Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 194 (30.12.1958)
- Date
- 1958-12-30
- Page
- [Seite 6] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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DAS ECHO 30. Dezember L95B. ARTERIENVERKALKUNG UND ERNAEHRUNG Die Gefatesserkrankungen, vor aiiem die Arterienverkalkung, nehmen m allen zivilisierten Laendem zu. Man glaubt Zusammenhänge mit der Ernaehrung feststellen zu koennen. AHzureichhche Ernaehrung im allgemeinen und übermaessig? Fettzufuhr m besonderen wird für die Geiaesentartung verantwortlich gemacht. Sicher sind aber noch andere Faktoren beteiligt und die Emaehrungsmythologie, die sich bereits um die Getaesserkrankung'en gebildet hat, enthalt erhebliche Übertreibungen. Sollche Übertreibungen werden nur zu «acht volkstümlich, wozu die sogenannten Emaehrungslehren der verschiedenen Naturapostel ihr Teil beitragen. Was laesst sich wissenschaftlich nieute über den Zusammenhang zwischen Ernaehrung und Arteriosklerose aussagen? Mit dieser Frage beschaefngte sich eine internationale Gelehrtentagung in Bad Neuemahr im Rheinland, zu welcher dfe Deutsche Gesellschaft für Ernaehrung eingeladen hatte Im allgemeinen war aus den Berichten namhafter Forscher aus verschiedenen Laendem die Tendenz zu erkennen, die Emaehrungszusammenhaenge d?r Gefaesserkrankungen eher mit Vorsicht zu beurteilen. Lange Zeit hatten bedeutende Gelehrte die Ansicht vertreten, dass zu viel Cholesterin in der Nahrung an der Gefaessverkalkung schuld sei. Das Cholesterin ist ein Stoff, der in bestimmten Mengen normal im Koerper vorkommt und biologisch wichtig ist Es ist dfe Grundsubstanz der überaus wichtigen Gruppe der Sterine und unter anderem mit den Keimdrüsenhormonen verwandt. Die hochwertigen Nahrungsmittel, wie Fleisch oder Eier, enthalten unendliche Mengen an Cholesterin. Abscheidungen von Cholesterin gehen der Bildung von Kalkplaettchen an den Ctefaesswaenden voraus. Man riet also. we. niger Fleisch, Eier usw. zu essen. - Schon auf der vorangehenden Tagung der Deutschen Gesellschaft für Ernaehrung hatten deutsche Gelehrte festgestellt, dass nicht der an sich Weine Cholesterin-Gehalt der Nahrung für die Arteriosklerose verantwortlich ist, sondern das Cholesterin, das sich aus den in der Nahrung enthaltenen Fetten durch chemische Umwandlungen im Koerper bildet. Also weg mit dem Fett, rief man nun, namentlich mit den sogenannten gesaettfeten Fettsaeuren, 'die zur Umwandlung in Chotesterin neigen. Die ungesättigten Fettsaeuren dagegen sind unbedenklich. Sie finden sich in den Oelen, ausgenommen den gehaerteten (Margarine), in denen chemische Saettigung eingetreten ist. ln kleineren Mengen sind ungesaettigte Fettsaeuren allerdings in alten Nahrungsfetten (am meisten in Butter) und auch vielen anderen Nahrungsmitteln enthalten. Dfe Verabreichung ungesaettigter Fettsaeuren in Gestalt von Nahrungsoelen senkt tatsaechlich den Cholesterin - Spiegel im Blut. Dennoch ist es zu früh, bestimmte Fettarten zur Ernaehrung zu empfehlen und andere zu verdammen. Auf der Neuenahrer Tagung neigte man im allgemeinen zu der Empfehlung, den Fettanteil in der