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Das jüdische Centralblatt · 1883-02-01 · 1 (1.2.1883) · p. Seite 9

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
2 (1883)
Issue
1 (1.2.1883)
Date
1883-02-01
Page
Seite 9 (sequence 5)
Language
German
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DAS- JÜDISCHE CE#T$A:fcJ*LATT. 9 Kleide die Nationalität erkannt'hatte, ist daraus erklärlich, dass bei der Schwierigkeit der Verkehrsmittel selten jemand in die Fremde zog. Das Verändern des Kleides aber hat einen weit tieferen Sinn. Wir wissen es ja m. a. Z. wie sehr der Mensch geneigt ist, sich äusserlich den vornehmeren Gassen anzuschließen und sich der eigenen Nationalität zu schämen. Israel aber, der echte Israelite, kennt diese falsche und unberechtigte Scham nicht, und anerkennt sie nicht. Israel ist nämlich ein Volk der Wahrheit und Treue, das der väterlichen Sitte eingedenk in treuer Liebe sie als kostbarsten Schatz hütet und wahrt. Diess war das 2te Verdienst des alten fsrael und muss es auch bei den heutigen Israeliten sein und bleiben.!• Das dritte der Verdienste, das die Erlösung beförderte :und sie ihrer würdig machte ist QIID *H*j X^tT dass Israel sein Geheimniss nicht verrathen, nicht dem ersten Besten vorgelegt. Denn der Leiden harte Schule lehrte es, dass das Entdecken des Geheimnisses als Schwäche ge- und misdeutet wird. Und wisset Ihr m. Fr. was das wahre Geheimniss Israel ist? Ich will es Euch sagen, das Geheimniss Israels ist die Innigkeit des Familienlebens ist die unauflösliche und unzertrennliche Zusammengehörigkeit der Familie, die, so sorgenvoll sich auch die Aussenwelt gestaltete, stets einander Trost und Ruhe bereitete wie schon Job sagt ^HK *hy *11C2Iri der Familie, in dem süssen Bewusstsein, nicht allein des Kummers und des Druckes Last zu tragen, lag das Geheimniss der Stärke, der unüberwindlichen Stärke Israelis in der Familieneinheit, nicht wollte Israel in sein Familienheiligthum Fremde eindringen lassen, es duldete keinen Zwiespalt in der Familie. Und das 4. der Verdienste, das mit dem 3 ten in enger Verbindung steht,heisst(-p*£ ri%*"0 *b*£2 KS* 4? haben das heilige Bundeszeichen nie aufgehoben. Es lehrt diess Entsagen und Entbehren; man besiegelt mit seinem Blute; die Liebe zu seinem Grotte, lernt seine Begierden und Leidenschaften bezähmen. . überwinden. und ihrer. Herr werden, wie an mehreren Stellen der heiligen Schrift der Gedanke zu lesen ist ÖSM1? T)blV DK CH^ftl; dieses Entbehren und ' Entsagen aber muss dazu beitragen Einheit und Einigkeit in der Familie zu begründen und zu erhalten. Und die Innigkeit des Familienlebens, so sie nach jüdischer Sitte un.l im Geiste des Judenthums geführt wird, sie bildete von . jeher dieunbestritteue Eigentümlichkeit Israels; diese als kost bares Kleinod zu wahren, ist Israels Aufgabe und heilige Pflicht. Kinder edler Eltern., würdiger Männer sie befolgen deren Vorbild und es erwächst' ein Geschlecht, das zu den Verdiensten der Verfahren das eigene Verdienst hinzufügt. Das ist der Sinn .dei;'TalmudsteÜe. zu den Wertender heutigen Parascha n^l^-QsS.- Und wenn wir ^Kraft besitzt; dass das Gute; immer ß.eues gute erzeugt, dass das der Spross eines edlen Stammes selbst wieder edles hervorbringt. Dann wird auch die Gegenwart, so düster sie sich auch ankündigt, eine heitere und freundliche werden, wenn die 4 angeführten Verdienste Israels auch, unsere. Zeit zieren werden, dann wird verstummen der«Lügner Mund, verschwinden werden die Anklagen unserer Verlaumder; und Israels Gerechtigkeit wird herrlicher als je erstrahlen und zur freudigen Wahrheit wird, das Wort werden SO* ikt.i ybv *n p);V Dü jmkpi <zv AMEN - So segne unser Herr und Väter die Gemeinde, in deren Mitte ich heute Dein heiliges Wort verkündet, lass es eindringen in das Herz i eines jeden einzelnen in ihrer Mitte, lass es eine Saat der Tugend und Gerechtigkeit werden, segne die ganzeGemeinde; ihren allverehrtenFührer und Leiter, der durch/sein "musterhaftes1 Leben den grössten Sporn zur Befolgung Deiner göttlichen Gebote gibt, segne den Vorstand und dessen Räthe,. segne alle Lehrer, sowol, die das Wort Gottes den ■ Grossen, wie die es der zarten Jugend verkünden, alle die darauf sehen, dass Is i ael neben den Bürgerpflichten auch die Pflichten gegen Gott erfülle, segne alle weiche dem Wole des Gemeinwe sens ihre Kraft und ihre Zeit in Treue und Liebe we ihen und widmen, segne jedes einzelne Mitglied dieser Gemeinde, segne einen jeden, der hiehergekommen das göt fliehe Wort zu vernehmen, segne einen jeden von uns mit Deinem Segen, der eine nie versiegende Quelle wah i er Freude uud ungetrübten Glückes ist. AMEN wrr d^tsre; ,«- .'k den Sinn des Wortes grammatikalisch, erforschen. .so .&ejien wir, dass dieses Gebot für die Zukunft Geluinguiid.binde.nde VECfcKSlONEN.' Der zweite Band der „Gesamimelten1 Schriften Kotoiperte* (Louis Gerschel's Verlag, Berlin), der denSpezialtitel,, "BöhmischeJuden" führt, enthält die kostbare. Erzählung": Eine Verlorene, eine Dichtung, die überhaupt dem Bestell sich anreiht, was die deutsche Erzählungsliteratur seit den letztenvierzig .fahren geleistet. Welchen Werth ein Meister der deutschen Novelle ' gerade auf diese „Ge„ chiehte" legte, beweist der Umstand, oasse'r sie in! den ,.Deübchcn Novellenschatz:' aufuahin. Gestalten! wie die alte „Marjim", die iu ihrer Schlichtheit die ganze-Ü""n ei'gründliehkeirder jüdischen Mutter umfasst, und ihres Sohues „Jossef': pl"8gen:! sich dYm Gedächtnis» typisch ein. Der Stull' ilieser Gescliichte erhebt ^ieh zu einem Problem von grosser ethischer B^deiit üirg.!Zii mpia r iitcht iiif dieser Dichtung den Einigungspunkt zu finden, in welchem sich alle'G'egensätze sich gegenüberstehende!:..i GlftlibensbekenniiMSse harjuouisch finden können. Aber auch diu .h.eidwi-Ji«deren .Nowileu, di^tdiqse» Band enthält, „Der Dorfgeher" und „Trenderl" sind iniWw .Art

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