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Das jüdische Centralblatt · 1882-11-20 · 20 (20.11.1882) · p. Seite 234

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
20 (20.11.1882)
Date
1882-11-20
Page
Seite 234 (sequence 6)
Language
German
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234 BA& JÜDISCHE CENTRALBLATT. der Septuaginta herstellen zu wollen. Wer nur einiger* massen ernst die LXX studirt, m*m au dem Resultate gelangen, das« dieselbe durchaus für tieu hebräischen Text nicht massgebend sein kann *md dar£ Wie weit Zacharias Frankers Ansicht über das Verständnis* der LXX ^Betreff des Hebräischen zutreffend sei, fällt bei dieser Frage durchaus nicht in die Wagschale. Man nehme noch die so erbärmliche Ausgabe wie uns die LXX des A. T. bis jetzt vorliegt, hinzu; das einzige Buch dar Genesis ist uns durch den unermüdlichen Paul de Lagarde nunmehr für die Forschung eröffnet. Was bleibt j aber selbst da noch fernerhin zu thun! Also etwas mehr Vorsicht und llücksicht auf den hebräischen Text des PentateucU's ist entschieden anzurathen. Ein zweiter Fehler dieser Arbeit ist die Vernachlässigung der bibelkritischen Arbeiten jüdischer Gelehrten, die nicht in jüdisch-theologischen Fachzeitschriften, sondern in, strengwissenschaftlichen Blättern, wie die Zeitschritt der Deutsch-morgenländiscben Gesellschaft es ist niederlegt sind. Und obwol der Name der Person nicht das geringste zum Wesen einer Sache macht, so sollte man doch meinen dass die Arbeit eines Zunz Berücksichtigung verdiene. Denn kein geringerer als Zunz hat im 27. Bande der DMZ p. 669-689 über das Verhältniss von Leviticus zu Hezekiei geschrieben, und vieles was Horst angeführt, hätte er weit praeciser und dennoch vollständiger bei Zunz gefunden. (/) Wir wollen aber damit durchaus nicht sagen, dass wir in irgend einer Weise Zunz in seinen Auseinandersetzungen beipflichten, wir erklären vielmehr rund heraus, dass wir die Aufsätze Bibelkritisches von Zunz lieber ungedruckt gesehen hätten. Es ist eine Verirrung dieses von jedem wahren Forscher hochverehrten Mannes, die wir lebhaft bedauern; aber nur ein grosser Mann vermag gross zu irren. Einer meiner verehrten Lehrer an der Leipziger Universitaet sagte mir, als eben diese Aufsätze von Zun* erschienen, die mich schmerzlich berührenden. Worte "pöD ^StfTlöi ^pD-faD Und leider musste ich darauf schweigen; denn ich sah wol ein, dass diesser Mann darin Recht hatte. Auch die wissenschaftliche Vierteljahresschrift Israelitische Letterbode, gewrjd aan ioodsche Wetenschap, Geschiedenis Letteren onder Redactie van M. Roest Mz. Amsterdam. Van Es. 8. Joachimsthal hätte berücksichtigt werden sollen und müssen, und die 2 Anfsätze: Die Gruppirungsgedanken einiger Pentatenchpartieen würden manches Wort Horst's modificirt haben. Einzelheiten wollen wir anführen u. z. zir Seite 30 wo Horst die Conjectur *?n*Ö statt des fehlerhaften (!) Aufsatz von Zunz verweisen, der seinerseits daraus den Schluss zieht (p. 241) (3) dass zur Zeit Ezechia's der Jahresanfang am 10. Tischri war. Die Wahrheit hat nur eine, die Lüge vielfache Gestalt und dürften noch viele Ansichten natürlich falsche von anderen über diesen Punkt geäussert werden. Uns aber will es bedünken, dass der Tag der Versöhnung ganz wol mit den Beginne des Jubeljahres zusammenfallen konnte, war doch nach talmudischen Ansicht der Versöhnungstag einer der grössten Freudentage für Israel zxz rwvk vb* bvcwb mm öw •r B'TSsrr w*, Zu Seite 34 zeile 1 ist Letterbode VII p. 123 ff zu vergleichen. Wenn Horst am Ende der Seite 34 sagt: Nicht zu übersehen ist, dass zu Lev. XI im Deut. XIV eine genauere Parallelstelle sich findet, so verweisen wir ihn auf den Midrasch Bereschit rabba, wo diese Variante schon erklärt wird; siehe meine Varianten zu Midrasch Bereschit rabba in A. Stern's Zeitschrift Hamechaker m#im abgedruckt in Dr. A. Wunsches Midrasch Bereschit rabba p. 581, wo diese Stelle erklärt wird. Zu Seite 57 ist zu bemerken, dass man wol sagen kann dass die Stelle in Deut ^TXp *ltfpn *D Ättt der in Lev. 19, 9—10 enthaltenen enstanden sei u. z. in erweiterter und vollständigerer Fassung; denn gerade weil das Deuteronomium wie der Name sagt, eine Wiederholung des gesetzlichen Theiles vorhergehenden 4 Bücher ist, konnte einzelnes nunmehr den Pentateuch abschliessend, vervollständigen und erweitern. Dies drückt auch der Midrasch dadurchaus, dass er das Deuteronomium als ein ri12h rCO^H X^ft HBD hinstellt. Was die Vergleichungspunkte zwischen Leviticus und Ezechiel betrifft, so haben wir bereits oben erwähnt, dass dieselben bereits von Zunz in der diesem Meister gewohnten Gründlichkeit, Genauigkeit und Vollständigkeit zu finden sind. Wir nehmen von diesem Buehe Abschied mit dem Wunsche, dass diese Art Bibelkritik zu treiben, aufhöre dass man vielmehr beflissen sei, eine richtige grammatikalisch-lexicalische und aus jüdischen Quellen-besonders aus dem Talmud-geschöpfte Bibelkritik zu entwickeln. Dixi et salvavi animam meam. Dr. M Crünwtld (') Dieie Aufi&tEe tob Zum finden lieh »nck in seinen geetiimelten Schrifttn Band I. p. 217—270. Seite 243—270 lind in der DMZ nidä ▼«öffentlicht worden. (') Wir citirtn nach des Geiammelten Schriften von Zone.

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