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Das Echo · 1958-07-15 · 184 (15.7.1958) · p. [Seite 3]

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Journal
Das Echo
Volume
9 (1958-1959)
Issue
184 (15.7.1958)
Date
1958-07-15
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
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3.- •DAS ECHO' 15, Juli 1958 jf\ srnss ¡ms Seit dem Amtsantritt des neuen-einer zweimonatigen Lahmlegung argentinischen Praesidenten Dr 'der Wirtschaft erwarten duerfen, ■ II »ders erwaehnt zu werden. Abge-sfen, was Dr. Frondizi als eine ge-*duerfnisse des Landes ausreichen, Frondizi sind Monate vergangen. Man kann aus dieser kurzen Taetigkeit der neuen Regierung keinerlei endgueltigen Schluesse auf die weitere Entwicklung Argentiniens ziehen. Zwar haben Dr. Fron dizi und seine engeren Mitarbeiter die Lage Argentiniens vor der Amtsuebernahme gruendlich studiert; doch muss man ihnen gerechterweise eine gewisse Anlaufzeit in ihrer neuen Taetigkeit zugestehen. In diesen vier Wochen ereigneten sich jedoch Vorfaelle, die bereits das ganze Land aufs schwerste belasten und fuer die Zukunft zu denken geben. Da sind in erster Linie die Auswirkungen des kurz vor dem Regierungswechsel stattgefundenen Bankbeamtenstreiks. Bei der Schlüsselstellung, die die Banken im Wir tschaftsleben einnehmen, hatt man von den Leitern der Banken als besondere Wirtschaftsexperten ein groesseres Wissen um die Folgen die dem Lande einen nie wiedergutzumachenden Schaden zufuegte. Eine weitere Folge dieses Streiks sind die Prciserhoehungen, die auf Schaeden waehrend dieser Zeil zurueckzufuehren sind. Ausserdem sahen die gewarnten Kaufleute allgemeine Lohnerhoehungen bei Einfrieren der Preise voraus und kalkulierten diesen Risikofaktor in neue Preise ein. So entstand ruckartig eine fuehlbare Preiserhoehung bei den lebensnotwendigsten Artikeln. Die Inflationsspirale erhielt neuen Antrieb. Ein weiterer Schlag wurde der Wirtschaft durch die von der Regierung verfuegte totale Importsperre zugefuegt. Diese Massnahme wird mit dem Fehlen von Devisen begruendet. Der Grund ist berechtigt. Doch sind die Folgen noch unübersehbar. Welche Stockung in jeder Wirtschaft, besonders aber in einer industriearmen eine einige Woche dauernde Einfuhrsperre her vorruft, braucht hier nicht beson sehen davon, dass der Mangel an Rohstoffen und Zwischenprodukten die Herstellungs — und Verkaufsplanung stoert, und als Folge davon die Kosten hoeher werden, verliert das Ausland das soeben wiedergewonnene Vertrauen zu Argeleiteten Lieferungsmassnahmen ge Einfuhrsperre werden alle eingeleiteten Lieferun smassnahmen fuer von Argentinien fest gekaufte Waren unterbrochen. Derartige Risiken koennen auf die Dauer, auch bei groesstem Entgegenkommen, von niemand eingegangen werden. Jetzt hat die Regierung fuer die Nachbarlaender, die stark beunruhigt waren, die Einfuhrsperre gelockert. Diese Bevorzugung des Handelsaustausches mit den benachbarten Staaten laeuft letzten Endes wieder auf das soeben ueber wundene bilateralle Handelssystem hinaus. Argentinien benoetigt Rohpetroleum, Kupfer usw, und will dafuer Getreide und Fleisch liefern. Den Nachbarlaendem, die die se Produkte zur Verfuegung stellen, soll daran gelegen sein, Guthaben in Argentinien zu besitzen, die es ihnen in Zukunft ermoeglichen, Fleisch und Getreide zu kausunde Grundlage bezeichnet. Wenn die Nachbarstaaten durch derartigen Kredit Argentinien ueber die groessten Schwierigkeiten hinweghelfen, so behaelt der Praesident recht. Alle diese Laender sind jedoch, genau wie Argentinien, auf sofortigen Deviseneingang fuer ihre Ausfuhr angewiesen! Betrachtet man in diesem Zusammenhang die Finanzlage Argentiniens, so kann man den Optimismus des Praesidenten nur bewundern. Nach den Zentralbankausweisen gingen die