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Das jüdische Centralblatt · 1882-07-16 · 14 (16.7.1882) · p. Seite 160

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
14 (16.7.1882)
Date
1882-07-16
Page
Seite 160 (sequence 4)
Language
German
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160 DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. ingleichen hat solches bei der Trauung stattzufinden, sonst erklären wir eine solche Eheschliessung für ungiltig. Wenn nun die Frau bei Lebzeiten ihres Gemals das zeitliche segnet und keinen Nachkommen zurücklässt, so soll der Mann 2 Drittheile aller Güter, die sich zur Zeit ihres Ablebens vorfanden, nehmen; die Erben hingegen das letzte Drittel, die Erben seien bis in's dritte Geschlecht, vorausgesetzt, dass nicht nähere Erben vorhanden sind. Diesem rechtsgutachtlichen Beschlüsse lassen wir nun die Stelle aus Exodus, Cap. 31, Vers 1 und 2 mit dem Commentar aus dem Buche Meam Joes und /war in Transscription mit darauffolgender deutscher Übersetzung folgen: Exodus XXI 1 und 2. lautet in Uebersetzung: Der Ewige sprach zu Möschen und Ahron wie folgt: Siehe, ich habe den Bezalel, Sohn des Uri, Sohn des Chur. aus dem Stamme Juda namentlich berufen. Corameotar. Nun wisset, als Moses unser Lehrer in den Himmel stieg, zeigte ihm Gott alle Geräthe der Stiftshütte, wie er sie zu machen hätte, und er sagte ihm: In solcher Weise sollst du den Leuchter [die Menorah], so den Tisch (Schulchan), so wiederum den Altar und so die übrigen Geräthe der Stiftshütte. Da dachte Moses, dass an ihn der Auftrag ergangen wäre, die Stiftshütte und alle dazu gehörigen Geräthe zu verfertigen, wie man aus dem Worte ^unfl du sollst machen, verstehen könnte. Und bei allen Geräth.n wurde in gleicherweise dieser Ausdruck: und duso llst machen gebraucht, wieder Schriftvers lautet: Und du sollst einen Leuchter machen und du sollst einen Tisch machen, und du sollst einen Altar machen. Nun sagte der, dessen heiliger Name gepriesen werde, (Gott) zu Moses: Wisse, dass wenn ich dir befohlen, die Geräthe zu bereiten, du nicht die Erlaubniss hast, irgend eines von den Geräthen für die Stiftshütte eigenhändig zu bereiten, weil ich dich zum König über Israel ernannt, und die Ehre des Königs lässt es nicht zu. dass er vor dem Volke eine Arbeit verrichtet. Es ist vielmehr, dass der König behehlt, und die anderen seinen Auftrag vollführen. Befiehl du also, dass die anderen es thun, und wenn du auch auf deine Würde verzieh cen wolltest, diese Arbeit eigenhändig zu verrichten, würde es dir dennoch nicht gestattet sein, denn du bist ein König. Und es ist ein juristischer Grundsatz, dass ein König nicht auf seine Ehre verzichten darf, wie wir diess mit der göttlichen Hilfe in der Paraschah Schofetim erklären werden. Und obgleich diese Arbeit füi Gott ist, und es eine verdienstliche Sache (-) Dass darin keine Schädigung der Arbeit liegt, so wie auch keine Geringschätzung derselben zeigt das schöne Wort Schillers: Arbeit ist des Bürgers Zierde, ehrt den König .'seine Würde, ehret uns der Hände Fleiss. ist (Mizwah), wo keine Ansehen der Person gilt, dass man sagen könnte: Es ist unter meiner Würde, diese i Arbeit im Gegenwart des Volkes zu verrichten, weil bei einer Sache, die für Gott ist, die zur Verherrlichung des göttlichen Namens dient, man weder auf die Würde des Königs, noch auf die des Gelehrten Rücksicht nimmt, wie der Schriftvers lautet: HftDn y$ 7i n::b nrj roian pai (w<> es sich um die Ehre des des göttlichen Namens handelt, da verschwindet jede Rücksicht auf menschliche Klugheit, Einsicht und Plan.) Trotzdem verzichtete Gott auf seine '! Ehre und wollte nicht, dass unser Lehrer Moses ir- | gend eine Arbeit, in die Hände nehme, damit er nicht in den Augen des Volkes an Wert verliere (7). Ebenso kann auch ein Mensch, den die Gemeinde als ihren Leiter anerkennt oder zum Richter über ihre Thaten setzt, nicht eine Arbeit, ausser wenn sie die Erfüllung eines religiösen Gebotes betrifft, vor 3 Personen verrichten, damit er ja nicht von ihnen geringgeschätzt werde, weil darin gleichzeitig eine Verletzung der Würde der Gemeinde (des Zibbur) liegt. Darauf fragte nun Moses den Heiligen gepriesen sei er: Wem soll ich befehlen, diese Arbeit zu vollführen; darauf sagte Gott: Wolan ich will dir ölen zeigen, der diess alles machen soll. In jener Stunde brachte ihm Gott das Buch des ersten Menschen (Adam's), welches ein Buch ist, geschrieben I für alle Geschlechter von der Zeit an, in welcher Gott! die Welt geschaffen bis „HD Und dieses Buch gab I Gott den Weisen und Gott zeigte unsererem Lehrer 1 Moseb die Könige, die in jedem Geschlechte regieren i werden, die Chachamim, die Propheten und die Richter, die in jedem Geschlechte sein averden. Und Gott zeigte ihm alle Apparate und alle Vorrichtungen, die für;'edes Geschlecht seit der Schöpfung der Welt vorhanden sind, und je nach dem Geschlechte ist auch deren Führer. Auch den Bezalel sieh in diesem Buche, und du wirst sehen, wie er von Anfang an dazu bestimmt ist, um die Stiftshütte und die dazu gehörigen Geräthschaften zu verfertigen; und aus diesem Grund sagt hier der Schriftvers TlXHp P!X*)i woraus d°cn klar ist, dass man entweder auf eine Sache, die man jemand zeigt und ihm sagt: i Sieh das, was ich dir zeige," es beziehen kann, oder von einer Sache welche zeigt und spricht, dass es auf diese! Weise gethan werden müsse u. z. was man mittelst der Erkenntniss und der Einsicht (HJH) erfassen kann; hier jedoch wo er ihm sagt : Sieh, wo er ihn namentlich Bezahl anruft, dass er es anschaue, daraus folgt, dass ihm Gott das Buch des ersten Menschen fAdam's)! zeigte und ihm sagte: Betrachte, ergründe dieses Buch, ■ und du wirst sehen dass, ich den Bezalel namentlich (>) Der Pentateuch wird in Laufe eines jeden Jahres einmal vollständig durchgegangen, u. z. ist die Eintheilung so, dass in jeder Woche ein Abschnitt vorgelesen wird; Schofetim ist ein Abschnitt aus dem Deuteronomium und handelt über Richter und richterliche Befugniss.

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