Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 200 (30.3.1959)
- Date
- 1959-03-30
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4. “DAS ECHO“ 30. Maerz 1959. NORDAMERIKANISCH... ] (New York, Los Angeles, Chicago, Philadelphia, Boston, Newark, Cleveland, Baltimore, Detroit, Miami. St. Louis, San Francisco, Pittsburg, Washington). Manche dieser Gemeinden umfassen über 40.000. Menschen. Diese stellen 57 Prozent der gesamten jüdischen Bevoelkerung der U.S.A. dar. Sechs Prozent leben in weiteren 14 Staedten mit Gemeinden zwischen 15.000 — 40.000 Seelen und weitere 6 Prozent in Staedten mit Gemeinden zwischen 5.000 — 15.000 Mitgliedern. Endlich leben noch 13 Prozent (672.000 Juden) in Gemeinden unter 5.000 Personen, zerstreut über 1.081 Staedte im ganzen Lande. Hoeren wir nun Percival Goodman, einen bedeutenden New Yorker Architekten und Synagogenbau -Spezialisten, wie die Bedürfnisse dieser. Gemeinden ihren gottesdienstlichen Erfordernissen angepasst werden sollen. Dies sind die Grundsaetze, i tr.aum mit “Erweiterungsmoeglichkeitf’ | ist. Wir in den Vereinigten Staaten sind gegen Reize auf unsere Haut sehr empfindlich geworden. Ein paar Grade über oder unter der Idealtemperatur machen es uns unbehaglich. Wir brauchen also Air Conditioning, und sorgfaeltige Temperaturkontrollen. Ferner sind Schaumgummikissen für die Sitze erforderlich. Andere Dinge, obwohl von geringerer Bedeutung, sind ratsam. Es handelt sich dabei um solche, die sich auf den mühelosen und sozusagen professionellen Ablauf des Gottesdienstes beziehen. Der Organist muss zur rechten Zeit einsetzen und aufhoeren. Wenn er aber verdeckt sitzt, ist es für ihn schwierig, den Vorbeter zu sehen: daher ist eine Klingel erforderlich. Damit Misverstaendnisse vermieden werden, ist ein sorgfaeltig verstecktes Mikrofon vorgesehen, das für den Rabbiner oder den Kantor bequem zugaenglich ist und durch das Anweisungen in letzter [ KÖRTING*") die Weltmarke... auch fuer TONBANDGERAETE! 4 Modelle 1959 Für 1 bis 4 Geschwindigkeiten mit und ohne Diktaphon sind eingetroffen! HOECHSTE KLANGREINHEIT EINFACHSTE HANDHABUNG IDEALE FORMSCHOENHEIT GUENSTIGSTE PREISE Bequemste Zahlungsbedingungen! Wir bitten um Ihren unverbindlichen Besuch! Auf Wunsch Vorführung in Ihrem Heim! Empresa HUGO LANGER - La Paz Calle Potosí 261 - Telefon 8443 - Casilla 479 lenen der moderne Synagogenbauer n den Vereinigten Staaten Rechnung ragen muss: “Der Betraum mus gut jeleuchtet sein, denn ein jeder folgt lem Gottesdienst im Gebetbuch, soveit ihm dies moeglich ist. Eine gute ^kustitk für das gesprochene Wort st wesentlich, denn gewoehnlich ist lie Predigt das Hauptelement des jottesdienstes. Ein Lautsprecher-;ystem muss vorhanden sein, um dem Redner unnoetige Anstrengungen zu ¡rsparen und das Zuhoeren zu;rteichtern. Für besondere Gottesdienste ist es ¡rforderlich, dass der Betraum erweitert werden kann, denn gewoehnlich jestimmt die Anzahl der PJaetze, die ür die hohen Feiertage verfügbar iind, die Groesse der Gemeinde. Sod- :he Erweiterungen stellen technisch las groesste Problem dar und man cann sagen, dass, wenn das Hauptnerkmal der alten Synagoge das zen- ■alle “bimo” war, das unsere der Be- Minute übertragen werden koennen. Die Türen oder Vorhaenge des Thoraschreins sind automatisch und zwischen den Thorarollen befindet sich ein eingelassenes Mikrophon, damit die Stimme klar hoerhar ist, auch wenn sie dem Thoraschrein zugewendet ist. Das Wesen dieser mechanischen Feinheiten ist, einen Gottesdienst zu