Das jüdische Centralblatt
- Journal
- Das jüdische Centralblatt
- Volume
- 1 (1882)
- Issue
- 8 (15.4.1882)
- Date
- 1882-04-15
- Page
- Seite 93 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashi 4× ep/1002670
- Isaiah 2× ep/1005097
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DAS JÜDISCHE CENTRALBLATT. 93 13 und 414 Vajjikra rabba Parascha 11, Bammidbar raba Parascha 20, Tanchuma Parascha Beschallah, Masgora (*) (Beginn des Buches Bammidbar und in den Psalmen Cap. 106) Aruch fs. v. ""Q^ a) Meor Enajim (III.Theil Abschnitt 19)Minhat Schaj (Secharija 218) Meine Ansicht war von jeher, dass einzelne Männer diese Tikkunim Torgenommen, so R.Simon (in Ber. und Schemot rabba 11) R. Josua (Schemot rabba Parascha 13) denn wären sie überliefert gewesen, fände man irgend welche Erwähnung in den beiden Talmuden, und der babil. Talmud hätte sie doch bei den Mikro soferim, Ittur soferim Nedarim 37 b erwähnen müssen. Auch Tbn Esra sagt, dass die Tikkune Soferim von Emseinen herrühren. Im 2. Hefte des II. Jahrganges der Monatschrift Hakkarmel warf ich die Frage auf: Welcher Grund liegt vor, um bei folgenden Stellen einen Tikkun (eine Verbesserung) vornehmen zu müssen ■**"'^"IIQ rrbvb ,vwa . bw\ es dphö Jetzt frage ich weiter: 1) rpt£Tll ""^hOTZT Warum änderte man in dem Buche des Profeten Samuel I. Cap. 3. Vers 13 das Wort *\b in QH^ und wenn das Lästern des göttlichen Namens eine solche Sünde ist, warum änderte man nicht im III Buch Mosis Cap. 24 Vers 11 die Stelle, wo es ausdrücklich heisst, dass der Sohn der israelitischen Frau den göttlichen Namen gelästert. 2) Finden sich eine Menge Lästerungen gegen die Heiligkeit und Allmacht Gottes, so Jesaja Cap. 35, Vers 20 in der Stelle: Wer ist unter all den Göttern dieser Länder, die ihr Land gerettet von meiner Hand, dass der Ewige Jerusalem retten sollte von meiner Hand, ferner Jecheskel Cap. 8, Vers 12 in der Stelle: Gott sieht uns nicht Maleachi Cap. 1, Vers 7: Der Tisch Gottes ist verächtlich worden, ibid. und Cap. 2 Vers 17: Juden Ihr sprechet: Jeder, der böses thut, ist gut in den Augen des Ewigen und an ihnen hat er Gefallen, oder wo ist der Gott des Gerichtes, ferner Cap. 3, Vers 14: Ihr habt gesprochen: Umsonst ist es Gotf zu dienen, und welcher Gewinn, dass wir beobachten «eine Vorschrift, und dass wir zerknirscht einhergingen vor dem Ewigen der Herrschaaren, Psalmen Cap. 73, Vers 11. Wie so weiss Gott, und wie so erforscht es der Höchste, ibid. Cap. 78, Vers 19: Vermag Gott Speise in der Wüste zu bereiten ibid. Cap. 94, Vers 7: Gott sieht es nicht und der Hort Jakob's merkt nicht darauf, Jjob Cap. 21, Vers 14 und 18: Weiche von uns, und wir wollen deine Wege nicht erkennen, was ist Schaddai, dass wir ihn verehren, und was frommt es uns, ihn anzubeten. Und nicht nur Lästerworte, sondern schändliche Handlungen werden in den heiligen Schrift angeführt, so Jescheskel Cap. 8, Vers 16: Ihr Rücken ist gegen den Tempel des Ewigen und ihr Gesicht gegen Osten, und sie beteten nach Osten hin die Sonne an. Warum hielt man all diese Stellen nicht für anstössig, während die Stelle im Buche Samuel aus 1^ das euphemistische CH*""*' machte. 3) Auch von musterhaft frommen Männern finden wir Aussprüche in der Bibel wie: (Jesaja Cap. 63, Vers 17). Warum lässest du Ewiger uns abbirren von deinen Wegen, lassest verstocken unser Herz gegen deine Furcht, so Psalm 44, Vers 24: Erwache, warum schläfst du o Herr, ermuntere dich! Warum haben denn hier die Soferim keine Aenderung vorgenommen? Und warum fand R. Jochanan diese Stelle anstössig und beseitigte sie auch Sota 48 a, ebenso finden wir im Psalm 89 anstössige Stellen, und Ihn Esra sagt am Beginn des 89. Psalmes: In Sephard (Spanien) lebte ein frommer Mann, der diesen Psalm weder sagte noch ihn hören konnte, weil daselbst harte Reden gegen Gott geführt werden. 