es bei uns keine disziplinierte und eingespielte Kindergruppe im “Macabi”, die faehig ist, mit kindlichem Gemüt und jüdischem Herzen an einem solchen Abend mitzuwirken. Warum hüllt sich unsere “Jung-Wizo” an einem solchen Abend in Passivitaet, warum gibt es in den Oberklassen unseres Coleglo keine Jugend, die imstande ist, ein jüdisches Publikum durch Choere, oder durch Rezitationen, durch Gesang etc. zu erfreuen, warum ist man nicht imstande, Jemand aus dem Kreis unseres vielgeschichteten Jischuv, für eine künstlerische (wenn auch dilettantische) Darbietung zu gewinnen, warum ist es bei uns auf musikalischem, gesanglichem, taenzerischem, schauspielerischem Gebiet so jaemmerlich einsam?... 0, es gaebe noch sehr viele “warum”, als Anklage für den gemeinschaftlichen Verfall, für die erschreckende Gedankenarmut, für die tragische Indolenz, die in zunehmendem Masse in unserer Gemeinschaft grassieren und wofür nicht zuletzt unsere Organisationen als schuldig anzusprechen sind, da sie praktisch nichts leisten, um jüdischen Nachwuchs geistig und künstlerisch zu foerdern. Es bleibt uns unverstaendlich, dass man einen “Jom Haatzmaut” zu einem mittelmaessigen Vortragsabend degradiert. Ein solcher Abend hat zu leuchten, hat Frohsinn zu bringen, die Aufgabe den Glauben und die Liebe zu Israel wachzuhalten und zu vertiefen. Ein Jom Haatzmaut-Abend soll ein populaerer Festabend sein, froehlich und besinnlich. Wir schlagen (wieder einmal!) vor: Im Saale bitte keine nuechternen Stuhlreihen, sondern nett gedeckte Tafeln, an denen sich grosse Teile des Jischuv zusammenfinden, um in volkstuemlicher Form das freudige Ereignis des israelischen Unabhaengigkeitstages zu feiern. Wir wissen, die FSUB hat wenig Geld zur Verfuegung, wir troesten sie damit, dass sie kein Bankett zu bereiten braucht, sondern es jedem Gast ueberlassen sollte, aus eigener Tasche das zu bestellen wozu er Lust und Appetit hat. Die Organisationsleitung haette lediglich dafuer zu sorgen, ein kleines Orchester zu bestellen, eine Tanzflaeche zu reservieren, für Stimmung, Unterhaltung und Gemütlichkeit zu sorgen. Reden sollten bei einem solchem Anlass so kurz und so wenig als moeglich gehalten werden. Unsere Veranstaltung zu Ehren des XI. Jom Haatzmaut ging leider sehr am Wesentlichen eines solchen Gedenktages. vorbei. Bemerkenswert war die Meinung eines Besuchers, die er gegenüber dem Schreiber dieser Zeilen aeusserte: “Es war ein Vortragsabend, aber keine Israel-Feier!”. + Der Abend wurde eingeleitet durch einige Musikstücke der Kapelle Schein, danach erfolge ein kurzer religioesen Akt, durchgeführt von Chaskel Lewin. Der verdienstvolle José Winkler sprach (Fortsetzung Seite 8). i Am Sonntag, den 7. Juni 1959, pünktl. 9.30 vor- | * mittags, im Macabi - Heim -* * * $ AUSSERORDENTUCHE | l GENERAL - VERSAMMLUNG | i des C. D. 1. “Macabi” |? * £ 1.) Bericht des Direktoriums, 2.) Diskussion £ i 3.) Neuwahl des Vorstandes, 4) Verschiedenes * * Wahlberechtigt sind Mitglieder, die ihre Beitrags- * i Pflicht bis zum 31. Med 1959 erfüllt haben $ -*-*++**.¥***¥.¥¥