Mannheim
Compact Memory

Das Echo · 1958-06-30 · 183 (30.6.1958) · p. [Seite 3]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Echo
Volume
9 (1958-1959)
Issue
183 (30.6.1958)
Date
1958-06-30
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/9620162-9630814-9625516--039-9625519
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

1 3,— 'DAS E C H O' 30. Juni 1958 WIR SCHALTEN ZURUECK: JOM HAATZMÁDT ■ "Bedingt durch zeitlichen Abstand (mehr als sieben Wochen) und Raummangel, wollen wir die Feiern des bolivianischen Judentums anlaesslich des 10. Unabhsengigkeitstages in Israel in Kurzform registrieren. Wie alle Jahre, so auch in diesem, kann die juedische Presse von Bolivien zu den juedischzionistischen Veranstaltungen nicht unbedingt “Ja” sagen. Der besondere Anlass des 10. Jubilaeumsjahres hat besondere und weite vorbereitende Kommissionen bilden lassen, die Programme aufstellten, die durchaus erfreulich waren. Aus diesen Plaenen und Entwuerfen ist kaum etwas realisiert worden. Man blieb letztenendes bei den abgedroschenen Routine-Veranstaltungen, die in keiner Weise den grossen, besonderen Anlass gerecht wurden. Bemerkenswert war die Neuerung von wirksamen und gut textierten Plakaten in Schaufenstern juedischer Geschaefte, und die strikte Einhaltung des Ladenschlusses (am Sonnabend, den 26. April). Veranstaltungen: Auftakt der Feiern war das von der FSUB veranstaltete Meeting. Ein volles Haus, welches sich ueber den (all ja ehrlich wiederholenden) Fahneneinmarsch freute. Die Festrede hielt Rabb. Friedlaender, der wie immer rethorisch brillierte und inhaltsvolle Worte fand. Besonderes Plus des Abends war die Bekanntschaft mit Fraeulein Elena Yamburg, die in kurzer Zeit einen ausgezeichneten Chor mit Schuelern des “Colegio Boliviano Israelita” bildete. Die “Comunidad” und der “Circulo” veranstalteten Festgottesdienste, die gut besucht waren. Zu dem Gottesdienst in der Strongest waere hervorzuheben Alfredo Weinheber, in seiner ausgezeichneten kantoralen Funktion; eine sympathische und tragende Stimme, die Ohr und Gemuet erfreute. Am Sonntag (27.4.) wurden die Ehrengaeste, Verkehrsminister Moises Carmel und der israelische Gesandte in Bolivien, Tuvia Arazi, auf dem Flugplatz La Paz von einer grossen Menschehmenge erwartet und herzlich begruesst. Macabi bildete Spalier und trug dadurch zur Vertiefung des Eindruckes des Empfanges bei.— Zentralveranstaltung war das “Grosse Gala-Bankett.”, welches mehr als 250 Menschen vereinte. National - bolivianische Taenze Schuelerchor, Israelische Folklore, Kapelle Schein, einige Rezitationen erfreuten. Es wurden vier Reden (davon zwei von r‘ar mel und Arazi) gehalten, es fehlten jedoch spritzige Toaste, wie ueberhaupt die geloeste Stimmung fehlte.— Zu den erfreulichen Veranstaltungen gehoerte der Empfang des “Macabi” fuer Carmel-Arazi, der juedische Jugend in Fuelle anzog und Optimismus fuer die Zukunft enthielt.— Ein Wizo-Tee, gemuetp lieh und anregend, wurde zu Ehren der Damen Carmel und Arazi geboten. Fassen wir alle Veranstaltungen zusammen, so atmeten sie nicht den Geist von Israel; es waren Veranstaltungen, die den Stempel buergerlicher Wohlgefaelligkeit, eines Provinzialismus trugen, der nicht identisch sein kann, mit dem kampffrohen, opferreichen Israel, mit den Lebensauffassungen der israelisch en Regierung und des israelischen Volkes. Es gab Schau (Stellungen) ohne tiefere Bedeutung. Es gab Pomp, doch wenig Herz, es gab Bewegung, die nicht in die Tiefe