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Das Echo · 1958-07-15 · 184 (15.7.1958) · p. [Seite 5]

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Journal
Das Echo
Volume
9 (1958-1959)
Issue
184 (15.7.1958)
Date
1958-07-15
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German
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Blick in die Zeit Frankreichs 5. Republik Zu den grossen europaeischen Ereignissen von Weltbedeutung, gehoert die kuerzliche Ernennung von General Charles de Gaulle zum franzoesischen Ministerpraesidenten. Die Welt betrachtete mit gemischten Gefuehlen diesen Regierungswechsel und viele Befuerchtungen wurden laut dass General de Gaulle als “Frankreichs starker Mann" ein Diktatur-System einfuehren wird. Skepsis einer General - Regierung gegenueber, ist sehr berechtigt denn fast immer hat es sich gezeigt, dass Militaers keine guten Politiker sind. Bereits vor 13 Jahren (1945 bis 1946) gab es in Paris eine Regierung de Gaulle, die ein ziemlich komplettes Negativum auiwies, und bei ihrem Abgang wenig Geld in den Staatskassen, dafuer aber extremlinks organisierte Massen zurueckliess. Ueber General de Gaulle sagte einmal der grosse US-Praesident Franklin Roosevelt: “Ich kann mir keinen Mann vorstellen, der mir groesseres Misstrauen einlloesste". Wenn heute Charles de Gaulle aufs neue der franzoesicche Ministerpraesident ist, so liegt dies auf der Parallele, die einst Hindenburg in Deutschland zum “Retter der Nation" machte. Es duerfte ziemlich sicher sein, dass Charles de Gaulle sich als eine Art von Jeanne d'Arce duenkt, mit der Verpflichtung, sein Land zu neuen Hoehen zu fuehren. De Gaulle ist Militaer, und er duerfte kaum Demokrat sein, er duerfte aber auch kein Faschist nazistischer Faerbung sein, da er frueher eine ruehmliche Rolle als harter Widerstandskaempfer gegen die beruechtigte Vichy-Regierung spielte und s.zt. die Nazis Phillippe Petain und Pierre Levalle in schwerste moralische und politische Verlegenheiten brachte. Das neue Kabinett von de Gaulle bietet (fuer den Moment) keine unerfreulichen Aspekte; in der Regierung de Gaulle sitzen u.a. der farbige Politiker Boigny, einige bewaehrte Sozialisten und der gemaessigte Couve de Murville, als Aussenminister. Es bleibt nun abzuwarten, ob diese demokra-! tisch - sozialistischen Persoenlichkeiten in dem de Gaulle - Kabinett nicht ausgebootet werden, wenn der General erst einmal fest im Regierungs - Sattel sitzen wird. In keinem Falle duerfte es “Frankreichs starker Mann" leicht haben. Frankreich diktatorisch zu regieren, da Frankreich stark demokratisch und sozialistisch orientiert ist und ueber Gewerkschaften veriuegt, die es nicht zulassen duerften, dass de Gaulle nach dem System "Moi - la France!" (“Ich - Frankreich!") regiert. Charles de Gaulle aber duerfte autaritaer regieren, was die Weltdemokratien auf dem Wachtposten halten sollte. De Gaulle bildet dieXXVI. Nachkriegsregierung: Frankreich brauchte eine starke und prominente Persoenlichkeit um das franzoesische Haus vor dem Verfall zu retten. Frankreich hofft in General de Gaulle die Persoenlichkeit gefunden zu haben, um die Nation aus den kolonialen und innen - politischen Schwierigkeiten zu fuehren. Die demokratische Welt hofft mit der Demokratie Frankreich, dass de Gaulle die Grenzen seiner Macht wird abstecken koennen, dass dieses Experiment ein Erfolg sein, und die Ruhe in Frankreich, in Europa, in der Welt sichergestellt werden wird. Auch hoffen wir, dass Frankreich weiterhin der bewaehrte Freund von Israel bleiben und sich mit allen