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Das jüdische Centralblatt · 1883-02-01 · 1 (1.2.1883) · p. Seite 10

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
2 (1883)
Issue
1 (1.2.1883)
Date
1883-02-01
Page
Seite 10 (sequence 6)
Language
German
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10 DAS < ENTRALBLATT. Kabinotsstücke ersten Ranges, Niemand wird die Geschichte des arm--Ii Schlossers, der trotz der Versuchungen des Geldprotzenthums seinem Han 1 w^rke treu bleibt, ohne tiefe Rührung lesen. Alt i <f/ Neii'» Vergangenheit und Gegenwart. In Sage und dargestellt ron Moritz Hermann. Mit 20 Illustrationen, Bildnissen, Ai sichten, historischen See neu von hervorragenden Kiin tldr i. I i 25 Lieferungen a 30 Kreuzer =3 60 Pf. =? 80 Cts. (A Hartleben'a Verlag in Wien.) Liefgn. 13 bis 18. Auch lie neue Serie toii Lieferungen dieses interessantenBuches kringt. sowohl in den einzelnen Abschnitten als in den Detail- Charakteristiken, eine Fülle des Lesenswerthen. Wir lernen im ^L'utstihen Erfinder-' das nichts weniger als friedliche Hauswesen lies sich abmühenden Bürgers Peter Uele, Schöpfers der ersten Taschenuhr, kennen; die „Pul verversehwörung in London" führt »ns in der Person des Guy Fawkes einen der leider noch immer »icht ausgestorbenen Fanatiker des Umsturzes vor; „in dem Reformator" linden, der geniale Savonarola, der prachtliebendes Lorenz von Medicis ihre Würdigung un l im „Aufruhrer des 17 Jahrhunderts", dem 30 ungerecht ▼erfolgten Frankfurter Fettmilch spielt die Judenverfolgung eine ähnliche Rolle, wie noch heute, in unserem Jahrhundert. An Pikanterien sehr reich sind ferner! Das .>Opfer väterlichen Ruhnies," nämlich Napoleon's erster Sohn, der so sympathische Herzog von Reichstalt, genaue Details über die beiden gegen ihn gerichteten Entführungsversu -he enthalten!; der ..Herzog Friedel mit der leeren Tasche", in welchem Capitel das treue, an seinen angestammten Landesfürsten hängende Tirol, die zigeunerartige Volksciasse der Dörfer, die sogenhaften Venodigermännlein keinen s;ermgen Platz einnehmen; endlich Schloss Treufsin und seien Nebenburgen'', Besitzthümer der mochtigen Thurzo, 2apolya, Batthory,unter Letzteren die grausige „Blutbaderiu" auf Schloss Cstüthe. Rechnet man dazu die trefflichen Blusttrationen, die aninn Schreibweise bei Schilderung der Begebenheiten, welche sich ball ernst, bald heiter entwickeln, so ist wir eindringlichen Empfehlung de* Buches, das sich als Volkshnc.h in des Wortes bester Bedeutung Wwährt, wohl Alles gesagt, uuo glauben wir es als Hausbuch für jede Familie mit bestem Gewissen empfehlen zu können. Bloch, J; S. Dr. Gegen rdie Anti-Semiten. Wien 1882 Verlag der Buchhandlung D, Löwy, II. Praterstrasse Nr. 15. Der durch seine literarischen Arbeiten bekannte Verfasser hat in dieser Schrift unternommen, die unbegründeten Anklagen, die gegen Jas Judenthum von neuen erhoben werden, zu entkräften. [Iber diess finden wir in dieser gehaltvollen Schrift, Sepharatabzüge aus der Wiener Allgemeinen Zeitung vom 8 Juni, 5. und 9. Juli 1382. von Dr Güdemann. Wir wünschen dieser mit männlichem Freimute geschriebenen Brochüre recht viele Leser, besonders unter den Nichtjuden. Back Samuel, Dr. Rabb in Prag-Smichov. An Israels Gemeinden und ihre Rabbinen. Diese kleine, aber äusserst beherzigenswerte Schrift, sollte in keiner jüdischen Gemeinde fehlen. Wir stimmen unserem ehrwürdigen Collegen vollkommen bei, wenn er uns auffordert:,, Gehen wir also muthig eins Werk, treffen wir Vorbereitungen, ersuchen wir die hohe k k. Regierung, dass sie den Plan aufnehme, dass sie ans die Erlaubnis* zu den Röthigen Vorarbeiten ertheile and uns ermächtige, beziehungsweise auffordere, zur Ooastituirung eines Sgnhvlrion, und das Resultat wird unter Gottes Beistand sein, dass wir endlich auch einmal in einem Qonsistorhtm eine religiöse Central brhörde haben werden, wie sie jede andere Confessiou in unserem Staate hat.' BreUtxno Clemens. Die Chronik des fahrenden Schülers Verlagsbuchhandlung des literarischen Instituts von Dr. M. Hattler