Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 182 (27.4.1958)
- Date
- 1958-04-27
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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M 1958 27. April 1958 'D AS EC K O' -*®it in der Bledigmg ■ naenanien,; Erscheinen, die nderungsin sich dabei, da > einen Eindruck, geistiger rbeit beaeli eine eder koeraesentanten ihm daher beim Zuverwandt selbst und 'lieh untergegen die versucht geh4 dabei ewegungen ewollt schäm meisten unter einen assen, wird periieh Ari4er totaler ' eser Hinand liegt, . .“Das ist daran gelem ich oft lagegen zu U schaden Gewohn- .eben, einidarstellem ein. "Auch Antwort. Menschen n S‘empel d<v Stime en sollten, ,on Asiens dr.-an zti ir ist, das ¡n Erw’-r- ■ die Ar- ^eistaendlemacher. Abwanner Haupt ber kann werden koennen hen S4aavor allem Aktivität sich des- Deshalb wegtrigtm n iuen das fjaturlicnv heutige?1 ies israeh-!llen. Wir n begnue- ”dise”kS „ Und ren, b. Jizschak Ben-Zwi, Staatspraesident und Wissenschaftler Taeglieh verbringt der Staatspraesident, trotz seiner vielen Verpflichtungen, zwei Stun i den in dem von ihm vor ueber neun Jahren j gegruendeten Institut zur Forschung des orien | valischen Judentums. Offenbar ist es ein Gej setz innerer Logik, dass die Presidenten des Staates Jisrael stets auch Leiter Wissenschaft-! licher Forschungs — Institute sind. War der j verewigte erste Staatspraesident, Professor; Weizmann s. A., ein Mann der Naturwissen-* schäften, so ist Isrtels zweiter Praesidet; Jizchak Ben — Zwi; ein Erforscher juedischei Geschichte und Folklore, dessen eigene Biblic graprie heute schon ueber 3000 Publikationen umfasst. Das geistige Erbe des orientalischen Judentums zu wahren und zu erschliessen, ist eine der Lebensaufgaben, die sich der Praesident gestellt hat. Die grossen Historiker juedischer Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert, wie Hein rieh Graetz und Simon Dubnow, erforschter dieses orientalische Judentum zu wenig unc wandten z. B. der kulturellen eigenstaendiger jemenitischen Gemeinschaft oder dem Judentum des Irak kaum ihr Interesse zu , insbesondere nicht der neuzeitlichen Entwicklung dieser Judentuemer. Gerade heute im Zeitalter j des Kibbuz Hagalujoth, da diese Judentuemer j des Orients systematisch zur Alijah gebracht : werden, ist es ein Gebot nationaler Kulturerj haltung; ihr Erbe sicherzustellen. Und diesem : Anliegen dient das Ben-Zwi-Institut in Jerusalem, das in einigen wenigen Zimmern; h.ch i oben im Rosch - Rechavia - Gebaeude, bedeutende Schaetze an Buechem, Manuskripten 1 Photokopien bewahrt. Die Sammlung Sassonn in Bombay, die Bibliotheken der Universitaeten in Oxford und Cambridge und des Jewish Theological Seminary in New York stellt?;-, ihre reichen Manuskriptsammlungen und Au tographen zur Verfuegung, so dass wir hier in Jerusalem die Phctokopien solcher nicht publizierter Dokumente wohl geordnet vor uns! haben. Die Dokumentensammlung umfasst; ueber 150 000 Nummern. In der Bibliothek fallen zunaechst 6 J0 I Buecher in Ladino auf, Reste einer einst bluehenden Literatur in jenem altkastilischon Juden - Dialekt, den man als das Jiddisch der Sepharden bezeichnen koennte. Judeo - ara-: bische Schriften aus Nordafrika fehlen auch I nicht. 450 Buecher und Broschueren in dieser; juedischen. Abart des Arabischen werden hier bewahrt, katalogisiert und bearbeitet. Dieses Judeo - Arabisch lebt noch, und gerade heute wurde das halachische Hauptwerk des Maimonides “Jad Hachasaka“ in dieses arabische Idiom uebersetzt, in welchem offenbar lernbeflissene fromme Juden das rabbinische Gesetz studieren. Aber auch die persische Judenheit verfuegt ueber einen eigenen Dialekt, dessen Literatur hier ebenfalls vertreten ist. Den Hoehepunkt des Exotischen aber bildet eine Pessach - Haggada mit tartarischer Uebersetzung in hebraeischen Lettern. Dies ist ja ueberhaupt die Eigenart aller juedischen Dialekte, sowohl der aschkenasischen wie der sephardischen und der orientalischen, dass sie in hebraeischen Lettern geschrieben werden; wobei die Orthographie hebraetischer Woerter jeweils den Gesetzen deh nichthebraeischen Idiome angepasst wird. Der Bibliothekar des Ben - Zwi - Institutes, Meir Benayahu ein Sohn des Oberrabbi- ■ ners Nissim, weist mit besonderem Stolz auf VON SCHALOM BEN-CHORIN, j seltene Drucke aus den Gemeinden Jerbe, Fez; und Casablanca hin; wo sowohl gelehrte Resj ponsen als auch Darstellungen des Lebens der i Juden dieser Gemeinden und homiletische I Werke erschienen sind. Die umfangreichste Abteilung bildet natuerlich das ehemalige ottornanische Re’ch, zu dem neben dem Stamm lande der Tuerkei auch Aegypten und vor allem Erez Jisrael im 19. Jahrhundert zu rechnen waren. Unter den Juden Indiens nehmen die von Cccdin einen eigenen Raum ein, da sie J Ln ihrer Liturgie ueber besonders archaische j Zeremonien und Formeln verfuegen. { Aus Ismir (Smfrna), der Gemeinde, von j welcher die sabbatianische Ketzerei ausging, j sind besonders wertvolle Machsorim erhalten j l=lll5lil5lll=lll=IH=lll=lll=ll!