Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 8 (15.4.1882)
- Date
- 1882-04-15
- Page
- Seite 95 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. grosse Männer innerhalb des Judenthums der Christlichen Religion I Gerechtigkeit widerfahren Hessen. Der Verfasser verwahrt sich allerdings über die gesamte jüdische Presse den Stab zu brechen, aber | wir glauben, die Schrift wäre bessern ngedrucki. geblieben und hätte noch immer Zeit gehabt, dss Licht der Welt zu erblicken | Des liebenden Schläge sind nur dann treugemeint — wenn man v/V nicht aller Welt kuptd Um f.- sie der Öffentlichkeit mittheilen, heisst seine Freundschaft in das Gegentheil umkehren. Es ist mir unerklärlich, wie sonst vorurtheüsfreie Männer gerade über das Judenthum von ihrem Einblicke in die Natur der menschlichen Seele keinen Gebrauch machen wollen. Ist es nicht einen anerkann te durch die Erfahrung bestätigte Wahrheit dass die Gegensätze sich berühren, und dass ein Extrem nur durch das andere geheilt werden kann. Die gedrückten Juden, die bis 1848 und noch weiter wie Parias in Europa behandelt wurden, und noch lange nicht die volle Freiheit, wol aber einige Freiheiten erhielten, konnten es kaum glauben, dass sie ungestört diese Luft athmen und denselben Berufspflichten leben dürften, wie die anderen Statsbürger und da mussten sie sich wol als Wesen höherer Art betrachten und übermüthig werden. Delitzsch ein Meister der historisch-kritischen Methode, hätte wol wissen können und sollen que tout comprendre ciest tout pzardonner. Doch um auf die jüdische Presse zurückzukommen fragen wir, wo sind die bedeutendsten jüdischen Organe vergebens lasen wir Delitzsch jüngste Schrift vom Anfänge bis zum Ende, aber vom G-raetz Monatschrift. BerUner!s Magazin, Steinshsneider's Hamaskir, der Pariser Revue des Etudes juives, der americanischen Review auch keine Erwähnung. Noch mehr überraschen diese Ausfälle gegen die jüdische Presse, wenn Delitzsch selbst sagt (Seite QJ Nicht vom Judenthum sondern von dem von sieh selber abgefallenen Christenthum ist jener Zeitgeist ematnirt, welchen orösstmtheils unsere Tagespresse beseelt. Das alte, Delitzsch' gewiss nicht unbekannte Wort: Wie es sicli christelt, so jüdelt es sich, hätte wol genügt, diese Schrift nicht zu veröffentlichen. Bemerken wollen wir noch zum Schlüsse, dass »-ol schon ein Verjsudh gemacht, wurde ein vollständiges Verzeichniss der gesamten (j(gena-ärti<pu jüdischen Presse zu geben u. z. findet er sich in Ch. D. Lippe* Bibliographischem Lexicon Seite 662'—671. RELIGIÖSE GEDICHTE (1). Das Gottvertrauen, Von Dr. M. Grünwald. Nichts fürchte ich, so Gott mit mir, Nichts, wenn Feinde noch so dräuen. Nichts von des Neiders Gier, Nichts ist, das ich möchte scheuen, So Gott mit mir. Des Hassers mächtiges Toben Ist in den Wind ze stoben, Des Neiders grimmer Hass Wird vernichtet bass, So Gott mit mir. (1) Der Mangel eines religiösen Erbaungsbuches besonders für die weibliche Jugend in liess in mir den Wunsch entstehen, ein solches zu versuchen und bitten wir jeden Collegen, der etwage Gebete in leicht fassliche Verse gebrach, uns dieselben zusenden 2ii wollen. Redactjon. Der Elemente blindes Wüthen Wandelt sich in rosige Blüthen; Selbst des Alters Zahn Hat mir nie was an, So Gott mit mir. Der reissenden Thiere gierige Lust Erregt nicht Schrecken in der Brust, Der Schlangen gleissend Gift Mich nie und nimmer trifft, So Gott mit mir. hi der Wüste dürrem Brand Fest und sicher halt ich Stand, in des kalten Nordens Zone Fühl' ich auch geheime Wonne So Gott mit mir. Mitten auf dem Meer, das tobend, Singt meine Seele Gott, ihn lobend. Und es wandelt Trauer sich in Freud Aller Schmerz er schwindet, alles Leid, So Gott mit mir. Selbst von Todesnacht umfangen, Blick ich fröhlich ohne Bangen, Wie könnt auch zagen ich Und betrüben mich, So Gott mit mir. BriefKasten der Redaciion. All' egregio siguor Dottore J. Luzzatto. Vive grazie pel Judex raisonne e prego la fotogsaßa del fu illustrissimo signor vostro padre. Je vous remercierai de l'envoi des deux dizionarii, et je me Charge de faire un appendice nouveau. Envoyez-moi les poesies inedites de ^H^™! Je 'es publierai dans mon Centralblatt. A la fin de V antobiographie je publierai toutes Vos notes, que j'oviets a present. Le travail sur Luigi Pasquali sera aeeepte par moi de bon coeur. Je ne possede pas le travail de Mr. Isaacs, mais je conuais le titre; si Vous l'avez envoyez le moi. Merci pour l'argent. Dr. A. Harkavy Bibliothekar Petersburg. Wird nach Wunsch erfüllt werden. — Herrn Simon Bock Podoli. Danke für den lieben Brief. Gratulire herzlichst; sind doch nach den Worten der hl. Schrift: Enkel die Krone der Greise. — H. Ig. Münz Kempen. Wird nach Wunsch corrigat. Die Anmerkung des würdigen Herrn Halberstamm wird gedruckt. Bitte 8 fi. für den 1. Bogen des Separatabdruckes, der soeben beendet wurde. Derselbe folgt per Kreutzband. — Ehrw. Rabb. Erankl-Grün. Gratulire zum Töchterlein und zum Belobungsschreiben von der hohen k. k. Statthaltern. Sandte die gewünschten 2 Nummern. Bitte Sie den Aufsatz über eine Rabbiuervereinigung, die ich vom Herzen wünsche, zu schreiben. Er soll sofort gedruckt werden. Leser meiner Zeitschrift hinlänglich, aber Bezahlung unregelmässig, oder gar nicht. — H. Lic. Dr. Wünsche; Danke herzlichst für die 15. Lieferung habe aber leider den Anfang von Schemot rabba bis heute nicht erhalten; bitte_ um denselben. Sehe mit Ungeduld der versprochenen resiktha-Übersetzung entgegen. — Schluss der Redaction am 12. April.