Augsburg 0. iii. Zum erstes Maie erscheint hier in prachtvoller, des Stoffes wiir.! diger Ausstattung diese liebreizender Erzäblang, die wie wol Frag ment «- geblieben, dennoch ein Meisterwerk genannt werden, darf | Die eingestreuten religiösen Lieder und Betrachtungen sind [fixt jedes religiöse Gemüth ohne Unterschied der Confession ermunternd und erheiternd. Da» Buch sollte auf ,keinem'-. Salontische fehlen Alraeunchen's Kräuterbuch I. Theil,, der d& handelt von Allem was mit dem alltäglichen Leben zu schaffen hat. Im selben Vorlage Dr. M Huttler's. Dass die g^^*"] 6ine grosse Rolle schon in der Genesis spielen, ist bekannt'; dieses Büchlein aber ist für die Mythologie von grossen Belange und ganz besonders für, orientalische Sagen Und so empfiehlt sich das Buch von selbst. & D. Luzzatto's hebräische Briefe, gesammelt von seinem Sohne Dr. Isaja Luzzatti, herausgegeben von Eisig Graeber. III. und IV. Band. Prxemysl J.882. Wenn es überhaupt für nothwendig erachtet wurde, die Briefe grosser Männer zu veröffentlichen, um deren Forschungsgang kennen zu lernen, so ist diess bei Luzzatto in einem noch viel höherem Grade der Fall; eine Fülle neuen Materials liegt in den Briefen vor; und wir wünschen nur, dass der vom Herausgeber versprochene Jndex re^ht bald veröffentlicht werde, damit der reich? Inhalt jedem leichter zu Gebote stehe. Sepp. -Job. Wepomuk, Dr. Prof. Ein Volk von 10 Millionen oder der Bayerntsamin, Herkunft und Ausbreitung über Oestereich, Kärntheu, Steyermark, und Tyrol. Kampfschrift wider (Dechen und Magyaren. München 1882. Max Kellerer's Verlag. Mit vollem Herzen stimmen wir dem hochgegabten und hochverdienten Forseher bei, we,nn er das Heil Oesterreichs uur im Deutsch, thutn erblickt; wenn er (lie ganze La uge seines Witzes und seiner gerechten Entrüstung auf die 30 genannten Patrioten schüttet, die nicht nur das He'i Österreichs, sondern auch derer, die sie beglükken wollen untergraben. Wir sin«! gewiss die letzten, einer Nation deren Sprache zu verleiden, aber ein gewisses Maass rouss eingehalten werden. Wir leben eben nicht in einer idealen Welt, und da muss man den bestehenden Tbats ichen genaue Rechnung tragen. Und diese Thatsachen sprechen laut genug zu jedem, der nur auf I sie hören will, dass die Kentniss des slavischen oder magyarischen Idioms, nicht nur dass sie ausserhalb dieser Länder nichts fruchtet, im Lande selbst ohne Kenntniss einer anderen und gerade der Deutschen nicht von allzugrossem Vortheil ist. Möge die Schrift die bona fiele geschrieben i3t, die Beherzigung finden, die sie mit Recht verdient. Zum Schlüsse seien noch einige Bemerkungen gestattet. Dass der geschorene durch das Abschecren des Barthaares beleidigt werde, finden wir schon in der Bibel. Zu p. 75 ist zu bemerken,; dass auch in Mähren der Zuwachs der Tageslänge von Weihnacht { bis Neujahr auf sliepice kräh dh. auf eineu Hahnschrat berechnet j wird. Zu 100 ist zu bemerken, dass die Zahlen 12 und 40 auch in j der Bibel, die Zahl 40 zur Busse verwendet wird, so zB. die 40 [ Prügelhiebe, die 40 Jahre des Herumirrens in der Wüsste. Zu p.! 117 sv. Bockopfer vgl. mein Centraiblatt Nr. 20. Dass das Buch belehrend und anregend im höchsten Grade ist,! braucht bei einem Werke Prot Sepp's nicht erst hervorgehoben ' zu werden. . Hoff mann« D. Dr. Die erste Mischna und die kontroversen ' der Tannaün. Ein Beitrag zur Einleitung in die Mischna. Beilage \ zum Jahresbericht des Rabbinerseminars zu Berlin pro 1881-1882. 1 Der Verfasser, rühmlichst bekannt durch seine Programmarbeiten | des jüd. theol. Seminars zu Berlin bietet wiederum eine sehr liehtj wolle und gehaltreiche Schrift, deren Resultate, so sehr man! auch in einzelnen Fällen Einwendungen raachen könnte, von nun an als gesickert und unerschütterlich angesehen werden dürfen. Der | Verfasser ist nämlich zu dem Resultate gelangt, dass die 1. schriftliche Abfassung, der Mischnah vor der Teinpelzerstörung 11. z. vi d des Schülern Elillel und Schammai's. Die kritische Unter-

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