Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 20 (20.11.1882)
- Date
- 1882-11-20
- Page
- Seite 235 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. 235 NOTIZ. i Am 29. November 1. J. feierte Herr Josef Weisse, Oberrabbiner zu Väg-Ujhely (Waagj Neustadt) sein siebzigjähriges Jubiläum. Zahlreiche Gratulationen gelangten an diej sem Tage an den um die Wissenschaft des Judenthums verdienten Forscher. Möge es ihm noch lange vergönnt sein, in körperlicher wie in geistiger Frische zur fihre unseres Glaubens zu wirken! ^8i$ceffen. Talmud und Koran. In der 4 Sure des Koran, Vers 3, lesen wir: Heirathet so viel Weiber ihr wollt, zwei und zwei, drei und drei vier und vier. Max Müller (in der deutschen Ausgabe der Vorlesungen über Religionswissenchaft p. 78) bemerkt; hieza: So bekamen sie 2 -f- 2, 3 -f 3, 4 + 4 18 Aber die Stelle wird gewöhnlich übersetzt: Heirathet so viel Weiber ihr wollt, zwei oder 3 oder 4. Es ist nun den Talmudisten bekannt, dast zur Stelle Ö*ttft *b fiST tibi der Köni8 dürfe nicüt viel Weiber haben*, (5 Buch Mosis, Cap. 17 Vers 17) bemerkt und berechnet wird, dass es dem König gestattet sei 18 Weiber zu heirathen; also in der Zahl mit dem Koran ganz überstanden. Dk Beweisführuug ist allerdings im Talmud eine andere; man vgl. Talmud babyl. fol. 21., Toseftha Cap. 4 Sanhedrin). Höchst wahrscheinlich ist es, dass Mohamed die talmudische Erklärung der Bibelstelle gehört nnd auf dieae Weise die Zahl 18 erlangt habe. Es darf jedoch der ungeheure Unterschied der trotzdem zwischen Talmud und Koran besteht nicht übersehen werden. Der Koran nämlich gestattet jedem Moslim soviel Frauen während der Talmud nur dem Könige eine so grosse Anzahl heirathen zu ehelichen gestattet. Belovar den 10. Dtc. 1882. Dr. M. Grünwald. J. S. Bloch, Dr. Babh in Mo/ridadorf, der ArbatersUval bei den Palästinensern, O-ritc^en und Römern. Vortrag am 12 August 1882 vor den,Arbeitern der.Lakometi^fabriken in Floridsdorf und, am, 28; August 1882, ror den : Eisen-Metall- und deren Hilfsarbeitern Wien» und Niederöstereich's. Auf Verlangen <ter Arbeiter gedruckt. , , Ein Vortrag in doppelter,Hinsieht.lehiteieh und zeitgemäs*. Es zeigt, dass die Arbeit in Palaestina zur Zeit des nationalen Bestandes und Jahrhunderte darüber hinan* hochgezcbätzt wurde und dass diese Achtung dem Judenthnm tön frühester Kindheit anarzugen wurde. Ist doch der Talmad nnr ein Wiederhall der heiligen Schrift. Und Arbeitern, denen nach des Dichters Wort tob der Stirne heiss rinnen musa der Schweis, .hohen Wert in der Gesellschaft anweisen, ist gewisse,. fttfnr verdienstliches Werk. Dies« ist auch dem Verfasser tortreADiich gelungen, weshalb wir di^s« Schrift anfs wärmste und herzlichste empfehlen. iT£H2! X—mI" bsOT Libri OanielU. Exrat et JVehemiae. Textum matoreticum aceur*iisime expressit e fontibu* Masorae codicumque varie illustravit adumbrationem ehaldai&mi biblici adiecit S. ßaer. Cum praefationt Francis« Delitzsch. Ex officina Bernhardi Tauchnitz. Lipsiae 188$. Es ist ein hochvtrdienstliches Werk, das uns in der Ausgab« der heiligen Schrift Ton S. Baer und Franz Delitzsch geboten wird. Von besonderem Interesse aber sind die Bücher Daniel, Ezra und Nehemia wegen ihres aramäischen Idioms. Wenn anch einzelnes, an den Paradigmata anders zu wünschen wäre, so sind sie doch immer für den Anfänger eine erwünschte Zugabe. Die Erklärung einiger babvlonischnr Namen aus der Feder des berühmten Assyriologen Prot. Fritz Delitzsch erhöhen auch bedeutend den Wert dieser Ausgabe. ledern Bibelforscher, ist diese kritische Ausgabe der heiligen Schrift geradezu unentbehrlich. Jahresbericht der LandesrabbinerschuJe in Budapest für das Schuljahr 1881-1882. Vorangeht: Bit Oivüprveessordwig muh mosaischrabbiniscfiejii RetJite v>qn Prof. Mose*.. J^ZorA Budapest 1882. Gedruckt in der kön. ung. Univerzitaets- Buchdruckerei. Die Reihe Männer, welche gründliches talmudisehes Wissen mit gediegener klassischer Bildung vereinen, lichtet sich leider in erschreckender Weise v>>n Tag, zu Tag., Um so freudiger begrtissen wir daher die vorzügliche Arbeit des Prof Moses Bloch über die Civilpracessordnung nach mosajsch-rabbiniachem Rechte;! Trota Fassels Arbeit: Das mosäisch-rabbinssche. Gerichtsverfahren in emirechtlichen Sachen ist diese Arbeit Prof. Blochs ein längst gefühltes Bedürfniss. Die Linie die der Verfasser sich gezogen, ist streng und ernst eingehalten, ^kber auf diesem sich selbst i gezogenen Gebiete bewegt er sich alt Meister. Hier bewährt sich so recht Götbes schönes Wort: In der Beschränkung zeigt sich der Meister. Irrthüraer Frankel'« and FassePs werden sachlich bp richtigt so z.b. 11 der in der Anmerkung p. 1$. gemachte Unterschied zwischen ^JHDmX rtt bemerkenswert und höchst wichtig, die Anmerkung anf Seite 26., über die Rechtslelre in ihren Verhältnisse zur Theologie im Gegensatze zur Ansknt der Römer in unserer Zeit doppelt beherzigenswert, Doch .wollen wir nicht, einzelnes lobend hervorheben denn: die ganze Arbeit zeigt von einem völligen Durchdrangen und Beherrschen des Sfoffe» und es wird gewiss kein wahrer Forscher diese Arbeit unbefriedigt aus den Händen legen. Doch eineB wollen wir hervorheben. Dr. L>. J. M. Rabbmowiez Arbeit: La legislätion civile da taknud und la legialation civile da Talmud hätte denn doch nicht unerwähnt bleiben sollen; denn wenn