Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 9 (1.5.1882)
- Date
- 1882-05-01
- Page
- Seite 105 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/9620166-9626018-9625247--105-9625256- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. 105 dass mehrere ihrer Freunde ihnen das Geleit bis nach Jerusalem gaben. Doch sollten die frommen Wallfahrer nicht ohne Widerwärtigkeit das Ziel ihrer Wanderung erreichen. Auf dem Wege nach der heiligen Stadt waren sie von einer räuberischen Karawane bedroht und ihr Leben schwebte in Gefahr. Sollte die fromme Familie hier ihren Untergang, sollte Moses Maimuni hier, in der traurigen Wüste, ein frühzeitiges Grab finden? Der Gott seiner Väter, der ihn auf geheimnisvollen Wegen einer grossen Bestimmung entgegenführte, rettete ihn auch aus dieser Noth. Die Reisenden kamen endlich in Jerusalem glücklich an. Nach einem Aufenthalte von drei Tagen in der einstigen Hauptstadt des jüdischen Reiches begaben sich die Fainilienglieder frohen Muthes und erleichterten Herzens nach Hebron, wo sich die von den Bekennern dreier Konfessionen gleich verehrte Grabesstätte der Patriarchen befindet. Hier betrat Maimuni entblössten Fusses, ohne Speise und Trank zu sich zu nehmen, die düstere Höhle, welche die irdischen Überreste der Stammväter Israel s in sich bringt, und seine ganze Seele ging auf in Anbetung und Verehrung dessen, dem er sein Leben und Streben gewidmet hatte. Wohl würde die Familie Maimun nicht daran gedacht haben, den heiligen Boden Palästina s zu verlassen, wenn sie hier auch nur einen kümmerlichen Lebensunterhalt sich hatte verschaffen können. War doch ihr höchster Wunsch, nach den überstandenen Leiden und Religionsverfolgungen wieder einmal ganz nach ihrem Sinne Gott und seinen Satzungen zu leben. Allein durch wiederholte Kringszüge war oas einst so gesegnete Land verwüstet und verödet, die Bevölkerung in Armuth und in Nvth gerathen, so dass sich da für eine fremde Familie nicht leicht auf die Dauer ein Nahrungszweig finden lies. Der alte Maimun, der seine edle Seele auf hailiger Stätte aushauchen wollte, blieb in Palästina; seine beiden Söhne mit ihrer Schwester setzen ihre Wanderung fort und begaben sich nach Egypten. In diesem Lande erfreuten sich damals die Juden unter der Herrschaft des fatimidischen Kalifats einer ziemlich günstigen Stellung und waren sogar zu einem gewissen Grade von Wohlhabenheit gelangt. Alexandrien, wo etwa drei Tausend jüdische Familien wohnten, bildete die grösste Gemeinde des Landes. In dieser Stadt soll sich anfangs Moses Maimuni mit seinem Bruder und seiner Schwester niedergelassen haben. Bald darauf nahmen sie jedoch ihren bleibenden Wohnsitz in Fostatz in der Nähe von Kairo, welche Stadt, wiewohl kleiner als Alexandrien, doch die tonangebende Gemeinde der egyptisehen Juden war. Schon wenige nach ihrer Ankunft in Egypten wurden die Familienglieder von einem herben Schicksalsschlage betroffen. Ihr Vater, der alte Maimun, starb im heiligen Lande (Anfang 1166). Desto inniger und liebevoller schlössen sich nun die beiden Brüder an einander und suchten durch eine vereinte Tätigkeit das zu gewinnen, was sie schon lange vergebens erstrebten: eine sichere Lebensexistenz. Sie betieben gemeischaftlich eine Juwelenhandel. Der Jüngere, Dawid, leitete mit sehr günsigem Erfolg die Geschäfte, so dass er bald grosse Geschäftsreisen sogar bis nach Iedien unternahm; Moses gab sich ungehindert dem Studium der Wissenschaften hin. Während jener irdische Schätze erwarb, sammelte dieser unvergängliche Güter des Geistes. — Doch nicht lange sollte Maimonides eines ruhigen Lebens sich erfreuen. Fortsetzung folgt Das Altfranzösische bei Raschi. (Fortsetzung) 25. Zu DTfin 13'; TSE? Spinae ganz die lat. form - nfz. epines „Dornen." 26. Zu ^nt?*Tlft 1320 wird durcü pW wiedergegeben — soc. Aach diess Wort ist eine Bereicherimg des französichen Sprachschatzes aus dem 11. Jhrt. da nämlich im span. und portug. socar im Sinne von stampfen, den Boden aufwühlen, sich vorfindet, so ist das Wort ein vollberechtigt romanisches, und weil von Raschi gebraucht ein französisches; es kommt allerdings bei Burguy s. v. soc partie d'une charrue vor. 27. Zu IIIS 1320 KHlfiblp — cultra — nfz. couteau Messer. 28. Zu Ift'-Hp 1320 HUIPD — basgoud. Auch dieses Wort fand sich bisher nicht im Altfränkischen. Hingegen finden wir das Wort bei Rabelais in seinem Hauptwerke Gargantua und Pantagruel in der Form bascaude in der Bedeutung Harke, Axt; (J) fehlt bei Burguy, 29. Zu HT^SH 1321 stent KE'b — lima ~ nfz. lime Feile. 30. Zu ]Wbp 1321 steüt KpHB — iurca — nfz. fourche grosse Gabel. (1) Oeuvres de Rabelais par Louis Barr?. Paris Garnier freres, s. v. bascaude p. 543.