Nahrung zu vermindern und für ein°n ausreichenden Anteil ungesaettigter Fettsaeuren zu sorgen. Doch war man weit von irgendwelcher Einseitigkeit entfernt. Eine genauere Betrachtung der üblichen Nahrung zeigt naemlich, dass wir uns mit den verschiedensten Nahrungsmitteln ganz erhebliche Mengen an ungesaettigten Fettsaeuren zuführen und wahrscheinlich keinen Mangel an diesen leiden. Es waere unangebracht, nach dem überwundenen Cholesterin- Schreck (kein Fleisch, kleine Eier usw.) nun einen Fettschreck oder einen Aberglauben .an ungesaettigte Pettsaeuren zu propagieren. Soweit die Gefaesserkrankungen mit d'er Emaehrung zusammenhaengen, scheint eher eine allgemein*? Über ernaehrung in den bessergestellten Laendem, beziehungsweise Bevoelkerungsschichten mitzuspieten. Da diese stets mit erhoehter Fettzufuhr einhergeht, sind die beidien Probleme ineinander verzahnt. Schon klassisch sind die Berichte über die Erfahrungen in Deutschland waehrend der Periode mangelhafter Ernaehrung nach dem fetzten Kriege. Professor Pezold (Berlin) erinnerte daran, dass er bei 6700 Sektionen in den Hungerjahren 1947-49 nur in der Hatelfte seiner Faelle Arterienverkalkung fand, in den Überflussjahren 1955-57 aber in zwei Dritteln der Faelle. Die Sklerose der Herzknajizgefaesse, die oft zum Herzinfarkt führt, war in den Notjahren nur bei 30 Prozent der Fäelle zu finden, in den Jahren der Fülle aber bei 63 Prozent, ln der Mangelzeit hatte man in Berlin nur 1800 Kalorien Gesamtnahrung zur Verfügung, davon nur ein Zehntel in Gestalt von Fett. In Jahren guter Ernaehrung hatten die Faelle Pezolds meist 3500 Kalorien taeglich zu sich genommen, davon ein Drittel als Fett. Von den Maennem über 50 Jahren waren in den Mangeljahren 80 Prozent, in den Jahren der Fülle 100 Prozent mit Arteriosklerose verschiedenen Grades behaftet. Diese letzte Zahl mahnt .allerdings zur Vorsicht bei der Beurteilung des Ernaehmngseinflusses. in hoehet?m Lebensalter ist die Verkalkung zu allen Zeiten eine fast normal? Erscheinung, ein Unterschied von 80 und 100 Prozent ist zwar bedeutsam, aber nicht zur Begründung einer ganzten Ernaehrungslehre ausreichend. Eindrucksvoller sind Pezolds Zahlen über die Erkrankungen der Herzkr.anzg?faesse. Es ist ziemlich sicher, dass wir zuviel essen; man kaeme nach den wissenschaftlichen Nonnen mit 2400 Kalorien tauglich aus, die praktischen Erfahrungen lassen noch erheblich geringere Mengen als ausreichend erscheinne. Der Arteriosklerotiker hat mehr Fett im Blut als der Gesunde. Nach Erfolgreiche Nierenübsrpflanzug Vor einem Jahr haben amerikanische Chirugen eine Operation ausgeführt, die zweifellos einen Ehrenplatz in der Geschichte der Heilkunde verdient. Zum ersten Male wurde eine Niere erfolgreich von einem Menschen auf einen anderen überpflanzt. Heute, ein ganzes Jahr nach der Operation, ist der Patient, soweit es sich feststeilen laesst, geheilt u. führt ein normales Dasein. Richard Herrick, den eine Schrumpfniere zum Tode verurteilt zu haben schien, verdankt seine Gesundung zwei Tatsachen: dem Geschick 1 seiner Aerzte und dem glücklichen : Umstand, dass er einen erbgleichen Zwilfingsbruder