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Das jüdische Centralblatt · 1882-09-01 · 17 (1.9.1882) · p. Seite 200

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
17 (1.9.1882)
Date
1882-09-01
Page
Seite 200 (sequence 8)
Language
German
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200 DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. NOTIZ. Der durch seine wahre Frömmigkeit und seinen Edelsinn weltberühmte Förderer der wahren Interessen des Judenthumes Sir Moses Montefiore, Bart. F. R. S. 177 hat dem Eedacteur des Jüdischen Centralblattes, Dr. M. Grünwald, Bezirksrabbiner zu Belovar, die Auszeichnung zu Theil werden lassen, ihm sein Buch AN OPEN LETTER etc. ^b: nrDft in Prachtband zu senden. Demselben lag die Photographie und die eigenhändige Namensfertigung Sir Moses Montefiore's, den Gott noch lange erhalten möge, bei. Dem Redacteur sei es an dieser Stelle gestattet, dem leuchtenden Vorbilde wahrer Grösse auf diesem Wege seinen tiefgefühlten, innigsten Dank hiefiir auszusprechen. Ideellen. Vortrag gehalten im Bet-hamidrasch zu Wien. (Fortsetzung) Nachdem George Smith [in dem obengenannten Buche] erzählt hat, wie, wo und wann er diese urgeschichtlichen Berichte gefunden und uns so mit sich zu den Trümmern am Tigris führt, gibt er im 2. Kapitel einen Abriss der babylonischen und assyrischen Literatur von den ältesten Zeiten an [von 2000 vor Christi Geb.] in welchem die ganze grossartige Fülle seiner bisherigen Forschungen in ein übersichtliches Gesammtbild zusammengefasst wird. Das wichtigste von allen sind selbstverständlich die Genesislegenden, die unsSmith alle inÜbersetzungen gibt und mit ergänzendem Texte umkleidet. Der Text lautet: Als oben der Himmel keinen Laut hervorbrachte. Unten die Erde einen Namen nicht nannte, Und der Ocean nicht erschlossen hatte seine Schranke, Da war das Chaos die Gebärerin aller; Seine Wasser fluteten aliein. Und in Zweig war nicht abgeschnitten worden, eine Blume nicht entprossen. Als die Götter noch gar nicht geschaffen hatten, Kein Name eines Wesens noch genannt worden war, Eine Ordnung noch nicht (da war). Da wurden auch die grossen Götter gebildet. Bei der Wichtigkeit des Bruchstückes, welches den Anfang des babylonischen Schöpfungsberichtes enthält, will ich Ihnen m. H. den Urtext anführen; ich theile ihn daher hier in Transscription mit u. z. 1. lnu-va (i) Iis la nabu-u sa-ma-mu 2. Saplis (irsi) tuv su-ma la zak-rat 3. apsu-\a (la) pa-tu-u za-ru-su-un 4. mu-um-mu ti-amat mu-al-li-da-at gim-ri-sa-un 5. mi-su-nu is-ti-nis ihi-ku-va 6. gi-pa-ra la ki-is-su-ra su-sa-e la si 7. inu-va ili la su-pu-u ma-na-ma 8. su-ma la zuk-ku-rusi-ma-tao la (?) 9. ib-ba-nu-va ili (rabuti) 10. Lah-mu Laha-mu usta-pu-u 11. a-di iz-bu-u 12. Sar Ki-sar ib-ba (nu-u) 13. u-ri-ku umi 14. Ann 15. Sar. (Smith's Uebersetzung) nach Hermann Delitzsch' Deutscher Ausgabe lautet: Als droben der Himmel nicht aufgerichtet, Und drunten auf Erden eine Pflanze nicht aufgesprosst, Auch die Tiefe der Wasser nicht durchbrochen hatte ihre Schranken, War Mummu Tiamat die Gebärerin ihrer aller. Jene AVasser wurden im Anbeginn geordnet; aber ein Baum war nicht gewachsen; eine Blume hatte sich nicht enttaltet. Als die Götter noch nicht entstanden waren, keiner von ihnen, eine Pflanze war gewachsen nicht, und Ordnung existirte nicht Auch die grossen Götter wurden geschaffen, Eine Reihe von Tagen und eine lange Zeit verstrich, Der Gott Annu, die Götter Sar und Kisar. Das Fragment der Vorderseite der Tafel ist trotz seiner Lückenhaftigkeit von hohem Werthe, insoferne es eine Schilderung des Chaos das der wüsten Leere von der Weltschöpfung folgt und die erste schöpferische Regung darbietet. Es entspricht so den beiden ersten Versen des ersten Kapitels der Genesis. Vergleicht man dieses Bruchstück mit;'.em Ausaug aus Damascius, so findet man in dem keilschriftlichen Bericht keinerlei Notiz, dass es im Anfang 2 Prinzipien mit Namen Thaute und Apason gegeben, und dass diese den Moymis hervor gebracht haben; vielmehr heisst hier das eine Urwesen Mummutiamat was soviel als Seewasser oder Seechaos bedeutet. Der Name paart die beiden Namen Moymis und Thaute des Damascius. Tiamat erscheint auch in der Aussprache Tisallat und entspricht dem ^XAxaja des Berosus, wofür die Bedeutung. Meer ausdrücklich bezeugt ist. Nach babyl. Ansicht war augenscheinlich das Meer der Ursprung aller Dinge und diess stimmt auch zu der Angabe der Genesis, wo die chaotischen Wasser die Tiefe genannt werden. Ein Wort mit dem Tiamat des Keilschrifttextes und der Tauthe des Damascius. Das assyrische mummu hängt mit hebr. ikehuma zusammen, während sein Synonymum um dem hebräischen Tiamon Gedröhn Getöse gleichzusetzen ist. Neben lehom als Namen der chaotischen Tiefe ist in der Genesis auch das Wort tkohu die Wüste vom Chaos gebraucht, dieses entspricht dem assyr. tihuta, einem Namen des Seewassers (siehe History of Assurbanipal S. 59) und verwandt mit tihamtu oder tamtu Meer. Wie man sieht, sind Keilschrift und Genesis hier in vollkommenem Ein-

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