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Das jüdische Centralblatt · 1882-05-01 · 9 (1.5.1882) · p. Seite 106

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Journal
Das jüdische Centralblatt
Volume
1 (1882)
Issue
9 (1.5.1882)
Date
1882-05-01
Page
Seite 106 (sequence 10)
Language
German
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106 DAS JÜDISCHE CENTBALBLATT. ^liöceffen. '*ft*{T a m^^rfl. f smon rvaa wnn no / i?f) fn:j.";i. .i.i :T<>h'-r.-:35- ' ■ ::u Fo« £ic Z>r. .4«//. Wünsche. Dieie Redensart steht im Talmud Chagiga fol. 3 a in folgendem Zusammenhang. R. Jochanan ben Beruka und R. Eleasar (ben) Chisma gingen den R. Joaua in Pekiim zu besuchen. Er fragte sie: Was gab es beute Neues im Lehrhause. Sie sprachen: Wir sind deine Schüler und trinken von deinem Wasser. Er versetzte: Dennoch kann es nichts anderes als Neues im Lehrhause geben. Wer hatte den Sabbathvortrag? R. Elensar ben Azarja, war ihre Antwort Und worüber war die Haggada (der Vortrag)? Ueber den Abschnittt Deut. SJJ, 12: „Versammele das Volk", u. s w. Und was hat er darüber vorgetragen V Es heisst: Versammle das Volk die Männer und die Weiber und Kinder.'' Die Männer kommen, um ku lernen, die Weiber, um zu hören, wozu aber die Kinder? Um diejenigen zu belohnen, welche sie dahin führen. Das war eine kostbare Perle, versetzte der Rabbi und ihr habt mich darum bringen wollen. Dann trug er noch vor über Deut. 26, 17 18: Du hast den Ewigen heute sagen lasseD, dass er will dein Gott sein und der Ewige hat auch dir heute sagen lassen dass du sollst, sein eigentümliches Volk sein". Gott spricht nämlich (in diesen Versen) zu den Israeliten: Ihr habt mir in der Welt eine Auszeichnung zu Theil werden lassen, dafür lasse ich euch eine Auszeichnung zu Theil werden. Ihr habt mir eine Auszeichnung in der Welt zu Theil werden lassen, wie es heisst: Deut. 6 4: „Höre, Israel! der Ewige, unser Gott, ist der Ewige allein" und ich lasse euch eine Auszeichnung zu Theil werden wie es heis3t 1 Chron. 17, 21: „Und wo ist, wie dein Volk Israel, ein Volk auf Erden". Auch begann er vorzutragen über Koh. 12, 11: „Die Worte der Weisen sind wie Stachel und wie eingesenkte Nägel, die Inhaber der Versammlungen gegeben von einem Hirten." Warum werden die Worte der Thora mit dem Stachel verglichen? Um dir zu sagen: Sowie man die Kuh nach den Furchen richtet, um Leben für die Welt, hervorzubringen, ebenso richten die Worte der Thora ihre Pfleger (eig. ihre Lernenden) von den Wegen des Todes auf die Wege des Lebens. Nun könnte man denken, dass wie dieser Stachel beweglich ist, auch die Worte der Thora beweglich sein? Darum wird noch hinzugefügt: wie Nägel. Nun könnte man glauben: Wie an diesem Nagel nichts fehlt und nichts überflüssig ist, so fehlt auch au den Werten der Thora nichts und es ist nichts an ihnen überflüssig? Darum wird hinzugefügt: sie sind eingesenkt, wie diese Pflanze wachst und sich vermehrt, so wachsen und vermehren sich auch die Worte des Gesetzes. „Die Inhaber der Versammlungend. s. die Gelehrten, welche in Gruppen dasitzen und sich mit der Thora beschäftigen; die einen sprechen unrein, die andere rein, die einen verbieten, die andere erlauben, die einen gestatten nicht, die andere gestatten. Vielleicht könnte nun ein Mensch sagen: Wie kann ich die Thora lernen? Darum wird hinzugefügt: „gegeben von einem Hirten" der ein und derselbe Gott hat sie gegeben, ein