guten, konstruktiven demokratischen Ideen verbunden fuehlen wird. e 1 k a ts. ECHO - VORSCHLAEGE FUER DIE CENTRA - TAGUNG IN BUENOS AIRES Die Arbeitsgemeinschaft der juedischen Gemeinden und Organisationen zentral-europaeischen Ursprungs in Lateinamerika, hurz genannt “Centra” fuehrt in Kuerze in Buenos Aires eine Konferenz durch, an welche sich manigfache Hoffnungen des lateinamerikanischen Judentums knuepfen. Neben grossen und sehr grossen Gemeinden in Lateinamerika, gibt es kleine und sehr kleine. “Das Echo”, als Organ der Juden in Bolivien, will heute der “Centra” einige Vorschlaege unterbreiten, die uns fuer lateinamerikanische Kleingemeinden wichtig erscheinen. In erster Linie sollte mehr Interesse am Lebensaufbau junger juedischer Menschen bewiesen werden. Junge Juden in Quito, Asunción, La Paz etc. sollen die Moeglichkeit gewinnen, beizeiten einen Blick in die grosse und geistige Welt zu tun. Daher empfehlen wir einen Austausch juedischer Studenten und Oberschueler an Universitaeten und paedagogischen Anstalten in Grosstaedten; anderseits waere es sehr interessant fuer Studenten von Buenos Aires, Sao Paulo etc., einige Semester in lajuedische Mentalitaet zu beobachten. Weiterhin empfehlen wir der “Centra” ein Sekretariat einzurichten, fuer Buchung von prominenten Rednern nach kleineren Staedten Lateinamerikas. Gewoehnlich ist es so, dass grosse Redner im glanzvollen Grosstadtlicht wirken, aber den bescheidenen Glanz, den kleine juedische Gemeinden vermitteln koennen, ausweichen. Da auch von kleinen juedischen Gemeinden in Lateinamerika Solidaritaetsarbeit verlangt wird, darf man auch erwarten, dass diese nicht von israelischen Rednern und Propagandisten ignoriert werden. Die Centra-IVortrags-Zentrale hat sich mit interessanten und wichtigen Rednern in Verbindung zu setzen, bevor die Tourneen beginnen, und die Vortragstermine festzulegen. Ebenso sollte die “Centra” Hauptstelle fuer die Vermittlung von Filmen und Sehallplatten werden, da es sich herausgestellt hat, dass die Verteilung von Israel her, oft auf Schwierigkeiten stoesst, und unnoetig lange Termine erfordert. Kulturarbeit, zentralisiert in Lateinamerika fuer Lateinamerika, waere eine Forderung von hoher Bedeutung. Endlich wollen wir noch etwas sehr Wesentliches Vorschlägen: Gemeinschaftsverlag fuer Aufklaerungsliteratur. Die Arbeit des “Servicio de Información y Cultura” in Buenos Aires ist als erstklassig zu bezeichnen, nur hat diese leider den einen Fehler dass diese zu argentinisch, allzu lokalbetont ist. Was wir brauchen, sind lebendige Flugblaetter und Kleinbroschueren, die allgemeingueltig sind, und ueber das Judentum und ueber den Staat Israel aufklaeren. Diese Schriften sollen nicht erst dann zur Verteilung gelangen, wenn juedische Gemeinden durch antisemitische WTeilen erschuettert werden, sondern staendig und methodisch, damit sie vorbeugend wirken koennen. Die kleinen juedischen Gemeinden in Lateinamerika ergeben zusammengefasst eine bedeutende geistige und wirtschaftliche Potenz, sind aber im einzelnen naturgemaess schwach. Hier ergibt sich fuer die Centra-Arbeit ein fruchtbares und dankbares Gebiet. Centra und Weltkongress sollten die hier skizzierten Gedanken beachten, und in den Sitzungen zur Debatte stellen. ZEITUNGS - SCHAU In Paris ist eine neue juedischef Blaettern Zeitschrift erschienen, die, wie wir glauben, vielen unseren Lesern angehen wird. Der Titel der schoen und modern aufgemachten Zeitschrift ist CQMUNAUTE (zu deutsch: “Gemeinde”) als deren Herausgeber die “Alliance Israelite Universelle” (Frankreich), “Anglo