Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 15 (1.8.1882)
- Date
- 1882-08-01
- Page
- Seite 179 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. 179 dem Jahre 5541 (1781, 17 Juni.) seine erste Maschine versucht habe, aber er habe sich in seinen Erwartungen getäuscht, er machte neue Versuche, bis es ihm endlich gelang, wie man in der Folge, wo wir von Ezechia als Drechsler sprechen werden, sehen wird. Ezechia Luzzatto als Familienvater. Der Vater des Ezechia, Benedetto Hohn Davids, war ein sehr pünktlicher Beobachter der heiligen Schrift, rasierte nie seinen Bart, ass nie Fleisch, nährte sich nur von Fischen, Obst und Kräutern, liess nie am Sabbat Feuer anmachen, auch nicht im Winter, es sei denn für Kranke, er stand stets 2 Stunden vor Tagesanbruch auf, beschäftigte sich in dieser Zeit mit Gebeten und exegetischer Leetüre; er war der erste Lehrer Ezechias und wollte einen grossen Mann aus ihm machen. Er war gichtleidend und musste auf Krücken gehen, er hatte 17 Kinder, von denen nur 6 lebten und zwar 4 Mädhen und 2 Knaben, David und unser Ezechia, Er starb 81 Jahre und 3 Monate alt im Dezember 1794 nach kurzer Krankheit bei vollem Bewusstsein und der Rede mächtig. Wie sein Vater, war auch Ezechia orthodox bis zum Excess, hielt Buch über die Sünden, die er begangen zu haben glaubte und war sehr geneigt zur Ablegung von Gelöbnissen, zur Enthaltsamkeit, zum Fasten, zur ascetischen Leetüre, auch war er wohlthätig. Dies ging so weit, dass er vom Jahre 1780 den zehnten Theil seiner Einkünfte wohlthätigen Zwecken bis zu seinem Tode zuwandte. Als sich seine physischen und moralischen Fähigkeiten entwickelt hatten, und er die Nothwendigkeit eingesehen hatte, einen Beruf sich zu wählen und ein Hauswesen zu gründen, fand er diesen Punckt sehr schwer ausführbar, da er fürchtete, nicht hinlänglich Geld zu verdienen, um die Familie zu erhalten. Er selbst hinterliess die Worte: Man müsse eine junge Frau heirathen, um Kinder zu haben und sie zu ziehen, aber erschreckt von den Folgen fügt er hinzu: Man muss viel Verdienst haben, sie zur LiebeGottes erziehen zu können, und führt den Vers des Pirachiden an: Trachte viele Kinder, sei es auch 100 zu haben, heirathe ein junges und nicht ein altes Mädhen, weil ein altes die Kräfte schwächt. Aber Luzzatto betrachtete diesen Grundsatz als einen falschen. Sein glaubenswarmes Herz fährt so fort: Wahr ist es, dass Gott nichts unmöglich ist, aber man muss dieses Verdienstes, so viel Gnade zu erhalten würdig sein, mit der Familie kommt die Armuth und man muss, bevor man zur Ehe schreitet, genau Rechenschaft hierüber sich selbst ablegen. Er schrieb daher, bevor er an die Eheschliessung ging, seinen Vermögenstand auf, und das verdient der Originalität halber hier mitgetheitlt zu werden. Von 18. bis 21. Jahre hatte er 21 Zechinen gesammelt, und im 25, hatte er mit Gottes Hilfe schon so viel, dass er die Familienausgaben bestreiten konnte; denn er verdiente zu 25 Jahren 150 Zechinen und konnte so die häuslichen Bedürfnisse und die Kleidung decken. Nachdem er sich zum Heirathen entschlossen hatte, heirathete er am 28. Januar 1795 Miriam Regina, Tochter des Samuel Cormons, Tolli zugennant, die in S. Daniele geboren wurde und nunmehr bereits Wittwe des i Benedetto Gentilome war. (Den Namen Tolii statt Cor- I monds nahm er aus dem Grunde an, weil er sagte: Er | habe nichts mehr auf der Welt,) Da sie als kinderlose Wittwe zurückblieb, gab ihr Schwager [ihr die Chalizah, heirathete sie unsern Ezechiel und brachte ihm 400 Crocioni Mitgift. Es zeugte 3 Knaben: Samuel, der in den Windeli starb, Benedetto und den berühmten Sedal, und eine Tobhter. Er war eine so hochverdienstliche Frau, von musterhaftem Fleisse, von ausserordentlicher Mäsisgkeit, nur am Samstag ass sie Fleisch. Jeden Tag las sie 9 Psalmen, p.n Feiertagen jedoch 14. Sie starb den 13. Aprii 1814 an einer Lungenenzündung im Alter von 52. Jahren, beklagt von allen, welche sie kannten. Während Ezechia in S. Damele wohnte, hatte er von seinem Bruder David das Drechslerhandwerk in 16 Monaten erlernt; als aber die Judenjvon dort vertrieben wurden, begab er sich räch Triest, wo bereits sein Bruder David i gewohnt hatte. Dieser David, der Bruder unseres Ezechia spielt eine interessarte Rolle im Leben unseres Bruders. Aeiter als er, war er ausser, dass er sein Pathe war, auch Lenker seiner ersten Schritte. David hatte ein ereignissreiches Leben. Er war Schulmeister, Buchhändler, Diener, Drechsler, Goldarbeiter, Holzschnitzer, sehr geschickt im Verfertigen von Druckerschrauben, unterichtet im Talmud, verstand vortrefflichen Lack zu bereiten, und iiess auch ein Geheimniss zur Bereitung schriftlich zurück. Es war ein Stoff, \ zubereitet aus einem zerriebenem Bernstein, siedendem | Wasser, Hanföl und Gummi arabicum. Er emfiehlt ihn | (den Lack) auf freiem Platze zuzubereiten. Es scheint, I dass sie sich nicht vertragen sahen, aber sie haben sich; versöhnt. Er starb im Jahre 1806, im Alter von 60 Jah-; ren an der Wassersucht am 22. Elul. Auch er beschäfi tigte sich noch vor Ezechia mit der Erfindung von Ma- | schinen. Ezechia Luzzatto hatte 4 Schwestern, die sämm- I tlich ihre eigene Lebensbeschreibung niedergeschrieben | haben. Bersabea Annina war schön, gut und derart tüchtig in Seiden-und Banmwollarbeiten, machte besonders gerne Bettdecken, sie verstand zu Högpeln und zu | spinnen, übersetze auch mit Leichtigkeit die hebräische | Sprache. g£tt£ceffen. Zur Etymologie des Wortes D^DJIp Die Erklärung, die Altmeister Zunz über das Wort Q^j^^ip u. z. als Zusammenziehimg aus dem Worte commentarius gegaben und die nach ihm sämtliche Forscher angenommen, und der ich auch in meinen Raschistudien (Heft I. Separatabdruck aus Dr. Rahmer Literaturblatt) beigetreten bin, scheint mir aus doppelten Gründen unhaltbar; erstens deckt sich der Begriff des D^tW^