Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 13 (1.7.1882)
- Date
- 1882-07-01
- Page
- Seite 155 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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\ DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. 155 i Bevölkerung kennen zu lernen und zu prüfen, ist wol vor vielen berufen, ein Wort in dieser ernsten Angelegenheit mitzusprechen. Möge diese Schrift von jedem, der für das Judenthum noch ein fühlend Herz hat, gelesen werden. l>r. M. Kayserling Rabbiner. Die Blutbeschuldigung von Tisza- Eszlar, beleuchtet. Preis 20 Kreutzer. Budapest. Selbstverlag des Verfassers. 16 Seiten. Dr. Kayserling führt in gewohnter gründlicher Weise aus, dass die Blutbeschuldigung gänzb'ch grundlos ist; am besten hat wol Schleiden geschrieben „Die Sache ist bei dem ganzen blutscheuen Geist des jüdischen Gesetzes ausserordentlich absurd, dass eine Widerlegung völlig unnütz ist." Liebe wie Hass sind in gleicher Weise blind und lassen sich nicht überzeugen. Jede Vertheidigung ist doch nur für unsere Feinde berechnet; denn aufrichtige, vorurtheilsfreie Menschen wissen schon lange, dass wenn auch ein einzelner Jud'i diese Unthat begangen haben soll, sie dem Judenthum, der Religion, des Jndenthums, weder dem orthodoxen, noch dem neologen, zugeschrieben werden darf. Nur <u wahr sind die Worte des ungarischen Dichters Josef Kiss, die in derMontagnummer der PesterLoyd (26 Juni 1882) veröffentlicht Wurden. Du wehrst dich—willst du reizen noch? Du duldest still—ha feiger Wicht! Du klagst—bist so empfindlich noch! Du seufzest, schämst du dich denn nicht? Nur ein Gesetz für Hirn und Herz Gilt allen gleich in Freud und Schmerz, Natur last keine Ausnahm' zu, Nur eine, eine: Die bist du. Bemerken wollen wir noch zum Schluse, dass die Nummer 21 des Hamelitz in einem Briefe an Dr. M. Kayserling mittheilt, dass Universitaetsprofessor Dr. David Chwolson die ganze Geschichte der unsinnigen Blutbeschuldiguug geschrieben und den streng wissenschaftlichen Nachweis erbracht hat, dass diese Beschuldigung jedweder Begründung entbehrt! Treffend bemerkt Hamelitz da. selbst, dass trotz der die Menscheit schändenden russischen Judenverfolgungen niemand die Blutheschiddignng als (Zrund der Verfolgung angeführt; Beweis genug, dass der Fall in Kutai's im Jahre 1878 hinlänglich das unwahre dieser schändlichen Lüge gezeigt hat. Jacob Qriinwald Religionslehrer am k. k. Real Obergymnasium zu Ung. Hradisch. Der Denkstein, Rede gehalten bei Einsetzung des Grabsteinesdes Heren Joachim Fried. 1882. Verlag des Jüdischen Centralblattes. Preis 10 Kreutzer. Diese Rede zeichnet sich durch tiefgefühlte Worte, die dem Begründer und Vorsteher der jüd. Cultusgemeinde Ung. Hradisch (Mähren) gelten, aus. Der Name des Verewigsten ist Joachim Fried; rührend Und ergreifend ist die Anwendung der Stelle „Wen hast du hier, Was hast du hier, dass du eine Grabstätte hier suchst." Der Name Fried gab Veranlasung zu den Worten '^^1 *TW jl^^ ■p av^ntf x: mma Die Rede hat aut alle Zuhörer mächtig gewirkt, und das ist wol das beste, was man von einer Rede sagen kann. Edm. Lichtenstein Anageton Den Ma nen AuerbacFs.unterMitwirkung der hervorragendsten Schriftsteller,;/.' G-unsten der russischen Juden. Leipzig 1882. Verlag von Rudolf Hartmann. Preis 1 Mark 25 Pfennig. Die Namen