Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 185 (20.8.1958)
- Date
- 1958-08-20
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7, “DAS ECU O” 20. August 1958 Aktu Tanach-Wettbewerb ' Die grosse Konzerthalle in Tel Aviv ("Heichal Hatarbut”) hatte inren grossen Tag. Tausende von Menschen draengten sich eine Eintrittskarte zum 1 anach- Wettbewerb zu erhalten; ganz Israel sass bis 1 Uhr nachts an den Radioempfaengern, um diesen Wettbewero zu hoeren. Im Heichal Hatarbut selbst sassen die 3000 gluecklichen Besitzer von Eeintnuskarten, die ganz anders wirkten als die sonstigen Besucher des Konzertsaales. Man sah im Raum senr viel Besucher mit Kopfbedeckung, viele mit kleinen Tanachs in den Haenden. Diejenigen, die auf der Buehne sassen, reflektierten den eigentlichen Charakter dieser Veranstaltung. Es waren die acht Mutigen, die in den engeren Wettbewerb um den Titel des israelischen Bibelpreistraegers gekaempft haben. Den 1. Preis errang Amos Hacham, den 2. Jitzchak Schalew, den 3. M.Y. Alschech und den 4. Ahron Avi Cohen. Die Jury war von dem ungeheueren Wissen und Gedaechtnis des Traegers des Ersten Preises derart beeindruckt, dass sie den ausgesetzten Preis von IL. 5oo auf IL. 1000 erhoeht hat. Keine Veranstaltung im Rahmen der 10-Jahres-Feierlichkeiten kann man als so gelungen betrachten wie diese. von unserem Israel - M. KILAI aus ¡Corresponden ten (Tel Aviv) minar in Israel ein Musterbeispie. < fuer andere juedische Gemeinscum- .en sein Kann, um die VerDniüu¿ , zwischen Israel und den jueu.- schen Gemeinschaften in der Diaspora zu staerxen und zu vertiefen. >r eltkonferenz der juedischen Jugend Das Konnte ruer die 10-Jahres- .eierncnKeiten hat Weitkonreren- ~en verschiedener juediscner Organisationen in der Wen nach Is „e. emuenuen. Es liegt ausserhaio jeden Zweifeis, dass die Absienten ,ute und edie waren; man sontc joer trotzdem eine Lehre aus manchen dieser Konferenzen zienen, .iciemiicn, dass einige von diesen Keine Wiederholung wert sind. Wenn eine Weltkoni erenz jUedischer Aerzte, juedischer Techniker in Israel stattfindet, so ist es -u begruessen wenn die Teilnehmer meist selbst die Reisekostei. -.ecken, Anders ist es bei zusammengetrommelten Konferenzen, •vie z.B. die erste Weitkoni eren,, der juedischen Jugend, die zun. groessten len mit delegierten aus dem Ausland beschickt wurde, die auf Spesen der Zionistischen Organisation ms Land kamen. Es wur- Amerikanisches Studenten-Zen• frum in Jerusalem Das Amphitheater der neuen Universitaetsotadt in Jerusalem hatte einen "Amerikanischen lag", der von grossem Nutzen fuer Israel und tuer das Judentum in den USA sein wird, Amaesslich der Grundsteinlegung eines Stu- .denten-rtausses des "Jewisn Theological Seminary of America”, das kaobiner-aeminar des konservativen (liberalen) Judentums in Amerika, fand eine sehr eindrucksvolle Feier statt, an welcher u,a, teilnahmen: Ministerpraesident D. Ben Gurion, Dr. Nachum Goldmann, Umversitaets - Rektor, Benjamin Masar, der US-Botschafter in Israel, Edwar B. Lawson. Bei diesem feierlichen Anlass wurden Ehrendoktorate an den Gouverneur von Maryland USA, Th. R. McKeldin, und an Salman Schasar, dem Vorsitzenden der Exekutive