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Das jüdische Centralblatt · 1882-07-01 · 13 (1.7.1882) · p. Seite 154

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
13 (1.7.1882)
Date
1882-07-01
Page
Seite 154 (sequence 10)
Language
German
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154 DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. nahmt: anschaffen sollte. Eine interessante Neuerung hat der bekannte A. Hartleben'sche Verlag in Wien bei diesem Werke damit inaugurirt, dass den Abonnenten des Werkes „Alt und Xeu" mit dessen Schlusslieferung eine elegante, stylvolle Original-Einbanddecke vollkommen gratis geboten wird. Alle diese Werke seien unseren Lesern bestens empfohlen. Es ist eine wahre Wohlthat, dass dem Publikum jetzt auch edle, populäre Werke in Lieferungsform zugeführt werden; die Zeit des„Colportage" des Schandromane s ist vorüber! Kallisztosz A zsidökerdes. Röpirat. 30 kr. (die Judenfrage' eine Flugschrift). Die Jaden/rage in Ungarn wird hier in unparteiischer Weise behandelt und sagt treffend, dass der Staat wahrlich an genug Schäden leidet, als dass man noch Hetzereien gegen die Juden betreiben sollte. Er sagt: Mindeki irtözik attöl, hogy az egetö kerdesek egesz tömege a välsägos termeszetü ällami, nemzetisegü egyeb kerdesek meg a zsidö kerdes is belekörüljön. Und er führt aus uuparteischen Quellen Aussprüche an, dass die Juden womöglich noch magyarischer sind als die M agyaren selbst; die ungarischen Juden sagen von sich: Sie seiea keine Juden, sondern Ungarn, die den mosaischen Glauben haben- (Allajnak szöba egy fiatal kereskedövel, kerdezzek meg, mit tart ö Magyarorszagtöl, mily nezetei vannak a zsidökröl, ö büszken fogja magät magyarnak vällani es büszken azt fogja mondän i, Magyarorszägban nincsenek zsidök, csupän Mözes valläsu magyarok. Wir können die .Schrift jedem der ungarischen Sprache mächtigen aufs beste empfehlen, denn sie hält auch mit den Fehlem der Juden nicht hinter dem Berge. S. D. Luzzatto Catalogue de la bibliotheque de la litterature hebrai'que et Orientale du feu Mr. Joseph Almanzi. Padoue che/ Antoine Bianchi 1864: auch unter dem hebräischen Titel: *pV T Eine gewissenhafte und genaue Catalosirung der berühmten Bibliothek Josef Almanzi's, wie sie sein intimer Freund S. D. Luzzatto s. A. nur liefern konnte. Die hebräische Einleitung ist nicht nur durch ihre herrliche Sprache, sondern auch inhaltlich von hohem Interesse. Nur weil wir die Biographie S. D. Luzzatto's in unserem Blatte bringen, halten wir es für unsere Pflicht die einzelnen Schriften Luzzatto's der Reihe nach anzuführen-, denn des Lobes bedürfen sie nicht. Leopold KomperVs gesammelte Schriften. Berlin 1882. Louis Gerschel's Verlagsbuchhandlung, in 60 Lieferungen ä 30 Kreutzer Ö. W. I. und II. Lieferung. Es konnte wahrlich zum 60. Geburtstage Kompert's kein sinnigeres Geschenk dem um die Würdigung des Judenthums hochverdienten Manne bereitet werden, als eine Gesammtausgabe seiner Schriften. Wer wie Kompert nicht nur durch seine Schriften, sondern durch sein ganzes Leben, durch seine Thaten in so glühender Weise für das Judenthum eintritt, hat ein besonderes Anrecht in einem jüdischen Literaturblatt erwähnt zu werden. Denn diese zwar nicht glanzumflossenen, aber treuen und innigen Gestalten, die er uns vorführt, sind so durch und durch jüdisch; fesseln jeden, der das Judenthum kennt und zwingen selbst den, der es nicht kennt? zur Anerkennung des Ju lenthums. So ernst und für unsere Zeit hochbedeutsam ist die erste Erzählung Judith. Es ist das Vorrecht der Dichter, Zeitfragen von hoher Warte aus zu betrachten und zu beantworten. Eine Zergliederung der einzelnen Erzählungen hiesse ihren Reiz ihnen entziehen, sie wollen ganz