hat, der ihm eine sei-! ner beiden Nieren spendete. i Als Richard Herrick im Oktober I 1957 mit einer beiderseitigen Sch- ' rumpfniere in ein Krankenhaus in Boston eingeliefert wurde, bestand wenig Hoffnung, das Leben des 23- Jaehrigen retten zu koennen. Man; versuchte es mit einer sogenannten, künstlichen Niere, einem Apparat, der das Blut des Kranken durch Zel- \ lophanroehren pumpt, die in einer speziell praeparierten Flüssigkeit sch- +********tMMMi *+*** •¥ **¥■** fettreichen Mahlzeiten finden sich vorübergehend winzige Troepfchen Fett im Blut. Ein einfacher Zusammenhang zwischen F?tt und Arterienverkalkung besteht aber nicht Man kann den Überschuss an Fett und Cholesterin naemlich durch Fettzufuhr aus dem Blut bbeseitigen, w'enn gewisse Fettgemische, die auch gesaettigte Fettsaeuren enthalten, verabreicht werden, werden, ferner durch gewisse Stoffe, die man aus der Sojabohne gewinnt, dfe schon immer als gesundes Nahrungsmittel gegolten hat. Es gibt aber noch ein einfacheres Mittel: koerperliche Arbeit! Diese wirkt sogar am schnellsten. Hier werden Zusammenhaenge zwischen den Gefaesserkrankungen und dem Mangel an koerperlicher Betaetigung in weifen Kreisen der Bevölkerung sichtbar. Emaehrun gsaen derun gen allein werden die Gefaesserkrankungen wahrscheinlich nicht eindaentmen koenneir, eine Aeruterung der ganzen Lebensweise, von der die Ernaehrung nur ein Teil ist, koennte es wahrscheinlich. Übrigens sind Gefaesskrankheiten nich auf den Menschen besch'- raenkt. Im Schwarzwald bemerkten Schweinenzüchter, die wertvoll?, hochgezüchtete Schweinerassen hielten, in letzter Z?it ein haeufiges Eingehen der Tiere. An der Universitaet Freiburg j wurde festgestellt, das die Schweine; am H?rzinfarkt, einer Art Manager-! krankheit, gestorben waren Es stellte; sich heraus, dass diese hochgezüchteten Schweinerassen mit d?r her- | koemmlichen, hauptsaechüch pflanzlichen Nahrung nicht auskamen. So- \ bald man ihrem Futter zehn Prozent j tierisches Eiw?iss in Form von Milch, i Fischmehl oder Kraftfutter zusetzte, j hoerte der Herztod auf. Hier half also eher ein? hoehrwertige Ernaehrung gegen den Gefaesstod als eine minderwertige, irrigerweise “natürlich?” genannte. Walter Theimer * * Die Vertrauens wuerdige * kc * * GELD)-WECHSELSTUBE + Tb * * * * DOLLARS, * * * * ♦ PESOS, + * A * SOLES, Etc. -K * Tb * TRAVELLERS Ltda. * * * ki * * Loayza 88, Teléfono 3077 + * Tb Tb Casilla N- 139 ■¥ * ************************ wimmen. Die Flüssigkeit absorbiert die im Blut angesammelten Giftstoffe, und auf diese Weise kann der Apparat zeitweise die Funktion der Niere übernehmen. Auch bei Richard Herrick bewaehrte er sich eine Zeitlang, aber bald stellte es sich heraus, dass der Schrumpfungsprozess seiner Nieren nicht aufzuhalten war. Die Aerzte traten an den Zwillingsbruder des Todkranken, einen ¿Studenten, heran und fragten ihn, ob er bereit sei, seinem Bruder eine seiner gesunden Nieren zu spenden. Sie erklaerten Ronald Herrick, dass man auch .mit nur einer Niere ein normales Leben führen koenne. Versuchsweise vorgenommene Haut-Trasplantationen zwischen Richard und Ronald hatten erwiesen, dass die beiden erbgleich waren. Ronald erklaerte sich bereit, dem Bruder eine Niere zu opfern. Und so gingen eines Tages zwei Gruppen von Chirurgen ans Werk. Im Laufe der doppelten Operation, die fünfeinhalb Stunden dauerte, wurde Ronalds linke Niere ent fernt und Richard rechstsse'tig einverleibt. 