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Das jüdische Centralblatt · 1883-02-01 · 1 (1.2.1883) · p. Seite 4

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
2 (1883)
Issue
1 (1.2.1883)
Date
1883-02-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 DAS JÜD'lSGrTE OENTRALBL ATT. zum Singen unzüchtiger Lieder, welche' die Reinheit1 und Lauterkeit der Seele trüben und umdüsterh (3, 11. 5. 2, CO. 4, 23. 5; 20). Auf diese Weise bat die Thoi'a der Bethätigung des Gefühles, dem Lebensorgän des Herzens, in genügender Weise Rechnung getragen Ein Jahrbuch über Jerusalem von JHetro Perreau, kgl. Bibliothekarin Fama, Gegen Ende des vergangenen Jahres erschien von Rabbiner Abraham Moses Luncz aus Jerusalem ein Jahrbuch in Wien, welches zum Zwecke hat, eine genaue Kentniss des älteren und des neueren Palaestina zu verbreiten. Das Werk ist bei Peter Smolensky in Wien gedruckt und zerfällt in 2 Theiie, einen deutschen (19(5 Seiten) und einen ebräischen (202 Seiten). Mitarbeiter sind Gelehrte aus dem heiligen Lande uud von anderen Männern. Obwol in Deutschland um England besondere Gesellschaften zur Erforschung Palaestina's bestehen ,füllt dieses Jahrbuch dennoch semeLücke aus,da es sich grösstentheils auf die in Jerusalem lebenden Israeliten bezieht. Der deutsche Theil beginnt mit einer chronologischen Tafel von der Zerstörung Jerusalem^ durch Titus bis auf die Gegenwart: dann folgen metereologische Beobachtungen von Dr. Th. Chaplin im Laufe des Jahres 1S80.: hierauf sind die Markttage in den Städten Palaestina's die Gewichte, Masse, Gold- und Kupfermünzen verzeichnet: auch die verschiedenen Landesprodukte sowie deren Preis ist angegeben; die Herbergen* Hotels, Häupter der verschiedenen Religionsgenosseuschaften und die Consulate. finden sich gleichfalls darin. Diesem folgt ein ausführliches Verzeichniss der jüdischen Genossenschaften Palaestina's. Die Sepkardim haben 4 nebeu einander stehende Synagogen im jüdischen Viertel. Die Aschkenazimpermchim haben eine; die Chasidim eme/die Moghrabim (aus Nordafrika) 5, von denen eine sehr grosse ist. Ueberdiess haben die Sephardini 17 Lehrhäuser oder kleinere Bethäuser, die Aschkenazim — perusehim 16, die Aschkenazim — chassidim 7, die Meghrabim 20. Ähnliche Institute sind auch ausserhalb der Stadt, Die Israeliten der anderen Gemeinden haben 18 Vereinigungen zu ausschliesslich religiösen Zwecken; 17 zu humanen Zwecken ^und 7 zur Förderung der Industrie. Die Sephardini (der Zahl nach 7260) und die Moghrabim haben einen und denselben Ritus, und könnten eine Genossenschaft bilden, wenn sie sich nicht in Sprache und Sitten unterscheiden würden. Die ersten sprechen den jüdUch-sjyanischen Dialekt, ladino ( M genannt, die letzteren bedienen .sich des aiabischen Idiom's. Die Aschkenazim hingegen haben einen anderen Ritus und sprechen jüdischdeutsch. (2) (Fortsetzung folgt.) Der Process Isaak schurun im lahre 1622 (l) Ragusa (Dubrovnik)zählte schon in den ältestenZeitenJuden unter ihren Einwohnern, denn auf der Ostküste des adriati-1 schenMeeres war Ragusa der Hauptplatz für den Handel. Hier haben auch die Juden durch ihren Geschäftseifer so sehr die Zuneigung des Volkes sich erworben, dass man dem Volke verboten, auf Unterhaltungen sich nach jüdische! Art zu kleiden. Denn es ist ja bekannt, dass das Mittelalter sich darin gefiel, den Juden besondere Kleidungs*- stücke aufzubürden. So mussten sie in Venedig einen gelben Hut, in Frankreich einen runden blauen Fleck auf dem Oberkleide, tragen u. s. f. Auf der Balkaniesel siedelten sich Juden zahlreich gegen! Eule des 15. Jahrhunderts an, nachdem Ferdinand und und Manuel dieselben aus Spanien (1492) und Portugal (1496.) vertrieben. So kamen auch sehr viele nach Ragusa | (Dubrovnik). Um die Mitte des 16. Jhrts. kömmt einer der bedeutendsten Dichter seiner Zeit Didak Pirrus,; geboren iu Evora in Portugal nach Dubrovnik (Ragusai. | ein fernerer Beweis, dass die Juden in Ragusa leben! konnten. Und .wenn ein einzelner eines Vergehens schuldig befunden wurde, so wurde dieser allein aus dem Gebiete.,. I des Freistaates Ra^usa verbannt, wäJii^n^lIie "anderen j Glaubensgenossen davon nicht betroffen wurden. j Jedoch im Jahre 1622 traf die .luden m Ragusa ein I härterer Schlag. Folgende Geschlechter lebten um diese Zeit in Ragusa: | Ä&e« Memin. Arari, Litmbrösb, Israel (hH"W%) | Maestro, And JJaruch, Jesurun, ben Daiwu, Lawiano, de I ~* I! ■ . . , r Alna Salom CrSV'ttW) Beneun. Haviglio, Abentar, Spcrlpl . w ben Natan. Aslau, Koen-Coma, V< Uzie% Betiatur. Oer Aus diesen Nann erhellt, dass diese ') Sielie Nr. 4 und 5 des jüdischen Centralblattes: 1882-von Dr. M. Grünwald. '-') Siehe: [Teber den jüdisch-deutschen' Jargon. Budapest 1876 von Dr. 31. Grünwald. •'. Benhabit, Servadio', soweit sie nicht rein iüdisch sind, Geschlechter spanischen oder italie nischen Ursprunges waren. Wohnen durften sie nicht in der Stadt, denn wie überai im Mittelalter, gab es auch in Ragusa eine Juderia (ein Judenviertel i. italj Ghetto genannt, welches durch eine Mauer von ..$en christlichen Wohnungen getrennt war. An der, Spitze der damaligen jüdischen Gemeinde stand Dr. Aron Kqen Lunelli,. Unter der Leitung dieses würdigen Mannes konnten die Israeliten ungestört ihre Religionsübungen vornehmen. I : - ( f.Nacl :• Sc riit .Pi*pp:essü d' Isach «Jesurua not 1022 von Dr. A. i Kazuacic iii der Jeliqkevsehen Bibliothek für die Geschichte Dali matiens Dubrovnik (fiag-usä 1882). um .die Wochenschrift Viena. i in Agram Nr. 1 p. 9—12 unter dem Titel: Antisemitizam u DnbroV- ,-niku go.d.;3C;2s2 napi«ap F;;!.{;. vgl. Jose da Silva ein tragisches Op-; ter der Inquisition,im l8,aiuh.von Dr. M. Grünwald in. Prof. Gratitz. : Monatsshnft ,1881;p. 241 -tr25:7, und II,.von Zwieiiineck-JüdenhorV» j Feuilletons^ Die venetianische Inquisition in der N. Fr. Presse i v'on -30. und•• •;;).' A'Hgüst 1882; aHS*uhi'l'ich handelt II, Fulin in seinem Werke :«Stddiäi dbn AiVbiven der Inquisition. : ...

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