Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 2 (1883)
- Issue
- 1 (1.2.1883)
- Date
- 1883-02-01
- Page
- Seite 11 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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DAS JÜDISCHE CENTKAIJBLATT. 1] Buchung über den Tractat Aboth" ist geradezu eine Musterarbeit mH wissenschaftlicher Kritik. Wir rufen dem-wackeren Verfasser jfür dieüe schöne Gabe ein inniges p*^^* p*H zu- Joel, David Dr. verewigter 'Semiuar-Rabbiner zu Breslau. SpparataWböck aus dem Jahresberichte des jüd. theol. Seminars fö'aenckel'scher Stiftung 1883.!>-,■ Aberghfye wnl-fdie Alvng des fii(h iithvmo zu demselben. II. Heft Von seinem unermüdlichen wohlthätigen Wirken am jüd. theol. Se- ' alinarzu Breslau durch Gottes unerforschliehen Rathschluss im 67. I Lebensjahre entrissen, wurde die fragmentarisch gebliebene Arbeit des ] verewigten Seminarrabbiners Dr. D. Joel von dessen Bruder auf '! Wimseh des Curatorimus und des Lehrercpllegiums veröffentlicht. Dass beide Körperschaften sich hiedurch den Dank der gelehrten j Weh erworben, j karai mit Fug und Hecht behauptet werend Als vor 2 Jähren der 1. ThefJ der interessanten Arbeit: „Der Aberglaube : und die Stellung des Judenthums zu demselben veröffentlicht \ wurde, sahen sämtlich Gelehrten, sowo) die jüdischen und nicht j.tidischen-, mit berechtigter Spannung der Vollendung der Arbeit j entgegen. Leider war es dem so edlen Manne nicht möglich,; die j aber dieselbe überhaupt erschienen, ist der aufopfernden Liebe Arbeit zu vollenden. Dass des berühmten Binders Dr. M. Joel, Rabbiner in Breslau, zu verdanken. Jellinek, Adolf Dr. Der Talmuiijude 4. Hede Die Rede uud sFortragsweiae der Tahnudlehrer, zunächst Adam betreffend. Den I 16. December 1882, Sabbat Wapgasch gehalten. Wien 1883 Verlag der Buchhandlung D. Löwy. IL Prateratrasse Nr. 15. Breis 20 kr. Wenn ein Meister der Kanzelberedsamkeit, wie Dr. Jellinek es j ist, einen Vortrag der Öffentlichkeit übergibt, ist derselbe des Anj preisen« nicht bedürftig; wenn aber gleichzeitig «in so gründlicher \ Kenner und Förderer des MidraschStudium's wie Dr. Jellinek es j gleichfalls ist, über die Bede und Vortragsweise der TalmudLhrer zunächst überAdam, "iuen Vortrag veröffentHcht,80 weiss ihm nicht nur | derLaie,dem eine neue Welt erschlossen wird,sondern auch der jüdische j Theologe hiefür lebhaften Dank, a liuea Diese Reden aber, der Tal- I mudjude haben einen grösseren Leserkreis zum Ziele, sollten ganz besonders von Nichtjuden gelesen werden, damit sie sich von der Reinheit und Erhabenheit talmudischer Ansichten gehoben fühlen! und über den Unflat sich selbst bedeckender Schriften hinwegsehen lernen. : Perrecw Pletro öomento sopra il volume de Treni "»pjj j «J,--*avj »MM^j del Rabbi Immanuel ben Salomo romano inedito j «jb 'itS als •) mt ed unico, trascritto epublicatö, secondo il codice ebreo-rabbmico derossiäno Nr. ÖL5. Tanna 1881, Autogratia edizione di esem ) plari. Proprietä riservata. Unser berühmter Mitarbeiter bietet in dieser autogräphirten Ausgabe des Commentars zu den Klageliedern Jeremijahus nicht nur einen Beweis seines unermüdlichen Fleisaes und seiner Akribie,' son dern auch seiner hingebungsvollen Liebe zur Literatur des Judentums. In der Avverteza (Einleitung) gibt Perreau einen kurzen; Lebensabriss des berühmten Dichters und Theologen Immanuel ben Salomo, der 1272 zu Rom geboren wurde. Der Dank und die Hochachtung aller derer, die der Wissenschaft des Judenthums dienen ist diesem hochverdienten Manne sicher; diess ist der einzige, aber wahrlich auch der schönste Lohn. E. Tjedrain Histoire d'Israel. Premiere partie, se terminant i fa chute des ömrides. Avec im appendice par M. Jules Oppert. j Baris Alphonse Lemerre, editeur, 27-31 passage Choiseul 27-31 1879. Breis 2 fl. 50 — ideni Ilistoire d' Israel. Deuxieme partie se; terminant ä la repression de la revolte juive sous Adricn, avec un, I appendice par M Jula Oppert. Eine eingehende Besprechung dieser auf gründlichem Quellenj Studium und selbsjtständigem Urtheile beruhender 2 Theile der Ge-, 1 schichte Israels können wir für jetzt nicht