gewaehrleisten, der sich mit der Reibungslosigkeit eines Televisionsprogramms abwickelt. Dann ist da noch die Wand, die der Jahrzeit gewidmet ist. Das ist für gewoehnlich eine bronzene Erin nerungsplakette in einem Rahmen. Oft sind kleine elektrische Lampen an jeder Plakette angebracht ,die an dem betreffenden Todestage angezündet werden. Auf diese Weise koennen wir unsere loten ehren, ohne einen einzigen Gdlfschlag auszulassen. Das sind, in wenigen Worten, die Ueberlegungen, die die Bauten der letzten zehn Jahre beeinflusst haben’’. ****************************************** X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- Í t X- Xt t X- X- X- X- X- X- $ Í ************* X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- X- In den naechsten Tagen: $trick-F¡x die ideale Handstrickmaschine mit neuem, reichhaltigem Zubehoehr! Reservieren Sie HEUTE Ihren Strick-Fix-Apparat! Empresa HUGO LANGER - La Paz Calle Potosí 261 - Telefon 8443 - Casilla 479 Iririckirtck+irlrirkk ****** ************** * * **** ************** A* Wer war der Gruender Tel-Avivs? 50 Jahre TeI Aviv Aus saemtlichen Teilen des Landes trafen bei der Erijah Briefe ein, in denen sie darum ersucht wird, die Eltern oder Grosseltern der Absender in die Liste der Gruender Tel-Avivs einzureihen. Die ursprüngliche Liste der Stadtgründer enthielt sechzig Namen. Es handelte sich um die Sechzig, die an der berühmten Versammlung auf den Dünen noerdlich von Jaffa in der Naehe des Platzes, (wo heute das alte HerzliaGymnasium steht) zu Pessach im Jahre 1909 teilgenommen hatten. Dabei wurden damals die ersten sechzig Bauplaetze der Schechunath Achusath Bajit verlost, die den Grundstock der Stadt Tel-Aviv bildeten. Die Versammlung wurde vom ersten Tel- Aviver Photographen Abraham Sosskin verewigt. Spaeter kam es zu einer Kontroverse darüber, wer der Mann mit dem weissen Tropenhut war, der in einer gewissen Entfernung oberhalb der Versammelten auf dem Photo zu sehen ist. Einige wollten in ihm den Leiter der Besprechung, Meir Dizengoff, erkennen, wie er sich gerade prophetisch über die erste hebraeische Stadt aeusserte. Schliesslich aber wurde im Einvernehmen mit dem Photographen festgestellt, dass der Mann — leider — kein anderer als der Sohn eines jüdischen Taeuflings namens Hill war. Dort hatte er sich aufgepflanzt und spottete über die “Traeumer”. Schon als das Denkmal für die Stadtgründer vor zehn Jahren auf dem Rothschild-Boulevard, gegenüber dem ehemaligen Wohnhaus von Meir Dizengoff errichtet wurde, liefen bei der Stadtverwaltung Proteste von Leuten ein, die ihre Eltern oder Grosseltern auf dieser Ehrerfliste vermissten, Zwar haette es sich — hiess es in den Beschwerden — nicht um Teilnehmer an der “Versammlung der Sechzig” gehandelt, unter denen die ersten Bauplaetze der Achusat Bajit ausgelost worden waren, aber doch beispielsweise um die Erbauer der ersten Wohnhaeuser, also um Mitgruender Tel-Avivs. Die Irijah setzte daraufhin eine Kommission zur Prüfung dieser Beschwerden ein. Nach langwierigen Verhandlungen wurden der Liste weitere sechs Namen hinzuegefügt. Auf dem Denkmal zu Ehren der Stadtgründer erscheinen also 66 Namen. Und nun haben, wie gesagt, diese und andere Beschwerdeführer aus den verschiedensten Teilen des Landes ihren Kampf um das “Recht ihrer Vaeter” erneuert und bombardieren die Stadtverwaltung mit Briefen und Einsprüchen. Ein Doktcr aus Haifa schreibt: “Es ist zwar wahr, dass mein Grossvater und meine Grossmuter anno dazumal nicht an der Verlosung der ersten