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Das jüdische Centralblatt · 1882-07-16 · 14 (16.7.1882) · p. Seite 167

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
14 (16.7.1882)
Date
1882-07-16
Page
Seite 167 (sequence 11)
Language
German
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DAS JUDISCHE CENTRALBLATT. dem Grunde, weil sie einen Punkt berührt, der leider nicht unverdient den Juden vorgeworfen wird u. Z. die Prunksucht, und die .Zweite, weil sie das einzig ipahre Mittel zur vollen Rehabitilation "der Juden enthält. . ' Die erste Stelle (p. 104) lautet: Sie können nur an Achtung und Sympathie bei ihren Mitbürgern gewinnen, wenn Sie statt durch, Prunk und Luxus sich hervorthun zu wolleu, solches auf den Gebieten des Guten und Wahren und Schönen anstreben. Die zweite Stelle, womit dieser beserzigenswerte Excurs schliesst, lautet: Sollen wir die Aufgaben der Allianzen lapidariseh bezeichnen, so könnte es füglich mit folgendem geschehen: Unverdienter Achtung und deren Folgen sollen sie begegnen, zur erhöhten Ächtung mit allen Kräften anleiten. Auf dass in Erfüllung gehe das. Wort: ft» tpmb nnn firiian idke pK,Das walte Gott Adalbert von Keller Bericht über Entstehung und Fortgang des literarischen Vereins in Stuttgart, von dem Praesidenten des Vereines. Tübingen 1882. Gedruckt bei Ludwig Fr. Fues. Es ist ein sachlicher und fachlicher Bericht über die Gene'sis dieses nützlichen Vereines, wo auch die Theologie nicht leer ausgeht besonders verdienen die 3 Bände 72. 100 und 101 von jüdischen Theologeu eine grösere Würdigung, als sie bis jetzt erfahren haben; Band 72, enthalt nämlich: Der veter buoch (Der Väter Buch) und die Bände 100 und 101 die deutschen Histori2nbibeln des Mittelalters. Beide besonders beachtenswert für die Geschichte der jüdisch-deutschen Sprache und deren Literatur. Dr. A. von, Helmersen. Die Religionen, ihr Wesen, ihr Entstehen und ihr Vergehen. Naturwissenschaftliche Excursionen. 2. Auflage, Graz 1882. Druck und Verlag von Leykam-Josefsthal. Preis Iß 50 kr. In dem engen Rahmen von 249 Kleinoctavseiten ein so wichtiges Thema behandeln zu wollen, ist ein kühnes Unternehmen; noch kühner ist es, ohne gründliche Kenntniss der Literatur der betreffenden Religion sich ein so autoritatives Urtheil zu erlauben. Der Verfasser ist ein Anhänger der Darwinischen Theorie, obwol er Darwin nicht einmal unter denhervorragenden Naturforschern unserer Zeit erwährt, während Ludwig Büchner als bahnbrechend bezeichnet wird. Überhaupt scheint uns diese 2. Auflage trotz des Datums vom Jahre 1882 schou einige Jahre alt zu sein. Der Ausdruck., Naturwissen, schaftliche Excursionen passt v dlends wie die Faust aufs Auge. Man darf eben nicht alles beweisen wollen, man beweist sonst gar nichts. Wir wollen nur die Stellen hervorheben, wo von den Juden die Rede ist. p. 12 wird die Sekte der Sadducäer und Pharisäer, von denen die erste schon lange nicht besteht, zum Maststabe der Gesetzeseinheit bei den Juden heutzutage genommen. Solche gänzliche Unkentniss des Thatbestandes beurtheilt oder richtiger verurtheilt sich selbst. Die Ansicht des Verfassers, dass die ailergläubigsten Menschen zugleich auch die am meisten abergläubigsten sind, muss denn doch nicht ganz wahr seiu; wenn Immanuel Kant dagegen Einsprache erhebt mit den Worten: Einen positiven Glauben muss jeder Mensch haben; hat er ihn nicht, so verfällt er in den falschen Glauben und d. h. Aberglauben. Das hebräisch sein sollende Wort auf Seite 37 können wir uns nicht erklären, es ist ^J"pp geschrieben. Seite 81 wird Prof. Rohling noch immer als in Münster wohnhaft angeführt, während er doch seit Jahren in Prag segensreich wirkt — Es klingt wie kindische Anmassung, wenn wir auf Seite 96 über den Einfluss der jüdischen Religion lesen: Gott hat für die weltliche Forschung nichts weiter gethan, als dass er dem ersten Menschen ein Paar Röcke von Fellen machte und sie ihnen anzog; und dass er dem Noah angab, wie lang wie breit und wie hoch die Arche, dem Mose und •Salomon, wie