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Das jüdische Centralblatt · 1882-11-20 · 20 (20.11.1882) · p. Seite 236

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
20 (20.11.1882)
Date
1882-11-20
Page
Seite 236 (sequence 8)
Language
German
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236 _DAS JÜDISCHE CEftTRALBLATT. auch Dr. Rabbinowicz nur eine Uebersetzung der betreffenden tal- Mudischen Tractate bisher gegeben, so hat er dieselbe doch mit zahlreichen Anmerkungen versehen, die die Beachtung jede« Talmudisten wol verdienen. Kaulen, Franz Dr. Einleitung in die heilige Schrift Alte» und Neuen Testamentes Freiburg im Breisgau. Herder sehe Verlagsbuchhandlung 1876. Preis 2 Mark. Idem Besondere Einletiung in das Alte Testament II. Hölfte, %• Abtheilung. Freiburg im Breisgau Herdersche Verlagsbu chhandlnng 1381. Preis 3 Mark. Theologische Bibliothek XX'. Zwei vorzügliche Werke, die, obwol auf Katholischem Standpunkte fassend, für jede« Theologen unentbehrlich sind; die jüdische Iiiteratur besitzt leider bis jetzt keine Einleitung ins alte Testament, wie sie die Wissenschaft unserer Zeit erfordert. Wir wollen der Wichtigkeit halber die Titel der einzelnen Capitel anführen Seite 1-11 enthält Vorbemerkungen u. z. Geschichtliches, i ' Der grundlegende Tlieil zerfällt in folgende Abschnitte *) Inspiration 2. Kanon (A. u N. T. Apokrypha, der II. Theil (Allgemeiner Tlieil ix in Vorbemerkungen 2. die Sprachen der heiligen Schrift *. z. 1. das hebräische 2. das chaldäische 3. das Griechische 8. 5) der Schriftcharakter in der heil. Schrift 2. Eintheilung des Textes 4. die überlieferten Textesexemplare 5. Citate 6. IJeberaetzuug.en u. z. 1. griechische 2. samaritanische 3. chaldäische 4« syrische 5. lateinische 6. koptische 7. aethiopische 8. gothische 9. armenische 10. georgische 11. spätere Uebersetzungeu. Der siebente Abschnitt endlieh zählt die gewonnenen Resultate auf. Das au zweiter Stelle angezeigte Buch beschäftigt sich au m schliesslich mit dem Alten Testament, ist sehr lehrreich und auchauf streng-orthodoxem Standpunkte sich befindend; die christologischen Stellen haben uns natürlich nicht befriedigt, ich verweise nur in Bezug auf deren gründlicher, streng wissenschaftliche Widerlegung Dr. M. S. Schiller Szinessy's vor kurzen in Cambridge erschienene Arbeit ',',l72?r', ^5*2^* jH ^u exPoä'^on °* Jesajah Cap. L II. 13-15 und L IH. deutsch bearbeitet in Dr. J. Back'a ungarischem Israelit Nr. 36 une 37 vom Jahre 1882. Beide Bücher kann ich auf's wärmste empfehlen; denn sie sind bona fide und mit Quellenkenntniss bearbeitet. r) Wwrnhart Fr. Les. Mar. Figura Jerosolymse tempore Christi existentis rllustrata et in carta speciali adjecta delineatä. Cum aprobatione Rev. Vic. Gen. Friburg. Friburgi Briogoviae. Sumptibu8 Herder 1682;y—idem. Jerusalem zur Zeit Christi. Erläuterungen der Nuramern, nach der historischen Folge des Leidens Christi geordnet. Freiburg in Breisgau Herder Preis 1 Mark 60. Die- Arbeit in lateinischer Sprache zeigt gründliche Forschung undKenntniss der Musterarbeiten' über die Topographie Jerusalems. Die deutsche Arbeit ist als Index zu der lateinischen zu betrachten. Doch selbst in dieser Schrift, iat das strenge Festhalten an en Satzungen des streng-orthodoxen Katholicismüs nicht zu verkennen. * •-• Alfred Schöuwald' Goldene Worte.. Blüthenlese aus den Schriften der Juden, aus Bibel und Talmud. Gesammelt und metrisch übertragen. Wien 1882. Selbstverlag. Pöbling-Hirschen,gasse; Nr. 46. Preis 50 Kreuzer. . Ein Büchlein, geeignet 'von Kindern im Alter von 8-12. Jahren beim Religionsunterrichte verwendet zu werden. Es bringt Verse in fliessender Sprache 1) über Gott und Religion 2) über Fürst und Land 3) über Haus und Familie 4) über Schule und Leben •>) Recht und Gerechtigkeit 6)- Arbeit und Wohlstand 1) Nächstenliebe und 8)' Wei sheits Spruche aus Bibel und Talmud. Auch die*Ausstattung der Schrift ist eine'gefällige. lllustrirter jüdischer.•f'aiiwlieukalender. für 5643 (1883). 