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Das jüdische Centralblatt · 1882-11-20 · 20 (20.11.1882) · p. Seite 239

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
20 (20.11.1882)
Date
1882-11-20
Page
Seite 239 (sequence 11)
Language
German
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DAR JÜDISCHE CENTRALBLATT. 239 Dr. M. Sachs in der Zunz'schen Bibelübersetzung ^^Itf* durch er wird glücklich sein wiedergibt J—bringt Dr. 5. mit Recht mit Jer arabischen Radix wasa zusammen, in der Bedeutung to accumulate (häufen) ist nicht Dimer Krankheit, sondern auch Kimmer, ebenso übersetzt Dr. S. Lowe W. H. The Hebrew Student's Commentary on Zechariah, hebrew and LXX. With excursus on syllable-dividing, metheg, initial gagesh and Siman rapheh. London Macmillan aud Co. 1882. XX 155 pag. Was ein tüchtiger Lehrer vermag ersehen wir aus dem Buche Lowe's; Lowe ist nämlich ein Schüler des Dr. ScJäller Ssnnessy in Cambridge und ein seines Lehrers würdiger Schüler. Lowe hat sich bereits durch seine Ausgabe des Buches: The Fragment of Talmud Babli Pesachim 1879 und des Memorbook of Nürnberg in der jüdischen Gelehrten weit einen bekannten Namen erworben. Diese beiden Leistungen aber überragt weitaus die lieber. Setzung des hebräischen Textes des Propheten Zecharjah mit steter Berücksichtigung der Septnaginta. Die Einleitung allein bildet einen erfreulichen Gegensatz zur Conjecturenjägerei der meisten modernen Gelehrten, und Lowe gelingt vollständig der Nachweis, dass das Buch Zecharia aus einem Gusse ist. Auch der Umstand, dass man in keiner Weise die LXX als Corre* ctiv für den hebräischen Text ansehen könne wird von Lowe mi' Recht hervorgehoben und wie man sieht, mit dem besten Erfolge' Eine Fülle anderweitiger Belehrungen wird den Fachmanne geboten obwol des Buch wie der Titel sagt für den die hebräische Sprache lernenden abgefasst ist, daher die sorgfältigste, bis ins kleinste Detail sich vertiefende Analyse. Dass gerade Zecharjah gewählt wurde, ist daraus zur erklären, dass nach Lowes Standpunkt measianische Stellen sich darin finden. Die Hauptstelle der christologischen Messiasstellen hat zuletzt and wie wir glauben, engüiig Dr. Schiller Szinessy in seiner Schrift **j*2^ nDH er^äutert' UDC* w^r besprechen auch diese Schrift in dieser Nummer. Doch seien uns als Zeichen der grossen Aufmerksamkeit, die wir dem Buche Lowes schenkten zum Schlüsse einige Anmerkungen gestaltet: Zu p. 4 "^pfU 1"inä5 8in(* unsere Studien: Zur romanischen Dialectologie I. Heft p. 40 zu vergleichen. Zu p. 61 zum Worte ^^l"^ wo Lowe den Grund, weshalb die LXX äp^övxwv übersetzt haben mögen, wissen möchte, verweisen wir aaf die Stellen Psalm 39 Vers ^•"■f^ "p&O ^T^n? un(* meme Lebensdauer Lebenskraft und denn Macht. Zu p. 114 ff. bemerken wir den talmudischen Satz dass in der Thora die chronologische Reichenfolge nicht eingehalten sei, der sich wolh aufdie ganze Bibel aus dehnen lässt.Wir nennen dieArbeitLowes eine Musterarbeit englischerGelehrsamkeit, und dadurch ist sie wol am besten den Theologen empfoh. len. E, G. King The Yalkut on Zechariah, translated with Notes au<? appendices. Cambridge, Deighton, Bell and Co. VIII 122 pag. Auch diese Arbeit verdankt die gelehrte Welt dem Einflüsse Dr Schiller Szinessy's denn King widmet diese Schrift seinem Freunde und Lehrer Dr. Schiller-Szinessy. (to ny friend and teacher). Die Uebersetzuug ist eine ganz