Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 18 (13.9.1882)
- Date
- 1882-09-13
- Page
- Seite 215 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9620166-9626018-9625364--224-9625375- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
piscellen. Über die Bedeutung der Wurzel mn von Jakob Reifmann. Der Mussaf zur Aruch fügt zur Bedeutung des talmudischen Wortes ^"^j^ erklärend "yf")^ 3122? zögern, säumen hinzu, so in den Stellen tf-tf-pK, tflTD XmTIÖ Kp rrb iht^' }'dv yrbn *b Es 3Cheint' tlass de* Verfasser des Aruch ^"j^") mit einen am Ende las; das würde die Worte Ufas (^en- ^ap. 42, Vers 1) erklären helfen, es wäre nämlich gleich "•(■"f"^^ m Folge des Wechsels der Buchstaben. SVlJi Der Sinn der Stelle wäre demnach: Warum Ii!i> zögert Ihr, nach Ägypten um Getreide zu gehen, um von dort Nahrung zum Stillen der Hungersnoth zu bringen. ECENSIONEN. Jerusalem, edited by II. Guedalla. Es kommt uns ein in Gross Folio, gedruckte 20 Seiten füllende Zeitschrift (oder* Flugschrift)? die von dem.durch die Erwirkung der Gieielii tigung der Juden in Spwnien berühmten H. Guedalla, Esqnire herausgegeben worden, zu. Die Schrift führt den Titel 2'"!?'£<'']*V Jerusalemh, hat zum Motto den Vers (Psalm. 85, Vers 11): Truth shall spring out ofthe earth (Wahrheit wird der Erde entsprlessen); trägt das Datum des 13. April 1882, und ist für die Geschichte unserer Zeit und der Hewegungen im Judenthum von Wichtigkeit. Den Leitartikel bildet der Aufsatz: Emigration to Palestine, with a view to agricultural pursuits therein; Auswanderung nach Palästina, mit einem Rückblick auf die Agricultur-Verhältnisse daselbst. Dem folgt 1) ein Brief aus Brisk bei Warschau au H. Guedalla, woraus die Sehnsucht vieler russischer Juden nach Palästina auszuwandern, erhellt, 2) Debatte im engl. Unterhause (House of Commons) über die Judenverfolgungen in Bussland 3) ein Brief des Rev. Malcolm Mac Coli an Pall Mall 4) Memoire des Viceconsul's Wagstaff über die antisemitischen Bewegung in Jungrussland. Dieses Memoire und der Brief der Madame de Novikoff werden gründlich von Rev. A. Green beantwortet und erledigt. 5) Clubseene aus George Eliot's Dauiel Deronda 6) Sir Moses Montefiore's, Baronet F. R. S. «p^ Bericht über die zwei Reisennach Petersburg im Jahre 1846 undl872 7) SirMoses Montefiore's Ansieht über die beste Art, Grundstücke in Palaestina zu verwerten. 8) Sir M. Montefiore's Duties of Jewish subject (Pflichten jüdischer Unterthanen) in Marroko und anderswo. 9) Eine Cbanuka Melodie 10) Tsur Shochen. Erinnerung an Jerusalem. 11) Madame de Novikoff. Die Krisis in Serbien. (Aus einem Artikel des Februarheftes der Contemporary Review.) Die Wichtigkeit dieser Zeitschrift (newspaper) erhallt hinlänglich aus der Inhaltsangabe, sie ist für joden, der die Geschichte unserer Glaubensgenossen in der Neuzeit Studiren will, unentberlich. De r, edehnüthigen Heransgeber iL Guedalla, Esq&ire sei im Namen des Judenthurtls hier öffentlich gedankt. llejoicings at Jerusalem. On the visit of the two english princes, and also on the day of the marriage of Prince Leopold with the Princess Helena, to which is added an aecount of the visit of the Princes to the cave of Machpelah. Translated from letters in Hebrew sent from Jerusalem and Hebron to Mr. Guedalla, at London. (Vergnügungen im Jerusalem. Bei dem Besuch der 2 englischen Prinzen und am Hochzeitstage des Prinzen Lepold mit der Prinzessin