Verweser hat sie gesagt aus dem Munde de^ Herrn aller Werke, wie es heisst Ex. 20 1: „da redete Gott alle diese Worte;" darum halte deine Ohren hin > einem Trichter gleich und erwirb dir ein vollständiges Herz, um die Worte derer zu hören, die da reine und unrein sprecheu, verbieten und erlauben, nicht gestatten und gestatten. Feiner sprach er zu ihnen: Das Geschlecht, in dessen Mitte ein R. Eleasar ben Asarja lebt, ist nicht verwaist. ECENSIONEN. Delitzsch Franz, Rohling'» Talmudjude beleuchtet, Siebente durch Beleuchtung der Gegenschrift Rohling'» erweiterte Ausgabe. Leipzig, Dörffling und Franke 1881. Wenn wir in Nr. 8 unserer Zeitschrift gezwungen waren es schmerzlich hervorzuheben, dass neben Delitzschs Meisterschaft auf dem Gebiete jüdischer Literatur sich der Drang des Proselytenmachers bei ihm vorgedrängt, so anerkennen wir um so freudiger und herzlicher die wolthätigeWirkung derSchrift, dieRohling'sTalmudjuden sine ira et studio einer Prüfung unterzieht. Wenn irgend jemand der christlichen Gelehrten berufen, zu ist es ohne Zweifel Prof.Delitzsck der Mann die Lügen, die man über den Talmud verbreitet, zu vernichten. Delitzschs Auftreten mit dieser Schrift ist nicht nur eine wissenschaftliche Leistung, sie ist weit mehr als diess, sie ist eine edle That. Und so danken wir Prof. Delitzsch nicht nur im Name-n dec unterdrückten Glaubensgenossen, sondern aller Unterdrückten, denn das war Lessing's Parole: Gegen den alle sind, für den bin ich; und zu Lessing zurückkehren, heisst ja bekanntlich fortschreiten. Faul de Lagarde Mittheilungen über Giordano Bruno. Faul de Lagarde Lexicalisches. Nachrichten von der Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften und der Georg August-Universitaet zu Göttingen Nr. 7. 31. März 1882. Jeder Aufsatz eines so aussergewöhnlich begabten Mannes wie Lagarde es ist, ist anregend und belehrend und so ist man ihm wahrlich zu lebhaften Dank verpflichtet, wenn er dem zu wenig beachteten Aufmerksamkeit verschafft. Ein solches ist durch die Mittheilung eines interessanten Aufsatzes des Prof. Fiorentino über Giordano Bruno's Abstammung bezweckt und auch erreicht worden. Das Lexicalische zeigt uns wiederum den gründlichen Kenner nicht nur der orientalischen, sondern auch der romanischen Sprachen. Die Etymologie Aralez, Maisin und Ohagtin scheinen unzweifelhaft richtig, zur Etymologie über Massora sind wir, so unbescheiden diess auch ist, gezwungen auf untere Arbeit zur Geschichte der Massora (Hilgenfeld, Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie 1881) zu verweisen. Wir haben es wahrscheinlich zu machen gesucht, dass das Wort Massora nicht althebräischen, sondern aramäischen Ursprunges ist, da ja fast alle die Massora betreffenden termini technici ärähiäikche sind: Die Etymologie von ^X^otti3t nicht nur s'chöri, sondern auch wahr, und das Ist mehr ah schön. Israel Singer, Religionslehrer in S. A. Ujhely, Erziehungslehre für Israeliten. Preis 75 kr. Selbstverlag des Verfassers. Das von uns bereits in Nr. 2 unserer Zeitschrift angezeigte Buch ist nunmehr in eleganter Ausstattung erschienen uud ergreifen wir freudig diese Gelegenheit, um dem Autor unseren Dank für die Gabe, die er der Erziehungsliteratur gebracht, auszudrücken. Mögt dieses Buch, das ganz dazu geeignet ist, ein Familienbuch zu werden, in keinem jüdischen Hause fehlen. ' i

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