14 Tage spaeter wurde Ronald aus dem Krankenhaus entlassen. Er erholte sich schnell und vermisst die seinem Bruder gespendete Niere in keiner Weise. Richard blieb weitere 23 Tage im Hospital. Als er entlassen wurde, war sein früher ausserordentlich hoher Blutdruck normal geworden, und sein stark vergroessertes Herz hatte wieder normalen Umfang. Heute lebt er nur mit der Niere seines Bruders. Die Bedeutung dieser Operation geht weit über de nEinzelfal'l hinaus. Die aerztliche Wissenschaft und die Chirurgie haben viel aus dieseerfolgreichen Nieren-Transplantafion frelernt und d:e Forschung wird 1 manchen Nutzen daraus ziehen. NEUE JUEDISCHET NOBELPREISTRAEGER Infolge Raummangel konnten wir leider in unserer vorigen Ausgabe nicht die Liste der diesjaehrigen juedischen Nohelpreistraeger veroeffenttichen. Wir freuen uns, dass auch in diesem Jahre drei Juden die hoechste internationale Auszeichnung erhielten. Die neuen Nohelpreistraeger sind u.a.: JOSHUDA LEDERBERG, erst 33 Jahre alt, und damit der juengste Nobelpreistraeger, den es in der Geschichte der Medizin bisher gegeben hat. Dr. Lederberg ist Professor an der Madison Universitaet im Staat Washington, und er erhielt den Nobelpreis fuer Medizin in Anerkennung fuer seine Arbeiten, auf kuenstlichen Wege die Moeglichkeit der Veraenderung der Erbsubstanz nachzuweisen. — Die ARNO NADEL Messias Lied Messias, Sohn Davids, sitzt obeni [an, I in Gold, in Silber angetan. Er haelt mit einen Becher in der [rechten Hand, er spricht den Segen übers ganze [Land. Amen und Amen, das ist wahr, Erioesung wird kommen noch [dieses Jahr. Kommt sie geritten, haben wir ausgelitten. ’ Kommt sie gefahren, j werden wir gute Zeiten gewah-; [ren. j Kommt sie gegangen, werden die Toten das ewige i Leben erlangen. * Ins Land Israel werden wir gehn, j! nach Zion komme der-Erloeser— I [Amen, Amen. Schwedische Akademie fuer Wissenschaften hat den diesjaehrigen Nobelpreis fuer Physik dem sowjetischen Atomwissenschaftler IGOR TAMM zuerkannt — Den Literatur-Nobelpreis bekam BORIS PASTERNAK, gleichfalls Sowjetrusse, fuer seinen Roman "Doktor Schiwago”, ein Werk von feinter literarischer Brillanz und hoechstem geistigen und moralischen Niveau, welches nicht die politische Sensation brauchte, die diese Verleihung ausloeste, um ein Bestseller auf dem internationalen Buechermarkt zu werden. Diese drei diesjaehrigen Nobeipreistraeger beweisen aufs Neue, welche starken geistigen und schoepferischen Energien in dem kleinen juedischen Volk vorhanden sind. Ö BIEBER 20 de Octubre 582 o 0 o 4 o LA PAZ n ERSTKLASSIG o in Kaffee - Kuchen Eis ERSTKLASSIG A als Speise - Restaun o D o =xo rant, in Mittag- und o Abend - Essen! ..»r-tor-- H aoi H O G A R AISTRIACO Yccnacccha 280 DAS GUTE RESTAURANT im Stadt-Zentrum! Mittags - und Abendtisch! Nachmittag»: 'Kaffeehaus - Betrieb! Montags geschlossen!