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Das jüdische Centralblatt · 1882-11-20 · 20 (20.11.1882) · p. Seite 238

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
20 (20.11.1882)
Date
1882-11-20
Page
Seite 238 (sequence 10)
Language
German
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238 DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. höchst geistreich und richtig u2*3£ "inDESI al» ob Gott »ein Antlitz verbergen würde. All diese Verse erschienen in Dr. Back's Ungarischem Israelit Nr. 36 und 87 in deutscher Uebersetzuug und verweisen wir die des englischen Unkundigen auf die beiden Nummern der betreffenden Wochenschrift. Die ganze Arbeit ist so vorzüglich, und so voll edlen Freimutus dass wir eine Uebersetzuug in's Deutsche als ein lohnendes Unternehmen bezeichnen müssen; für diese Gabe sagen wir dem edlen Vorkämpfer für jüdisches Wesen T^TP 11113 ItP^ Taylor, Charles, Dr. Ph. Master diviuity Lecturer of St. John's College Sayings of the Jeicish Fathers comprising Pirque Aboth und Perek R. Mcir in Hebrew and English with critical and illustrative notes and specimen pages of the Cambridge University manu- »cript of the Mischnah Jerushalmith from which the text of Aboth is takeu. Cambridge. At the University Press. 1877. Die Pirke Aboth sind von der ältesten Zeit angefangen Gegenstand zah 1 reicherC »mmentare gewesen, wirkönnen von Taylors nunmehriger Aus gäbe sagen, dass sie die gründlichste und vorzüglichste ist, die bis jetzt erschienen; die Strack'sche die in diesem Jahre erschien, nich ausgeschlossen. Doch ist ein Commentar bei dieser Arbeit ver. mi8St worden u. z. der in dem von Landshuth und Edelmann in hebräischer Sprache veröffentlichtem Betbüche fiagjon Leb", sich befindliche. Besonders über den letzten Perek Qinjau torah wäre Rapaport's Notiz, die er in der Biographie Kalir», Anmerkung 20 veröffentlichte zu bemerken. (Bikkure häitm p. 118—119; Jahrgang X 1829). Die Ausgabe Taylor's ist ein Munter für gewissenhafte Textkritik Die Vergleiche und Hinweise auf das neue Testament sind für das Verständniss vieler Stellen sehr fördernd. Denn nach Lightfoot's, Delitzsch und Wunsches Arbeiten ist es zur Genüge klar geworden dass man das N. T. ohne das alte Testament und ohne Talmud nicht verstehen kann. Wenn wir noch einge Bemerkungen zu diesem vorzüglichen Buche machen, so soll diess unseren Dank dem Verfasser ausdrücken. Zu den Satze 3ö33 Hill i« die Megih'ah Jevanith für Chanuka zu vergleichen, wo von den Söhnen Mathathia's gesagt wird p^*t*«M,^ «»^»H r^18* n^,sa^*^ ^™*,?<,?aitG6.^ ^*B^ «eü Q ^W^C U. V'-Tl UH l 1! psikS^W Ii 1 ilfllJ mmm a-.U« 3« l^äiM « m UsS* «— «i 1 mm /|> Zu p. 4-iAnmerkung 10 ist mein. Centraiblatt Nr. 3 p. 34 a und b zu vergleichen, zu p. 58 Maybaum's Arbeit über den Ausdruck Memra t^»r»Ji» bei Onkeles; zu p. 69 Anmerkung 33 ist über das Aller der Massorah mühe Arbeit in A. HUgenfötil Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie 1880 p. 80—98 „Ueber das Alter dev Massora zu p. 8u. Anmerkung 8 ist hinzuzufügen dass nicht nur die Semiten sondern auch die übrigen Völker sich scheuen den göttlichen Namen nuszusprecheu, so zB. im Deutschen Potz 1000 — Gottes 1000 (Wunder nämlich) Potz Element — Gottes Element (siehe meine Arbeit: Splitter aus der Werkstätte eines Sprachforschers, Budweis 1878) zu p. 82 Anmerkung 8 ist zu bemerken, dass j™K auch die Anfangsbuchstaben der Worte ZtiZ enthalte, siehe meine Besprechung von P. Perreaus 1700 Abbreviaturo e s<gli in meinein Centralblatt, di ■ Etymologie des Wortes Essäer aus ^"^^»^j ist sehr ansprechend zur Anmerkung auf Seite 108 left band as a-/is taken to mean „ist zu bemerken" dass auch im ital. mancino das von manu» stammt, die linke Hand bedeutet. Die nähere Begründung hierüber, findet sich im Nr. 15 meptim Centralblattes in dem Aufsätze; lieber den Eintfuss der Bibel auf die Bildung von Redensarten in dem europäischen Sprachen p. 169—171. Wir schliesseü diese Anzeige, indem wir dem Vorfasser herzlichen Dank für diese eminent wissenschaftliche Leistung ausdrücken losef Haltrich: Deutsche Volksmärchen aus dem Sachsenlande in Siebenbürgen, gesammelt. 