Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 17 (1.9.1882)
- Date
- 1882-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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mo. 17 ■Na&el'otmr (Kroatien) t §epUm&(t hm- 1882 DAS JUDISCHE CENTRALBLATT (ZUGLEICH ARCHI7 FÜR DIE GESCHICHTE DER JUDEN IM KGR. KROATIEN). Herausgegeben von Rabbiner 2>r. M. Grünwalä. 1. JAHR GAN ( « ± Das Jüdische Centraiblatt erscheint alle 14 Tage in l1/, Ws 2 Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in Belovar bei J. Fteischmanu) pro Jahrgang 4 fl. Inserate werden mit 10 Kreuzern die 8 gespaltene Petitzeile berechnet und au schliesslich entgegengenommen durch die Annoncen-Expedition Tön J. Fleischmann in Belovar, (Manuscripte werden nicht retournirt). INHALT. I. Ein hebräisch englisches Alphabet aus dem XIV. Jahrhundert von Dr. M. Grünwald in Belovar. — II. Biographie EzechiaLuzzatto's (Schluss) — III. Rede gehalten am Geburtstage seiner ' Majestaet des Kaisers und Königs Franz Joseph I. — IY. Altfranzösisches bei Raschi. — ¥>. Notiz. Misoellen. — VI Vortrag gehalten im Bet - hammidrasch zu Wien. Recensionen. IL Liebermann's Deutscher Volkskalendei*. — A. ^Petöti's Liebesperlen. — Aug. Wünsche Lic. theol. Bibliotheca rab. binica. — An open letter addressed to Sir Moses Montefiore. — Leon J. Finzi, Rede und Gebet. — Münz Ignatz, Maimuni's Leben und Wirken. — DH*l!2^ J^DVl Vajjossef Abraham von Abraham und Josef Palagi. — Schück Sah Der Schutzengel. — idem Christen über Juden. — idem. Siddur Hamminhadm. Nachdruck nur mit VÖLLER Quellenangabe gestattet. Ein hebräisch-englisches Alphabet 14. Jahrhunderts. des Randbemerkungen zu dem Aufsatze: Un aiphabet hebreux anglais in der Revue des etudes juives Nr. 8. p. 255 — 268. Von Dr. M. Grünwald in Belovar. Wir haben in der ersten Nummer unseres Centraiblattes p. 2 und 3, in dem Capitel: Das ABC der talmudischen Ethik darauf hingewiesen, dass schon die Talmudibten den einzelnen Buchstaben des jüdischen Alphabets eine Deutung beigelegt, die der etymologischen Erklärung nicht ganz entspricht; die aber von den Talmudisten zu ethischen Zwecken verwendet wurde. In der durch ihre gediegenen Aufsätze bekannten Revue des etudes juives ist nun ein Alphabet aus dem 14. Jahrhunderten von J. Bonnard mitgetheilt und von dem Romanisten Arsme Darmstetter erläutert worden. So manches der Deutung Bedürftige zu deuten, sei Aufgabe dieser Zeilen. Dass aleph die Bedeutung Lehre habe, lässt sich ganz einfach daraus erklären, dass in der That im Hebräischen SflH^ auch lehren bedeutet. Gott ist ja die Lehre, und so konnte man der Lehre selbst den Lehrer, das ist Gott an die Seite setzen; ein christlicher Gelehrter konnte diess noch um so eher, da im Anfange der Xoyo; des Wort äieLehre war.Auch in dem von uns bereits angeführten Aufsatze: Das ABC der talmudischen Ethik haben wir gezeigt, dass schon der Talmud loco citato das aleph mit lehren wieder gibt, und das beth nicht von bajith Haus, sondern von binah die Einsicht, das Wissen herleitet. Aus HJ*— aDer (imt hebräischen Buchstaben konnte ein christlicher Mystiker leicht p Sohn machen. Die 3 ersten Buchstaben des Alphabets dienten aho gleichsam zur Verherrlichung der Dreieinigkeit, aleph wäre der Gott Vater, Beth der Sohn, und gimel als vox wäre der heilige Geist, das bath kol ^IJ^ m Dona parte. Auf diese Weise wird es uns leicht verständlich, dass beth in diesem hebräisch - englischem Alphabet das Leben bedeutet; wenn die Lehre das Leben, den Kern des Lebens ausmacht, so darf man wol beide identißeiren. Nach dem Neuen Testamente ist das Wort, der Aoyoc das Leben, und so braucht man nicht, wie A. Darmstetter diess thut, das beth in heth umwandeln. Die Bedeutung des gimel alsplenitudo lässt sich leicht aus der sämtlichen semitischen Sprachen gemeinsamen Wurzel gam häufen, vermehren erklären, dzamia Versammlung ist ja durch die mohamedanische Liturgie bekannt, und daraus dürfte dann die Bedeutung öffentlich verkünden, also vox entstanden sein. Auch das Daleth lässt sich durch die Methode des Anagrammatisirens, die im Mittelalter sehr im Schwünge war, leicht als nativitas Geburt erklären; nH^ (ledeth) heisst ja das Gebären, ein substantivisch gebrauchter Infinitiv; die Bedeutung iimar Furcht kann sehr leicht aus dal schioach, arm, furchtsam abgeleitet werden.