Jewish Association” (England) und “American Jewish Comittee” USA, zeichnen. Diese neue Zeitschrift will Brue cke fuer die vielen faelligen Probleme sein, die juedische Gemeinden heute beschaeftigen, in diesen v | CASA "BLANK' | | IMPORTACION - EXPORTACION | v V t Mercaderías en General; v V A | CaUo Yanacocha N9 371 :: La Paz :: Casilla N9 271 5 > v i sollen Fragen der Gemeinschaftsarbeit debattiert und erhellt werden. Dieses Organ will also Verbindung zwischen juedischen Gemeinden sein, ihnen Richtung und Ziel geben. Die neue juedische Zeitschrift (welche auch in deutscher Sprache erscheint) ist wichtig, und ihre grosse Verbreitung waere zu wuenschen. Wir empfehlen allen geistig und organisatorisch interessierten Echo Lesern eine Probenummer anzufordern; Anschrift: 30, Rue La Boétie, Paris 8. ISRAEL IM DEUTSCHEN BUNDESHEER Zwoelf Jahre, nachdem der letzte der sechs Millionen europaeischer Juden in den Gaskammern Hitlers umgekommen ist, haben die israelischen Juden aufgrund eines Sonderabkommens zwischen aen Deiaen i^aenaem die Lriauoms ernaiten, im neuen ueuiscnen ixcer zu oienen. Direkt betroffen sind viele israelische Jugendliche, in der Mehrzahl “Sabres” (in Israel geborene Juden), die mit ihren Litern, weiche in den dreissiger Jahren vor dem Naziterror iiuechteten, in den letzten Jahren zurueckgewandert sind. Die meisten dieser Israelis sind Ve tränen der israelischen Armes. Die neue deutsche Wehrmacht hat ein Interesse daran, sie in ihre Reihen aulzunehmen, weil sie ueber Erfahrung und Kampfeignung verfuegen. Die deutschen Militaers erkiaeren, ihr neues Heer auf demokratischen Prinzipien aufbauen und gleichzeitig ihre Tradition, einen Blitzkrieg zu fuehren, bewahren zu wollen. Wenn sich die israelischen Bewohner Deutschlands weigern sollten, Heeresdienst zu leisten, so verlieren sie ihre deutsche Staatsangehoerigkeit und koennen des Landes verwiesen werden. Die Abkommen wurden in freun dschaftlicher Form zwischen General Adolf Heusinger, dem deutschen Oberkommandierenden und dem Generaldirektor des israelischen Verteidigungsministeriums Schimon Peres in seiner Eigenschaft als Delegierter Ben Gurions waehrend seines kuerzliehen Besuches in der Deutschen Bundesrepublik geschlossen. Da nach israelischem Gesetz die doppelte Staatsangehörigkeit erlaubt ist, koennen die Israelis, die heute in Deutschland leben, in der neuen Wehrmacht und in der israelischen Armee dienen, ohne weder die israelische noch die deutsche Staatsangehoerigkeit zu verlieren. General Heusinger erklaerte dem israelischen Gesandten, mehrere Juden unter seinem Kommando dienen, einer von ihnen als hoeherer Offizier im Generalstab und ein anderer mit dem Rang eines Marinekommandanten, naemlich als Fregattenkapitaen der neuen Marine. Heusinger enthueUte, dass er zahlreiche Briefe von Israelis erhalten habe, die ihrem Wunsch Ausdruck gaben, in der neuen Wehrmacht zu dienen. Nach Ansicht Heusingers muss das neue deutsche Heer, um einen Atomkrieg zu ueberleben, die Beweglichkeit und Biegsamkeit die Entschlussfreiheit und das Fehlen orthodoxer Methoden besitzen, die die israelische Armee kennzeichnen, und ebenso faehig sein, sich das System der allgemeinen Mobilisierung in 24 Stunden zu eigen zu machen. Israel hat General Heusinger auf seinen Wunsch alle militaerischen Unterlagen der siegreichen oinai-Kampagne zur Verlegung gestellt. Dieser Feldzug wurde zum Gegenstand obligatorischer Studien in allen deutschen Offizierss- Siü\!!nd den Hoeheren Kriegsa- ° (‘‘La Luz”) kademien gemacht.

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