Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 8 (15.4.1882)
- Date
- 1882-04-15
- Page
- Seite 94 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/9620166-9626018-9625234--093-9625244- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
94 DAS JUDISCHE CENTRAL BLATT. Aus einem Briefe von Leopold Dukes, (i) (Als ich ihm meine Arbeit über das jüdisch-de als die übersandte.) Meinen besten Dank für Ihre interessante Abhandlung. Das Müuiekeln ist eigentlich ein Stück aus dem babilonrschen Thurm. Alle Sprachen, haben genau genommen, solche Taschenausgaben dieses berühmten Thurms als Andenken an demselben erhalten. Die Etymologie innerhalb und ausserhalb derGränzen der Vernunft hat dadurch Beschäftigung erhalten. Es gibt viele Dinge, deren Notwendigkeit man nicht einsieht, welche aber doch existiren. Zu diesen Dingen gehört auch das Mauscheln. Verschiedene Ursachen haben die Geburt desselben veranlasst, dieselben haben diese auch erhalten. Manche dieser Ursachen sind verschwunden, so schwindet auch allmählig das Mauscheln. Die Leser Ihrer Abhandlung (ich auch mitgerechnet) dürfen erwarten, dass Sie etwas Nahelegendes auf diesem Gebiete mittheilen werden. (2) Wien 17. Jäner IST7. L. Dukes j^EC ENS IONEN. Index raisonne des livres de correspondance de feu Samuel Ii. i l Lvzaalto de Trieste, precede d'un avant - propos et suivi d'un essai de pensdes et jugements tires de ses lettres inedites. Padoue imprimerie editrice et brevetee de F. Sacchetto. 1873. Edition de 300 Exemplaires; pnblie par le d&cteur Tiaie Luzzatto, Xot.nl.re al'adoe. Dass ein mit so hingebender Liebe bearbeiteter Index der Correspondenz S. D. Luzzatto's s. A. wie sie nur einstreuer Sohn wie unser Freund Dr. J. Luzzatto ist, nicht nur der Gelehrtenwelt von ausserordentlichem Nutzen, sondern auch zur Veredlung des Charakters beiträgt, ist klar; über den Wert dieser Correspondenz aber beruhigt uns der Satz Geiger's, den er in seinen Nachrufe dem grossen S. D. Luzzatto widmet: Bei Luzzatto war alles Leben, mit dem innersten eigenen Streben verknüpft, und alle Gelehrsamkeit von ihm Herzeussache. Wie er daher mit unendlicher Liebenswürdigkeit spendete, liebenden Antheil nahm an allen gleichartigen Strebungen Anderer und mit seinen Schätzen bereitwilligst sie förderte; so war sein gelehrter Briefwechsel immer lebendig anregend, discutirend, mit anerkennder Liebe, mit strengem sittlich erregtem Tadel. Er lebte nicht bl.iss in Keinen Studien, nie waren auch in ihm lebendig, nie waren »in Stück seines Wesem. Bezeichnend für die Aufrichtigkeit und Unerschrockenheit S. D. Luzzatto's ist eine Äusserung über Mendelssohn die uns ar. die Auseinandersetzungen Peter Smolensky's, im Haschachar erinnerte. Luzzatto sagt nämlich in einem Briefe an Mortara (1) Dieser hochverdiente Literaturhistoriker wird mit Unrecht von den gegenwärtigen Zeitschriften über jüdische Literatur ferngehalten. Jedes Gespräch mit Dukes bietet eine Fülle von Belehrung und Aureuug, vielmehr noch jede schriftliche Mittheilung. (2) Wir haben seither diese Abhandlung bedeutend erweitert und auch Beitäge von andern Männern der Wissenschaft erhalten, die wir von der nächsten Nummer an, so Gott will, ver öffentlichen werden. in Mautua: La trouve-til peut-etre dans Mendelssohn par lequel on ua'pprit que le desir de faire bonne mine aux ehretiens. Ce desir est la ruine du Judaisme, et de la moralite. L'honnete hoinme cherche k paraitre hon visä-vis de sa conscience. Quiconque