der Jewish Agency, verliehn. Die Leiter des Seminars, Prof Groenberg und Ur. Mandeibaum, hoben hervor, dass bereits heute in 15 Staedten und ¡Siedlungen in Israel, Absolventen des Seminars wirken und der Zweck des neuen Studentenhauses ist, dass jeder Student des Rabbinerseminars bevor er eine Stelle in Amerika als Lehrer oder Rabbiner bekleidet, ein Jahr in Israel leben und studieren soll, um die geistige Verbindung zwischen Israel und dem amerikanischen Judentum herzustellen und aufrecht zu erhalten. Ben Gurion wuerdigte diese Bestrebung und •Ile Anwesenden hatten das Gefuehl, dass das Theologische Seien ihnen hier Reden serviert, die sie x-mai zu Dause gehoert harten; uie Unzufriedenheit unter den i eiinenmern, ueuer die /vnzani ,»ua uen umfang der Reden war ungemein. Diese Konferenz zeigte, aas dtese ment der Weg war, juemsene weitjugena mit uen rroo.e- ..ien lsraei» vertraut zu macuen. .iutz uer senoenkungenden Keso- .utionen, war das Enuresuitat, a... _eussersc gering zu Dezeicnnen. Vier läge lang dauerte d,- Konferenz aer heoraeiscnen Leu .er, wooei ca. 20d Delegierte au. jem Ausland eintraren. Das Niveau der Kererate und auch det Diskussion war ein hones und ernstes. Bei der Weitkonierenz det juedtschen Lehrer hatte man wirk- .ai den Eindruck, dass es lohnenci waere eine Weltorganisation juediscner Lehrer ins lieben su ruren, die Direktiven aus Israel zu erhai- .en haette. Der XII. Weltkongress juedischer Studenten fand in Jerusaem statt. Der Presse wurde be- Kanntgegeben, dass SO Delegiert. _us ¿.kj naendern 120.000 juedische Studenten vertreten; eine Zit ter, die nient belegt wurde. Proi. mergmann apeinerte an die Stu denten, nach Israel einzuwandern, da ihre Aiijah viele andere juedische Btuuenten in der Weit zur Einwanderung nach Israel ermutigen wuetue, Die Konrerenz jedoch, anstatt sich mit diesem wichtigen Prot>,em zu befassen, beschäftigte sich mit Hoher Politik, wooei die Sprachenrrage eine Rolle »pleite. Als ein israelischer Student hebraeisch sprach, wurde er von dem Vorsitzenden unterbreiten und darueber belehrt, dass die offizielle Sprache des Kongresses engusen sei. Man einigte sich .chiiessncn auf englisch und hejraeisch. Dieser Zwischentall ist -narakteristisch fuer den Geist der nt der Weitfoederation juedischer Studenten herrscht, deren Mitglieder anlaesslich ihres Weltkongresses gute Gelegenheit hatten ab Touristen in Israel zu Weilen. Es ist nun zu hoffen, dass dieser Geist der Foederation im Gegensatz der juedischen Studenten in der Welt steht; daher ist es noetig, dass die Besetzung der Leitung so vorgeionunen wird, dass eine aktive Alijah-Politik unter den juedischen Studenten, gesichert wird, (uedische ¡Studenten sollen auch heute ein Muster fuer die Verwirklichung juedischer Ideale sein, so wie dies in der Vergangenheit »tets der Fall war. Neues aus i e n - Bertcnt .unseres Oesterreich ¡Korrespondenten FRED KUBlE (Wien) Heftigen Unwillen erregt dasf Drei schwere Verluste hatte fKZ-ler Denkntaelern anfuellen. Sie jetzt vom oesterreichischen Parlament beschlossene “Wiedergutmachungs-Gesetz”. In dem Bericht zu diesem Gesetz wird mit 350.000 Anmeldungen gerechnet. Die politischen Verfolgten und juedische