Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 189 (30.9.1958)
- Date
- 1958-09-30
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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30„ September 1958. “DAS EC HO” Página 3 Um die religioese Freiheit in Israel Unser Blatt hat bereits des Oefunbedingt de r Zentr.alpunkt religioej men. Eine neue Generation in neuer die die? ^“ensc'leil’,^'e F^ijp^aehrt Thomo Dm.;!;«« i n)vn<- im Kihhnt^im t R findet sn^inififf^scher Formune ist im Autder religioesen Gesetze. Er gewaehrt teren zu diesem Thema Position bezogen ,da uns dieses fuer ein liberaljuedisches Blatt von immenser Bedeutung erscheint. Immer wieder liest man in israelischen Blaettem von radikalen Aktionen orthodoxer Gruppen, die terroristisch wirken, und die Staatsautoritaet untergraben, Diese “Frommen” schreien “Moerder” und “Nazi” jedem ins Gesicht, der versucht, Diziplin und Ordnung zu schaffen. Tote, und Verletzte haben diese religioesen Fanatiker auf ihrem Gewissen, welches sehr eng bregrenzt ist, und die nur “ihr Gesetz” respektieren, aber gegen das allgemein menschliche und staatliche rebellieren. Kleine Ursachen bringen diese Wenigen im modernen Israel in wilder Erregung, so z.B. wenn am Sonnabend Autoverkehr ist, wenn ein Familienbad geschaffen werden soll, oder wenn junge Leute beiderlei Geschlechts zum gesellschaftlichen Vergnuegen zusammen sind. Wir haben hohe Achtung vor jedem reKgioesen Wirken, vor echter Frommheit, aber auch wir muessen dagegen protestieren, dass ein Haeufchen radikaler Orthodoxer dem Grossteil einer Bevoelkerung seinen Willen aufzwingen moechte. Hier handelt es nicht um “Fromme” sondern um Menschen, die von einer Theomanie befallen sind, die den sittlichen Bestand des Staates Israel gefaehrden. Fanatische Sekten (besonders in Jerusalem) beschimpfen oeffentlich und bei jeder Gelegenheit die Regierung und demonstrieren, dass Israel ein “gottloser Staat” ist, den sie bekaempfen, “der eine Schmach ist, fuer das thoratreue Judentum”. Hier geht es um Ansichten, die nahe an der Grenze des Hochverrates liegen, und es bleibt bewunderswert, dass die israelische Regierung eine derartige Geduld zu Menschen hat, die anti-demokratisch wirken, und dem Staat und aussen-politisch grosse Schaeden zu fu egen. Diese Wenigen die sich gegen Viele erheben, die sich nicht einzuordnen wuenschen, und einen konstanten Terrorfaktor im israelischen Leben darstellen, sind von Ghettokomplexen erfuelt, die in dem modernen, freiheitlichen Judenstaat Israel deplaciert erscheinen. Israel und die Israelis sind etwas Neues io der uralten Geschichte des Judentums. Hier ist ein Menschenschlag in Entwicklung, der seine Mission im Dienst des Nationalen und Menschlichen sieht, also im Aufbau der Nation und im Dienst am Menschen. Fuer sehr viele Israelis bedeutet diese Haltung echte Froemmigkeit, die durchaus nicht indifferent im traditionell Religioesen zu sein braucht. Israel ist das Volk der Bibel, und die Tanach-Ethik ttegt im Blut eines jeden Israelis, dessen Froemmigkeitswert im Inneren liegt, diesen realisiert durch praktisches Wirken zum Wohle der Nation und in bruederlicher Hilfsbereitschaft. Die Synagoge ist heute nicht Lebens; im Kibbutzim z.B. voelkischen Gesang und findet 1 soziologischer Formung ist T anz! bruch, und wirft manches ueber Bord, sen im juedische Religion ihren Ausdruck, in fast jedem juedis.'hen Helm befindet sich eine Bibel, als Buch der Buecher, als Quintessenz juedischen Glaubensgutes. Es ist ein Unsinn davon zu sprechen, dass die neue Generation Assimilanten sind, die vom Judentum abfeilen; es ist eine neue Generation, die Religiositaet anders empfindet .als ihre Vorfahren, desshalb aber nicht weniger juedisch ist. Nicht die Form macht den Juden, sondern sein Wirken, seine Lebensfuehrung. Der junge Israeli ist von der Staatsidee besessen, der Unabhaengigkeitskrieg hat ihn zum Samen israelischen Bodens geformt; im heimatlichen Boden sieht er das Goettlicche, und seine Pflicht, diesen Boden zu bearj freisinnig, aber fromm ist, durch sein beiten, damit Kommende ihn besitzen edles Werk und sein tiefempfindendes koennen. Herz, schrieb an Rabbiner Maimon in In Israel besteht eine Umwertung j Sachen des “Kulturkampfes” u.a.: vieler Dinge, auch die religioeser For- ' “Der Staat garantiert allen den Juden, ECHO - KOMMENTAR: was >hr im progressiven Streben als Ballast erscheint. Das juedische Volk, repraesentiert durch die Israelis, erlebt eine soziale und religioese Renaissance, die als