5. Jahrgang herausgegeben von- Julius (Meyer. ... Druck, ußd Verlag von H, Meyer Halberstadt, Preis 1. Mark. . Ausser dem Kalender enthält der literarische Theil 1) eine gelungene Humoreske von L. Wolff, Heinemann's Schicksale 2) einen guten, weun auch nicht ganz auf selbsständigen Arbeiten beruhenden Aufsatz von Josef Bloch: Das Pädagogische im Talmud 3) eine Biographie Dr. Eduard Lasker's, die uns etwas tu kurz gefasst zu sein scheint 4) eine Jahreszeit-Elegie von Dr. M. Katzenstein und ein Gedicht Jom-Kippur 1870 vor Metz. Von Dr. G. Philippson. Ueber diess enthält der Kalender gemeinnützüge Mittheilungen über deutscheu Wecbaelstempel, eine vergleichende Uebersicht der Münzen Masse und Gewicht, Brief-Portosätze Telegrammgebührentarif. Zinstabelleu und Zeit unterschiede zwischen Berlin und anderen Orten. Den Anhang bildet ein Verzeichniss der Märkte und Messen. G. E. Saltini La Biblia poliglotta medicea secondo il disegno e gli »pparechi di Gio. Battista Raimondi (Die polyglotte medicäische Bibel nach dem Plane und den Apparaten von G. B. Raimondi). Estratto dal Bollettino italiano degli studii italiani, nuova serie, li 22. 23 e 54. Firenze.Tipografia Successori Le Monnier. ^Als im 16. Jahrhundert die Buchdruckerkunst ihre ersten Triumpfe eierte, wurde natürlich die Bibel als das Buch der Bücher ganz besonders studirt und um diesesStudium zu verbreiten auch häufig gedruckt. Nach einer kurzen Geschichte der Complutensischen Polyglottenbibel, die auf Anregung des Cardinal Francesco Ximenez de Cisneros in den Jahren 1514-17 gedruckt wurde, und der Polyglotte ia Antwerpen zwischen 1571 und 1573 (nach Kaulen 1569-71) auf Anregung PhUipp's n. vou Spanien das Licht der Welt erblickte zeigt Saltini welchen Plan sich Franz I. von Hause der Med'Ci zur Herausgabe einer seines Namens würdigen Bibel stellte. Far piu e meglio dello stesso Re di Spagna, era ambizione che stimoava un principe medieeo. Um diess zu verwirklichen wurde der gelehrte Reisende und Orientalist Gio. Battista Raimondi an die Spitze der Druckerei gesetzt. Ueber dies war Raimondi ein so vorzüglicher Buchdrucker, dass seine Druckerei heute noch die Zier.le eines Landes bilden würde (che farebbe anco di presente il decoro d! un gran paese) Wie mir dir Verfasser dieses . Vortrages schreibt, ist diess nur ein Theil seines grösseren Werkes: Storia della Stamperia Orientale' medicea, die in Kürze gedruckt werden wird und wollen wir dann auch de» Plan der Raimondischen Bibelansgabe eingehend ausführlich mittheilen. So viel aber könnnn wir schon sagen, dass diese Arbeit Saltinis uns zeigt, dass wir vorzügliches von ihm zu erwarten haben. Ex ungue leonem * Von. den in Lo><is Berschel Ytrlay in Berlin erscheinenddü „Gesammelten Schriften Leopold KOmpert's" liegt uns der erste Band unter dem Titel: „Geschichten aus dem Ghetto* vor. Es ist dies dasjenige Buch, das zumeist Kompert's Ruf und litterarische Stellung begründet hat; in ihm sind die Keime der späteren Entwicklung dieses tiefsinnigen Culturschilderers bereits zukunftsverheissend vorhanden. Es sind im Ganzen fünf Erzählungen; neben dem reizenden „Alt-Babele", dem tragisch ausklingenden „Schlemiel" sind es vorzüglich „Die Kinder des Randars-. die heute dieselbe Bewunderung erregen werden, wie sie es vor mehr als dreissig Jahren erregt haben. Niemand wird diese Dichtung, die in ihrer Gestaltungskraft und Tiefinnigkeit sich dem Besten an-' reihen .darf, was. deutsche Erzählungskunst geschaffen, ohne Rührung aus Händen legen. Da ist ferner das wahrhaft humoristische „Ohne Bewilligung", die Geschichte einer jüdischen Ehe, der der Staat im Vormärz die Existenzberechtigung versagt hat; ferner zum Schlüsse die kostbaren „Märchen des Ghettos", eine in ihrer Ar^ vollständig neue Emanation des dichtenden Volksgeistes. Kompert's „Geschichten aus dem Ghetto" werden in der neuen Gesammtausgabe, wir/ sind dessen gewiss, eine glänzende Wiedergeburt feiere. Sie erscheinen .gerade jetzt zu rechter Zeit.

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