Bauplaetze teilgenommen, und dass sie nicht zu den Nutzniessern der Anleihe gehoert haben, die der Keren Kajemeth den Erbauern der ersten Haeusern gegeben hat. Aber das ist, meiner Ansicht nach, kein Nachteil sondern nur ein Vorteil. Meine Grosseltern waren die Pioniere der Priva- (Fortsetzung Seite 7) DEKADENZ... man den toten Koerper eines 12 Jahre alten Buben an einer Dusche haengen. Er war das Opfer einfös Unfalles geworden, als er versuchte, alle Details eines Femseh “horror”-Programmes durchzuspielen. In örtern Kolonialwarengeschaft in Oklahoma toeteten zwei Bfüider, 12 und 10 Jähe .alt, den Besitzer und seinen Angestellten. Einem Polizeiaufgebot widerstanden sie im Inneren des Ladens solange Ws sie mit Traertengasbomben ins Freie gezwungen wurden. Beide Buben erklaerten, dass ihnen TV die Idee zu der Schandtat gegeben habe. die makabren Sendungen vor allem denjenigen Firmen für Reklamezwecke, die Produkte hersteilen, welche die Unsicherheit in irgend einler Weise ansprechen: koerpergeruchtilgende Mittel, Mundspülwasser, besondtere Parfümseifen usw. Solange die Mordl-und Totschlagsendungen Geld abwerfen (und das tun sie offenbar in gewaltigem Masse) kann keine Besserung im amerikanischen Fernsehen erwartet werden. S Die ‘5 Zauberautomatik” ■ 5 von GRITZNER ■ Der mahnenden Stimmen sind viele. James V. Beimett, Direktor des Federal Bureau of Prisons, erklalerte in einem Interview: “Die zunehmende Zahl von jungen und alten Gefangenen, deren Verbrechen mit dem, was sie in der Television gesehen haben, sehr aehnlich ist, oder dessen Methoden auf TVFIdeten und Ratschlaegen beruhen, bereitet mir sehr ernsthafte Bedenken. — Was wir brauchen, sind Produzenten, die an Charakterbildung ebenso interessierte sind, wie im Suchen des Wlligsten Weges zur Herstellung ihrer Sendungen. Wir brauchen Eltern, die TV als Ersatz für leiterliche Führung und Verantwortlichkeit betrachten. Wir brauchen Leute, die protestieren und protestieren, immer und immer wieder protestieren gegen solche Programme”. Es ist nicht zu erwarten .dass die Weöe der im Femsehen gezeigten Gewalttaetigkeiten in naher Zukunft abschwellen wird Television ist Geschaeft, ist business. Albert Shepatd, stellvertretendlar Praesident des ,lnstitutes “for Motivational Research” erktaerte, dass ReWamtesendungen selbst in die greulichsten der greulichen Sendungen eingebaut werden koennen. Da diese Programme erwiesenermassen mehr Leute an den Bildschirm zu locken vermoegen, als durchschnittlich andere Seetangen, ist ein Teil der Geschaaftswelt sehr daran interessiert. Dass erwaehnte Institut hat festgestellt, so erkkJert Shepard, riaw das “hooior-Programm-Publikum" gewisse “unterdrückte Neigungen zu Grausamkeit” aufweist, die durch die Geschehnisse im Bildschirm gestillt werden. Es empfiehlt daher ein Blick - ein Griff! - das ist alles! GRITZME& Zaeber-Aafjrnotk SDAS VOLLKOMMENSTE AUF ■ DEM GEBIETE DER NAEHMAt- 5 ■ SCHINEN TECHNIK! ■ ■ GRITZNER: Eine Freude hier ■ B das Leben! ■ 8 S BEmpresa HUGO LANGER« 8 La Paz Calle Potosí 261 S ■ Telefon 8443 — Casilla 476. S iniiimmmiimmin Fachleute sind eher der Ansicht, dass die Produzenten das Publikumsinteresse an der gleichem Stoff hoch za steigern vergoegen. Zurzeit haben sich MilKortzn von Fernsehern daran noch nicht satt gesehen. Und ist einmal der Moerder- Rummel vorbei, so wissen die TV-Programmgestalter ohne Zweitel eine andere Hochkonjunktur heraufzubeschwoeoren. Fernsehen ist Geschaeft, ist business, daran erinnere man sich in den USA stets.