Helena. Hinzukommt ein Bericht über den Besuch dieser Prinzen in der Höhle Machpela. Aus den an Herrn H. Guedalla Esq. in London in hebräischer Sprache von Jerusalem und Hebron aus gerichteten Briefen ins englische übersetzt.) Es war bereits im sämtlichen politischen Blättern in der Osterwoche des 1. J. zu lesen, dass die königlichen Hoheiten den 1. Abend des Passahfestes bei dem Chaeham Basi von Jerusalem zubrachten, sämtliche Cerimonien mitmachten, und einiges von dem, was sie genossen, zur Erinnerung mitn; hmen. Und auf die 2 malige Anfrage, was der Rabbiner sich erbitte, antwortete dieser, die königlichen Hoheiten möchten diese das Judenthum so ehrende Handlungsweise in ihr Tagebuch verzeichnen, und diess geschah auch sofort Sir Moses - liess bei dieser Gelegenheit 2fi Häuser glänzend illuminiren u. z. während der ganzen Aufeuhaltszeit der kgL Hoheiten. Herr Guedalla liess von London aus einen Transparent senden, wo die Namen der königlichen Hoheiten zu lesen waren u. z. war dieser Transparent auf dem Dache des Guedalla College. Zur Hochzeitsfeier des Prinzen Leopold mit der Prinzessin Helena sendete der wahre Freund Zion's, Sir Moses Mont ior , 100 Pfund Sterling an den Vorstand der portugiesischen und deutschen Gemeinden um 500 arme und würdige Personen am Hochzeitstage zu speisen. Am interessantesten, ist der Bericht des Ephendi Josef Krüger, Dolmetsch des Paschah in Jerusalem. Der Raum, wo unser Patriarch Abraham liegt, ist überall mit Silber beschlagen. Auch die Thüren sowie die Schlösser sind mit reinem Silber versehen, das Grab un- —^ serer Erzmutter Sarah ist genau so wie das Grab Abraham's. Das Grab Isaks mit seiner Gattin Rebecca und (fas Jacob's mit seiner Gattin Leah haben silberne Schlösser, alles übrige aber ist mit Eisen versehen. Sollte uns der Raum gestatten, werden wir den Bericht über den Besuch der köuigl. Hoheiten in der Höhle Machpelah in der nächsten Nummer in getreuer Uebersetzung wiedergeben. Gallerte der verdienstvollsten Juden des XIX. Jahrhunderts, Herausgegeben von David Löwy Wien. Verlag der Buchhandlung D. Löwy II. Praterstrasse 15. 1882, Preis ift. 20 2 Mark 40 PE. Lieferung I und II. Es ist ein verdienstvolles Unternehmen, das uns hier zur Beurtheiluug vorliegt. In eleganter Ausstattung, keinem modernen Prachtwerke nachstehend, werden in einer würdigen Sprache, in kurzen I aber bezeichnenden Worten uns die Biographieen wahrhaft grosser, um das Judenthum verdienter Männer vorgeführt. Die beigefügten Photographien sind naturgetreu und sichern den Wert dieser Gallerie. In den ersten 2 Lieferungen werden wir bekannt gemacht mit Salomon und Anselm Freiherrn von Rotschild, Jonas Freiherr von Königswarter, Michael Lazar Biedermann, Isak Löwy Edler von Hofmannsthal, Sir Moses und Lady Judith Montefiore, Salomon Juda Rapaport, Simon Edler von Lämel, und Ignatz Edler von Kuffher. I Es ist im Interesse unserer Jugend ganz besonders zu wünschen, j dass dieses Unternehmen nach Kräften gefördert werde. Bis jetzt! besitzt die jüdische Literatur eine solche unterhaltende und bej lehrende, den aesthetischen Geschmack ganz befriedigende Gallerie | jüdischer Berühmtheiten nicht. Es wäre jammerschade, wenn dieses j uneigennützige Unternehmen, wie so manches andere, aus Mangel | an verdienter Theilnahme, nicht zu Ende geführt würde. Es sollte in keiner jüdischen Familie fehlen, und wird sicherlich jedem ' Salontische zur Zierde gereichen.