Das Echo
- Journal
- Das Echo
- Volume
- 9 (1958-1959)
- Issue
- 182 (27.4.1958)
- Date
- 1958-04-27
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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c h er Rundfunksendet Kol Zion Lagoiah Als Moses am Sinai die Thora fempfine. Xe V«C,VabF HiSChe ,.Ugendeh<£rten \ oe^er her Erde in ihrer eigenen Snra Lacoiahr iSI^eIi^lc Rundfunksende? Koi Zion i^a^olah — Die Stimme Zions fuer die Diasnom bemueht sich um ein aehnliches Wunder Auch sie strahlt, die Botschaft von Zion in den Sprachen aller Voelker aus. Dieser Rundfunk- 2h?chtehat ein° bjdeuten<ie Entwicklungsg- Bereits in der Mandatszeit war der Wunsch aufgekommen, Rundfunksendungen ruer die Juden anderer Laender zu uebertragen. Er scheiterte jedoch an den britischer Mandatsmaechten, und erst mit der Staatsgruendung Israels wurde das Thema wieder ak tuell. Ende 1949 trafen aie israelische Regierung und die Zionistische Weltorganisation ein Abkommen, durch das die Zionistiche Organist tion von Jerusalem aus direkt zu den Juden der Welt sprechen sollte. Es wurde ein Stab .1 Mitarbeitern Zusammengestellt, von de- ' allerdings nur wenige die noetige Erfahhatten. Der Leiter der jiddischen Abteilung war ein ehemaliger Journalist, der der ■franjjesischen ein Archaeologe unu die englische Sendung wurde von einem Rabbiner geleitet. Im Maerz 1950 war alles zur Aufnahme der Arbeit bereit, und bald nachher wurden die ersten Sendungen mit einer Bot schaft von dem inzwischen verstorbenen ersten Staatspraesidenten Israels, Chaim Weizmann. ein geleitet. . " ’ Anfangs wurde nur in englischer, franzoesischer und jiddischer Sprache gesendetdoch bald kam fuer den Kebraeischkundiger im Ausland noch Hebraeisch hinzu. Zu den vordringlichsten Problemen gehoerte de schlechte Empfang, denn der erste Sender wai fuer die Anforderungen, die an ihn gesteh wurdenviel zu schwach. Es trafen bald flce rerbriefe aus allen Teilen der Welt ein. Viel von ihnen jedoch waren nur Klagen; dass di Sendungen von Kol Zion nicht empfangen wer den konnten, so dass die verantwortlichen Techniker ihre verzweifelten Bemuehunger intensivieren mussten. Aber bereits der 1954 m Betrieb gestellte Kurzwellensender ermoe glichte einen weit besseren Empfang, und heute ist Kol Zion staendig daran, die Sendse taerke zu erhoehen. In den letzten Jahren wurden folglich staerkere Sender gebaut und die Programme erweitert. Die Sendungen selbst erstrecken sich auf alle Gebiete des taeglichen Lebens. An erster Stelle stehen die neuesten Nachrichten und politische Kommentare. Daneben gibt es die ueblichen Programmzusammenstellungen: Berichte aus allen Teilen des Landes. Vortraege, Debatten, Hoerspiele usw. Eine besondere Bedeutung kommt der Faniiliengrusssendung zu. die juedischen Menschen in der ganzen Welt ein Gefuehl der Zusammengehoerigkeit vermittelt. Selstverstaedlich spielt Musik eine grosse Rolle im Programm. Kol Zion hat eine Plattensammlung juedischer und israelischer Musik, die wohl die groesste ihrer Art in der Welt sein duerfte. Sie umfasst u,a. die Aufnahmen von Konzerten der israelischen Philharmoniker. Jazz, kantorale Musik aus dem Ostein und Westen, jiddische Lieder aus Osdem, Bibelvorlesungen und Gottesdienste aus teuropa und spaniolische aus den Balkanlaen- Svnagogen mit verschiedenem Ritus, die Musik von Sekten wie die Karaer und Sam an.er und schliesslich auch die Musik der m Israel, lebenden Minderheiten wie die