a le but de paraitre avec les hommes ne cherche qu'a tromper. Doch da. so Gott will, die Correspondenz Luzzatto's im Kürze von E, Graeber veröffentlicht werden wird, wollen wir uns ein näheres Eingehen auf diese Briefe bis dahin vorbehalten. Samuel David Luzzatto Calendario Ebraieo per venti seooli esteso con nvoeo metodo. Padova 1849. coi dpi di Bianchi al Sa?ito. Die Vorzüglichkeit dies er Schrift ist algemein anerkannt, ingleichen die der folgenden die entgiltig b&wks, dass der Zohar in seiner jetzigen Gestalt unmöglich von Rabbi Simeon ben JocAai herrühren könne. S. I). Luzzatto Dialogues nur la Kabbale et le Zohar et svr l'antirjiite <!• la ponr*)iation et de Iac6&ntuiaflon dans la langae hebraiqite, (dorice 1$.~>2. Immanuel Low Dr. Oberrabbiner Szegedin Aramäische Pflanzennamen. Leipzig. W. Eugelmann 1881. Mit Unterstützung der k. Akademie der Wissenschaften in Wien. Zu ist M. Lattes, Nuovo saggio p. 10 zu vergleichen, Zu p. 131 zum Wegfall des »» in 'JJJI"^ eme interessante Parallele der Name Stadt, Smgrna die schon im 17. Jhrt. bei den spanischen Juden Azmir geschrieben wird. Vgl. über diesen Wegfall des finale n. unsere Arbeit: Ueber das Jüdisch-spanische p. 7. Von grossem Interesse in linguistischer Hinsicht als auch zur Naturgeschichte des Judenhasses — ist die von Plinius angeführte Stelle betreff derDattelart vrjoaic:, die den Namen Jude entstammen soll. Low halt diese Etymologie für ein geistreiches Apercu, die Entscheidung ob diese Ansicht die richtige, müssen wir dahingestellt sein lassen; aber lingnistisch steht fortan fest, dass das (cÄ) mit dem / lautlich verwandt war. Eine reichliche Ausbeute ist auch für die romanische Dialektologie, die wir, so Gott will, in unserem Werke: Zur remunittehen Dialektologie, vollständig anführen werden. Zum Schlüsse wollen wir auch hoch hervorheben, dass dieses vorzüglich", Bach nicht nur für den Talmudbeflissenen, sondern für jeden, dein es um die richtige Uebersetzung der Bibel zu thun ist, geradezu unentbehrlic hist. Franz Delitzsch Christenthum und jüdische Fresse. Selbsterlebtes Erlangen. Verlag von Andreas Deichert 1882. Freis 80 Pfenige. Wer wie Schreiber dieser Zeilen von den .Universitaetjahren her Proff. Franz Delitsch kennt wird wahrlich nicht überrascht sein, diese Schrift nunmehr veröffentlicht zu sehen. Denn diese Schrift bietet, wie es von einem mit Recht anerkanntem Manne zu erwarten war, mehr als sie verspricht. — Denn nicht nur werden die Schäden der jüdischen Journalistik dargelegt, sondern auch di* Vorzüge des Christenthum's im rechte Licht gesetzt Es ist natürlich, dass ein treuer Anhänger des Judenthums, gehöre er nun welcher Richtung immer an, kein Verehrer des Christenthums sein kann. Man verstehe mich recht ich glaube, dass er als Jade geboren and erzogen, dem Judenthume vor dem Christenthums den Vorzug gibt. Diess sage ich, ist natürlich, weil in der menschlichen Natur begründet und auch pathologisch leicht erklärt. Nur das was wir mit der Muttermilch eingesogen, das bildet den innersten Kern unseres Seins. Dass das Bewusstsein für den Juden aber dass die jüdische Religion die höchste sei, durchaus selbst dietrjuesten Anhänger dieser Religion, selbst einen Jehndä lio.leei, nicht hinderte den Nützen des Christenthums, die Veredlung die auf die Menschheit geübt and noch übt (l) rührend hervorzuheben, zeigt, dass wahrhaft Und diess zu wiederholten malen in seinem religiousphilosophischen Werke ffvsari.