3. Auflage. Wien 1882 Verlag von Carl Graeser. Seitdem die Gebrüder Grimm ihre Märchen und J/ärchensammlungen veröffentlicht, bedarf eine Märchensammlung keiner besonderen Befürwortung, denn deren Bedeutung zu Erkenntniss des Volkswesens ist nunmehr hinlänglich erkannt. Prof. Haltrich1 a Deutsche Volksmärchen aus dem Sachsenlande in Siebenbürgen sind bereits von den Gebrüdern Grimm, sowie von Simrock als sehr gut bezeichnet worden und so bedarf es unserersetls keiner Empfehlung für dieses Buch. Einige Bemerkungen seien uns jedoch gestattet: Seite 33 Anmerkung schreibt der Verf. dass in einigen Erzählungen merkwürdiger Weise statt des alten Mannes eine alte Steingeis genannt wird, diese Merkwürdigkeit lässt sich einfach daraus erklären, dass die Steingäs bei sämtlichen Völkern des Alterthums sowol, als auch des Mittelalters als Symbol des Teufels des böseu Geistes betrachtet wurde und als solcher erscheint der alte Man» in dem 9. Märchan „Die Hälfte von Allen"; wenn auch der Schlus» friedlich endet. Letztere mag eben Ursache sein, <;ass einige auch die Steingeis den alten Mann genannt. Der Schluss dieses Märches erinnert ganz an das Salomonische Urtheil. Zu Seite 75 zur 1000 fleckigen Wila ist das südslavische Vila „Feeaber auch böser Geist zu vergleichen; p. 118 ist insofern von Interesse, als daraus zu ersehen, wie so die Etymologie märchenbildend wirkt, Seite 126 und j anderen Stellen finden wir den 7 Tag als Tag der Befreiung, auch \ diess hat biblischen Grund, nach Ansicht des Talmud werden sämmtliche Frevler jeden Samstag ihre Hol enpein los, zum Märchen der j Burgbüter und seine Tochter sind die Weiber von Winsberg in Parallele zu ziehen; (p. 195) Aschenputtel wird König erinnert | ganz an die Erhebung Saul'a zum König: die p. 243 u. a. a 0. sich vorfindende Redensart: „er war zu Ichen mitleidig" findet sich noch heutzutage bei den Juden Mährens. Noch eine allgemeine Bemerkung. Es ist schtn des öfteren darauf hingewiesen worden, dass die jüngsten Kinder in den Märchen Glücks kinder sind; ich glaube diess zum TfrJ!" auf bijbl.i*ihem Eintiuss zurückführen zu dürfen; denn schon im Pentateuche finden wir die i interessante Thatsache, dass der Patriarch Isak seinen Sohn Jakob; { ditser wiederum den eigenen Sohn Josef und Benjanin und de* ersteren Enkel Efrajjm als sj>ätgeborene vor den älteren bevorzugt. (Siehe meine Recension von Dr. Karl Schmid's Werk: Ins primae noctis in meinem Centralblatt Nr. 12. p. 144). So viel jetzt. Hoffentliche wird Prof. Haltrich in Kurzem das versprochene Buch: Erläuterungen zu se inen Märchen veröffentlichen und dann wollen wir des näeren auf diese verdienstliche Sammlung eingehen. Dr, tö. Grünwald. S. M. Sciller-Szinessi M. A. Ph. JJ. Jdb?y M y auMct. I An exposition of Isaiah LH 14, 14, 15 and LIII delivered j before the Council of the Senate in the Law School on Friday April 28, 1882. Cambridge Deighton Bell und Co. 1882.. (Eine Erklärung aus Jesajah Cap. LH, Vers 13, 14, 15 und LIII vor dem Senate | der Law School Freitag den 28. April 1882 vorgetragen.) | Der Verfasser, dessen Arbeit ^"^IHS^ H^fT WIV i« Nr. .19 besprochen haben, hat durch;die Herausgabe der vorliegenden Schrift nicht nur einen sehr dunklen Theil der Jesajanisehen Prophezeihungen erhellt, sondern endgiltig nachgewiesen, dass diese Ver3e sieh durchaus nicht auf Christum heziehen. Die Parallele, die Dr. S. zwischen Mose und Jesajah zieht ist so vorzüglich, dass wir in der nächsten Nummer, so Gott will, dieselbe wortgetreu, in deutscher, Übersetzung wiedergeben werden. Die Uebersetzung des Textes ist! eine gediegene und an den bedeutsamen Stellen ganif, .m.u. Doclji müssen w'r der Wahrheit das Zeugniss geben, dass bereits.

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