Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 189 (30.9.1958)
- Date
- 1958-09-30
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Página 4 DAS ECHO” 30. September 1958. Das Bildungsniveau in Israel Von Haim Shachter Eine vom Statistischen Zentralbiiro in Israel jm vergangenen Jahr durchgeführte Umfrage scholoss Auskünfte über die wissenschaftliche Bildung der ausgew.aehlten Personen ein. Die Resultate dieser Enquete die, jetzt veroeffentl'cht wurden si,nd von besonderem Interesse. Sie zeigen, dass 14 Prozent der erwachsenen jüdischen Bevoelkekrung (von 15 Jahren aufwaerts) weder schreiben noch lesen koennen, waehrend in der nicht-jüdischen Bevölkerung des Landes der Prozentsatz der Analphabeten 30 bei Maennern und 77 bei Frauen betrug. Die Anzahl der befragten Juden betrug 1 1556 600. Von diesen waren 550 100 Alteingesessene und scholossen 283 600 Maenner und 266 500 Frauen, ein. Die übrigen 606 500 waren nach j dem 15. Mai 1948 ins Land gekommen j — 299 500 Maenner und 307 700 j Frauen. Wenn man die Zahl der Analphabeten unter der jüdischen Bevölkerung prüft, so zeigt sich, dass unter 100 Maennern der alteingesessenen Bevoelkerung nur 3,8 Prozent weder schreiben noch lesen konnten, waehrend unter den Frauen nur 6,7 Prozent Analphabeten zu verzeichnen waren. Dagegen waren unter den unter den Frauen 29 Prozent Analphabeten.. Ferner konnte etwa 35,3 Prozent unter den weiblichen Neueinwanderern nur in einer anderen Sprache als Hebraeisch lesen und schreiben. Einige interessante Tatsachen ergab die Prü fung hinsichtlich des Geburtenlandes der Bevoelkerung. 47 Prozent aller Frauen unter der alteingesessenen Bevoelkerung und 52 i Prozent unter den Frauen der neuen; Einwanderer, die in asiatischen oder! afrikanischen Laendern geboren wa- I ren, sind Analphabeten. Keine besonderen Unterschiede sind zwischen der I alteingesessenen Bevoelkarung und den neuen immigranten fühlbar, die aus Europa oder Afrika stammen; nur 6,2 Prozent Frauen aus diesen Laenj dern sind Analphabeten. | Das Analphabetentum unter der Bevoelkerung waechst mit dem Alter. Waehrend es i nder Altersgruppe von 14 bis 29 Jahren nur 0,9 Prozent bei der alteingesessenen Bevoelkerung und I 8,9 Prozent unter den Neueinwanderern betraegt, steig der Prozentsatz in der Altersgruppe über 60 Jäher auf 11,6 unter den Alteingesessenen und1 26,4 Prozent unter den Neueinwan- : derern. Daraus folgt, dass es durch j erzieherische und kulturelle Arbeit i unter den Alteingesessenen zwar; gelungen ist, das Analphabetentum zu | überwindden, besonders bei Menschen i unter 60 Jahren, dass aber die Situa-! tion weniger ermutigend bei den Neuej inwanderen wirkt, da viele der jungen j Menschen ohne jede Schulbildung ins Land kommen. Dies zeigt sich darin,; dass der Prozentsatz der Analphabej ten unter den neuen Einwanderern; f,m Alter von 14 bis 29 Jahren fast ] zehnmal hoeher ist ,a1s der unter den alten Bewohnern gleichen Alters, waehrend das Verhaeltnis des Analphabetentums über 60 Jahren 2:1 ist. Daraus folgt, dass diejenigen Teile des Landes, die hauptsaechlich mit Neueinwanderern besiedelt sind, die meisten Analphabeten aufweisen, ¿n erster Linie die laendlichen Siedlungen und die Kleinwirtschaften besonders in ausgesprochenen Neueinwanderer- Doerfern. Der Zustand hat indessen auch auf die grossen Staedte zurückgewirkt. Jerusalem hat z.B. relativ mehr neue Einwanderer aufgenommen als irgendeine andere grosse Stadt, so dass der Prozentsatz an Analphabeten unter der Jerusalemer Bevoe.