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Das Echo · 1959-01-15 · 195 (15.1.1959) · p. [Seite 5]

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Journal
Das Echo
Volume
9 (1958-1959)
Issue
195 (15.1.1959)
Date
1959-01-15
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German
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ï 1959. dre: oder »ormitta» ra Weife ftkaempfe ^gen des' J'ttags an. iinandluijg aelteren Handlung 17 verlas- :r versch* mir man- Fortschvier Mi- Land in rzieit hat fegen die sprechenn Quito, ifl preisen südjals Rei. ig erschaeter auf Maschine nde nach fen, brinnoch viel Anfaenid Wirti Lande ben. Die schwebt Tugzeug, wölken- HMMUMf 15. Januar 1959. DAS ECHO 5. HOLLYWOOD - RUMMEL UM “ANNE FRANK ff Als ein serioeser deutscher Verlag das “Tagebuch der Anne Frank” erscheinen diess, war dies keine Sensation, sondern ein moralischer Effekt von durchdringender Wirkung. Der ehrwürdige “Fischer- Verlagf’ nutzte den gewaltigen Auflage-Erfolg nicht durch billige Propagandamaetzchen aus, um den Buchverkauf dadurch zu forcieren; er lies die Sprache der Autorin wirken, sie allein hatte das dramatische und seelische Gewicht, welches immer neue und gewaltige Leser-Kreise in den Bann dies Tagebuches des 14-jaehrigen Schulmaedchens Anne Frank zog. da durch die Plastik der Darstellung und der Kraft des gesprochenen Wortes, die moralische Substanz zur leuchtenden Wirkung kam. Wie stark der Tbeatererfolg des “Tagebuch der Anne Frank” war, erhellt sich aus der Tatsache, dass die Tagebuch-Erfolgserie ohne Parallele in der neueren deutschen Theatergeschichte bleib, ln zwei Jahren wurde dieses Stueck an 92 deutschen Buebnen gespielt mit einem Total von 3409 Aufzehrungen. Aber bekanntlich wurde das “Tagebuch” nicht nur in Deutschland gespielt, sondern fast alle Buehden der Welt brachten Tagebuch- * + + * * + * 4- * * * * PIES CANSADOS Y SENSIBLES — Bilsamo Pédico Dr. Scholl re« fresca y caima los pies fatigados y sensibles. t Pídalo en todos los Negocios del Ramo £ y en Farmacias y Droguerías! **-*■-*•★★+★*★**★■*•■*-★•*-* ****+*★★★★★*★★*★*★★★★★**★***★*+★*★★★* Das Buch wirkte allein durch die Ehrlichkeit der Aussage, durch einen wahren Humanismus, der die Blaetter dieses Tagebuches so wertvoll macht. Aus diesem spontanen literarischen Einfall eines Jungmaedchens entwickelte sich ein abendfuellendes Theaterstueck, welches viel von der Naivltaet, Reinheit und des schuechtemen Wollens vermissen liess, aber dafuer lein zuenftiges Theaterstueck war, welches wirkte und Theater- und Verlags-Kassen Zellte. Die Dramatiker Goodrich und Hac.kett wurden durch ihre Buiehnenfassung des “Tagebuch” reiche Leute, ebenso Otto Frank, der Vater der Anne, der diese Zur. Schaustellung subtiler Maedchengefuehle stark foerderte. Zweifelsohne hatte die dramatische Fassung des “Tagebuch” einlen starken Erfolg, der vielleicht noch mitreissender war, als der des Buches, Inscenierungen, wenn auch die Anzahl der Aufzehrungen nirgends die deutsche Rekordzahl (auch nur annaiehrend) erreichen konnte. Diese Aufzehrungen wurden oft als moralische Demonstrationen gewertet, und loesten oft ganzseitige Kritiken und Feuilletons aus; auch politisch setzte das Stueck positive Sch. laglichter. Der Erfolg war entschieden, und er bleibt undiskutierbar — und trotzdem... . .und trotzdem: nicht immer wallen die reinen Herzens die in die Vorstellungen gingen; es war zum guten Teil Neugier, Interesse am juedischen Milieu, manche gingen auch ins Theater weil sie der Meinung waren, gleichzeitig mit der Eintrittskarte auch den “Persil-Scheiin” zu lerwerben. Vfjie ¡aber1 auch der fjeussepfe Erfolg zustande gekommen sein mag, eins ist sicher: das Rampenlicht zerstoerte viel an Intimitaet, welches ein jungfraeuliches Maedchenherz, voll an Glauben und Schmerz, seihen Tagebuch-Blaettem anvertraute, Gefuehle, die viel zu sensibel und privatim waren, um