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Das jüdische Centralblatt · 1882-09-13 · 18 (13.9.1882) · p. Seite 214

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
18 (13.9.1882)
Date
1882-09-13
Page
Seite 214 (sequence 10)
Language
German
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\ DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. 214 II. M. a. Z. haben wir bisher gesehen, was die wichtigste und heiligste Aufgabe des Hohenpriesters Ahron gewesen, so wollen wir nunmehr zu erfassen suchen, was Mose als die wichtigste Pflicht für sich und seine Nachfolger im Lehramte erachtete Denn wenn auch dieThätigkeitMosis eine vielseitige und in jeder Richtung die natürlichen Kräfte eines Menschen übersteigende war, so dass unsere alten Lehrer und Denker ihm den Rang eines Engels zuerkannten, so ist doch dessen hervorragendste Leistung als die des Lehrers des Volkes Israel geblieben. Diese Redensart, die sich noch bei uns erhalten hat, sie allein m. a. Z. sie spricht beredter als viele Bücher es vermögen, dass Undankbarkeit nicht Israels Fehler genannt werden kann. Sie zeigt uns aber auch, dass in Israel zu jeder Zeit die Lehre als das höchste gehalten worden. Die scheinbare Errungenschaft der Neuzeit, von der soviel gesprochen wird, und die zum geflügelten Worte geworden, dass nämlich Wissen Macht ist, m. a. Z. das Juäenihwm hat dieses Wort nicht nur, wie diess leider in unserer Zeit häutig geschieht, nicht nur gesprochen, sondern auch bewährt. Das Buch der Bücher, die heilige Schrift nämlich, sie ist die Lehrerin und Lehrmeisterin nicht nur Israel's. scndern der gesanunten gebildeten Menschheit geworden. Als nämlich der jüdische Staat zu sein aufgehört, als Ronvs alles vernichtende und überwältigende Macht dem Staate Judaeä und Palaestina den Garaus gemacht und dem ob seiner Gottesfurcht und Rechtlichkeit gleichberühmten Rabbi Jochanan ben Sakkai freigestellt wurde, sich eine Gunst vom römischen Caesarea erbeten zu dürfen, da bat er einzig und allein um die Bewilligung der Errichtung und Erhaltung des Lehrhauses in Jamnia- Denu tief durchdrungenvon der hohen Bedeutung der heiligenden und schützenden Kraft der heiligen Schrift, wollte er nur die Lehre erhalten wissen, und durfte so hoffen, dass mit deren Bestand auch das Judenthum fortbestehen, ja nicht nur kümmerlich bestehen, sondern lebenskräftig und lebensfreudig bleiben werde. Und wie weit immer wir auch in die Geschichte des jüdischen Vollkes zurückgehen und wie nahe wir andererseits in die Gegenwart schauen, allüberall sehen wir, dass mit der Erhaltung und Erfüllung der Lehre Israels Wolfahrt aufs engste verknüpft ist. Diese göttliche Lehre zu verbreiten, sie nach meinen schwachen Kräften Gemeingut meiner Gemeinde werden zu lassen, soll mein zweites wichtiges Amt werden. Aber nicht einem jeden von Euch m a. Z. ist es gegönnt selbst Hand an's Werk zu legen, selber die Lehre, die Ihr vernommen, zu verbreiten und sie in die lebendige und lebensvolle That umzusetzen. Die Berufsgescliäfte sind in unserer Zeit so mannigfaltige und viel verzweigte, und erfordern den ganzen Menschen, so dass nicht viel Zeit zur Erziehung der unmündigen Kindheit und Jugend den Eltern selbst überbleibt. Und doch ist, wie bekannt, gerade von dieser unmündigen Kindheit und Jugend unsere Hoffnung ja unsere Zukunft abhängig. Von dem Jugendunterricht also wird es abhängen, was wir zu erhoffen haben, wie wir unsere eigene Zukunft gestalten. •Und auch die Wichtigkeit dieses Amtes, des Jugendunterrichtes nämlich, sie wurde von unseren alten Lehrern schon in den ältestenZeitenanerkannt nnd gebührend betont: „Einschärfen sollst du die göttliche Lehre deinen Kindern sprechen von ihr, wenn du zuHause bist, wenn du auf die Reise gehst und wenn du dich vom Ruhelager des Morgens erhebst:" Ia die Verehrung für den Kinderunterricht gieng im alten Judenthumeso weit, dass man demBegründer der heute genannten Volksschule das ehrende Wort, das dem Propheten Elia zu Theil war, beilegte. Rabbi Jehuda im Namen Rabs saut: Josua ben Gamla bleibe stets in gesegneten Andenken gehalten; denn wäre er'nicht gewesen, so wäre das göttliche Wort in Israel vergessen worden; auf seine Anregung nämlich wurden Jugendlehrer in Israel bestellt. Diess soll meine drifte Aufgabe, meine heiligste Pflicht sein, ein treuer Lehrer und Fükrer der Jugend in der göttlichen Lehre, die in sich alles enthält, was dem Leben den Wert des Lebens verleiht, zu sein, der keinWisssenszweig fremd, von der vielmehr jedes wahre Wissen ausgehen und in die jedes Wissen münden muss. Die Vollführung dieser meiner Vorsätze zu beschleunigen und sie zum Glücke meiner Gemeinde stets zu erhalten, dazu sende Du o Gott mir Deinen beglückenden Beistand. AMEfi NOTIZ. Der sehr ehrenwerte, um die bedrückten Juden hochverdiente Sir H. Guedalla, Esquire aus London, dem die Gleichberechtigung der Juden in Spanien zu verdanken ist, hat dem Redacteur des Jüd. Centralblattes, Dr. M. GrÜHWaid, seine Zeitschrift Jerusalem und die Schrift. Rejoicings at Jerusalem in einer Prachtausgabe eingeschickt. Möge der treue Freund Jerusalem's bald die wahren Rejoicings ai and of Jerusalem erleben! Ihm und allen wahren Israeliten eine irous nöTim pqtd

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