Naturereignis zu werten und nicht aufzuhalten ist. Orthodoxe, verlangen, dass der Staat durch das Religionsgesetz regiert wird, die Unabhaengigkeitserklaerung aber bestimmt, dass Israel kein theokratischer Staat sei. Kein Israeli wird Staatswegen dazu angehalten, zu von die dies wuenschen, die Beobachtung der religioesen Gesetze. Er gewaehrt ihnen hierzu alle Erleichterungen und trzegt die damit verbundenen Kosten, obwohl es unbestreitbar ist, dass viele Menschen im Staate nicht nach dem religioesen Gesetz leben”. Israel ist in Gefahr, durch das orthodoxe Rabbinat regiert zu werden, Fuehrung, die weder die Menin eine scheu bessern, noch dem Staat seiner Entwicklung zum Segen gereichen duerfte. Zu den schoensten und wichtigsten Errungenschaften des Staates Israels, gehoert die Freiheit die 613 rituell-religioesen Gesetze zu des Denkens und Schaffens, und jeder erfuellen, jeder Jude soll nach seinem 1 Gewissenszwang wuerde den . Wert Gewissen leben, und es so einrichten, 1 und die Entwicklung des jungen dass es sauber und damit gottgefaellig Staates reduzieren, ist. Der von orthodoxen Gruppen David Ben Gurion, der religioes : gefuehrte Kulturkampf schaedigt Israel, welches an und fuer sich in grossen politischen Sorgen steckt. Die Frommen sollen bedenken: Frommsein ist gut - Gutsein ist besser! CURT LUDWIG Arabisches Oel - unersetzlich? Eine geschickt gelenkte arabische Propaganda machte Glauben, dass das arabische Erdoel ien voellig unersetzbares Lebens eslement fuer die europaeische Wirtschaft sei. Durch diesen Glauuben machten viele europaeische Nationen gute Miene zum oft boesen Spiel .arabischer Nationen, da sie diese als Oel- Lieferant fuer unersetzlich hielten. Es hat sich nun herausges teilt, daiss der europaeische Westen fuer mehr als fuenf Jahre ausreichende Oel-Reserven beisitzt, diese immer wieder erneuert werden koennen, sodass auch “im Ernstfälle” keine Oelverknappung, bei Ausfall .arabischer Lieferungen, eintreten wuerde. Die Erdoet-Produktionen in den USA, und in verschiedenen Teilen von Suedamerika konnten in letzter Zeit derart ausgeweitet werden, dass z.zt. weit mehr produziert wird als verkauft werden kann. Nach diesen wirtschaftlichen Erkenntnissen, waere es recht leicht, den aegyptischen Diktator in die Enge zu treiben, da es heute sicher sein duerfte, dass er mehr auf dem Westen angewiesen ist, als umgekehrt. Die schlechte oekonomische Lage in den arabischen Laendem, besonders in Aegypten, Syrien, Irak, etc., waere unhaltbar, wenn der Westen mit seiner guten Waehrung nicht als wichtigster Oel-Abnehmer auftreten wuerde. Nasser und seine Pan-araibischen Freunde sind die politische Unruhe in Permanenz im Nahen und Mittleren Osten. Bisher war fuer die arabischen Nationen das Oel ein Politicum ersten Ranges, mit welchem sie Wenn man nun diese neugevielerlei Vorteile erzielen konnten, sch.affene Situation betrachtet, ufiiT daraus die entsprechenden politischen Konsequenzen ziehen wuerde, koennte man Nasser derart “weich” machen, dass er zu einem vernuenftigen Verhandgute Vorarbeit leisten. Im uebrigen glauben wir nicht, dass es dem Kreml ernsthaft gelingen koennte, die arabischen Laender unter kommunistischen Druck zu setzen ,da die religioesen Differenzen und der entfesselte arabische Nationalismus wirksamster Damm gegen eine entscheidende kommunistische Infiltration, bilden wuerden. Das N.asserl-Reich ist eine permanente Gefahr fuer den Frie- AUS TECHNISCHEN GRUENDEN I erscheint DAS ECHO bis auf Weiteres 14 - taegig und zwar am 15. und 30. eines jeden Monats! Anzeigenschluss: 3 Tage vor Erscheinen jeder Ausgabe. Verlag und Redaktion DAS ECHO lungspartner wird. Eine gute Diplomatie koennte unter diesen Vorzeichen sogar erreichen, dass es zu einem konstruktiven Gespraech zwischen Nasser und Ben Gurion kaeme. Die einzige unbekannte Groesse in diesem diplomatischen Spiel waere dabei das Verhalten der UdSSR zu den arabischen Laendern. Hier muesste das diplomatische Kabel Washington-Moskau den. Kairo legt immer mehr Zuendschnuere, die die westliche Politik zu entschaerfen hat Es war bisher nicht moegfich, Kairo mit. den Gesetzten politischer Logik zur Vernunft zu bringen - ein Boykott arabischen Oels aber duerfte die arabischen Fuehrer zu einer positiven internationalen politischen Zusammenarbeit veranlassen. e 1 k a s ★★★★★★★*******-^**.***r*****^***^1ririlrir1r** ****★**★*★★★*★*★****★★★**★★*★*★★★★★★★**★★★★* ❖ RADIOS ❖ PLATTENSPIELER ❖ SCHALLPLATTEN METAL LTDA. 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