Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 21 (15.1.1883)
- Date
- 1883-01-15
- Page
- Seite 244 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9620166-9626018-9625403--256-9625407- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
DAS JÜDISCHE CENTBALBLATT. NOTIZ. Die Geburtstagsfeier des Prinzen von Wales in Jerusalem Am 9. November, dem Geburtstage des Prinzen von Wales, wurde auf Anordnung des Sir Moses Montefiore Bart, eine glänzende Illumination an den Juda To uro Almshouses [dh. der Wohithätigkeitsanstalten für jüdisches Wissen) gegenüber dem Gihon, aus der Strasse, die nach Hebron fuhrt, veranstaltet und zog die Aufmerksamkeit der friedlichen Einwohner der heiJigen 'ötadt auf sich. Hunderte von Lampen waren rings um die Mauern dieser Häuser, Festlichter hingen inmitten der Gärten, und die Fenster 37 an der Zahl sowohl als auch das Dach waren reizend illuminirt. Muslemen.Christen und Juden promenirten vor den herrlich illumminirten Mauern, die Moslimen gaben ihrem Staunen durch die Worte, Mä sha Allah Ausdruck, alle aber waren voll des Lobes über den grossen Philanthropen Sir Moses Mcmtefiore Baronet vn, der keine Gelegenheit vorbeigehen lässt, seine glühende Anhänglichkeit an Englands geliebte Königin und derenFamilie zu bezeugen. Auch sprach man, erinnernd an den Besuch Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen von Wales in Jerusalem, in den lebendsten Worten von dessen gnädiger Herablassung und Liebenswürdigkeit, gegen alle welche das Glück hatten, die Auszeichnung zu gemessen, sich hm nähern zu dürfen. Ueberdiess wurde am Abend ein Bankett für 7 2 Personen auf Kosten Sir Mosis Montefiore's gegeben. Heiterkeit und Frohsinn würzten das Mahl man lobte die türkische Regierung, die Vertreter der englischen Regierung und schloss mit dem schönen Worte: Gesegnet ist der Mann, der auf Gott vertraut. Toaste wurden laut auf das Wol Ihrer Majestät der Königin von England, die königlichen Hoheiten Prinzen und Prinzessin von Wales, auf Sir Mosis Montefiore Baronet, auf Dr. Adler in London und Dr. L. Loewe, den würdigen Sekretär des weltberühmten Menschenfreundes Sir Moses Montefiore, den Gott noch lange zum Heile des Judenthums erhalten möge! (Kent Coast Times December 14, 1882, freundlichst zugesandt von Dr. L. Lowe im Ramsgate, ins Deutsche übertragen von Dr. M. Grünwald). VECENSIONEN. I>. Löwy, Der Talmudjude von Rohling in der Schwurgerichte Verhandlung vom 28. October 1882. Verlag der Buchhandlung D Löwy Wim IL l'ralerstr. 15, Dem entmenschenden Fanatiemus eines Rohling, der den Talmud gleichsam zur Parias der Bibliotheken zustempeln sücht habon wir eine Menge der treffliebsten Schriften zu verdanken, welche in gründlicher und schlagender Weise, als gerechte Anwälte auftreten und den Talmud, :er gleichsam das Buch für alles Nützliche und Erhabene ist, die Ehrenpalme reicht. D. Löwy verstand es trefflich sowohl durch Form als auch durch Inhalt dem gänzlich uneingeweihten Laieu verständlich zu machen, wie sehr confessioneller Haas dem Geiste des Forschers (wenn wir Rohling einen solchen nenen dürfen, zu den absurdesten Unsinnlichtkeiten und Widersprüche» verleiten kann. In seiner tollkühnen Geistesabgeschmacktheit geräth er in einen unentwirrbaren Faden, den er zu einem gordischen Knoten schürzt, dessen Lösung wir nur seinen Genossen überlassen müssen. Durch seine offene und begeisternde Sprache ist es dem Verfasser gelungen, beialien Menschen ohne Unterschied dar Confessiou als ein gerechter Kämpe für die gerechte Sache aufzüj treten um hiedurch das harmonische Band der Eintracht und beglückenden Verbrüderung um a^e Menschen sanft zuschlingen. Wir hoffen nicht nur, sondern wünschen auch im Interesse der Sache, dass das Buch einen günstigen Absatz finden möge. Josef Grünwald. Keller Ludwig Dr. K. Staatsarschivar. Ein Apostel der Wied«rtäufer. Leipzig Verlag von S. Hirzel 1882. Dass diese» Buch für die Culturgeschichte des 16. Jbdts ton ungeheurer Bedeutung sei, hat Lerin Sehüeking in der Münchener All