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Das Echo · 1958-12-30 · 194 (30.12.1958) · p. [Seite 4]

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Journal
Das Echo
Volume
9 (1958-1959)
Issue
194 (30.12.1958)
Date
1958-12-30
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German
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DAS ECHO’’ 30. Dezember 1958. 30. NE RI T ic MI1EI (Fuer die aus dem Leserkreis veroeffentlichten Zuschriften uebernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung) Redaktion ‘‘Das Echo" La Paz “DIE SPRACHE DER JUDEN” Sehr geehrte Redaktion! Ihr Artikel “Die Sprache der Juden” hat mich sehr interessiert, und ich moechte mir gestatten, hierzu kurz Stellung zu nehmen. Int Prinzip bin ich mit Ihnen ein- : verstanden, dass sich alle Juden bemuehen sollten, hebraeisch zu sprechen. Leider aber ist dieser Wunsch nur ein Projekt, welches lange Zeit brauchen duerfte, um zur Durchfuehrung zu kommen. Wir haben aber ein brennendes Jugendproblem, welches keinen Zeitaufschub gestattet. Seit vielen Jahren gibt es hier eine Jugend, deren Muttersprache spanisch ist. Fuer diese Jugend ist spanisch nicht die Sprache der Emigration, son- ' dem die Muttersprache. Wenn man sich an sie wenden will, muss man spanisch sprechen. Diese Einfuehlung in unsere Jugend, ist leider von unseren Organisation voellig vernachlaesi sigt worden. Da die Muttersprache der; meisten Organisationsleiter deutsch oder jiddisch ist, und sie die spanische 1 Sprache nicht genuegend beherrschen, legen sie keinen Wert auf Veranstaltungen in spanischer Sprache. Die Foli ge ist, dass die Jugend diese Veranstaltungen, seien sie religioeser oder zionistischer Natur, nicht besucht. Sie j wird erzieherisch nicht erfasst, und ein grosser Teil der Schuld, wen sie assimiliert und fuer unsere Probleme kein Interesse aufbringt, liegt an den Organisationen. Logischerweise wird hierdurch im Organisationsleben unseres Jischuv ein Vakuum entstehen .falls dies nicht bereits geschehen ist. Darum moechte ich vorschlagen, dass die Organisationen ihre Veranstaltungen in Zukunft moegüchst in spanischer Sprache abhalten sollen, und ihr Augenmerk darauf legen, unsere Jugend fuer allgemein-juedische Fragen zu interessieren. Trotzdem waere es sehr wichtig, auch fuer eine intensivere Verbreitung der hehraeischen Sprache zu sorgen. La Paz. 22. Dezember 1958. (ges.) H. B. Namen und Adresse sind der Redaktion bekannt. Anmerkung der Redaktion: Wir danken dem Herrn Einsender, der Wesentliches zu unserem Diskussiosbeitrag in unserer vorigen Ausgabe aussagen konnte. Zweifelsohne koennte man groessere Teile unserer Jugend interessieren, wenn wuchtige juedische oder zionistische Veranstaltungen in spanischer Sprache abgehalten werden wuerden. Aber dieser Veranstaltungen wuerden alsdann wieder von unserer “reiferen Jugend” gemieden werden, die Reden und Predigten in deutscher Sprache wuenschen. Es bleibt also als ' Zwischenloesung, dass unsere Organi- ' sationen mehr als bisher Jugendveranstaltungen organisieren, in welchen : ( man die juedisch interessierte Jugend! ' spanisch anspricht.! Der Herr Einsender aber geht an j einer wichtigen Problemloesung vorbei, die wir forderten: die Hebraeisierung dt“ Kleinkindes. Wir sind der Meinung, dass Sprache nicht nur ein mechanisches Verstaendigungsmittel, sondern; ein psychisches Moment ist. welches den Menschen stark beeinflusst. Dass unsere Kinder die Landessprache (spa- : nisch) beherrschen, ist selbstverstaend. lieh, .auesserst wichtig aber ist die voellige Erfassung der hebraeischen Sprache, damit unsere Jugend intensiver juedisch denken und fuehien kann. Wir sind