Araber und ( Drusen. Der Chor von Köl Zion ist einer der; besten im Land, und Marc Lavry, der ueber die Grenzen des juedischen Staates hinaus bekannte Komponist, ist musikalicher Leiter von t..ol Zion Lagjnalh. Das Programm laesst auch; die erzieherischen Themen nicht zu kurz körnj men- Hebraeischkurse, Talmudstunden. Ge-; sangs— und Volkstanzunterricht sowie Vor-; 27. April 1958 Marlin Bielski; ' Eigenarten der Israelis Wer Israel besuchte und dqnn in die Golah zurueckkehrle. hat te alles mceglichc zu erzaehlen; er sprach von dem Aufbau und der Schoenheit des Landes, er hatte die mili taerisehe Staerke des Staates bemerkt und dit btaedte und Siedlungen gesehen, vom israelischen Kulturleben und der inneren Organisation wusste er etwas, aber seltsamerweit, natte sich keiner die Muehe genommen, dei Menschenschlag zu betrachten, der in diesen Staate wohnt und der trotz der durchschnittlich Kurzen Zeit, die er sich meistens im Lande be findet, eine ganz eigene Praegung angenom men hat, die aus vielen Mosaik st einen, du sich selbstverstaendhch aus den Gebenheitel, des Landes ergeben, zusammengesetzt ist. E. ist nicht die Ansicht dieses Artikels, auf dit allgemein bekannten Gemeinpiaetze von den Sprachen— und Gewohnheiten — Gemisch eii zugehen, denn das duerfte viel weniger wicb- *6 man im allgemeinen annimmt. vVenn aber ein Oleh Chadasch mit dem Lande in den ersten Wochen seiner Anwuesenheit ir. unmittelbare Beruehrung kommt, erhaelt ei .janz fest umrissene Einck'uecke von seinen Menschen und diese Eindruecke zu analysieren, sei die Aufgabe des heutigen Aufsatzes, jud euixA so, von vornherein gesagt. In dei leisten Faellen deckt sich das, was man beim sraelischen Menschen entdeckt in gar keiner Weise mit dem was man sonst bei juedischen Menschen zu finden gewohnt ist. Der Israeli ist kein sehr mitteilsame Exemplar der Gemeinschaft des Homo Sapiens, Aus irgendeinem Grunde, den zu ermitteln mir bisher noch nicht mioeglich war versucht er die kuehle Zurueckhaltung des anglosae .hsischen Menschen zu erreichen, moeglichex /eise durch das Beispiel der frueheren Man Jatsmachts - Vertreterangespornt. Er ist kuB napp und kalt, nur gelingt ihm dies meiste: lax nicht, da es seinem wahren Wesen nich ntspricht. Da- Beamte in einer Behoerde gm tus diesem Grunde nur sehr knappe Auskuei e, aber er versteht es meistens absolut nich n die Kuerze seiner Auskunft das zu legen vas man wissen will, sondern seine Knappfte. 'iii=iii£iii=iii5mEiii=iii=iiiEiii=m=iii=iii=iii=iii=iii=iii=iii=in=iii£. traege ueber juedische Literatur gehoeren zu den staendigen Sendungen. Die Sendungen fuer Amerika stellten ein besonderes Problem dar, da dort im allgemeinen nur wenig Kurzwellen gehoert werden. So wurde ein Transkriptionsdienst eingerichtet. Tonbaender und Platte werden an amerikanischen Rundfunkstationen zur nochmaligen Senung verschickt. Zu diesem Zweck wurde vom israelischen Konsulat in New York ein besonderes Buero eingerichtet, jas Aufnahmen der Kol Zion — Programme in Englisch, Spanisch und Jiddisch an Stationen in Nord und Suedamerika verteilt. Kol Zion Lagoiah, dar von der Informationsabteilung der Jewish Agency betrieben und vom KKL unterstuetzt wird, ist in den Jahren seines Bestehens staendig erweitert worden. Dennoch werden die Bemuehungen neue Hoerer zu gewinnen, uneimuedlich tortgesetzt. IH HtKZW CJCHtBRM&JLpl C&sjlja 846. Telegramas: HERSCHTHAL. Telefono; 4427. zeichnet sich durch