=lll=lll=lll=lll=lll=MI=lll5lll=lll5lll=ll , .. .. I i. :-fe. ISRAELS PRAESIDENT i=Hi=iii=m=m=iii=iii=m=iii=iii=iii=üi2iii=iii=iii=|„=„|5„eill5( mit sabbatianischen Korrekturen, welche die goetthehe Verehrung zeigen, die der Pseudo - Messias Sabbatai Zwi in seiner Heimatgemeinde genoss. Aber dieser Irrwahn, geboren aus der Erloesungssehnsucht der gemarterten juechschen Seele, hatte sich weit bis nach Holland und Deutschland hinein ausgebreitet und auch darueber finden sich wertvolle Dokumente, sofern es die sephardischen- Gemeinden in Amsterdam und Hamburg betrifft. So weben die Faeden zwischen sephardischem und asch kenasischem Judentum unauflöslich ineinander: Wer haette zum Beispiel in Algier die Synagoge einer Jamilie Guggenheim erwartet, die eine Gebetordnung herausgab, treulich bewahrt in diesem Archiv? Die Waende des Archivs, sbweit sie nicht von Buecherregalen und CokumentenschraerL ken eingenommen werden, zeigen die' Bilder j hervorragender Persoemichkeiten, darunter vor allem einen Autor, der bisher ausserhalb j_ seines Kreises zu wenig bekannt war: Rabbi Chajim Joseph David Asulai, kurz “Chida" ' genannt; Chida war der erste-gewissermassen , Moderne Gelehrte, der die rabbinische Literatur historisch erforschte, speziell die des Orients. Selbst ein bedeutender Talmudist und Kabbalist, bereiste er Europa und Asien und beschrieb die juedischen Gemeinden seiner Zeit. Er wurde 1724 in Jerusalem geboren und starb 1806 in Livorno (Italien). Weit ueber 100 Werke hat dieser aussergewoehnlich fruchtbare Autor hinterlassen, mit denen sich unser Staatspraesident besonders eingehend beschaef igt. Eine Sonderpublikation des Instituts in bibliophiler Ausstattung, reich illustriert; ist dem Werke Chidas gewidmet und bringt u. a.; eine besonders interessante Trauerklage auf den verehrten Autor in Form eines hebraei-. sehen Sonettes. Wie jedes moderne Archiv, so verfuegft natuerlich auch das Ben—Zwi—Institut ueber . eine reiche Sammlung von Mikrofilmen, die in einem besonders deutlich projizierenden englischen Apparat muehelos gelesen werden; koennen. Trotz dieser und anderer technischer " Hilfsmittel ist das Archiv freilich vorerts ziem lieh primitiv untergebracht; es wird jedoch | demnaechst auf des neue Kampus der He-; braeischen Universitaet uebersiedeln, wo das . Archiv dem Judaistischen Institut angegliedert werden soll. Nur drei Personen arbeiten staen; dig im Archiv, der Bibliothekar Benayahu; ferner ein Spezialist fuer tunesische Judendialekte und eine Sekretaerin. j Wissenschaftliche Publikationen schlies- - sen sich an die Forschungsarbeiten an. Das : Institut leiht zwar keine Buecher aus, aber die^ Forscher arbeiten hier und es vergeht kauril'. ein Tag, an dem der Staatspraesident nicht mit seinen wissenschaftlichen Kollegen Meinungsaustausch pflegt. Aber auch in weiten Kreisen des Volkes selbst ist das Institut bekannt und. man sieht hier orientalische Chachamim, die sorgfaeltig eingewickelte Buecher und -Handschriften herbringen, um sie dem Staatspraesidenten oder seinem Helfer Benayahu:zum. Kauf oder manchmal auch als Beitrag zur For-; schung anzubieten. Das Institut wurde urspruenglich vom Joint, von der Sochnuth und vom Waad Leumi: bescheiden subventioniert. Heute kann der Staatspraesident selbt aus bestimmten Fonds zur Erhaltung des Instituts beitragen. Von Anfang an ist das Institut der Hebraeischen Uni versitaet affiliert gewesen und wird nunmehr auch aeusserlich sichtbar dem Rahmen d.ersel ben eingefuegt. Es ist kein Zufall, dass dieses Institut irp Mittelpunkte des Lebenswerks des Staatspraesid.eni.cn J-zchax. Ben—Zwi steht. Die tiefe Lie-; be zu Israe', die diesen Mann seit seiner Ju- , gend beseelt, iiess ihn fruehzeitig erkennert, dass geracie in dem von der Forschung vemacH i iaessigten sephardisch - orientalisches Judenj tum wichtige Elemente zum Wiederaufbau der Nation enthalten sind, Elemente vor allem, die , zur Verwurzelung unserer Volkes im rnittec-‘etlichen Lebensraum beitragen koennen. In den so pepulaer gewordenen Rosch - Ghcdesclft Veranstaltungen des Staatspraesidenten,- zu de ‘ hen er die Delegationen ~ der verschiedenen Eydoth empfaengt, hat Jizchak Ben-Zwi demselben Grundgefuehl Ausdruck gegeben, das ihn als Forscher zur Errichtung dieses Instiiuts