vorzügliche und der Dr. Wücscheuchen Uebersetzung ebenbürtig: sie übertrifft diese aber durch die Fülle der Anmerkungen. Siehe unttfere Recension über das 1. Werk in Grat« Monatsschrift 1880 und über das zweite in H. Liebermann'i Jahfbuch 1882. p. 60, wo wir das verdienstliche Wirken Lowe's würdigen. Besonders geistreich ist die Stelle Genesis XLVIII Vers 7 gedeutet: Both nameswouldsuggestnötmerely fruitfalncss bet fruitfelnesB wroughtont through sorrow (Beide Namen bedeuten nicht nur Fruchtbarkeit, sondern Fruchtbarkeit die durch Sorge und Sora-alt hertiorgebracht wurde. Auf Seite 112-114 ist die Deutung der schwierigen Midraschstelle durch den Vergleich mit einer ähnlichen im Midrasch Thiüm sinnig gedeutet. Zum Jerusalem der ZuKunft, welches den 2. Anhang bi'det, wära ausser vielen Stellen ganz besonders die in Bubers Pesiktha derab Kahana p. 143 sub voce £$f*^2j*7 anzufahren gewesen, deren Uebersetzung lautet wie folgt: Rabbi Eliezer Sohn Jakob's lehrt; das einstige (zukünftige) Jerusalem wird so hoch sein, dass es bis zum Throne der göttlichen Herrlichkeit reichen wird u s. s. Der erste Anhang bildete trotz der vom Verfasser erzwöngenen Anspielung auf Christen eine lehrreiche Zusammenstellung der auf Messiah ben Josef bezüglichen Stellen. Den Abschluss bildet eine Erklärung der \ erSe 37-41 des 7. Cap. aus Johannes' Evangelium. Weisheit und Moral von Marcus Weissmann. Wien 1882 Druck von M. Knöpf einlach er. Selbstverlag dei Verfasser'» Wien II Herminengasse 6- Heft. I. 6. Auflage. Der durch seine zahlreichen Sehrift n bekannte Verfasser unternimmt es neuerdings in erweiterter Auflage Weisheitsprüche und Morallehren alfabetisch zusammenzustellen. Es ist wol überflüssig zu erwähnen, dass die Zusammenstellung eine vortreffliche und das Hebräisch, klassisch zu nennen ist. „Einleitung in die Gesetzgebung und die Medicin des Talmuds" von Dr. Israel Michel Rabbincwiez. Selbstverlag des Verfassers. Paris, rue de Seine- Nr. 63. 288. S. Preis 4 Mark. Herr Rabbinowicz ist Dr. der Medizin, und praetizirender Arzt. Und so erinnert uns schon das Titelblatt dieses Buches „an die schönen Tage von AranjuezM, nämlich, an jene schönen Zeiten der jüdischen Geschichte, in welcher viele jüd. Aerzte zugleich grosse talmudische Kenntnisse bekundeten, wie etwa Sab. Donolo Maimonides, Ibn Esra und v. A. Und wahrlich die fachmännischen Leser dieses schätzbaren Buches finden diese ihre Voraussetzungen weit übertroffen; indem sie sich überzeugen können, dass der Verfasser darin eine immense talmudische Belesenheit und einen talmudischen Scharfsinne, oder kürzer sich als S^T! bekundet. Den französischen Fachmännern ist wohl der Herr Ver-; fasser längst als ein solcher bekannt. Denn derselbe hat bereits von 1873—80—acht Talmudbände ins Französische übersetzt. In der Vorrede zum vorliegende Buche sagt er: Ich habe also die ganze talmudische Gesetzgebung, die Civil und Criminalgesetze ins Französische übersetzt." Ich habe ausserdem alle wissenschaftlichen Stellen übersetzt, z. B. die welche auf Medizin, Astronomie, Mathemathik u. s. w. Bezug haben, und endlich alle Stellen, die von Dogmen, Sitten, Moral und Nächstenliebe handeln u. s. w. um zu zeigen, dass nach dem Talmud ein Jude verpflichtet ist, gegen alle Menschen sehr tolerant zu sein und alle, auch Christen, Muselmänner und Heiden, zu lieben.

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