Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 186-188 (10.9.1958)
- Date
- 1958-09-10
- Page
- [Seite 11] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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‘DAS ECHO” Página Once 10. September 1958. Rabbiner Dr. H. LEMMLE (Rio de Janeiro) Woran Die Zeiten aendem sich und mit ihnen das Denkten der Menschen. Der Sohn des zwanzigsten Jahrhunderts hat ganz andere Vorstellungen als der Mensch von vor drei bis viertausend Jahren. Trotzdem wird niemand d'er Heutigen bezweifeln, dass etwas Grosses mit den Juden vor tausenden von Jahren am Sinai sich ereignet hat. . .. Unser Zeitgenosse wuerde die Ereignisse von damals sicher mit “wissenschaftlicheren” Begriffen beschreiben—trotzdem bestreitet niemand die Grundbedeutung des Geschehnisses: EIN VOLK NAHM DAS GEWISSEN ALS DIE ENTSCHEIDENDE KRAFT SEINES LEBENS ALS VOLK UND MENSCHEN AN. Gerade die Tatsache, dass alle die goettliche Stimme hoerten und nicht nur Moses, <fer grosse Veitmittler auf dem Berg, ist das wichtigste. Das Volk in seiner Gesamtheit, jeder Mann, jede Frau, jedes Kind erlebte in sich den Ruf der Stimme. Gilt dies auch noch fuer den Menschen von heute, fuer den der kommenden Zeiten? Wir wissen, tes gibt sehr viele Gelehrte und Lehrer der Wissenschaft, die den Menschen ganz anders verstehen wollen. Es gibt nichts, so behauptet man, ausserhalb der Natur und der Mensch selbst ist nichts mehr als Masse, Materie und eine Reihe von chemischen Prozessen. Auch der Mensch ist nichts weiter als Atome, die blind um ihren Kem kreisen. Die dies annehmen, schrecken nicht davor zurueck zu erklaeren: Gewissen, Geist, Freier Wille, Persoenlichkeit, all dies sind veraltete Begriffe, die angesichts des Fortschrittes der Wissenschaften untauglich wurden. Die Aufspaltung des Atoms Wehrte zur Zerspaltung der hoechsten Vorstellungen, die im Verlaufe der Geschlechter im Menschen reiften. Aber — und moege uns gestattet sein, dieses “Aber“ mit allem Nachdruck zu unterstreichen — hier irrt die Wissenschaft, die etwa zu solchen Vorstellungen gelangen will. Hier werden dite, die sonst doch alles mit klarem, nuechtemem Auge sehen wollen, Opfer einer eigenartigen Kurzsichtigkeit, einler geistigen Blindheit. Der Mensch ist mehr als ein Haufen Atome, ist mehr als das Resultat chemischer Vorgaenge. Er ist wohl Teil der Natur, waechst aber ufeber die Natur, die blinde, primitive, tierische Natur, hinaus. Waere Liebe wirklich nicht mehr als ein Vorgang in unseren Druesen? Die Freude an einer Symphonie sollte nichts weiter sein als das Begreifen der mathematischen Formeln der Schallwellen, die die Instrumente hervorbringen? Unser Gefuehl fuer Gerechtigkeit, unser Sehnen nach Wahrheit waeren nur das Ergebnis von physiologischen, biologischen Vorgaengen in uns? Guete dem Nächsten gegenueber ,die bis zur Selbstaufopferung fuehren kann, ist in der Tat nichts weiter als ein verirrter Instinkt? Und schliesslich der Glaube an etwas Edles, Hoeheres, Heiliges ist nur das Endergebnis aller dieser chemischen, biologischen, nervoesen Dinge und Erscheinungen in uns? .. Jeder,, der nur ein einziges Msfl wirklich geliebt, sich an Musik erfreut, ein Bild bewundert, die Freude dies Verstehens, das Glueck ein Freund und Kamerad sein zu duerfen erlebt hat; jeder, der irgendwann einmal daran heran kam, das Grosse und Unbeschreibliche, das Heilige zu erleben, jeder unter uns, der bewusst lebt und erlebt, wird dessen sicher: auch heute und in uns (spricht die Stimme, wenn wir nur gewillt sind, uns ihr zu oeffenen. Dies ist der Weg des Menschen in die Zukunft :Er wird Monde in den Weltraum schiesslen und zugleich lernen, in sich selbst das Unendliche, das Goettliche zu finden. Die ewige Erneuerung des Erlebnisstes von Sinai bedeutet die Rettung des Menschengeschlechtes. La Paz fcBBBBBBflflBflBBBBBflflBBBBBBBBBBBBBBBBBBBflBBBBBBBBBBflSBBtBBBflflaBBBBBBBflBflBBB|pBflBBBBBBflBBBBBBBBBBBflBBBBBBBBBBBBBB 3 CASA “LA FANTASIA” g “GENERAL DENTAL” g Casa “MODART” - Plaza Murillo g i JULIO FRIEDHEIM und Frau ¡ PINKUS GOLDBLUM [ GERSON HEINFLING j ■ ■ ■ ■ j¡ wuenschen herzlich der juedischen ■ wuenscht der juedischen Gemein- ■ wuenscht herzlich Freunden und ■ ■ Gemeinschaft viel Glueck zum ■ Schaft recht viel Glueck im Neuen ■ Bekannten ein zufriedenes 5 S Neuen Jahr! ■ jahr! Z Neues Jahr! 5 ■ ■ ■ ■ S ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ HWBiHHHMHMHHB 3 H ■■■■■■■■■IBBlBllBMBiniBiBlBiBliaBBBBBiBBlllllBlBBHlBBlBBBBBlBBnBBHHB-SRBHBBBBlEfBBieMSlBBlBBllBllBlBlBl" J Confecciones “NUEVO MUNDO” ■ Casa “SIMON” - Sagámaga 316 5 Casa “LA PRIMAVERA” 5 ■ H Bi H ■ Sagarnaga 322 jj q p/\i [\CTCIM j r *i* ¡FAMILIEN 5 g S. 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FR,TZ H0HENBERG und Frau 3 f wuenscht den Juden in alier Welt 3 ^cunden und Kunden ein 3 1"' 8 3 ein gesundes, erfolgreiches j'h,‘ g gesegnetes Neues Jahr! B Brannten Jenen juedrschen g i”— ---| | FEI*RIC0 GorrSCHALCK | HERMANN HAFTEL | ERNST G. HERZBERG § 3 felicita cordialmente a la Colectivi- ■ UND FAMILIE 5 5 ■ 5 uebermittelt herzliche Glueckwuen- ■ wuensckt der juedischen Gemein- S ■ dad Judía de Boliviaen su Año Nuevo! S sehe der juedischen Kollektivitaet ■ , , 5 3 S zum Neuen Jahr' B scl,aft em fre"*g« neues Jahr! 8 __ s B