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Das jüdische Centralblatt · 1882-08-16 · 16 (16.8.1882) · p. Seite 185

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
16 (16.8.1882)
Date
1882-08-16
Page
Seite 185 (sequence 5)
Language
German
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DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. 185 unparteiischen Blicke unserem Feinde zur Last fiele. Aber mögen sie verleumden und lügen, der Sieg des Guten ist dennoch gewiss und unausbleiblich, und wir beten daher zu Gott: Bringe Heil und mehre das Wol Jacobs. In Wort und Schrift werden wieder Stimmen laut, die aus Hass und Missgunst uns Laster der gemeinden Art zum Vorwurf machen, und dennoch welche Religion hätte je edlere und reinere Menschenliebe seit uralten Zeit gelehrt, als die unsere, die jüdische. Als Gott, so erzählen unsere Weisen, den Menschen erschallen wollte, sammelte er hiezu Erde aus allen 4 Weltgegenden, damit der Mensch, wohin er auch immer käme, sich daselbst heimisch fühle, und die Erde ihn freundlich, liebreich und mütterlich aufnehme. 2000 Jahre sind es her, seitdem diess von jüdischen Lehrern ausgesprochen worden, und heute noch ist es bei den übrigen Völkern nicht zur Wahrheit geworden. Und was noch verachtenswerter ist als diess, wird nicht den Enkeln und Urenkeln das Vergehen ihrer Ahnen zur Last gelegt, ist diess etwa die vielgerühmte Liebe? Nicht darf der Sohn des Vaters halber bestraft noch der Vater des Sohnes wegen zur Rechenschaft gezogen werden, ein jeder ist für sich selbst verantwortlich. Aber m. a. Z. wir können ruhig all diesen und ähnliehen Vorwürfen entgegensehen und ohne Zagen und ohne Bangen in die Zukunft schauen, so wir es als unsere Angelegenheit betrachten, auch ferner den Glauben an Gott, an die göttliche Vorsehung, an den unendlichen Sieg des Guten zu liegen und zu pflegen, und unseren Kindern von frühester Kindheit es einpflanzen, dass sie als gereifte Männer einst von dem Bewusstsein getragen, dass Gott stets war und ist eine Stütze des Guten und Wahren in jeder Lebenslage in die Worte des Psalms! en einstimmen: Du o Gott bist unser König von Urewigkeit, bestelle das Heil Jacobs in alle Ewigkeit. AMEN. Biographie S. D. Luzzatlo's. i (Fortsetzung.) Sie heirathete in schon vorgerücktem Alter Joel Malta. Wittwe geworden, heirathete sie den Mose Luzzatto aus Görz, einen reichen, buckligen Herrn, der einige Tage nach der Hochzeit starb. Sie war bald darauf so arm, dass sie von den Verwandten unterstützt werden muste. Die andere Schwester Carola n£Pü wurde im Elend erzogen, und doch erzog sie die anderen Familienmitglieder. Sie war für jene Zeiten sehr gebildet, verstand das Lesen, Schreiben und Rechnen, ja so<?ar die Gemara. - Sie übernahm jede Arbeit, sogar die Wäsche, war abwechselnd Schneiderin, Lehrmeisterin, und obwohl sie bis tief in die Nacht arbeitete, lebte sie kümmerlich und wies jeden Heirathsantrag zurück, damit der Vater nicht arm werde. Sie starb an der Gicht ganz buckelig, im Alter von 65 Jahren am 17. Teveth 5566 (1806). Die andere Schwester Tamar hatte ein wechselvolles Leben. Auch sie war sehr gelehrt und heirathete Benedetto, Sohn des Arztes und Dichters Isaak Luzzatto, den Bruder des berühmten Efraim Luzzatto, den Verfasser der Dichtung ^'H^H "2* Nachdem dieser Isaak die erste Frau verloren hatte, heirathete er Tamar. Ezeehia Luzzatto als Autor. Von der zartesten Kindheit angefangen, zeigte Ezeehia die glühendste Neigung, den strengen Sitten seines Vaters treu zu bleiben, die Gesetze Mosis und die talmudischen Vorschriften genau zu beobachten. Den ersten Bibelunterricht erhielt er von seinem Vater und seinem um vieles älteren Bruder, von dem er überhaupt viel lernte. Seine ersten in hebr. Sprache abgefassten Schriften sind ]) JVSfi n— *3pTi die ein Alphabetischer Index der Personennamen aus der Bibel und dem Talmud, 2) j'HnS rnttl^H die Deutung der Träume nach dem Talmud enthalten. Er hatte stets wenig Neigung zur Grammatik und bezeichnete sie als eine eitle Sache. Und in der That ist seine Schreibweise nachlässig, ordnungslos und ohne Orthographie. Ausser seinem Drechslerhandwerk war erGetreidehändler; kaufte, verkaufte und speculirte, je nach Zeit und Umständen. Er machte im Getreidehandel traurige Erfahrungen und musste oft beten und fasten. Neben dem Geschäfte in Hülsenfrüchten lieh er auch auf Pfand gegebene alte Kleider und andere Gegenstände, und so gewann er sich ein leidliches Auskommen. Seinem ersten Sohne gab er den Namen Samuel Vita; er wurde geboren den 8. Shevat, und lebte nur 13 Tage; der zweite, Benedetto genannt, lebte 3 5/4 Jahre und starb an den Masern am 5. Tebeth. Dieser Todesfall wurde von Ezeehia als einer der grössten in seinem Leben angesehen. Während der Krankheit fastete dieser Mann in der höchsten Verzweiflung 3 Tage, seine Frau aber betete und machte eine sehr rührende und lange Beschreibung der Frühreife des Kindes. Seinen Schmerz drückt er in einer Elegie aus, die folgendermassen begann: •sn n*s) rw "iiian« •m nnx -pM onrn fÖJ ]*X "[Tin bx ^k-w nun, b*>m maa e^k ipö *:y ]tr tb ruxinni rnMipiab ihjj «TOS firnn

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