Unzulaenglichkei* in der Erklaerung aus und erschwert die Erledigung slatt sie zu erleichtern. Dasselbe Phaenonien, wenn auch mit unwichtigeren Folge - Erscheinungen beobachten wir in den Schlangen, die nach etwas anstehen, in den Befoerderungsmittein, kurz ueberall. eJder versucht in sich geschlossen zu bleiben und macht dabei, da die Echtheit dieser Beziehung fehlt, einen etwas unglueckhehen und einsamen Eindruck. Durch die Umstellung von rein geistiger -de;: kommerzieller zu physischer Arbeit bedingt hat der Durchschnitts - Israeli eine uebertrieben grosse Achtung vor jeder koerperlichen Arbeit und deren Rep.raesentanten jekommen. Intellektualismus floesst ihm daher tiefes Misstrauen ein .Er verspuert beim Zusammentreffen mit diesem sofort ein verwandt schaftliches Aulflackern in sich selbst und da er dieses auf der Stelle aergerlich unterdrueckt, wendet er sich instinktiv gegen die Repraesentanz dieser Tatsache. Er versucht das von sich abzuschuetteln und geht dabei ■oft ueber das Ziel hinaus. Seine Bewegungen als physischer Arbeiter sind oft gewollt schweriaellig. und der Mann, der am meisten aussieht, als wuerde er viel besser hinter einen Schreibtisch als in den Overall passen, wird am staerksten das Gehabe des koerperlich Aroeitenden an sich tragen. Gerne versteht der Israeli unter totaler Asöimilaton an das Land und in dieser Hinsicht auch an die Zone, in der das Land liegt, die Aufgabe aller i’naereren Begriffe. .“Das ist eben hier anders und Du wirst Dich deran gewoehnen muessen”, war ein Satz, dem ich oft begegnete. Wenn ich versuchte dagegen zu argumentieren, dass es wohl nicht schaden koennte, bei allem Respekt vor den Gewohnheiten der Region, in der wir nun leben, einige fruehre Begriffe, die ja Werte darstellen, beizubehalten, zuckte man die Achseln. “Auch Du wirst das noch einsehen”. war die Antwort. Dabei sind uebrigens gerade oft die Menschen dieser Richtung diejenigen, die den Stempel ihrer Herkunft am deutlichsten auf drr Stirne tragen. Und so wenig wir vergessen sollten, dass wir nun in der Mittelmeer - Region Asiens leben, so wichtig es ist., sich taeglich daran zu erinnern, dass es absolut kein Fehler ist, das aus der vergangenen Welt an Werten Erworbene festzuhalten und zu pflegen. Der Israeli ist ein Mensch, der die Aroeit liebt und senaet-zt. Fr hat kein Veistaendnis fuer Faulenzer und Geschaeftemacher. ijarin liegt ein Hauptgrund fuer die Abwanderung vie 1er und hier liegt einer seiner Haupt vorzuege. Solchen Menschen gegenueber kann der Durchschnitts - Israeli peinlich werden und viele, die eben nicht begreifen koennen und wellen, dass es in einem juedischen Staate nicht genug ist Jude zu sein, um vor allem geschufetzt zu werden und jede Aktivitae1 uurchfuehren zu koennen, fuehlen sich desnalb abgestossen und das ist gut so. Deshalb wird mil vielen Auswandei ungsbewegungon uen meiszugutekommen ten Faelieri ist es grr kein Negativum fuer das Land, wenn diese Menschen gehen. Natürlich - ginge es weit ueber den Rahmen der heutigen Betrachtung hinaus, alle Aspekte des israelischen Menschen auf zeigen zu wollen. Wir wollen uns mit den bereits genannten begnuegen. Fest steht, dass man hier einem Menschenschlag begegnet, der den lebendigen Beweis bietet* dass in uns die kraf und die Moegiichkef lag, uns wieder als Nation und als Staat zu stabileren. Und das gehoert zu den grpssen Erlebnis - Eindi'uecken, die ein Jude yjn aussen erhaelt wenn er in Israel weit.