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Das Echo · 1959-01-15 · 195 (15.1.1959) · p. [Seite 2]

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Journal
Das Echo
Volume
9 (1958-1959)
Issue
195 (15.1.1959)
Date
1959-01-15
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German
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1 DAS ECHO 15. Januar 1959. 15. Jan» DAS ECHO hat sich grade in letzter Zeit intensive mit dem juedischen Sprachenproblem beschaeftigt und die Meinung vertreten, dass einzig und allein die hebraeische Sprache, dii¿ Sprache der kommenden juedischen Generationeon sein wird. . Unser gelegentlicher Mitarbeiter, der bekannte juedische Publizist Josef Fraenkel (London), vertritt in seiner gut fundierten Arbeit den Standpunkt, dass auch “Jiddisch” weiter existieren kann und wird, obwohl auch Fraenkel der hebraeischen Sprache eine Verbreitung, die die gesamte juedische Welt umspannt, voraussagt. Wahrscheinlich haben beide Auffassungen recht und es ist durchaus möglich, dass beide juedische Sprachen nebeneinander bestehen werden koennen; “Hebraleisch” als die Zentralsprache und “Jiddisch” als Nebensprache, besonders in der Golah. Weltorganisation für Jiddisch? von JOSEF FRAENKEL Der einstige Sprachenkampf in Palaestina war berechtigt, notwendig und brachte erhoffte Resultate. Es war schon damals klar, dass ein juedischer Staat nur eine nationale Sprache haben koennte. Der Kampf richtete sich in der Vergangenheit nicht nur gegen Jiddisch, aber auch Deutsch, Englisch und Franzoesisch, die Hauptsprachen der damaligen Schulen Palaestinas. Die hebraeische Sprache erwachte nach einem mehr als tausendjaehrigen Schlaf nicht allein durch einen Kuss eines Prinzen, sondern durch harte Arbeit, Anstrengungen und Bemueluingen der Zionistischen Organisation. Eigentlich war Hebraeisch nie tot, aber ails Umgangssprache wurde sie lebendig, da der Boden Palaestinas wieder von juedischen Kolonisten bearbeitet wurde. Aber auch das war nicht leich. Mit Muehe, Schweiss und Blut« wurde der Boden gruen und .mit GLaubenseifer, begeisterten Resolutionen und harter Ausdauer setzte sich Hebraeisch durch. Als Eliezer ben Jehuda in Jerusalem sich entschlossen hatte, zu Hause nur Hebraeisch zu sprechen, da verstand ihn nicht einmal seine Frau und es kam zu einem aufregenden Familienzwist. Seinen ersten Sieg fuer Hebraeisch holte er sich in seinem eigenen Heim. Der dramatische Kampf dauerte einige Jahrzehnte. Sogar Achad Haam musste in Tel Aviv erinnert werden: “Sprich Hebraeisch!” Jeder Staat sorgt fuer seine Sprache. In Israel ist heute Hebraeisch nicht nur die nationale, aber auch die “oeffentlich rechtlich gesicherte” Sprache. Da jede Konkurrenz verschwunden ist, herrschet in Israel Sprachenfreiheit und ein jeder kann ungestoert in welcher Sprache auch immer sprechen, Zeitungen herausgeben und Bücher veroeffentlichen. Im Jahre 1881 gab es nur eine Familie in Jerusalem, die Hebraeisch sprach, heute sind es Hunderttausende in Israel — gott segne ihre Zunge. Ganz anders verhielt es sich in der Diaspora. Hier war der Sprachenkampf zwischen Hebraeisch und Jiddisch zwecklos, sinnlos und schaedlich. Einst lautete die Parole: “Nur Jiddisch” oder “Nur Hebraeisch”. ln diesem Kampf gab es nur Verwundete und Besiegte. Die eigentlichen Sieger waren die Landessprachen. Die Jiddischsten hoehnten und verhoehnten damals Hebraeisch. Manche wandten sich damals deshalb von Jerusaiem ab und blickten nach Biro-Bidjan. Andererseits versuchten Hebraeisten Jiddisch als