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Das Echo · 1959-01-15 · 195 (15.1.1959) · p. [Seite 1]

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Journal
Das Echo
Volume
9 (1958-1959)
Issue
195 (15.1.1959)
Date
1959-01-15
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German
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I V empfiehlt sich fuer die Durchfuehrung von Reisen im Flugzeug, mit Schiff oder Bahn Beraten Sie sich mit uns - Sie werden durch TurBol gut bedient! Man spricht deutsch, englisch, franzoesisch und italienisch! SUCRE PALACE HOTEL Telef. 7651 - 4873 — Casilla 1129 DAS ECHO REVISTA DEMOCRATICA CULTURAL EN IDIOMA ALEMAN Die unabhaengige Hattwnonatsschrft Boliviens in deutscher Sprache fuer Politik, Kultur und Wirtschaft Direktor und Chefredakteur: Dr. Ludwig K. Stargardt Verlag: Editorial “El Progreso”, Empresa de Propaganda y Publicidad, La Paz - Obrajes - Bueros: La Paz, Calle Yungas 36 und Cochabamba, CaBeBaptista 429. - Postanschriften: Revista El Ectf - Casilla 2217 La Paz, oder Casilla 748 Cochabamba. — Druck: Editorial “KoWasuyo , Loayza 304. DAS ECHO erscheint am 15. und 30. eines jeden Monats. Anzeigenpreis: 1 komplette Seite Bs. 500.000.-—; kleinere Flaechen entsprechend weniger. — Sprechstunde der Redaktion: Mittwoch 6-7 Uhr nachmitags. a!! Jahrgang IX Nummer 195. 15. Januar 1959. — Preis: Bs. 500,- “...mit grosser Besorgnis ln der Gfeschaeftswelt ist es üblich am Jahres-Schluss Bilanz zu ziehen, um zu wissen was war und was ist. Auch der Chronist sollte ein politisches und soziales Soll und Haben aufstellen, um daraus die Schluessfe zu ziehen, was vom Geplanten erreicht wurde. Die vergangenen 365 Tage werden in das Geschichtsbuch nicht als (eine (Epoche besonderer Taten eingehend Auf allen Gebieten des politischen und sozialen Lebens merkte man mehr eine Stagnation, als Progressivitaet. Es wurde in dieser Periode unendlich viel geredet, sehr vieles projektiert, doch nur Weniges im positiven Sinne geschaffen. Das gesellschaftliche Leben der Menschheit stand auch im Jahre 1958 ganz im Schatten der politischen Aktion. Die UN gab fuer Kinderwartung und Erziehung die vorgesehenen Summen aus, ohne dass es jedoch wesentlich gelang, eines der grofessten sozialen Uebel, den Analphabetismus konstruktiv zu steuern. Im Gegenteil konnte man feststellen, dass in vielen Teilen Asiens und auch in manchen Gebieten Lateinamerikas, voellig Unzureichendes getan wurde, um das geistige Niveau der analphabetischen Millionen-Massen zu heben. Die medizinische Betreuung der breiten Massen hatte den Umfang wie im Jahre 1957, und konnte in weiten Gebieten recht viel Gutes tun. Das soziale Bewusstsein wurde jedoch im abgelaiffenen Jahr nicht sichtbar gestaerkt, die utfcndliche, graue Masse des Proletariats in den Industrielaendern schwamm ün allgemeinen im trueben Strom des Elends. Moderne Rationalisierungsmlethoden der Gross-Industrie machten im Laufe des Jahres 1958 Legionen von Arbeitern erwerbslos, die mit grosser Muehe und meist unter schlechteren Bedingungen, sich wieder in feinem Produktionsprozess einordnen konnten. Dagegen wurde viele Dinge geschaffen, die das Leben hier besser gestellte Schichten angenehmer machten. Der Mittelstand war in dfer Lage Kleinigkeiten zu erwerben, die tfers Leben leichter machten und vterschoenten. Fuer goessere Summen wurden von der Technik Dinge geschaffen, die sowohl im Betrieb, im Büro und im Haushalt sich als nützlich und arbeitsersparend bewaehrten. Ein besonderes Charakteristikum des abgelaufenen Jahres besteht darin, dass der Raten- Verkauf überall enorm gesteigert wurde, sodass modterne Technik auch im den Besitz von Menschen kommen konnte, mit relativ kleiner Boerse. Aber diese [letztere Verh^ufserscheinung beweist, dass e'ftie aftgGu meine Ueberproduktion vorhanden war, dife nur abgestossen werden konnte, durch Anwendung sehr grosszuegiger Verkaufskonditionen. Aber nicht nur auf dem Gebiet der Klein-Technik wurde Bedeutendes geleistet. Die Atomi-Wissenschaft konnte neue Erkenntnisse sammeln; besonders eindrucksvoll war die Fahrt des US-Atomschiffes unter der Eisdecke zum Nordpol. Die Fliegerei konnte gleichfalls vervollkommnet werden, besonders hierbei die Apparate mit Dü- .sei^ntvkh. Raketenbau, Mondgeschosse und andere künstliche Himmels1koerper wurden weiter entwickelt, und hielten oft die Menschheit im Atem. So grossartig die Physik und Technik sich entwickeln konnte, so steril 1; biiej>en die medizinisch-pharmakolohen Forschungen. Es gelang im abgelaufenen Jahr kein überragendes Pharmazfeutikum zu entwickeln, die Krebsforschung kam nicht entscheidend vorwaerts, ebenso wurde in der diagnostischen Technik und in der Chirugie nichts Bedeutungsvolles geschaffen. In den wissenschaftlichen Laboratorien wurde intensiv gearbeitet, es wurden auch in difesem Jahre gewaltige Betraege fuer Forschungsarbeiten zur Verfuegung gestellt, doch der grosse Wurf gelang in diesfem Jahre nicht. , M Die medizinischen jnd Naturwissenschaften konnten sich aber wahrscheinlich nicht sehr in humanitaeren Bahnen entwickeln, da ex cathedra. Weiterentwicklung der Waffenfiormen und der allgemeinen Kriegstechnik, gewünscht wurde. Hifer sind wir nun auf das politische Gebiet gelangt. Das Jahr 1958 war in politischer Sicht ein Jahr der Halbheiten, ein Jahr ohne Entscheidungen.D ie beiden NVtelt- Alaeehte “Vereinigte Staaten” und Sowjet!