Währungsreserven innerhalb der letzten vier Monaten um siebzig Millionen Dollar zurueck. Die Verpflichtungen in auslaendischer Waehrung bleiben unveraendert bestehen. Trotz der nun vier Wochen bestehenden Einfuhrsperre bleibt der Dollar auf seinem Hochstkurs. Nach dem eigenen Bericht des Praesidenten Fron dizi ergibt sich fuer das laufende Haushaltsjahr ein Defizit von einundvierzig Prozent der Gesamtausgaben. Man fragt sich, wie dieses Defizit auf allen Seiten ueberbrueckt werden kann, bis die Bodenschaetze nutzbar werden, damit sie nicht nur für die laufenden Be- Vor einigen Wochen wurde einneues Handelsabkommen zwischen Oesterreich und Israel abgeschlossen; der oesterreichische Filmexport nach Israel wird Dank der Bemuehungen des ehern. Wieners Walter Perl, welcher jetzt in Israel lebt, intensiviert. Doch ploetzlich ein Rueckschlag: der oesterreichische Film “Meine Frau und ich” mit Paula Wessely und Attila Hoerbiger wurde von den offiziellen israelischen Stellen abgelehnt; Begruendung: Beide Kuens tler gehoerten waehrend der dunkelsten Periode Oesterreichs, dem nazionalistischen Kuenstlerbund an. Es wird gewiss interessieren, dass Martin Bormanns Sohn in Oesterreich lebt; dieser Mann, dessen Taufpate Adolf Hitler war, wird in der beruehmten Herz-Jesu Kirche in Innsbruck (Tirol) zum Missionaer herangebildet und wird seine Taetigkeit in Kuerze in Belgisch-Kongo aufnehmen. Das oesterreichische Gallup-Institut veranstaltete vor einiger Zeit eine Umfrage betreffend der ehern deutschen Kriegsorden. Das Ergebnis war mehr als interessant: In Wien sprachen sich 66% fuer die Beibehaltung und in den Bundeslaendem 98% dieser Naziauszeichnungen aus.— Die Gemeindewah-j len in Graz (Steiermark) sind vorueber. Der Wahlkampf der beiden; grossen Parteien —die Oesterreichische Volkspartei (OeVP) und Sozialistische Partei (SPOe) ging um die “Ehemaligen”. Und da war es interessant festzustellen, wie die Nazis wieder mit Hilfe der politischen Parteien in die Politik MH den Star.dartenfuehrer Helmut Wolf als Kandidaten nominiert. Ueber diese Aufstellung gab es sogar bei den eigenen Parteifreunden heftige Proteste. Die OeVP - Kandidatur endete mit einer Niederlage und mit einem Stimmenzuwachs der FPOe., der sogenannten “Freiheitlichen Partei”, eine ausgesprochen nazifreundliche Par tei. Wer ist nun Helmut Wolf? Im Herbst 1928 kam er in den SA - Sturm nach Graz, machte den Juliputsch ols Obertruppfuehrer mit, wurde nach Niederschlagung verhaftet und wurde sofort nach Ver buessung der zweijaehrigen Kerkerstrafe Adjutant des Brigadefuehrers und 1937 Stabsfuehrer. Ein anderes unliebsames Kapitel ist die Narvik - Gedenkfeier in Oesterreich Zum Gedenken des 18. Jahrestages der Kaempfe um Narvik, veranstalteten der oesterreichische (!!) Marinebund Kaernten, und die anderen Kameradschaftsverbaende eine Feier. Man ehrt ganz offen den Ueberfall Hitlers auf Norwegen, verbluemt diese Heldentaten auf ein wehrloses frie dliches Volk mit “Gedenkreden” und diese “Auchoesterreicher” ver gessen ganz, wie Norwegen nach demzweiten Weltkrieg —obwohl selbst in Not— Oesterreichs Kindern geholfen hat. Oesterreichs verantwortliche Stellen haben nach dem Krieg immerwieder betont, dass seine Staatsbuerger nur gezwungenermassen am Hitlerkrieg teilgenommen haben, niemals kommen wollen. Die OeVP hattej war Oesterreich im Kriegszustand naemlich als besondere Attkak-j mit einem dieser ueberfallenen tion einen Gauleiter-Stellvertreter,| Voekern. Und jetzt? Oesterreich hatte nach dem»Jahre 1958 darf in Oesterreich so J zweiten Weltkrieg ein Anhaltela ger, wo fast alle prominenten Nazigroessen, soweit man ihrer habhaft werden konnte, festgehalten wurden: Glasenbach. Zu einer “Glasenbach - Feier” versammelten sich nun ca. 1200 ehemals Internierte in Salzburg! Es waren Delegationen aus ganz Oeste