vor dem 1000-koepfigen Ungeheuer “Publikum/’ demonstriert zu werden. Der deutsche Autor Ernst Schnabelversuchte weiter die “Anne Frank-Kon. juntur” auszunutzen, indem er den “Lebensweg” dieses Maedchens in Literatur goss und m Essayi-Form Geistvolles “zu dem Leben dieses Maedchens Anne Frank” schrieb. Ein ueberfluessiges Buch, wlelches . obwohl gewollt und gekonnt - nicht die feinen psychischen Erregungen des Maedchens Anne festhalten konnte und sehr oft am seelischen Panorama dieser Menschentragoedie vorbei ging. Das grosse Buch-und Buthnen- Geschaeft um das “Tagebuch” liess Hollywood keine Ruhe. Hier witterte spekulatives Unternehmertum Grosseinnahmen, ganz besonders bei einem Thema, welches .als “moralisch wertvoll” zu deklarieren ist. Der Reklamerummel in Hollywood begann damit, dass “junge Maedchen gesucht werden, die die Rolle der Anne Frank spielen koennen”. Es meldeten sich 10.225 Kandidaten ftfler diese reizivolle Rolle. In Wirklichkeit dachte die Produktionsleitung nie daran, eines dieser Maedchen zu lengagieren - es war eine Propaganda, die auch recht wirksam war. Bevor das Theater um den Wettbewerb um die Anne-Rolle begann, war bereits ein 18-jaehriges amerikanisches Maedchen, namens Millfie Perkins engagiert, eine Schau, spielschuelerin und ein Fotomodell, welches weder die durchgeistigte Schoenheit noch die seelische Sensiblitaet besitzt, um der Orginal-Anne nahe zu kommen. Die AuZahmen wurden z.Teil in Amsterdam, zum groessten Teil in den Fox-Ateliers in Hollywood gedreht. Die “Twentieh Century Fox” investierte in dieslem Streifen 3.500.000 ' Dollar in der Hoffnung, dass ein Vielfaches dieser Summe wieder eingtespielt wird. Redaktionen, Verleih und Kinos wurden von der Propaganda»- Abteilung der 20th Century Fox mit Broschueren ueberschwemmt, die die Wichtigkeit dieses Films beweisen wollten. Dier Film “Tagebuch der Anne Frank** ist nun angelaufen und geht ueber die Breitwaende unzaehüger Kinos. Der F.lin - Regie George Steven - ist routiniert gespielt, gut fotografiert, gut gebaut, er ist dramatisch und unterhaltsam. Aber er ist “nicht das, was er hafette sein müssen: die grosse Anklage gegen eine Gesellschaft, die zu Barbaren wurde, weil es opportun war. Er hat nicht die kaempfensche Besessenheit, den amoralischen Komplex unserer Zeit aufzuieissen und die Kraft, auf das Ewig- Gute, auf das Einfach-Menschliche, auf das All-Liebende hinzuweisen. .. Nach den vorliegenden Kritiken, ist der Film “Anrfc Frank”, ein guter Hollywood-Film, der aber den geistigen Gehalt der Vorlage nicht lerschoepft. Hollywood machte aus “Tagebuch der Annie Frank” einen guten Film, einen Geschaeftsfihn. Das “Tagebuch der Anne Frank" reflektiert die Todes-Agonie des juedischen Volkes. Ein ueberaus schmerzliches und ethisch-menschliches Thema. Die Geschaftlhuberei um dieses Thema muss als grausige Taktlosigkeit bezeichnet werden, gegen welche das Judentum protestieren sollte. Ein geruettelt Mass an dem Geschaeftsrumrrncl um “Anne Frank” hat Herr Otto Frank, der in Basel lebt, von Beruf ein braver Gewuerz- und Marmeladehaendler war, der heute durch die Industrialisierung des “Tagebuchs” zu einem schwer reichen Mann wurde, und dir alles tat, um durch das “Andenken” an seine Tochter mehr und mehr Geld zu verdienen. Dieser H':rr Frank, der die Copyrights besitzt, war auch Berater” bei diesem Film, der es zuliess, dass die Rolle einles Sprechers dieses Streifens von einem Ansager des ehern hollaendischen Nazi-Funks interpretiert werden konnte. Diesem Film fehlt die (Fortsetzung Seite 6) ECHO-LESER REISEN DURCH "LATEINAMERIKA: Als ich mein Zimmer im Hotel ■“Humboldt Capitol” — benannt nach ■ Alexander von Humboldt, der u.a. den Chimborasso bestieg, in Quito betrete, schlaegt mir eine Welle warmer und trockener Luft entgegen. Sie ist keine Folge des tropischen Klimas, sondern kommt von einem Heizkoerper unter dem Fenster Zentralheizung — in der Hauptstadt des nach dem Aequator benannten Landes, die selbst nur wenige Kilometer südlich dieses die Tropen markierenden Erdkreises liegt! Aber Quito, in dem die Sonne das ganze Jahr hindurch regelmaessig um 6 Uhr aufgeht, liegt 3000 m über dem Meeresspiegel und ist die zweithoechste Hauptstadt der Welt — nur La Paz, Boliviens Regierungssitz, liegt noch hoeher. Es ist daher, abgesehen von den gelegentlich recht heissen Mittagsstunden, immer frisch in dieser “Stadt des ewigen Fruehlings”, von der nicht weit entfernt die schneebedeckten Gipfel des Chimborasso und des Cotopaxi gen Himmel, ragen. Von den majestaetischen Hoehenzügen der Anden faellt das Land gegen Westen ziemlich schnell zum Pazifik ab. Ausgedehnte Dschungel bedecken das Unterland und das grosse Deltagebiet des sich in vielen Windungen Ekuador Reisebericht von Dr. W. SKAUPY traege und schmutziggelb ins Meer ergiessenden Rio Guayas, an dessen Ufern Guayaquil, die groesste, rund 300.000 Einwohner zaehlende Hafen- und Geschaeftsstadt des Landes, liegt. In dem hier herrschenden tropischen Klima betraegt die Durchschnittstemperatur über 40 Grad Celsius! Ich bin nach Ekuador gekommen, um vor allem Quito und seine Umgebung zu sehen, die Stadt, die in den Zeiten der spanischen Herrschaft wohl das bedeutendste Zentrum religioeser Kunst und des Kirchenbaus in Südamerika gewesen ist. Lange vor der Gründung des. heutigen Quito (1534) war der einst hier gelegene Ort die Hauptstadt mehrerer indianischer Staemme, bevor er unter den Inkas, deren Reich sich vom noerdlichen Kolumbien bis weit nach Chile hinein erstreckte, die noerdliche Kapitale dieses Imperiums gewesen sein soll. Von diesen Epochen ist jedoch im Stadtbild Quitos, dessen Kern ein spanischkoloniales Gepraege hat, keine Spur mehr zu bemerken. Den Mittelpnkt Quitos bildet ein groesserer, rechteckiger Platz mit Parkanlagen, der — wie in zahlreichen lateinamerikanischen Staedten — seit der Befrieung vom spanischen Regime “Plaza de Independencia” heisst. Er ist von drei Seiten von Haeusern im Kolonialstil umgeben, um deren Verkaufsstaende, Laeden und Schuhputzer sich unter den Arkaden bis in den spaeten Abend eine bunte Menge dr.aengt. Auch der Regierungspalast und das Stadthaus liegen hier. Die Südseite des Platzes wird von dem gewaltigen Komplex der Kathedrale begrenzt, mit Aussenfronten in klassischem Kirchenbarock. Von der Plaza gelangt man nach allen Seiten in enge von weissen, rotdachigen alten Haeusern eingefasste Strassen. Steil führen sie zu den Hügeln, zwischen denen die Altstadt aufwuchs, und gehen vielfach in riesige Stufen über. Seinen Ruhm als Metropole kolonialer Kunst verdankt das für heutige Begriffe verhaeltnismaessig kleine, laendlich wirkende Quito (250.000 Einwohner) seinen zahlreichen Kirchen, Kloestern und Museen. Insbesondere die San-Francisco-Kirche und die von den Jesuiten erbaute Compañía gelten als unvergleichlich in der westlichen Hern isphaere. Am Sonntag ist San Francisco mit Gläubigen gefüllt, meist Indos, die 70 Prozent der Bevoelkerung Ekuadors ausmachen. Fast alle in ihrer alten Tracht: die Maenner mit einem “poncho”, einer übergeworfenen dekke, durch deren Schlitz sie den Kopf stecken, die Frauen in vielfarbigen Blusen, Roecken und Tüchern, in die oft kleine Kinder gewickelt sind. Vor einem Altar sehe ich einem alten Indianer, der laut Gebete vor sich hinmurmelt und sich die Brust mehrmals weinend schlaegt — welche Untaten mag er wohl auf dem Gewissen haben? Als ich wieder ins Freie trete liegt vor mir der Platz, der grosse’ und eine unübersehbare Menschenmenge draengt sich um Zirkusbuden mit Miniatur-Einsenbahnen und andere Volks belustigungien. Durch die Calle Sucre _ benannt nach Marschall Sucre (Fortsetzung 4) ’ Agencia COPACABANA, Hotel Copacabana, Teléf. 12240- 1-2, Carilla 2fiAfi rSfclikÄ*:-:---

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