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Das jüdische Centralblatt · 1882-07-16 · 14 (16.7.1882) · p. Seite 159

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
14 (16.7.1882)
Date
1882-07-16
Page
Seite 159 (sequence 3)
Language
German
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DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. 159 des Herren. Er enthält alle Dinim (Regeln), welche Euere Väter lernten, Euere Vorfahren am Berge Sinai von Gott erhalten haben. DieGesetzgebung am Sinai, die 10 Gebote, haben vielleicht die grössteRevolution in derWelt hervorgebracht; allerdings nicht durch Blutvergiessen, sondern auf friedlichem Wege, bildeten natürlich den Gegenstand poetischer Bearbeitung. Ein solches wurde bereits von Dr. M. Kayserling in der Frankl'schen Monatsschrift (1857 p. 459) und wollen wir ein ähnliches aus einem in Amsterdam 1793 erschienenen Buche anführen das auch in sprachlicher Hinsicht hochinteressant ist (x). Es lautet: (2) 1. Mose alah lasamajim Sin achilah e sin majim Trujo las luchoth senajim Que empiecan con Anochi 2. In har Sina vino alumbrar Con truenos e voz de Sofar A Iisrael hizo temblar Cuando el Dio dijo Anochi ' 3. Nos dio los asereth hadibroth Sos rozim i sus sodoth Alli estaban las nesamoth Cuando etc. \ 4. Nuestra ley es estimada De las umoth otorgada Con Iisrael cabtivada Porque passaren por Anochi 5. Razon es que le serbamos E sus mizvoth que agamos Porque la cuenta daremos Alque dijo Anochi. (1) Dieses Buch, das eine Liedersammlung ist, führt den Titel *n Octav. Wir ersehen auch aus dem hier mitgetheilten Gedichte, dass die Aussprache des j als ch speziell niederländischen Einflüsse zuzuschreiben sei. Vgl. Literaturblatt des Orientes 1845 p. 669—672 wo Dr. Adolf Jellinek dieses Lied genau so, wie es sich im angeführten Buche findet, wiedergibt. (2) Vgl. mein Jüdisches Centraiblatt Nr. 11 und 12 vom 1. und 15. Juni 1882 wo das von Dr. M. Kayserling mitgetheilte Gedicht veröffentlicht, und die Varianten mitgethellt werden. Übersetzung. 1. Moses stieg gen Himmel Ohne Speise, ohne Trank, Und trug hernieder der Tafeln zwei Die beginnen mit Anochi (Ich). (*) o. Auf dem Berge Sinai kam er unter Blitzesleuchten, Unter Donnergetös und Schofarton, Israel machte er erzittern, Als Gott [das Wort] sprach: Anochi. 3. Uns gab Er die 10 Gebote Ihre Geheimnisse und ihre Mysterien; Da standen die Geister alle, Als Gott [das Wort] sprach: Anochi. 4. Hochgeachtet ist unser Gesetz Von den Völkern angenommen Mit Israel, das gefesselt, Weil es eintrat für Anochi. 5. So ist es Recht, dass wir ihm (Gott) dienen, Dass seine Gebote wir vollziehen, Dass wir Rechenschaft ablegen, Dem der sprach: Anochi. Bevor wir nun an eine Aufzählung ler wesentlichstenWerke nach 1492 geben, wollen wir 2 Sprachproben u. z. die eine, die ein Jahr nach der Vertreibung der Juden aus Spanien, also 1493 abgefasst wurde, und die andere aus dem Volks-und Familienbuche Meam Joes. Die aus dem Jahre 1493 stammende Sprachprobe entnehmen wir dem von uns bereits erwähnten Werke des Abraham Ankava: sie lautet in deutschen Übersetzung wie folgt: (4) Zunächst verordnen wir. dass kein Israelit sich mit einer Kraelitin verloben dürfe, ausser wenn Mmjan (d. h. 10 Männer, welche das 13. Lebensjahr überschritten haben) ist, und darunter einer der honorirten Stadt Chachamim (5) oder Rabbinatsassessoren sich befindet: (!) Anochi das Anfangswort des 1. der 10 Gebote, das vollständig lautet: Ich bin der Ewige dein Gott, der dich herausgeführt aus dem Lande Ägypten, dem Hause der Knechte. (') Wir transscribiren bloss die spanischen Wörter, die hebräischen lassen wir frei. Da wir dem Text die Übersetzung folgen lassen, so ergibt sich die Erklärung der hebräischen Worte von selbst. ('-) Chacham Q^H ist bei den spanisch-portugiesischen Juden der Titel eines talmudisch-gebildeten Mannes.

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