- kerung ebenfalls groesser ist. Andererseits haben die Gemeinschaftssiedlungen keine Analphabeten; denn die soziale Struktur der Kibbutzim laesst Analphabetentum nicht zu. Die folgenden Ziffern für die ►¡rossen Staedte und für einige Siedlungen im Lande sind von Interesse. In Jerusalem sind 6,4 Prozent Maenner und 20,3 Prozent Frauen Analphabeten; in Tel Aviv-Jaffa 5,1 Prozent Maenner und 13,5 Prozent Frauen; in Haifa 2,7 Prozent Maenner und 7,4 Prozent Frauen, ln .anderen Staedten und staedtichen Siedlungen betraegt der Prozentsatz 7,9 für Alaenner und 19,5 für Frauen. In den Kibbutzim gibt es kaum Analphabetentum, wenn KKL - NACHRICHTEN REKORDSAISON FUER AUFFORSTUNG 5,8<X),000 Baeume kamen in der letzten Pflanzu ngssaison (1957/58) zu den Waeldern des Keren Kayemeth Leisrael hinzu, wie aus den kuerzlich veroeffentlichten Ziffern von Herrn J. Weitz, dem Leiter der Boden-und Entwicklungsabteilung des Fonds, j hervorgeht. Das stellt ein® bisher uner-; reichte Rekordleistung auf diesem Gebiete dar. , Von den neugepflanzten Waldbatumen befinden sich 24% in Galilea, 20% auf dem Gilboaberg und im Huegelland von Menasche, 34% im j Jerusalemer Bergland und im Lachj ischgebeit.und 22% im Negev. Kiefern sind die wichtigste der gepflanzten Baumsorten, und machen 68% der, Gesamtzahl der neuen Setzlinge aus.! An zweiter Stelle kommen Eukalyp- 1 tusse mnt 15%, und nach ihnen Tama-; risken, Zypressen, Kasuarinen, Akasien 1 etc. Die Zahl der neugepflanzten Johannisbrotbaeume waechst von Jahr zu Jahr: In der Saison 1957/58 wurden 50,000 Setzlinge dieser Sorte, deren : Friiechte ein wertvolles Viehfutter | liefern, vom KKL ,angepflanzt. Alle Setzlinge werden von den acht ueber das ganze Land verteilten Forstbaumschulen des KKL geliefert. Die Kosten de rgenannten Arbeiten beliefen sich auf 1L. 5,300,000; Siedler neuer Doerfer und Arbeitslose aus den den Pflanzstaetten benachbarten Orten erhielten durch sie 530,000 Arbeitstage. Mit den Pflanzungen der letzten Saison ist die Gesamtzahl der Baeume in KKL-Waeldern auf 32 Millionen angewachsen. AERZTEWALD IM JERUSALEMER! BERGLAND “Der Vierte Kongress der Medi- > zwischen Vereinigung Israels ruft die : Aerzte in allen Laendern der Welt auf, j eich an der Pflanzung des “Aerzte- | Walds” durch den KKL in den (eru: | salemer Bergen zu beteiligen” — dies; war einer der Beschluesse der A- ( schlustzung dies)es Kongresses, an , dem Aerzte aus aller Welt teilnahmen. | Wenige Tage zuvor hatten 200 Esustaendische Besucher dem vor we- | nigen Jahren bei Mewasseret Jeruschalajim angepflanzten “Wald Franzossischer Aerzte” einen Besuch abgestattet, wo sie von Herrn Th. Hatalgi vom Keren Kayemeth Hauptbuero begruesst wurden und die ersten Setzlinge der den verschiedenen Laenctem eingeraeumten Parzellen des neuen Welt - Aerztewalds in symbolischer Handlung auspflanzten. NEUER BODEN FUER METULLA Metida, das vor ca. 60 Jahren gegruendete noerdlichste Dorf Israels, kann jetzt seine wirtschaftlichen Grundlagen festigen uund der Eingliederung von zusaetzlichen Siedlern entgegensehen .seit der KKL die Urbarmachung von 460 Dunam von kahlen Berghaengen, teilweise hart an der Grenze gelegen, unternommen hat. Schon sind die ersten vierzig Haeuser fuer neue Siederfamilien erbaut worden, zu denen Neueinwanderer aus Polen sowie Soehne alter g.alfiaeischer Bauernfamilien gehoeren. EXPERIMENTE MIT ANBAUMETHO¬ DEN DES ALTERTUMS Anbau methoden nabataeischer Bauern, die vor zweitausend Jahren in den Bergen des Zentralnegev aasaessig waren, werden jetzt von der geographischen Abteilung der Universitaet un Zusammenwirken mit dem Keren Kayemeth erprobt. Das Ziel dieser Experimente, die unter der Leitung von Herrn. J. Kedar stehen, iset d'o Wuesten des Negev dichterer Besiedlung zug.zenglich zu machen. Den ersten 16 Versuchsfelder, die in Ovdat und Schivta, alten nabataeischeu Zentren, angelegt wurden, werden bald weitere in Nizana und in der Naehe des Ramonkessels folgen. Das Grundprinzip ist ueberall, das sp.0.erliche Regenwasser, das sich auf eine grosse Flaeche verteilt, durch Steindaemme und Kanaele auf kleinere, tieferliegende Felder zu lenken und durch eine solche Konzentrierung diesen Feldern eine Wassermenge zuzusichem, die den Anbau landwirtshaftlicher Kulturen ermoeglicht. Archaeologische Forschngen haben den Bestand mehrere«- staedtischer Zentren und einer dichten laendlicUm Bevoelkerung im Zentralnegev zu r.abataeischen Zritten bestraetigh. Zahlreiche WeinFund Oelpressen sowie unterirdische Kornkammern weisen die Vielseitigkeit der damaligen landwirsrhaftlichen Betriebe hin. AUS DER JUEDISCHEN WELT Juden in der Welt: Stand und Rückgang Nach den neuesten Schaetzungen gibt es gegen