und voll genossen sein, und wahrlich man wird uns für die An regung hiezu Dank wissen. Dann folgt die schlichte, aber desto sicherer tief in's Herz treffende Gestalt des „Alt Babele". Dieser Erzählung folgt der in der Weltliteratur durch Chamisso bekannte Hehlemield. Die zweite Lieferung führt das wahrhaft tragische Ende Schlemiels uns vor und lässt uns ahnen, dass es denn doch etwas über uns gebe, dass unseres Lebens Lauf bestimmt. So wirkt der wahre Dichter immer religiös. Dieser ernsten Erzählung folgt die spannende und von süsser Wehmuth durchzogene Geschichte: „Die Kinder des Randars", mit deren Einzelheiten wir den Leser in der nächsten Nummer bekannt machen werden. Schwabacher Dr. Stadtrabbiner Odessa. Denkschrift über Entstenung und Charakter der in den südlichen Provinzen vorgefallenen Unruhen. Auf Veranlassung Sr. Durchlaucht des Herrn Regierungscommissaers, Senators ect. Odessa 1881, Buchdruckerei von P. Franzow Puschkin-Strasse 20. Es ist bekannt, dass der erste Schritt zur Heilung eines Uebels dessen volle Erkenntniss ist. Der Verfasser führt in der genannten Schrift als Urgrund der Judenverfolgungen die sogenannte „falsche Presse" an, die aus unlautern Motiven die historische Ent- Wickelung durch reactionäre Diversionen hindern will, und spricht das russische Volk in so ferne, dass es verblendet und getäuscht von Charlatanen. seine Hand zur Ausführung höhere Befehle leiht frei. Der Verfasser erzählt hierauf an der Hand historischer Daten die Enstehung des Judenhasses in den westlichen Staaten und wie derselbe künstlich erzeugt und genährt wurde. In kurzen, aber kräftigen Strichen geschieht diess, und er legt in einfachen und überzeugenden Worten auseinander, dass der so verschrieene Handelsgeist der jüdischen Nation, obwol derselben alles eher als angeboren, dem Staate nicht nur nicht von Nachtheil, sondern von ungeheurem Vortheil sein könnte. Wenn es erlaubt wäre, einen Theil des menschlichen Körper's mit dem Charakter einer Nation zu vergleichen, würde ich die jüdische Nation dem Herzen des Menschen vergleichen, das je nach der Behandlung seelengut, der in Verfolgung aber stolz den Wanderstab in die Hand nimmt, in der sicheren Überzeugung, dass ihre Verwendbarkeit und ihr Nutzen in jedem Staate, der nicht ganz verblendet ist, trotz alledem und alledem wird anerkannt werden müssen. Einen erfreulichen Beweis liefert hiefür die Bitte der Moskauer Kaufmannschaft, dass den jüdischen Kaufleuten völlige Gleichheit mit ihnen selbst gestattet werde. Hoffentlich wird der Sturz Ignatievs den Judenerfolgungen in Russland ein Ende machen. Schivabacher Dr. Stadtrabbiner Odessa. Der Kaiserpark II Abtheilung. Blätter der Erinnerung an Alexander den Befreier Odessa 1881. Die oratorische Begabung Dr. Schwabacher's ist zu anerkannt, als dass diese gefühlvollen, von wahrem Patriotismus erfüllten Reden eines be sonderen Lobes bedürften. Von den 6 Reden 1) der Zarbefreier 2) die Brücke 3) Licht und Schatten 4) das Pfand 5) das Bild der Zarin 6) der Zar-Märtyrer hat uns besonders die 3te: Licht und Schatte» angesprochen. Schtvabachter Dr. Stadtrabbiner Odessa. Drei Gespenster Eine Zeitfrage. Odessa 1879. Zum besten der Talmud-Thora. In beredten Worten führt uns der Autor die 3 Gesjyenster, derentwegen man angeblich die russischen Juden verfolgt, vor, und zeigt die Hohlheit und Nichtigheit dieser falschen Beschuldigungen in Betreff des Schlachtens von Christenkindern zum Osterfeste, der Vereinigung (Kahal) zu politischen Zwecken und der Exploitation d. h. der Ausbeutung der Christen durch Juden. Wer wie der Autor dieser Schrift Jahre lang in Russland lebt und Gelegenheit hat, sämtliche Schichten der

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