sicher, das bei einer guten Beherrschung der hebraeischen Spra-; che in den Kreisen unserer Jugend, \ viel lebendiger der Wunsch nach der Alijah sein wird — und eben darum geht es uns! Die Alijah nach Israel ¡st von i Bolivien aus jaemmerlich. Forcierung der Israel-Sprache koennte u. E. in unseren Jugendkreisen, einen erhoehten Alijah-Willen aus loessen. Dieses Thema welches hier zu I Debatte steht, ist derart wichtig, dass wir unsere Leser bitten, uns ihre Meinung hierzu mitzuteilen. Anschrift: Casilla 2217 La Paz, 1 Revista El Eco. che mit der “WI6UMA" ln letzter Zeit wurde von Bundeskanzler Adenauer und andern prominenten Deutschen betont, dass die Wiedergutmachung (,rWiguma”) selbstverstaendliche Ehrenpflicht des westdeutschen Staates sei und alles .aufgeboten werden wird, damit diese “Wiedergutmachung” schnell und gerecht durchgefuehrt wird. Leider stehen diese Worte im Gegensatz zu der Durchfuehrung der Wiedergutmachung. In letzter Zeit gingen in unserer Redaktion bemerkenswert viele Briefe ein, die uns Benachteiligungen und Verzoegerungen in der “Wiedergutmachung” mitteilten. Persoenliche Unterredungen mit unseren Lesern, zeigten uns in vielen Faellen die peinlichen Maengel der Wiedergutmachungsbearbeitungen auf. Es wird immer klarer, dass die, die noch nicht im Besitz der “Wiedergutmachung” sind, es schwer haben, um zu ihrem Recht zu kommen. Immer mehr Faelle ereignen sich, in denen Antraege abgdehnt, wo die Summen arg beschnitten werden. Die Bearbeitung wird immer schleppender, hoefliche Briefe bezw. Anfragen an die Entsschaedigurgsaemter werden nicht beantwortet, sodass man es verstehen kann, dass in den weiten Kreisen der noch nicht ausgezahlten Wiedergutmachungsberechtigten Nervositaet herrscht Besonders findet diese dadurch Nahrung, dass man glaubt, in gewissen Bearbeitungen Ungerechtigkeiten gegenueber wirklich Beduerftigen, zu sehen. Uns vorliegende Statistiken, zeigen ruecklaeufige Tendenzen in Zahlungen, Reduktion in der Einstufung und Buerokratisierung in der Bearbeitung. Bemerkenswert ist die Zunahme von Ablehnungen, bei oft nur geringfuegigen fehlerhaften Angaben, die insbesondere Leute betrifft, die ihre Sache allein bearbeiten, um die hohen Anwaltskosten zu sparen. Weiterhin ist die Feststellung bemerkenswert, dass Schwierigkeiten in allen Entschaedigungsaemtern zu beobachten sind, sodass angenommen werden muss, dass die einschraenkenden Massnahmen von Direktiven durch oberste Instanzen herruehren. In allen Entschaedigungs-'Sparten gilt es heute Widerstaende zu ueberwinden, die vor einiger Zeit nicht (oder kaum) vorhanden waren. Die Statistik des Bundesfinanzministeriums vom 30. Juni 1958 be- DAS ECH.0 im Urteil seiner Leser: Ihr "Echo" ist hier immer eine grosse Freude. Ihre Artikel geben uns Anregungen, die wir in anderen Zeitungen, die nicht so unparteiisch zu schreiben wagen, vergebens suchen. (Gez.) SIGFRIED GABRIEL Lima, Perú, 14. Dezember 1958 weist, dass im 1. Vierteljahr 58/59 die Entschaedigungsaemter 15 Millionen D Mark weniger zahlten, als im letzten Etatsvierteljahr 57/58. Aus dieser amtlichen Statistik geht klar hervor, dass die Hoehe von Zahlungen fiel, die Anzahl von Ablehnungen gestiegen ist. Nach diesen Angaben duerften die Wiguma-Zahlungen fuer das gesamte Etatsjahr DM 1.750 Millionen (gegenueber 2,500 Mill. DM gemaes der Kalkulation fuer 58/59) betragen. Wie schon betont, sind in allen Entsch.aedigungsaemtern abfallende Zahlungsleistungen festzustellen, was .zur berechtigten Besorgnis fuer die Zukunft Anlass gibt. Besonders aufschlussreich sind folgende Zahlen: Bis zum 30. Juni 1958 wurden 2.730.379 Ansprueche eingereicht, von denen nur 