reich und aus Deutschland erschienen. Hauptredner war der Salzburger Gemeinderat Ingram. Bis zur Selbstaendigkeit Oesterreichs im Jahre 1955 war es sehr still um die Glasenbacher. Nun aber, seit die Alliierten das Land verlassen haben, wittern sie wieder Morgenluft und und viele unter ihnen, sind mit Hilfe der politischen Par teien wieder in Amt und Wuerden. In Linz erscheint ein Monatsblatt, das “Signal”. Herausgeber der ehemalige Gaupressechef von Oberdonau, Dr. Fellner. In seiner Aprilnummer berichtet er auf der ersten Seite “Wie starb Gauleiter Eigruber”. Dieser Eigruber, welcher von einem alliierten Gericht zum Tode durch den Strang verur teilt wurde, soll nun weissgewaschen werden. Und “Signal” betrachtet es als eine Ehrenpflicht diej adoptieren. Dies ist wahre Voelkerse Waesche vorzunehmen. Urspruenglich wurdedas Blatt von der SPOe nur zu dem Zwecke herausgegeben, um gewisse nationale Kreise an sich zu ziehen um dadurch Waehlerstimmen zu gewinnen. “Unserem voelkischen Fuehrer Ottokar Kernstock in dankschuldiger Treugesinnung' ’ so beginnt die “Sudetendeutsche Wegwarte” ihren Leitartikel. Diese treudeutsche Naziueberschrift ist nicht dem "Voelkischen Beobachter” nein, im etwas publiziert werden. Es eruebrigt sich, naeher auf den Inhalt Eides Leitartikels einzugehen. In einem anderen Artikel sch reibt die “Wegwarte”, ueber “Das'? Maerchen von den 6 Millionen Ju- ‘ den, die angeblich in Hitlers Gaskammern umgebracht wurden” und meint, dass dies die groesste Geschichtsfaelschung aller Zeiten ist. Durch diesen Artikel werden 6 Millionen Menschen in den Dreck gezerrt und dieses Machwerk ist reinste Nazipropaganda, wie es der “Stuermer” nicht besser haette machen koennen. Aber es gibt auch erfreuliche Ereignisse in Oesterreich. Der beruehmte Saenger Richard Tucker aus New-York sang hier in der Staatsoper (jetzt ist er in Israel anlaesslich der zehnjaehrigen Unabhaengigkeitsfeiern) und vor einigen Tagen konnten wir einen Gast begruessen, der seit mehr als 20 jahren den Boden Wiens nicht mehr betreten haite. Josephine Baker. Ihr erstes Auftreten wurde mit stuermischen Beifall begruesst. Wie sie in einem Interview erzaehlte, wird sie jetzt das zehnte Kind —ein Indianerknabe— sondern auch die alten und sich erneut anhaeufenden Schulden decken. Die bis jetzt von der Regierung unternommenen Schritte: massive Lohnaufbesserung, buerokratischer Kampf gegen die Preiserhoehung, Fahrpreisermaessigung trotz Defizits der Eisenbahnen, zeugen von keinen neuen Erkenntnissen. Die Ankuendigung scharfer Spar massnahme» im Staatshaushalt und die üebernahme der Le’tung der staatlichen Petroleumsbetriebe durch Dr. Frondizi weisen darauf hin, aass der neue Praesident auf lange Sicht den Schwierigkeiten des lindes begegnen kann. Allerdings muss er sein Vorhaben in die Tat umsetzen, und das politische Raenkespiel muss ihm die erforderliche Zeit gewaehren. Edwin Halle (Buenos Aires) -e? ESTUDIO JURIDICO % $ INTERN ACIONÄL % % £ I Dr. GUNTER FREY | Abogado Argentino y Boliviano Atiende asuntos: Civiles, Comerciales, Imigratorios, etc. BUENOS AIRES Pueyrredón 2190 . ler. piso, dep. izq. -fr ☆ ☆ * i> ☆ ☆ ☆ ☆ ¿r.'nV ☆ ☆ * ^•Crír^iririziz^^irirírfrtrCr-ü-ü-ü-trtrtrírti | DER GARANT 1 | fuer fute | | Augenglaeser: jj t * i OPTICA | S "OPTALVIS" | 1*1 | La Paz, Comercio N9 308 £ versoehnung, daran koennen sich die Rassentheoretiker ein Beispiel nehmen... Fred Kubié (Wien) < -<<<<<<<<<<<<<<.<.<<<^<^ ALBERTO ZEHL f Joyería y Relojería | COCHABAMBA | Casilla 134, Teléfono 665 X y Stets grosse Auswahl in t Marken - Uhren! f «<•<<<<<-<■<<< <<<X<<<<<<<< t REINIGEN, faerben i t DURCH |! "SORSKY"! t Comercio 156 t s Avenida Saavedra 620! t Erstklassige t t Leistung t t garantiert durch i t einen Chemiker t v Ingenieur -1

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