Bodenstedt, Dahn, Ebers, Frankl. Kinkel, Lazarus, Ring, Rosegger, Spielhagen, Ziel, Zolling sind Bürgschaft genug, dass wir in dieser den Manen B. Auerbach's gewidmeten Schrift nur vorzügliches, Geist und Gemüth erhebendes und veredelndes, finden werden; und so können wir diese Schrift um so wärmer empfeben, als der Preis des Buches, das auf keinem Salontische fehlen sollte, ein ausserordentlich billiger ist. Auch die Ausstattung ist eine schöne. Dr. Samuel Grün Rabbiner. „Dem Sohne des Regenten "Festpredigt zur Feier des Vermählungstages Sr. Kaiserl. Hoheit des Kronprinzen Rudolf und Ihrer Kgl. Hoheit Prinzessin Stefanie am 10. Mai 1881 im isr. Bethause zu Znaim. Selbstverlag des Verfassers. Es ist eine warmgefühlte, von wahrem Patriotismus durchtränkte Rede, deren Motto der Psalmvers 11 des Cap. 85 biluet: Wo Liebe sich mit Treue paaren, da Fried und Glück sich rasch auch schaaren" meisterhaft durchgeführt wird. Den Schluss der feierlichen und erhebenden Rede bildet ein Gebet, das vor geöffneter ßundeslade gesprochen wurde, das den feinen ästhetischen Geschmack des Redners bekundet; es sind nämlich Bibelstellen mosaikartig zu einem harmonischen Ganzen vereint worden; wir gratuliren unserem lieben Freunde zu dieser gelungenen oratorischen Leistung. ^M<oftio(/ra^>/i/e^.D.^M22:a«o'*.AusdemItalienischeninsDeutsche übertragen von Dr. M. G-rünwaldmit Anmerkungen von Dr. IsajaLuzzatto, Rev. S. Morais und Dr. M. Grünwald. Druck von J. Fleischmann Belovar, 121 Seiten 8°. I. Band. Luzzatto hat sich ausser seinen unsterblichen Schriften in seiner Autobiographie, wovon nur ein kleiner Theil — über die Ahnen Luzzatto's — im Busch's Jahrbuch in deutscher Sprache veröffentlicht wurde, verewigt. Bei ihm ist das Dichterwort: „SeiMann imLeben, Kind in der Natur" zur Wahrheit geworden. Die Leetüre und das Übersetzen dieser Schrift war für den Referenten, der gleichzeitig der Übersetzer ist, ein Gemäss. Wir hielten es für unsere Pflicht unseren Lesern die Ausdauer, uneigennützige und antike Charakterstärke Luzzatto's gegenüber so mancher Fygmäengröss'e wnserer Zeit vorzuführen. Möge die Leetüre dieses Buches das sittliche Gefühl bei der Jugend fördern helfen, so wird der Übersetzer sich hinlänglich belohnt sehen. Pietro Perreau Intoruo alle esposizioni mistiche in lingua ebreorabbinica del R. Nathan ben Abigdor. Relazione. Padova 18*0. Idem. Intorno agli atti del IV. congresso internazionale degli orientalisti tenuto in Firenze nel settembre 1878 vol. I. Relazione Corfu 1881. Idem. La cantica di Salomone ed i commentatori israeliti nel medio evo. Relazione Corfu. Tipografia di Cs. Nacamulli editore. Sämtliche hier angeführte Arbeiten des liebenswürdigen Bibliothekars von Parma sind Separatabzüge aus der bekannten Zeitschrift Mose, die unter der trefflichen Redaction unseres ehrwürdigen Collegen, des Oberrabbiners G. E. Levi in Corfü steht. Inder ersten von uns angeführten Schrift werden wir in der Mystizismus des Mittelalters eingeführt. Perreau selbst schrieb an den Redactur des Mose bei Einsendung dieser Arbeit folgendes: „Ii codice, che descrive e rarissimo, inedito e non ancor dichiarato da nessuno. L'argomento mistico e interessante assai ed io ho adoperato la massima cura di penetrare la mente dell' autore, colla maggior chiarezza possibile e fedeltä. Qesto mio lavoro interess;i