- Russland fanden nicht nur keinen Kontakt, sondern kamen noch weiter auseinander. Ergebnisse aus Konferenzfen wurden durch tendenzioese Deutungen verwaessert, es wurden gute Gesten gezeigt aber schlechte Taten gemacht Das Öst-West-Spannungsfeki wurde im abgelaufenen Jahr nicht paziliziert, feine Politik des Prestige und der Staerke, schuf immer neue und (Fortsetzung Seite 4) mm m Interkonfessionelle Zusammenarbeit Beziehungen und Unterschiede zwischen reügioesen Gruppen waren von jeher ein strittiges und umstritenes Problem. Besonders akut ist es zwischen Mehrheits- und Minderheitsgruppen, und es ist mit der Zeit auch nicht leichter geworden (obwohl es neue Formen angenommen hat), wenn auch der religioese Eifer vielleicht abgenommen hat. In den meisten fortschrittlichen, Laendern Europas, Amerikas und anderswo gibt es "Interkonfessionelle R.aete”, die von Menschen organisiert sind, welche den Ernst des Problems und seine moralischen und sozialen Verpflichtungen verstehen, ln vielen Laendern, in denen Juden als Minoritaet leben, besteht ein "Christlich-jtiedischer Rat”, welcher sich besonders mit den Beziehungen zwischen diesen beiden Gemeinschaften befasst, wobei die eine zahlenmaessig der anderen sehr ueberlegen ist. Israel ist natuerlich von diesen Problemen nicht verschont geblieben - in einem einzigartigen Zusammenhang. Israel ist das einzige Land der Welt, in welchem Juden die ueberwaeltigende Majoritaet der Bevoelkernng bilden, waehrend Christen, Mohmmedaner und Drusen nur einen kleinen Teil darstellen, alles in allem etwa ein Zehntel. Diese Lage legt den Juden von Israel eine Verpflichtung auf, die ueberall in der Welt von den anderen getragen wird, die aber in Israel zu ihren Obliegenheiten gehoert. Es ist immer die Majoritaet, welche die Hauptverautwortung fuer die Beziehungen zwischen ihr und dem Rest uebernehmen muss, eine Verantwortung, der sich keine zivilisierte Gemeinschaft entziehen wird. Gerade weil ueberall in der Welt die Juden eine Minoritaetengruppe sind (zahlenmaessig in den meiseen Faellen eine sehr kleine Minoritaet), haben sich bei ihnen verschiedene Befuerchtungen und viel Argwohn in Bezug auf die nicht-juedische Majoritaet ergeben. Unglueckseligerweise war in nur zu vielen Faellen genuegende Gruiid- I läge fuer Argwohn und Befuerchtl ungen gegeben, und sie im Bewusstsi ein sowie im Unbewussten des Juden | tief verwurzelt geblieben. ■ Vielleicht besteht aus diesem mehr i als aus irgendeinem anderen Grunde! hier in Israel, wo die juedische Position eine so radikal andere ist, eine Verpflichtung seitens der Juden, Bedingungen zu schaffen, welche aeiinli-; che Befuerchtungen und jeden Argwohn bei den hiesigen Minoritaetengruppen nicht aufkommen lassen. Christen, |Mohammedaner und Drusen haben ein Recht, von den Juden den gleichen Grad von Verstaendnis, , Bruederlichkeit und Toleranz zu fordern, welchen die Juden in anderen Laendern fuer sich beanspruchen. Der Prozess der Anpassung an eine so gaenzlich neue Situation war weder fuer die Juden noch fuer die anderen leicht. Es herrschte bei fast allen Menschen viel guter Wille vor. Aber auch Symptome von Intoleranz, Argwohn, Furcht, Obskurantismus und gelegentlich geradezu Hass waren unvermeidlich. Und obwohl diese Symptome in der Hauptsache auf Fanatiker und Ignoranten hier und dort beschraenkt blieben, haben sie gelegentlich recht unangenehme Proportionen angenommen. Um dieser Situation zu begegnen, ist jetzt bei uns eine Organisation ins Leben gerufen worden, die sich “Komitee fuer interkonfessionelles Verstaendnis in Israel und der Welt” nennt. Es ist eine ermutigende Tatsache, dass dies vielleicht die repraesentativste freiwillige Koersperschaft ist, die jemals in Israel gegruendet wurde. Sie ist auf juedische Initiative hin ins Leben gerufen worden, besteht aber ausser aus Juden aus Christen aller Sekten, Mohammedanern und Drusen. Rechtsanwaelte und Geschaeftsleute aus dem juedischen Tel Aviv sitzen Seite an Seite mit ihren Kollegen aus dem arabischen Nazareth. Es sind unter ihnen Mitglieder der Arbeiterbewegung und der Kibbutzim, aller politischen Parteien (ausser den Kommunisten), aus allen Teilen des Lan- (Fortsetzung Seite 4) VOR IHRER REISE informieren Sie sich in der Agencia COPACABANA! Hotel CopaoabarXx^ L-iJ ÎITUTE UErf YA

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