ging, sondern nur an der Oberflaeche blieb. Auch im rein Organisatorischen gab es Maengel und es waere gut, wenn unsere Organisationen bolivianische Planung und Durchfuchrurrg mehr beachten wuerden. Der Besuch von Minister Carmel und Gesandten Arazi wurde vom bolivianischen Protokoll als “offiziell” gewertet. Die Regierung und hohe Fun ktionaere gaben fuer die prominenten Gaeste Empfaenge, die herzlich und betont israel-freundlich \yaren. Auch Dr. Siles Zuazo empfing die Gaeste in diesem Sonderfall im “Spiegelsaal”, und in Anwesenheit eines grossen Kreises von Mitgliedern der juedischen Kollektivitaet von La Paz. Minister Carmel ueberreichte dem boliv. Praesidenten als Geschenk eine kuenstlerisch ausgestaltete Bibel und einige Dokumente ueber die israelische Verfassung. Mit Genugtung konnten wir feststellen, dass das Volk von La Paz mit Respekt und Liebe die Aktionen fuer Israel aufnahm, was sich besonders bei den Kranzniederlegungen (Bolivar, Sucre und Murillo) erwies, bei welchen Anlaessen die Kapelle des Regimiento Escolta Ballivian die Hatikwah” spielte. In Cochabamba_Die Festivitaeten aus Anlaess des israelischen Jubeljahres hatten in Cochabamba einen viel volkstümlicheren Charakter als in La Paz. Wie uns initgeteilt wurde,. war dank der harmonischen Zusammenarbeit aller juedischen Organisationen von Cochabamba die Gewaehr fuer eine tadellose Organisation gegeben. Am Festgottesdienst nahmen ueber 400 (!) Menschen in der festlich geschmueckten Synagoge teil; auch der Gottesdienst des “Circulo” hatte ein betont feierliches Gepraege, der von der “Wizo” organisierte Kiddusch fand grosse Anteilnahme. Am Abend (26.4.) fand der grosse Jom Haatzmaut-Ball atatt, der ein wirkliches Volksfest war und die Besucher in heiterer Laune bis in die Morgenstunden zusammen hielt.— Am Sonntag vormittag fand in feierlicher Form eine Kranzniederlegung am Monument von Bolivar statt; ein Akt der ausserordentliches Interesse und echte Anerkennung bolivianischen Kreise fand. Boliv. Autoritaeten, das diplomatische Corps waren vertreten, die Kapelle der Carabinieros spielten beide Hymnen. Im Anschluss wurde den cochabambiner Autoritaeten ein grosszuegiger Coctail gegeben; Ansprachen hielten der Prefekt u.a. boliv. Persoenlichkeiten. Der Chef der MNR in Cochabamba, Dr. Alfredo Galindo, sagte ueber Ben Gurion u.a.; “Dem Manne mit dem Herzen eines Kindes und dem Geist eines Weisen”.i— Endlich waere noch zu erwaehnen der gut besuchte Empfang den “Macabi” fuer alle Sportorganisationen in Cochabamba gab und der viel dazu beitrug, dass Jugend sich noch mehr verband und juedische Arbeit und Leistung christliches Verstaendnis fand. Die Veranstaltungen in Cochabamba waren weitaus einfacher, aber dafuer populaerer und im Effekt wirkungsvoller, als die oft “akademischen” und gesellschaftlich - strengen in der Landeshauptstadt. Auch ORURO bot innerhalb seines Rahmen eine gute Leistung, die Freude im juediischen Kreis und Anerkennung in der christlichen Umwelt ausloeste. Dasgleiche gilt fuer TARIJA wo diese kleine, aber ueberaus aktive Gemeinde, besondere Ans trengungen aufbot, um ein wirklich schoenes und in der Erinnerung bleibendes Jom Haatzmaut - Fest zu veranstalten. ln diesem Zusammenhang darf auch der ausgezeichnete Eindruck erwaehnt werden, den die 32 - seifige Festausgabe des “Echo” in den massgebenden bolivianischen Kreisen ausloeste, die auch freundliche Kritik in der boliv. Presse und im Rundfunk fand. Inzwischen liegen uns auch