waertig in der ganzen Welt etwa 13 Millionen Juden. Davon leben n USA n Kanada n Mittel, und Südamerika n Europa. ,, , . n Asien einschl. Israel n Afrika n Australien usw. Ist schon diese Gesamtziffer im Vergleich 5 200 000, 240 000, 600 000, 4400000, 2 000000, 500 000, 60 000. ungefaehre zu der entsprechenden von 1933 oder 1939 — aus Gründen, die leider nicht mehr der Eroerterung bedürfen — klein geworden so erschreckt jetzt, zusaetzlicli, die Nachricht, dass die Geburtenziffer der Juden in fortschreitendem Mass zurückgegangen ist, d. h. in der Diaspora auf 12,8 pro 1000 Einwohner, in Israel auf 23,3%o (1950: noch 30,9%o). Diese Fest Stellung wurde unlaengst vom “Central Office of Statistics” in Jerusalem : gemacht, das bekanntgab, dass, da; die niedrigste Geburtenziffer in der; Welt überhaupt bei 20%o liegt, die j jüdische Geburtenziffer als die nie- . drigste in der Welt anzusehen ist. i man davon absieht, dass 0,4 Prozent Maenner und 0,5 Prozent Frauen nur lesen, aber nicht schreiben koenne«. Wenn man die Kibbutzim also nicht berücksichtigt, hat Haifa die geringste Anzahl von Alphabeten, getoigt vo nTel Aviv und Jerusalem; dann kommen die anderen Staedte, besonders solche, in denen Neuein- | wanderer wohnen, wie L: Ramleh. [ Beirsheba,! Wenn man indessen zwischen ' alteingesessenen Bevoelkerung und 1 Neueinwanderern unterscheidet, ergibt , sich ein wesentlich anderes Bild. Allein I bei der maennlichen Bevoelkerung sind i in Jerusalem 5,1 Prozent unter den; alteingesessenen und 9,4 Prozent unter : den Neueinwanderern Analphabeten; in Tei Aviv-Jaffa 3,1 Prozent von den Alteingesessenen und 8,7 unter den Neueinwanderern. In Haifa betraegt der Prozentsatz 2,3 unter den Alteingesessenen und 3,3 Prozent unter den Neueninwanderern. In anderen Staedten und staedtischen Siedlungen sind 2,8 unter den Alteingesessenen und 11,2 Prozent unter den neuen invmigranten Analphabeten. Eine Aufteilung nach Berufen zeigt, dass in der Landwirtschaft am meisten Analphabeten sind (13,9% Maenner und 24,9% Frauen), gefolgt von verschiedenen Berufen (9,7 Prozent Maenner, 17,7 Prozent Frauen), In der Industrie und im Bauwesen sind 9.6 Prozent Maenner und 7,4 Prozent Frauen Analphabeten. Der Einfluss der neuen Einwanderung auf die Struktur der Landwirtschaftlichen Bevoeikerung in Israel kann aus einem Vergleich zwischen den alteingesessenen Bewohnern und den Neueninwanderern ermessen werden, die in landwirtlichen Siedlungen leben. Waehrend vor der Errichtung des Staates die landwirtschaftliche Bevoelkerung den kleinsten Prozentsatz an Analphabeten hatte, hat sich das Bild jetzt wesentlich geaendert. Unter den Alteingesessenen, die in der Landwirtschaft beschaeftigt sind, gibt es nur 2,3 Prozent Analphabenten; bei den Neueinwanderern 21 Prozent; unter denen, die in der Industrie und beim Bau arbeiten, 'Lautet di« Ziffer bei den Alteingesessenen 3,1 Prozent und bei den neuen Inmigranten 9,3 Prozent. Bei Ladengehilfen sind unter de nAlteingesessenen 3,1 Prozent Analphabeten und 9 Prozent unter den Neueninwanderern. Bei der nicht-jüdischen Bevoelfkerung betraegt der Prozentsatz der Analphabeten 30 bei Maennern und 77 bei Frauen. Die Umfrage wurde an 111 000 Nichtjuden im Alter von 15 Jahren und darüber gerichtet. Davon waren 55 900 Maenner und 55 20(V Frauen. 16 7(H) oder 29 Prozent unter den Maennern waren Analphabeten, waehrend 42 300 oder 76,6 Prozent Frauen nicht in der Lage waren, zu lesen oder zu schreiben. Unter der nichtjudischen Bevoelkerung ist der Unterschied zwischen jungen und alten Menschen auffallend. Dank dem vom Staat Israel gegründeten und unterhaltenen Schulnetz ist das Analphabetentum unter den jungen Menschen verhavltnismaessig gering; es steigt jedoch bis auf 65 Prozent bei Maennern und 95 Prozent bei Frauen von 60 Jahren und darüber. Den kleinsten Prozentsatz an Analphabeten findet man in der Altersgruppe von 20 bis 24 Jahren bei Maennern (12,7 Prozent) und in der Altersgruppe von 14 bis 19 Jahren bei Frauen (50,5 Prozent). In der Altersgruppe 14 bis 29 sind 13.6 Prozent Maenner Analphabeten und 63,9 Prozent Frauen.