Sprache zu untergraben und ihre Propaganda fuer Hebraeisch ging Hand in Hand mit Heulen gegen Jiddisch. Und dann-unerwartet und ploetzlich - trat ein Waffenstillstand ein. Man hatte erkannt, dass die hebraeische Blume in der Diaspora eigentlich am schoensten und in aller Farbenpracht in einem jiddischen Garten bluehe. Wo Jiddisch verschwindet, da ist auch kein Boden fuer Hebraeisch. Wo Jiddisch verankert ist, da lebt Hebraeisch, herrscht eine rege juedische Aktivitaet und existiert eine eiserne Mauer gegen Assimilation. Eretz Israel hatte auf die Diaspora immer eine magnetische Anziehungskraft gehabt. Einst, da die Umgangssprache im babyüonischen Exil Aramaeisch war, bis heute, insbesondere auf die, die auch Jiddisch sprechen. . . , Dieser Waffenstillstand wird oft von F.inzelgaengern unterbrochen, gewoehnlich von solchen, die Pseudoliebe fuer Jiddisch angeben, aber in Wirklichkeit mit Hass gegen den Staat Israel erfuellt sind. Hier handelt es sich um Personen, die nicht mehr wissen, was sie mit den Ruinen ihrer Weltanschauung machen sollen. Um diese zu Vernunft zu bringen, gibt es kein Heilmittel. Aber es gibt auch einzelne eifrige Hebraeer, die ihren Kretizztig gegen Jiddisch weiter führen. Ihre Staerke ist- Stimmungsmaecherei gegen Jiddisch. Man koennte dies .als einen “toten” Krieg gegen Mamme-Loschen bezeichnen. Unlaengst schrieb einer, dass Jiddisch- “eine sterbende Sprache” waere. Wie ein lachender Erbe erklaerte er, dass Jiddisch- “ein juedischer Nachlass” waere. Auch verglich er Jiddisch zu - Latein. Wir Juden hatten immer-seit Jahrhunderten- Experten, die -Boeses prophezeiten. Einst verwendeten sie den Untergang des juedische Volkes, der juedischen Religion, der hebräischen Sprache, der Jeschiwoth ,der Synagogen oder sagten voraus, dass die Kolonisation in Palaestina zusammenbrechen werde. “Kein Zeichen wird vom Zionismus bleibenj”, schrieb einst einer der “Experten”. In unserer Zeit, im Jahre 1948, standen sie mit der Uhr in der Hand und weissagten den Einmarsch vom Mufti in Tel Aviv. Seit Generationen, beinahe Jahr fuer Jahr, traten “Propheten” insbesondere ueber Jiddisch auf-ihre Zahl ist wie Sand am Meer. Kann man Jiddisch mit Latein vergleichen? Wo veroeffentlichen heute Dichter und Schriftsteller ihre lateinii sehen Lieder, Romane und Erzaehl-! ungen? In Argentinien allein hat ein j Verleger seit dem letzten Weltkrieg! ueber - 140 Buecher in jiddischer Sprache her,ausgegeben. Wo gibt es ein lateinisches Theater? Aber in New York, Buenos Aires, Warschau, London und Bukarest wird Jiddisch gespielt. Mit Jiddisch kann man sich noch heute in aller Welt, sogar in Bombay oder Madagascar, verstaendigen. Jiddisch, venn auch schwach und im Rueckzug, wird nie sterben. Man macht ihm das Leben schwer und sauer, man behandelt es wie ein Stiefkind, es wird von der Landessprache verdraengt, von Assimilaten mit Steinen beworfen und von vielen verleugnet. Aber Jiddisch, zwar mit alten Narben und neuen Wunden, ist jung geblieben und hat die starke Natur eines Methusalems. Jiddiscn wandert. Es verschwindet in einem Land, in einer Stadt, in einem Bezirk und tauch in einer anderen Stadt auf. Beinahe ausgewandert aus (Fortsetzung Seite 6) De LA PAZ a LIMA Y CONEXION CON EL NUEVO VUELO LIMA PARIS por la RUTA MAS DIRECTA A EUROPA En un solo avión, con un solo asiento, un solo boleto, una sola noche a bordo.y sin necesidad de visas de tránsito. De Paris conexiones a toda Europa, Africa, Medio y Lejano Oriente. 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