geben, und wollen nur mit. einigen Worten auf die "Wichtigkeit dieses Geschichtswerkes aufmerksam machen. Dass der Verfasser mit kritischem Bhcke begabt ist, ersieht man ans jeder Zeile, und es that uns wohl, oass er die Manie mcd< nie r Gelehrten, nicht nur aus den Patriarchen sondern aus der ganzen Geschichte bis David hinauf, sagenhaitf? Gestalten zu naoben, kurz aber ganz entschieden verwirft. Eines nur hat uns gegen den Verfasser etwas mistr aliisch g( macht u. z. sein Pessimismus, denn am Schlüsse der Einleitung des 1. Bandes sagt er: S' etem're sur Ja couche funebre, avec la perspective que tcute Sensation et toute cerrsdenee, ce serait, sinon pour le S<mite, du moinspour beaueoup d'heirnes de notre race la joie supreme. (..Sich auf die Grabesstätte strecken, mit der Aussicht, dass jedes Gefühl und jedes Bewusstscin für immer aufhört, ist, wenn auch nicht für den Semiten, doch für einen grossen Theil der Menschen indogermanischer Race, die höchste Freude Ledrain gibt zu, dass der Semite eine Ausnahn:* hierin machen könne; aber wer eine solch melancholische Lebensai ffassung hat, besitzt nicht freien Blick genug, der geschichtlichen GJang eines Volks und besoiiders des israelitischen völlig zu begreifen; denn Israels Geschichte ist ein Lächeln unter Thräneii; es ist das Sichbewusstsein der önschuld trotz des Druckes von Aussen. Heuss Eduard, Die Geschichte den heiligen Schriften Alten Testamenfl < nt werten. Braur.sehweig. C. A. Sehwetschke und Sohn. 1882. Breis 14 Mark XII 743 p. 8" Der lurch sein französisches Bibelwerk weit bekannte und m t Rech, berühmte Verfasser gibt dfm gelehrten Pubiii um, nicht mir den 'Iheologen, eine Geschichte der heiligen Schriften des altes Testaments in die Hand, für die ihn . hne Zweifel der Priester wieder Laie in gl icher Weise herzlicher Dank wissen wird. In der Einleitung sagt der Verfasser (p. XII): „Mir schwebte die Aufgabe v r, in eine nachgerade gär zu trockene, und vorlauter Detailkritik formlos gewordene Wissenschaft etwas frisches Leben zu bringen, ohne in den entgegen gesetzten Fehler zu verfallen und etwaige gesunde Gedanken in einer Sintflut von Phrasen zu ersäufen. "Und diess ist dem Verfassf r vollständig gelungen. Ein« männliche und offene Sprache, wie wir sie beim Verfasser der Reiiea an Theologie Studierende gewohnt sind, berührt sehr wolthueud, jeder Kastengeist ist der Arbeit fremd; der Geist wahrer Menschenliebe spricht aus jeder Zeile. Dass kein Forscher in allen Punkt; n mit Reuss übereinstimme» könne und werde, hat Reuss selbst eingesehen und daher auch selber in der Einleitung es geschrieben; dass sein Buch aber noch nicht veraltet seht verde, Jcpmien wir füglich behaupten: eleua wo das Herz noch jugendlich schlägt, da verjüngt es auch andere und die Sprache des Herzens bleibt fi r alle Zeiten ein und dieselbe. Da wir beim Herzen sind, wollen wir Reuss' Ansicht über die Psalmen, die doch das Herz des A. T. sind, anführen. Reuss sagt (p. 592):" Die Rabbinen haben sind und andere überredet, dass (mit der Eintheilung der Psalmen in 5 Büchers eine Parallele zum Pentateuch beabsichtig gewesen ■ i Dieser..Einfall wird durch eine nähere Untersuchung beseitigt. ' Wir können dem nicht beistimmen, nicht etwa als Rabbiner, sondern gerade aus dem Buche ven Reusss-er bezeichnet nämlich dl* fttU-mevi als Uevieindcy s buch — uud wir stimmen ganz mit ihm üherein — aber er wird h© ffentlich auch dem Pentatt ueh den T'tel eines 'Gemeiiulfcerbaiumgs — und Gemeindelehrt.ucliezuerkennen, da doch bis jheutzut . ge in den jüdischen Synagogen allwöchtntlich e'n Abschnitt aus dem Pentateuch verlesen wird; nun dann ist die Parallele der Rabbinen eine berechtigte. Auch in Betreff der Zählung der Ggrötel haben die ü.abbinen im Talmud gewisse Gesetze aufgestellt, man vgl.Ta Ihiüd'bäbyh. Berathot fol. 96 u 10 a, ferner Midraseh T: nc.huma (l'arasdia Va eraj ed- Warschan p. 28 u; a. Doch wollen wir daS :*ii: iur*.»-i.s? amurcs hjal sparen. Wir danken noehn als dun hochverdienten Manne, für diese schöne Gabe, die wenn auch fh fu*Y. nicht the im»! ist Belov.ir <hn -JH. Januar 1 ör. M. Grünwald