Upier bilden nur einen geringen leil. In diesen Anmeldungen sind u.a. auch die “Deimkenrer” aus Russland eingeschlossen, denen man fuer jeden in Gefangenschaft verbrachten Monat S. 3oo zugesprochen nat. Woluer aber Geld da .»t beweisen die Zahlungen an ehern. Nationai-Sozialisten: Sen i.945 wurde diesen Herrschatten an Nachzanlungen von Gehaeitern x Milliarde 2i/ Millionen Schiiiing gewaehrt. An Rueckgabe und drsaiz von entzogenem Vermoegen wurden bisher 1 Milliarde 113 Millionen erstattet; zusammen also 3 Milliarden und 840 Millionen Schilling! Dreizehn Jahre nach t945 a-er sind die berechtigten Ansprueche der wirklichen Nazi- Opfer und der von Hitler vertriebenen Uesterreicher noch immer nicht erledigt. in den letzten Wochen Oesterreichs Kunst zu beklagen: Reoui Aslan, einer der Grossen des Burgtheaters, Max Graf der feinsinnige Musikkritiker und Otto Schuinot, der treffliche Pianist, weilen mchmehr unter uns. Es wird sicher interessieren, dass im Oesterreich-Pavillon det Weltausstelung in Bruessei, in e. ner Vitrine Erstausgaben von gros »en Oesterreicher ausgestellt sinu Bertha von Suttner, "Die Watte, nieder”, Theodor Fierzi, “Der ju denstaat” un Graf Coudennovc -a.ergi: “Kampr um Europa”. Vor einigen Wochen erschien ein Buch von Otto Molden mit dem 1 itei “Der Ruf des Gewissens’Mn historisch dokumentierter Weise zeigt in diesem Werk der Autor den Kampf Oesterreichs gegen die Nazibarbarei. Die Reaktion der “Ehemaligen” war eine aeusserst heftige, in der “Neuen Front”, dem Organ der FPOe., liest man u.a.: “Wenn die Kzler koennten, wie sie wollen, dann wollen immer gewuerdigt sein, ohne selbst auf Grund sncnnaitiger Hinweise angeben zu koenen, woruer man sie eigentiicn wuerdigen sollte”. Und weiter schreibt dieses Nazi-Biatt: “Das wuerde diesen Herren so passen, wenn man unsere Jugend mit dem Ungeist der KZler vergiften wuerde;”. Es giot in Oesterreich ein Blatt "Europa ruf”, ein Organ der .sorbe” ("Soziale Orunungsbe- •‘'egung”); ihr "Fuehrer” ist ein _,ewisser Theodor Soucek, welcher atzt eine Europareise unternimmt, .um Zwecke der Kontaktaurnattme mit Gleichgesinnten. Dieser "Europarut” erscheint gleichzeitig in Oesterreich, Deutscmand und in der Schweiz. Wie man einer Nummer dieses Blattes entnehmen kann, sprach ¡soucek vor schweizerischen Nazis (in Zuerich), vor der SS-Legion in Paris, in Mailand etc. ln Munand traten sicn Vertreter der faschistischen Internationale, bestehend aus Nazis aus Argentinien, Belgien, Deutschland, Oeste- Galle Comercio 407 wuerden sie ganz Oesterreich mit rreich, Frankreich, Schweiz, Sei =e=^Sg=^ag=^~^~~^^=gg=^?g^..weiz, Schweden und Gruppen au t . - Ij, Aegypten un Syrien. V4* 1. ¡11 W“ Ihr Korrespondent so« ben erfaehrt, erhaeit die Witw des hmgenenteten Seyss-lnquard vom oesterr. Staat eine monatlich Pension in Hoehe von 7.0Üd Schi ding, ausserdem wurde ihr die Lu | xusvilla zurueckgegeben, waehrem die Witwe eines Freiheitskaemp ers fuer Österreich Schilling 17c IJuU Monat erhaeit* s. \Waehrend meinet Abwesenheit ab Mitte August wird mich Herr Rechtsanwalt Dr, ¡Karl Ludwig Allerhand vertreten. Sprechstunden: Montag und Donnerstag v. 15 bis 17 Uhr. La Paz, August 1958 Dr. Alfred Gottschah