Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 17 (1.9.1882)
- Date
- 1882-09-01
- Page
- Seite 194 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. Auch des Waio als signum Zeichen ist nicht schwer zu erklären, wenn man an das Wort thav Zeichen denkt, dass man in falscher Etymologie wol von waw ableiten konnte.,. Übrigens ist zur Erklärung dieses ganzen Alphabetes die Stelle im babylonischen Talmud, Tractat Sabbat fol. 104 ä unentbehrlich. He und vav werden daselbst als Zeichen Gottes gebraucht, so dass var ganz gut als signum erklärt werden kann, Raschi (H. Salomo Jizchaki de Troyes) fügt erklärend die stehende Formel v("jv hinzu. Auch die Bedeutung des Zain als doctrtna teehing Lehre ist nicht so unbegreiflich; man braucht nur auf die Bedeutung des Verbum's aufmerksam zuhören zu denken, um den Sinn Lehre zu erhalten. Die Bedeutung Leben hängt jedenfalls, worauf übrigens schon (x) Bonnard hingewiesen mit dem griechischen 3,v „leben" zusammen. Dass thet bönüs gut bedeutet stimmt wörtlich mit der von uns angeführten Stelle, wo wir zu thet lesen nSpi""! ib wozu Raschi ausdrücklich bemerkt n*E5 das heisst, dass das thet der Anfangsbuchstabe Anlass gegeben zur Deutung tob gut. Auch die Bedeutung des caph als operacio, werching Arbeit iässt sich &ehr leicht aus Tier hebräischen Redensart "pT TW$fo wo oei der Begriff der Hand als als zur Arbeit am geeignetsten erscheint, ableiten. Caph ist ja mit Jod die Hand synonym. Man vgl. übrigens die interessante Analogie, die zwischen dem deutschen Hand und Handlung besteht, und beide Worte sind ja auch in der That etymologisch verwandt. Awra sensus „Sinn" könnte mit dem griehischen voO: erklärt werden (siehe: zain mit griechischen w'?)v verbunden,) (2) Biographie Ezechia Luzzatto (Schluss.) Nun erschien ihm in der Nacht eine Vision, die ihm sagte, dass er ein Engel sei, dem sein Commmetar gefalle, und ihn mit dem priesteiiichen Segen ■"p-Q^ und nicht mit Glück Zufall: deshalb betitelte er seinen Commentar mit H THp IpT^b 0) (') Dass solche Deutungen übrigens durchaus nicht auf mangelhaften Sprachkenntnissen beruhen, sondern bloss ein Spiel mit den Worten bedeutet, habe ich ausführlich in meiner Schrift: Das Unterrichtswesen zur Zeit Karls des Grossen (Separatabdrnck aus der paedagogischen Wochenschrift: Die Deutsche Schule von Christian Notitz) nachgewiesen. (2) Die Literatur dieser Deutungen behandeln: Jellinek in seinem Beth hammidrasch p. XIV. - XVII, Graetz' Monatsschrift II 429 und Zunz Gottesdienstliche Vorträge p. 168. Q) Er hatte ein Buch unter dem Titel [-QHK D^jfcJ? \1HH H'p'H^ als Commentar zur Bibel begonnen, aber mit cabbalistisch-philosophischer Tendenz, mit Betrachtung über ilHtOTlÜ und ein sonderbare Berechnung der Jahre der ersten Patriarchen und über deren Alter. Von diesem Commentare bestehen nur einige Blätter,die bis zur Parascha Noah reichen. Dieser Bibelcommmentar verdient ein ernstes Studium von Seiten der Philologen. Es unterliegt keinem Zweifel, dass dieser Commentar von Ezechia Luzzatto herrührt, denn ''m Commentar zur Stelle QrpDX *TH spricht er von denen die schlechtes befürchteten und denen Gutes zu Thetl wird, wie z. B. Josef mch Ägypten gebracht wurde und die H3DX beirathete, Mose nach Midjan kam die Zippora heirathete, und später sogar der König seines Volkes wurde, ebenso, sagt Ezechias, ergieng es meinem Vater Benetto dem Sohne David's der aus San Daniel vertrieben, nach Triest gieng und daselbst nicht nur seinen Unterhalt, sondern auch Ehemänner für seine Töchter fand, und auch ich gieng, um einem Ebräer zu dienen, blieb nur einen Tag daselbst, wurde ohne Grund entlassen und fand dort Mariam Regina, mein Weib und mein Glück; denn Gott fehlt es nie an Mittel zum Heile. Dieses Manuscript, wie die übrigen, voll von grammatischen und orthographischen Fehlern, wurde von dem Sohne (S. D. L.) sorgfältig abgeschrieben, verbessert und vervollkommnet. Noch ein anderes ist in dem corrigirten Manuscript zu bemerken: Zur Stelle: Siehe ich habe 1000 Silbersekel deinen Bruder gegeben (Gen. XX, 16) ist der handschriftliche Commentar Luzzatto's fast wörtlich übereinstimmend mit dem des berühmten Isac Reggio. Von diesem interessanten Commentar besteht ein uncorrigirtes Manuscript das bis zum 31. Capitel des IV. Buches Mosis reicht; der Commentar aber mit verbesserten Texte reicht nur bis zum 16. Capitel des Exodus. Commentar zu den Psalm. Der handschriftliche Commentar zu den Psalmen zeigt uns den Drechsler und Maschinenfabrikanten Ezechia weit vorgeschritten in den Wissenschaften, die damals bekannt zu werden anfingen. Die Stelle □'Hm Db'p w*rü\ w*e folgt von Ezechia erklärt: Keine Rede, kein Wort (kommt von ihnen,) auch hört man ihre Stimme nicht, aber obwohl stumm, machen sie es bekannt, dass die Sonne fest steht, und sich nicht bewegt, und dennoch verbreiten sich die Sonnen strahlen über die ganze Erde (£?E'£TH "Ip-Sonnen- | strahl), weil wenn die Sonne nicht feststünde, könnte \ sie nicht die ganze Erde beleuchten, und davon spre- | chen die Menschen an allen Enden der Erde □,—1 ^£ | Die Sonne steht fest in ihrem Zelte im Himmel und be- I wegtsich von Osten nach Westen. Und so sind die Reden der; Menschen: TIBiriS K¥V ]ni"D KW DHHD1 T\bw denn wenn sie sich drehen würde, könnte man nicht sagen | HIETO nnD5 |SNT Dieser Gedanke, dass die Sonne fest steht und die Erde sich dreht, erscheint wieder in Ezechia's | Commentar zu Kobeleth u. z. zur Stelle 'ßfölVtl!"Hm! wozu er bemerkt: Einige glauben, dass die Sonne sich um