4) Was fanden die Soferim anstössig in der Stelle im Buche Jjob Cap. 7, Vers 20: Und ich ward dir zur Last, woraus sie Und ich ward mir zur Last setzten? Welcher Unterschied besteht zwischen dieser Stelle und der von Jesaja, Cap. 1 Vers 14: Sie sind mir zur Last geworden, ich bin müde es zu ertragen. 5) Wo liegt eine Eutwürdigung des göttlichen Namens in Habakuk Cap. I Vers 12: Gott mein Heiliger, du stirbst nicht, dass die Soferim, wir sterben nicht, daraus machen. Noch auffallender wird diese Stelle, wenn wir bedenken, dass bei den jüdischen Religionsphilosophen Gott positive Attribute nicht beigelegt werden dürfen, sonderu nur negative, R. David AI Mokkamez schreibt in seinem Buche Mokkamez (Orient 1847 p. 632). Und wenn wir schon sagen, dass Gott lebt, haben wir etwa dadurch das Attribut Tod beseitigt. AVarum sagt der Dichter des Schir Hajjichud: Vom 3. Tagl Du stirbst nicht, du lebendiger Gott. Im Targum stand auch wirklich du stirbst nicht, aber er verwandelte es i'ns positive j'tSHjy^ G'p *pE*£ Vielleicht wäre jedoch die Verneinung des Todes im aramäischen anstosserregend. 6) Hosea Cap. 4 Vers 7 steht: ihre Ehre will ich in Schande umwandeln und nicht haben sie umgewandelt, uud wie können wir sagen, dass früher meine Ehre gestanden und diess dann in ihre Ehre verwandelt wurde. Ist es denn möglich, dass Gott so von sich selbst spreche. Und wenn, woher wissen denn die Soferim, dass meine Ehre ursprünglich stand, wenn die Stelle nicht ganz klar, wie wir sie vor uns haLen, und wie Raschi zur Stelle erklärt: Ie mehr sie sind, desto mehr sündigen sie, so will ich ihre Ehre in Schmach umwandeln. Man muss also annehmen, dass der Sofer sie haben vertauscht vor sich hatte, so ist es auch im Targum *i**j*^n ebenso der Syrer lÖ^H 7) Woher wissen Sie, dass in Jeremiah Cap. 2 Vers 11 und Psalm 106, Vers 20 ursprünglich ^""p*"}**) stand, da doch CTj*2D 8auz deutlich ist, wie ja Psalm 3, Vers 4: Und du Herr bist mein Schild meine Ehre, die mein Haupt erhebt Vgl. zu Jirm) ebn z. R. Raschi zu Minchat Schaj I Moses Cap. 18 Vers 22 steht zum Tikkun. Und Abraham stand noch vor dem Herren: so steht im Talmud Jeruschalmi, III. Abschnitt Bikkurim, in Vajjikra rabba 35: Ich bin es, der zuerst das Gebot, vor einem Greise zu stehen, erfüllt habe. Demgemäss erwähnt also der Jeruschalmi einen Tikkun was gegen meine obige Behauptung, dass nämlich in den beiden Talmuden vom Tikkun Soferim ist, sich nichts vorfinde. Doch ist diess nur scheinbar; denn die von Jeruschalmi hier angeführte Stelle hat gar keinen Bezug auf die Worte der heil. Schrift: Und Abraham stand noch vor dem Herrn, sondern nur auf I. B. Moses Cap. 18 Vers: Der Ewige erschien (dem Abraham) im Hain Mamre, während er am Eingange des Zeltes sass. So schreibt auch der Commentator Buer Heteh im Ber. rab. auf diesen Schriftvers. Noch will ich bemerken, dass in Raschi nur acht Tikkunim angeführt werden u. z. 1) Abraham stand noch vor dem Herrn. 2) Und ich will mein Unglück nicht sehen. 3) Wenn es geht aus dem Mutterleib und die Hälfte des Fleisches verzehrt ist. 4) Die Söhne behandelten sie geringschätzig. 5) Wir sterben nicht. 6) An seinem Augapfe 7) Cnd Ihr werdet ihn in die Schlinge ziehen. 8) Sie verdammten den Jjjob. Hingegen der Tikkun Psalm 106 Vers 20: Sie vertauschten Ihre Ehre mit der Gestalt grasfresseuden Stieres, rührt sicherlich nicht von Raschi von einem späteren Commentator her denn z. St. spricht nichts von einem Tikkun ebenso wenig zu Jeremija Cap. 2 Vers 11, vielleicht lag Raschi eine andere Lesart in der Mechilta Sifre, Tanchuma und Massora vor. Wo aber bei Raschi f*"* (18 steht) muss pj (Sj gesetzt werden. (2) Ueber das Alter der Massora siehe p. 88—88: Zur Geschichte der Massorah \on Dr. M. Grünwald in A. Hilgenfeld's Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie 1880.