Berichte darueber vor, dass diese Echo - Ausgabe in Israel eine gute Resonanz hatte und besonders die herzlichen Worte fuer Israel von dem bolivianischen Senatspraesidenten und Vicepraesidenten der Nation, von dem Aussenminister, dem bolivianischen Gesandten in Israel u.a. Persoenlichkeiten, mit Wohlgefallen gewuerdigt wurden. Im Ausland: In Israel wurde der 10. Jom Haatzmaut ganz mit der Wuerde, Einfachheit und Innerlichkeit gefeiert, die bei dem sozialistischen Staat Israel Tradition sind. Auf dem Herzl-Berg wurde eine grosse Kundgebung veranstaltet, bei der die Repraesentanten der 12 Staemme Israels Fackeln entzuendeten. Es gab herrliches Feuerwerk. Stras senmusik und oeffentliche Volkstaenze in Stadt und Land. Praesident Ben Zwi veranstaltete einen diplomatischen Empfang, an welchem als Doyen des diplomatischen Korps, der franzoesische Botschafter, im besten Fortsetzung Seite 4. Hemos recibido la siguiente carta: La Legación de Israel saluda muy atentamente ai Honorable Señor Ludwig K. Stargardt, Director de la Revista “Das Echo” y tiene a bien adjuntarle a la presente copia de un cable recibido el día de hoy de Jesusalem para que se sirva publicarlo en su revista, si lo considerará conveniente. La Legación de Israel se vale de esta oportunidad para reiterar al Honorable Señor Director de la Revista “Das Echo” las seguridades de su distinguida consideración. Lima, 21 de Mayo de 1958. MINISTRO CARMEL AGRADECE ACOGIDA BOLIVIANA El Ministro de Comunicaciones de Israel, General Moshe Carmel, quien acaba de regresar a Jerusalem después de una gira de buena voluntad a Bolivia, expresó en una conferencia de prensa y por medio de la Radio de Israel su gratitud por la cálida acogida y la cordial hospitalidad brindadas a él por el pueblo Y el Gobierno de Bolivia. El Ministro Carmel quedló muy impresionado de la profunda amistad hacia Israel que encontró durante su estadía en Bolivia y manifestó su complacencia por el desarrollo y progreso alcanzado por Bolivia. Expresó también su viva satisfacción por la acogida que el fué dispensada por la colectividad israelita de Bolivia y por los vínculos espirituales que unen a las Israelitas de todo el mundo con Israel. ¡ PASTTIiiliVINEO V I lo nift(pr oouto^' TpS y- CA.TARROS ————— En Hada» Un Farmsoisa — uns aui Mit Recht sagt man bei uns, dass unserer juedischen Jugend allzuwenig geistige Anregung und Taetigkeit vermittelt wird. Wen aber die seltene Moeglichkeit fuer eine geistige Inspiration besteht, so wird diese nicht ausgewertet. So z. B. diese: Anlaesslich der Zehnjahrfeier Israels wurde ein SCHUE- LER — UND JUGEND — WETTBEWERB fuer alle Laender proklamiert. Das gestellte Zentralthema: “Der Staat Israel im Lichte des Talmud, der Literatur, des Midrasch und der Halacha”. Zur Teilnahme wurden alle Jungen und Maedels der Galuth im Alter von 13 bis 22 Jahren aufgefordert. Ausgewaehlte Arbeiten sollen an die Zentrale in Jerusalem geleitet, wo die besten Arbeiten praexniert werden. Hauptpreis: eine Freifahrt nach Israel. Soweit die Anregung aus Israel. Wir haben leider nicht gehoert, dass die bei uns um die Jugenderziehung verantwortlichen Stellen auf diesen reizvollen Wettbewerb reagiert haetten. Bedauerlich, dass man bei uns auch diese Moeglichkeit geistigen Trainings und Erziehung zur Israel-Liebe unbeachtet liess. FABRICA NACIONAL DE IMPERMEABLES JOSE SZTEIN Colón 290,^Casilla 1884, Teléfono N° 491 I La Paz. Bol ivia

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.