931.574 erledigt werden konnten, sodass (am 1.8.58) 1.798.823 Antraege ohne Bearbeitung blieben. Insgesamt wurden fuer die erledigten Ansprueche 4.840.185 DM ausgegeben, was eine Durchschnittszablung in Hoehe von DM 9846 bedeutetd. ln fast fuenf Jahren wurden bisher 33.8 c/c der Antraege erledigt. Da nach dem Gesetz bis zum 31. Maerz 1963 das BEG voll erfuellt sein muss, erscheint es uns unwahrscheinlich, dass in den uns noch verbleibenden knapp 4 1/2 Jahren die gewaltigen Antragsbestaende korrekt aufgearbeitet werden koennen. - Immer mehr Antragssteller sterben hin, ohne das zu erleben, was das deut. sehe Parlament als “Wiedergutmachung” fuer Naziopfer, als Moralgesetz schuf. Immer groesser wird der Kreis von Kranken und Mueden, die in Beduerftikeit 'leben muessen, weil ihnen nicht das Recht zu Teil wird, auf welches sie absoluten Anspruch haben. Die deutschen Finanzen bluehen; es werden gewaltige Auslandskredite gegeben, Mammutsummen werden fuer Militaer verausgabt, gigantische Pensionen und andere Entschaedigungen erhalten notorische Nazis-es waere endlich an der Zeit, dass die Worte von Adenauer und Heuss realisiert werden, und Wiedergutmachungszahlungen laufend und grosszuegig geleistet werden, damit das BEG seinen sittlichen Sinn bewahrt. ie 1 k a s . OESTERREICHISCHE - WIEDERGUTMACHUNG Wie wir an anderer Stelle dieser Ausgabe mitteilen, wurde in Cochabamba ein Verein zum Schutze der Wiedergutmachungs - Ansprueche von Oesterreichern gegruendet, eine Aktion, die zu begruessen ist, und eine solche Massnahme auch den Oesterreichern in La Paz zu empfehlen waere. Bekanntlich hat Wien geradezu skandalleus auf die Wiedergutmachtingsansprueche reagiert. Der Zahlungsunwillen gegen die oesterreichrschen Opfer des Nazismus ist eklatant, und fordert zum energischen Protest heraus. .Es ist bekannt, ciass den Juden Oesterreichs Vermoegenswerte in Hoehe von mehr als I Milliarde Dollar geraubt wurden, die auch heute noch im Besitze von christlichen Oesterreichern sind. Es ist bewiesen, dass den Juden in Oesterreich 60.000 Wohnungen und ca. 6000 üeschaefte enteignet wurden. Diesen klaren Zahlen entgegen, setzte die Oesterreichische Regierung einen “Hilfsfonds” von 20 Millionen Dollar, obwohl sie sich im Staatsvertrage vom Mai 1955 dazu verdichte, den Juden Ooesterreichs eine gerechte Wiedergutmachung zu zahlen. Dass die Oesterreicher nicht gewaltsam an Deutschland gekettet wurden, sondern echte und begeisterte Nazis waren ,die in ihrem antisemitischen ELan noch die deutschen Nazis uebertrafen, bedarf heute keiner Beweisfuehrung mehr. Besonders bedauerlich aber bleibt die Tatsache, dass oesterr. Behoerden, grosszuegig Gelder an Nazis zahlen, und grosse Posten mit belasteten Nazis besetzen. Die oesterreichischen Nazigeschaedigten in Bolivien sollten sich zu einem gut organisierten Landesverband Zusammenschlüssen als Gruppe des in Haifa bestehenden Weltverbandes der “Vereinigung der Juden aus Oesterreich”. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass ein wohlorganisierter, konzentrischer Druck, die wiener Regierung zu einer totalen Revision ihres heutigen Wiedergutmachungswillen veranlassen duerfte. Die wirksamsten Arrangements Tafeldekorationen liefert das fuehrende Blumenspezialhaus in La Paz une ose Av. 6 de Agosto 530 Telefon 8969 ■ iiiiiiiniiiiiiiiniiiiiii , : RI Li V, Gesic! das 1 ”1958'' gen. m gruess froehlic gen, 1 Recht tr.ende mit sch< sehen; ( derschc men in ten sollt mal vor soll ma Ncechsti Optimist niât fu< sie ist.. Glai denialls neuen werden Optimisn nen, dass erfreulich Vergang Bolivien ueberwui dann wie bitte? 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