gross die Stiftshütte und der Tempel und aus welchem Stoffe die Zierathen und Gefässe sein müssten." Lächeln muss man über die Bornirtheit dem Patriarchen Abraham und Isak Mangel an strenger Tugend vorwerfen zu wollen (p. 108.) Die ganze Weisheit in Theologicis schöpft der Verf. aus S. Brigittae Offenbarung. Zu Seite 144 ff haben wir zu bemerken, dass der Zweck der Strafe nach juristischen und paedägogischen'Grxax&^Aziiii dasVerhindern einer nochmaligen schlechtenThat oderzumSchutze gegen dieselbe ist. DerGrund satz unserer alten Weisen EH^^i D^','I7H Dl^K **"TDH dass die religiös und sittlich lebenden C^IJ?^ pTTT Menschen aller Confessionen der ewigen Seligkeit theilhaft werden können, scheint dem Autor eine terra incognita zu sein.. Dass Bilefm Eselin auch Segen und Fluch verkündigt, ist eine einfache Unwharheit (p. 181.) Die Auseineinander3etzung über Moses ist eine durch und durch irrige verkehrte und den Thatsacben widersprechende (p. 203 — 507.) Auch die Behauptung, dass das mosaische System an geistigem Inhalte, mehr noch an Wärme und Zündkraft manchen heidnischen nachstehe, ist bis jetzt von niemand behauptet worden; selbst Verächter der positiven Religion haben den veredelnden Einfluss der Bibel an sich anerkannt (Heine und Proudhon) Dass der trockene Stamm jüdischer Anschauung sich bis beute frisch und jugendkrättig erhalten, scheint auch dem Verfasser nicht einzuleuchten (p. 210.) Doch hierüber wollen wir mit dem Autor nicht rechten, da er allen positiven Religionen den Krieg erklärt; leider ist diess aber auch nicht neu .• hat doch Proudhon besonders in ge wohnter kraftvoller Weise diesem Gedanken Ausdrück verliehen, so z B. in der bezeichendeu Stelle: .,Dogmatique»tent et scientifiquement la religion et la Philosophie ne sont rien .... Beellemont elles ne sont rien, formellement elles sont illogiques, illegitimesanormoles, partant non permamentes. Wir schliessen diese Anzeige mit dem Bemerken, dass das Buch geeignet ist, bei h: Ibgebildeten, die bekantlich weit ärger und gefährlicher als Ungebildete sind. Anklang zu finden; an sich aber weder absolut noch relativ betrachtet, irgend welchen W'ert hat. JPietro l*erreau 1700 abbreviature e sigle fTOT"! "^X"! ebraiche, chaldaiche, rabbiniche, talmudiche colleloro varie soluzioni raecolte ed ordinate. Parma 1882. Autographia. Edizione di 60 exemplari. (wOO Abkürzungen und Zeichen, ebräisch, chaldäisch, rabbinisch und talmudisch mit ihren verschiedenen Lesearten gesammelt und geordnet. Parma 1882. Autographirt in nur 60 Exemplaren). Die Einleitung dieser vorzüglichen und höchst nützlichen Schrift Perreau's ist in der trefflichen italienischen Monatschrift Mose (Seite 23 > und 234) veröffentlicht; wer immer sich mit dem Studium der rabbinischen Literatur beschäftigt, weiss es aus eigener Erfahrung, wie hemmend oft die Unkenntniss einer Abbreviatur ist. Die ebräischen Abbreviaturen haben noch überdiess das von den Abbreviaturen anderer Völker und Sprachen voraus, dass sie durch ihr häufiges Vorkommen zu stereotypen Formeln geworden sind. (Diess hat zuerst der für die Wissenschaft des Judenthums zu früh verstorbene Director Dr. Lazarus bemerkt.) Wie mir Perreau brieflich mittheilt, ist die Schrift nur an seine Freunde, versandt werden; ich glaube aber im Sinne der Leser meiner Z eitschrift so wie aller, welche sich für jüdische Literatur interessiren, zu sprechen, wenn ich den Wunsch äussere, dass diese Schrift in den Buchhandel gesetzt den Nutzen stifte, den ihre Vorzüglichkeit zu stiften im Stande ist. Wir rufen dem rastlos thätigen Freunde j^X*: p'fl aus vollem Herzen zu. Es sei mir zum Schlüsse gestattet, den rastlosen Verfasser auf W. H. Lowe's Buch Fragment of Talmud babli Pesachim Cambridge 1879 aufmerksam zu machen, wo einige Abbreviaturen, die Autorennamen und deren Werke betreffend, behandelt werden, so wäre zB. zu Seite 2 zur Abbreviatur JT3X nach Lowe p. 76 zu ergänzen, ferner zu Seite 25 zur Abbreviatur ^^^H w*re

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